PR 2554
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Perry Rhodan Nr. 2554: Die lodernden Himmel

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Perry Rhodan erfährt von Clun'stal Niemand, dass Fogudare ein Anthurianer war. Clun'stal selbst ist ein Kristallingenieur, ein Helfer Fogudares. Seine Körpermasse ist inzwischen etwas angewachsen, er hat nun auch zwei Arme. Seine Erinnerungen kehren aber nicht vollständig zurück. Er sagt, sie seien bei seinem Volk, den Esnur, "eingelagert". Er bittet Rhodan, künftig als sein Chronist zu fungieren. Inzwischen gehen die Galaktiker davon aus, dass TALIN ANTHURESTA eine knapp 230 Millionen Kilometer durchmessende Hohlkugel mit dem übergroßen Handelsstern im Zentrum und den 20.000 Scheibenwelten am Innenrand ist, also eine Art Dyson-Sphäre. Da sich die JULES VERNE nicht mehr meldet und außerdem von einem Energiefeld eingehüllt wird, das von einem Stachel des Handelssterns ausgeht, teilt Rhodan seine Gruppe auf. Mondra soll versuchen, den Feldprojektor zu erreichen. Rhodan, Lloyd/Tschubai, Clun'stal und ein Trupp Raumlandesoldaten mit Kampfrobotern benutzen einen aktiven Transfertunnel, um eine der Scheibenwelten zu erreichen. Rhodans Wahl fällt auf eine von sieben Welten, die von den Kontrollsystemen als gefährdet bezeichnet werden. Das Team erreicht Frerino, die Heimat der Frerin.

Die Frerin sind dreigeschlechtliche Wesen mit Körpern aus drei ovalen Leibern, drei Gehirnen, drei Armen, drei Beinen und je drei Sinnesorganen. Sie haben einen Entwicklungsstand erreicht, der dem terranischen 20. Jahrhundert gleicht. Ihre Gesellschaftsform ist eine konservative, totalitäre Theokratie. Sie glauben, einst habe ein Wesen namens Anthun sie vor Chaon, einem Gott der Unordnung, auf Frerino in Sicherheit gebracht. Sie bewahren eine heilige Reliquie auf, die aus dieser Zeit stammen soll. Die reaktionäre Pontifikalklause hält alle Macht in Händen; der Pontifex, das Oberhaupt von Kirche und Staat, hat sich seit Jahren nicht mehr gezeigt. Die Frerin werden von Kindheit an indoktriniert und müssen sich starren Glaubensregeln unterwerfen. Andersdenkende werden verfolgt und grausam vernichtet. Dennoch gibt es eine kleine Gruppe von Widerständlern. Diese "ungläubigen Gnostiker" haben herausgefunden, dass etwas mit Frerino nicht stimmt. Die Kuppel, von der die Scheibenwelt überwölbt wird, ist undicht geworden, so dass zerstörerische Energien eindringen, die die ganze Welt zu vernichten drohen. Die Gnostiker benutzen den unbedeutenden Gerichtsbeisitzer Orcizu, um die Wahrheit publik zu machen. Obwohl er hypnotisiert wurde, kann sich Orcizu widersetzen. Er wird zwar schwer verstümmelt und entstellt, gilt fortan jedoch als Märtyrer und ist für die Pontifikalklause ein willkommenes Instrument zur Manipulation der Massen. Er wird als "Apostul" zum Mitglied des Klerus erhoben.

Nach einer arrangierten Heirat mit der Geheimagentin Sebyri und dem abgehalfterten Schauspieler Fortela macht sich Orcizu samt Gefolge auf zu einer Missionierungsreise in die Randgebiete der Welt. Die Pontifikalklause erteilt Sebyri den Geheimauftrag, Kontakt mit den Gnostikern aufzunehmen. Der Klerus hat erkannt, dass die Bedrohung der Welt real ist. Eine Zusammenarbeit mit den Gnostikern ist unumgänglich, darf aber unter keinen Umständen öffentlich bekannt werden. Es gelingt Sebyri, den Gnostiker Licafa aufzuspüren, der mit seiner Gruppe von Forschern bereits eine Expedition zum Rand der Welt unternommen und festgestellt hat, dass dort das Chaos herrscht. Als Orcizu Licafa sieht, erkennt er ihn wieder: Er ist einer der Gnostiker, denen er seine Entstellung zu verdanken hat. Orcizu macht eine erstaunliche Wandlung durch und ist nun keine dümmliche Marionette mehr. Er reißt die Kontrolle an sich und fordert die Reliquie aus der Hauptstadt an, um damit gegen das Chaos anzugehen. Als er den ca. 25 Zentimeter großen Kegel mit Kugelkopf, der aus Gold zu bestehen scheint, in Händen hält, wird er von neuer Energie durchströmt und gewinnt hypnotische Kräfte.

