PR 2573
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Perry Rhodan Nr. 2573: Dorksteigers Dilemma

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Das Schlachtlicht VOSTAR gerät in einen schweren Hypersturm. Die formenergetische Struktur des Schiffes beginnt sich aufzulösen. Nachdem Fyrt Byrask vergeblich versucht hat, die VOSTAR auf einem nahen Planetoiden im Schutz eines Energiefelds notzulanden, führt er Sichu Dorksteiger in die stählerne Kernzelle des Schlachtlichts. So überleben die beiden den Absturz, während die gesamte restliche Besatzung getötet wird. Die beiden verlieren jedoch das Bewusstsein.

Sichu kommt am 2. Mai 1463 NGZ in der Krankenstation der von Stuart Lexa kommandierten KATARAKT wieder zu sich. Man behandelt sie freundlich (tatsächlich ist Lexa geradezu fasziniert von der schönen Ator), aber sie darf ihre Medokabine nicht verlassen. Zu ihrer Erleichterung erfährt sie von der Chefmedikerin Ana Leshkov, dass Fyrt ebenfalls gerettet wurde. Der Ana liegt jedoch noch im Koma. Sichu unternimmt einen Ausbruchsversuch - Lexa, der sie ständig beobachtet hat, hat genau damit gerechnet. Er wollte ihre Reaktionen testen. Allerdings geht die Superwissenschaftlerin weitaus geschickter vor als erwartet und verschwindet spurlos. Sie taucht unter, erbeutet einige technische Hilfsmittel und bereitet die Kaperung einer Space-Jet vor, um zusammen mit Fyrt zu fliehen. Sie achtet jedoch stets darauf, niemanden zu gefährden. Das bleibt auch Lexa nicht verborgen. Noch mehr als ihre Rücksichtnahme beeindrucken ihn die technischen Fähigkeiten, die sie unter Beweis stellt, indem sie die interne Ortung narrt und drei Reinigungsroboter zu Kampfmaschinen umbaut. Nach einem Katz- und Maus-Spiel, bei dem Sichu den Stardust-Terranern immer um eine Nasenlänge voraus ist, kommt Lexa ihr jedoch auf die Spur. Sie versucht, die Kunstsonne eines Erholungszentrums des Schiffes zur Explosion zu bringen. Die so entstehende hyperphysikalische Schockwelle soll die Schiffssysteme blenden. Lexa lässt die Sektion durch einen HÜ-Schirm sichern, so dass sich die Schockwelle im Inneren der Rekreationshalle austobt. Sichu stürzt gelähmt ins Wasser und droht zu ertrinken, doch Lexa, der das Wasser eigentlich hasst, seit sein jüngerer Bruder bei einem Rennbootunfall ums Leben gekommen ist, springt ihr nach und rettet sie. Als sie sich erholt hat, gestattet man ihr, sich frei im Schiff zu bewegen.

Nach diesem Zwischenspiel und nach dem Erwachen Fyrts kommt es zu ernsthaften Gesprächen, bei denen Lexa den beiden jungen Leuten einen Seitenwechsel vorschlägt. Damit bringt er Sichu in ein Dilemma: Soll sie zur Verräterin werden, oder soll sie einem System treu bleiben, das sie im tiefsten Inneren eigentlich ablehnt? Schließlich nehmen die Ator und der Ana das Angebot der Stardust-Terraner an und erhalten von ihnen Asyl. Sie helfen den Menschen bei der Identifizierung und Erforschung einiger Geräte, die aus dem Wrack der VOSTAR geborgen werden konnten. Dazu gehört unter anderem ein "Vamu-Kerker" - ein kleines, handliches Ding, in dem das Vamu eines Vatrox eingefangen werden kann. Sichu glaubt, der Vamu-Kerker könne der Schlüssel zur Befreiung der Tryonischen Allianz aus der Gewalt der Frequenz-Monarchie sein. Zunächst wird das Gerät jedoch auf First Found getestet. Lexa war vor 55 Jahren schon einmal dort und hat miterlebt, was geschieht, wenn man das dort gefundene Schneeflocken-Artefakt berührt. Er und Sichu riskieren es, diesen Vorgang zu wiederholen. Prompt finden sie sich in einer fremden Umgebung wieder, in der sie einer weiblichen Vatrox begegnen. Die Vatrox verschmilzt mit Sichu, ihr Vamu wird dann aber von der Seelenfalle eingefangen.

Sichu und Lexa kehren in die Realität zurück. Durch die Verschmelzung mit der Vatrox sind deren Erinnerungen auf Sichu übergegangen. Sie weiß jetzt, dass es sich bei dem Schneekristall um das psimaterielle Artefakt eines Anthurianers handelt, und dass der Name der Vatrox Lucba Ovichat lautet. Sie erzählt ihren Gefährten die Geschichte dieser Frau...

Kommentar:

...und somit erwartet uns nächste Woche wohl wieder mal ein "Lebensgeschichten-Roman". Aber Uschi Zietsch wird diese Geschichte erzählen, deshalb freue ich mich trotzdem darauf.