Rhodans Team hat sich über die Verhältnisse auf Frerino informiert und die von der Reliquie ausgehenden hyperenergetischen Impulse empfangen. Entartete Psi-Materie scheint für das am Rand der Welt herrschende Chaos verantwortlich zu sein, und auch die Reliquie besteht anscheinend aus Psi-Materie. Rhodan nimmt unsichtbar Kontakt mit Licafa auf, der noch nicht in Orcizus Bann steht. Als Rhodan und Lloyd/Tschubai sowie zwei TARAS ihre Deflektoren deaktivieren, ist der Anblick fast zuviel für den Frerin, denn die Kampfroboter sehen aus wie vergrößerte Ausgaben der heiligen Reliquie...

Kommentar:

Aus den Legenden der Frerin kann man ein paar interessante Informationen ableiten. Ich nehme an, dass es in ferner Vergangenheit zu Kämpfen zwischen den Chaotarchen oder deren Dienern und den Anthurianern gekommen ist. Wahrscheinlich haben die Anthurianer TALIN ANTHURESTA als Zufluchtsort für die Völker ihrer Galaxie erbaut. Vielleicht haben sie sich dann selbst geopfert (Stichwort "große Gesänge"), um die Chaotarchen zu besiegen oder zu vertreiben. Ich glaube aber nicht, dass dieser alte Konflikt für die aktuelle Handlung noch eine Rolle zu spielen haben wird. Außerdem wissen wir jetzt, wie die Anthurianer ausgesehen haben. War ja nicht schwer zu erraten.

Wie es scheint, erwarten uns in den kommenden Wochen noch so einige Romane, die die Erkundung verschiedener Scheibenwelten zum Thema haben. Man kann nur hoffen, dass die Autoren sich dabei nicht selbst kopieren - die von Frank Borsch und Leo Lukas entworfenen Welten D'Tarka und Frerino bzw. die Gesellschaftsformen der dort lebenden Wesen gleichen sich für meinen Geschmack etwas zu sehr. In beiden Fällen handelt es sich um rückständige, im Zwang diverser Dogmen stehende Völker, die keine Ahnung davon haben, dass sie innerhalb von TALIN ANTHURESTA leben. Immerhin ist die von Leo Lukas erschaffene Welt weit bunter, detailreicher und verrückter als Frank Borschs Entwurf. Er kann außerdem zur Spannungssteigerung ein Bedrohungsszenario einbauen, das Borsch nicht zur Verfügung gestanden hat: TALIN ANTHURESTA zeigt Auflösungserscheinungen. Zweifellos wird es Perry Rhodans Aufgabe sein, diese einzudämmen.

Um es kurz zu machen: Der Roman hat mir trotz der etwas unglaubwürdigen Wandlung Orcizus recht gut gefallen, nicht zuletzt wegen der sehr deutlichen Seitenhiebe auf die katholische Kirche. Als Oriczu in den Klerus aufgenommen werden soll, wird eingewandt, eines seiner drei Gehirne sei geschädigt. Die zuständige Generalvikarin meint, das sei kein Hinderungsgrund... Übrigens: Die TARAS zu vergrößerten Ausgaben der heiligen Reliquie zu machen, was die Kontaktaufnahme mit dem Frerin vermutlich deutlich erleichtern wird, ist eine so unverschämte Idee, dass sie schon wieder gut ist! Und Perry Rhodans ironisch gemeintem Ausruf "endlich mal wieder Psi-Materie!" kann ich mich nur anschließen. Mit diesem Allzweck-Zaubermittel wird für meinen Geschmack in diesem Zyklus deutlich zu oft herumhantiert.

J. Kreis, 01.08.2010


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