Stuart Lexas ersten (unfreiwilligen) Ausflug nach First Found könnt ihr in PR 2510 nachlesen. Durch die Existenz Lucba Ovichats wird eine Frage endgültig beantwortet, die ich im Kommentar zu PR 2570 gestellt habe: Ja, es gibt weibliche Vatrox. Aber wenn dem so ist: Warum meint Vastrear, dass es ohne die Hibernationswelten keine künftigen Vatrox geben kann? Können sie sich nicht auf herkömmliche Weise vermehren? Andererseits kann ich mir die Vatrox nicht wirklich als Familienmenschen vorstellen... Es kann natürlich sein, dass Lucba Ovichat schon seit Jahrtausenden auf First Found festgesessen hat. Vielleicht sind Vatrox-Frauen in der Gegenwart ja "Mangelware".

Wenn man diesen Roman mit PR 2562 / 2563 vergleicht, dann kann man schön erkennen, wie unterschiedlich die Charakterisierung einer Figur doch sein kann, wenn die entsprechenden Romane von Menschen geschrieben werden, die (meiner subjektiven Einschätzung nach und soweit man das überhaupt anhand von Romanen bzw. ohne die Menschen persönlich zu kennen einschätzen kann) grundverschieden sind. Während Uschi Zietsch ein sehr gefühlvolles, menschliches Bild von Sichu gezeichnet hat, ist sie bei Hartmut Kasper zwar hochintelligent und schlagfertig, auch nicht unsympathisch, aber doch distanziert und irgendwie unterkühlt.

Eine gewisse Geschwätzigkeit macht sich in diesem Roman vor allem zu Beginn etwas unangenehm bemerkbar, aber langweilig ist er deswegen nicht. Sichus Innenwelt - so, wie Hartmut Kasper sie sieht - wird gut vermittelt und es gibt immer wieder amüsante kleine Zwischenspiele wie z.B. Lexas Versuch, Sichu für echten terranischen Kaffee zu begeistern. Ein köstliches Gespräch des auf First Found eingesetzten stardust-terranischen Bauleiters Charles Hall mit drei Eingeborenen fällt ebenfalls in diese Kategorie. Für mich ist es sogar ein Highlight dieses Romans. Ich habe es in der Zusammenfassung nicht erwähnt, weil es für die Handlung völlig irrelevant ist. Typisch Kasper: Er läuft meist in Abschweifungen und Nebenhandlungen zur Hochform auf. Wie ich schon einmal schrieb: Warum wagt er sich nicht mal an einen ganz außerhalb des Perryversums spielenden Roman heran?

J. Kreis, 12.12.2010


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Gastkommentare


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Gastkommentar von reiner (15.12.2010):

Was die Fähigkeiten von Sichu anbelangt, sehe ich das anders als Friedrich. Versetzen wir uns in unsere heutige Zeit. Ich bin gelernter Elektriker, kann mit Werkzeug umgehen, und bin Dipl. Ing. für Elektrotechnik. Habe also gutes technisches Fachwissen. In meinem Berufsleben habe ich u.a. einige Jahre Programme für Industrieroboter geschrieben. Das ist Realität, nicht Fiktion. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin z.B. in Japan, die Schrift kann ich nicht lesen, in einer sehr gut ausgestatteten Privatklinik eingesperrt. Ich bin mir sicher, dass ich aus den vorhandenen Geräten sinnvolle Werkzeuge zum Ausbruch und zur Verteidigung bauen könnte. Die Grundlagen der Technik und der Physik sind die gleichen wie in Deutschland. Begeben wir uns wieder zu Sichu. Die Grundlagen der Physik, auch die der fiktiven Hyperphysik, müssen im gesamten Universum gleich sein. Sichu wird als äußerst begabte Wissenschaftlerin, dazu mit militärischer Ausbildung, geschildert. Da sollte es ihr durchaus möglich sein, auch fremde Technik schnell zu durchschauen und zu nutzen.


Gastkommentar von Friedrich (12.12.2010):

Uff - in diesem Roman habe ich einige Seiten direkt überblättert. Das liest sich, als ob die KATARAKT kein Kriegsschiff, sondern ein fliegendes Warenhaus wäre. Sichu demoliert ein paar medizinische Geräte (einer für sie völlig fremden Technologie) und baut aus den Trümmern einen Antigrav + Deflektor (also wenn man mich in einer Arztpraxis allein ließe und ich da ein paar Geräte öffne/kaputt mache, könnte ich nicht mal einen Lötkolben aus den Einzelteilen bauen - vor allem wenn ich die Beschriftungen nicht lesen könnte). Dann schnappt sie sich eine Handvoll Nanobots (auf welchem Grabbeltisch sie die nun wieder gefunden hat, hab ich wohl überblättert), reprogrammiert sie, um aus unbearbeitetem Metall einen Antigravlift für Fyrt Byrask zusammenzulöten und gibt ihnen gleich noch einen Kurs zum passenden Hangar (oder wohin auch immer) ein. Dann nimmt sie sich mal so ein paar Wartungsbots und programmiert sie zu - ach was für ein Schwachsinn... In diesem Roman ist so viel aggressiver Unsinn gebündelt... Immerhin - das Gespräch mit den drei Eingeborenen hat mir auch sehr gefallen. Der Rest nicht - also wegen mir wäre dieses Perry auch mit 10 Seiten ausgekommen.



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