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Perry Rhodan Nr. 2550: Die Welt der 20.000 Welten

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Die nur aus einer Kugelzelle und dem Mittelteil bestehende JULES VERNE wurde in einen unbekannten Bereich des Kosmos versetzt. Das Schiff befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Objekts, bei dem es sich nur um einen Handelsstern handeln kann, allerdings ist dieser mit einem Gesamtdurchmesser von 4400 Kilometern doppelt so groß wie FATICO. Die gesamte Besatzung ist entweder bewusstlos oder völlig orientierungslos, auch NEMO ist zunächst nicht einsatzfähig und alle hyperenergetischen Prozesse sind gestört. Selbst die Metaläufer-Technik ist nicht einsatzbereit. Nur ganz allmählich gewinnen die Menschen die Kontrolle über ihr angeschlagenes Schiff und sich selbst zurück. Als die Landung auf dem namenlosen Handelsstern eingeleitet wird, kann der alte Hyperphysiker Chucan Tica in letzter Minute eine Katastrophe verhindern: Er hat erkannt, dass NEMO noch immer gestört ist und den Abstand zum Handelsstern falsch berechnet hat. Er kennt auch den Grund dafür: Ein permanenter Psi-Sturm, dem die JULES VERNE in ihrem jetzigen Zustand nicht entkommen kann, ist für alle Probleme verantwortlich. Er entsteht, weil der gesamte Handelsstern von Psi-Materie umgeben ist, die sich immer wieder verflüchtigt und verfestigt. Tica wird von nun an in alle Entscheidungen einbezogen.

Möglicherweise hängt mit dem Psi-Sturm auch ein weiteres Phänomen zusammen, das der Besatzung der JULES VERNE schwer zu schaffen macht. Bis auf Mondra Diamond und das Konzept Lloyd/Tschubai werden alle Menschen von Verwandten, Freunden oder Bekannten verfolgt, die längst tot sind. Es handelt sich um halbmaterielle Abbilder (so genannte Psi-Folien), die nur für ihren "Besitzer" sichtbar sind und aus dessen Erinnerungen erschaffen wurden, also keineswegs echte Reinkarnationen der Toten sind, sondern eigenständige Entitäten. Chucan Ticas neuer ständiger Begleiter ist Myles Kantor, im Fall von Perry Rhodan ist es Thora - worüber Mondra nicht erfreut ist. Die meisten Psi-Folien verschwinden bald wieder, während gleichzeitig die Stärke des Psi-Sturmes abnimmt, aber fünf von ihnen halten sich hartnäckig. Sie mögen nur Kopien sein, aber sie wollen ihre merkwürdige Art der Existenz nicht aufgeben. Nach und nach zeigen "Myles Kantor" und "Thora" Verhaltensweisen, die für ihre Vorbilder völlig untypisch sind. Tica erfährt, dass die fünf verbliebenen Psi-Folien alle anderen aufgesaugt haben, um sich selbst zu stärken. "Myles Kantor" beabsichtigt, dasselbe mit den vier anderen Psi-Folien zu machen, dann die Lebensenergie der Menschen aufzusaugen, die Kontrolle über die JULES VERNE zu übernehmen und davonzufliegen.

Der Maahk Pral schickt seinen "Schatten" aus und nimmt dabei eine mentale Präsenz wahr. Außerdem stößt er auf ein Psionisches Netz, das einen Durchmesser von zwei Astronomischen Einheiten hat und eine in sich geschlossene Welt bildet. Sein Zentrum ist der Handelsstern und es enthält tausende Verdickungen. Da Perry Rhodan den Handelsstern von der JULES VERNE aus nicht mit seinem B-Controller beeinflussen kann, dringt er mit einem Einsatzteam, zu dem auch Pral, das Konzept Lloyd/Tschubai und Mondra gehören, in den Handelsstern ein. Das Konzept erhält mentalen Kontakt zu einer Entität, die gerade erst aus vielen verstreuten Splittern zu entstehen scheint. Er teleportiert mit Rhodan, Pral und Mondra in eine Maschinenstadt, die in Rhodan sofort die Erinnerung an Wanderer weckt - aber die Stadt ist nicht mit der dortigen identisch, zum Beispiel fehlt der zentrale Maschinenturm. Überall liegt Staub herum - winzige Hyperkristalle, die ein bedrohliches Eigenleben entwickeln. Lloyd/Tschubai erhält eine Art Schlag, als er ein größeres Stück berührt, und teleportiert blindlings. Als seine Begleiter ihn finden, berichtet das Konzept ihnen von Gedankenfetzen, die es aufgeschnappt hat. Darin ist unter anderem von den Kristallingenieuren und den Esnur die Rede. Außerdem hat Lloyd/Tschubai eine Art Walgesang vernommen.

Plötzlich wird das Konzept von Hyperkristallstaub umhüllt. Bevor er wieder unkontrolliert teleportiert, schreit er etwas von einem verrückt gewordenen Wächter, dem geholfen werden müsse. Rhodan und Mondra folgen ihm. So stoßen sie auf ein offensichtlich uraltes Transferdeck, das nur einen einzigen Transferkamin enthält. Der Hyperkristallstaub gibt Lloyd/Tschubai frei. Als Rhodan seinen Controller aktiviert, zeigt dieser plötzlich eine holografische Darstellung des Handelssterns, in dessen Nähe sich 20.000 Objekte befinden, die der Scheibenwelt Wanderer verblüffend ähneln.

Inzwischen schreibt man den 28. April 1463 NGZ. Irgendwo im Handelsstern erwacht ein Wesen aus dem Solitärschlaf. Es gewinnt seine Kräfte und Erinnerungen nur langsam zurück. Aber es weiß, dass es nach Fogudare sehen muss, denn der Meister ist in Gefahr...

Kommentar:

Auf zur zweiten Zyklushälfte! Es kann eigentlich nur noch besser werden. Immerhin befinden wir uns an einem neuen, unbekannten Schauplatz, der erst einmal erkundet werden muss. Interessant genug ist dieser Ort ja, und was die Terraner dort vorfinden, wirft einige Fragen auf. Zweifellos befindet sich die JULES VERNE in Anthuresta. Wer aber mögen die Esnur sein? Dass Lloyd/Tschubai Walgesänge gehört hat, könnte darauf schließen lassen, dass es sich bei diesen Wesen (die womöglich mit den "Kristallingenieuren" identisch sind) um jene walartigen Lebensformen handelt, deren Relikte im Sternhaufen Far Away entdeckt worden sind. Haben diese Wesen vielleicht Wanderer für ES erschaffen? Oder haben sie die Scheibenwelten für sich selbst erbaut, ES aber eine davon überlassen? Oder befinden wir uns vielleicht im Zentrum von ES' Macht in Anthuresta? Könnte die Welt der 20.000 Welten der dortige Anker sein, der die Superintelligenz im Standarduniversum hält?

Einige Kapitel dieses Romans werden durch Auszüge aus dem bekannten fiktiven Geschichtswerk "Hoschpians Chroniken" eingeleitet. Es handelt sich um Rückblicke aus einer weit entfernten Zukunft auf das Jahr 1463 NGZ, in denen behauptet wird, durch die Versetzung der JULES VERNE seien epochale Veränderungen in Gang gesetzt worden, die letztlich dazu geführt hätten, dass die Macht der Kosmokraten gebrochen wurde (eine Nummer kleiner geht's mal wieder nicht). Auch Rhodan selbst habe sich in dieser Zeit entscheidend verändert. Jetzt kann man sich fragen: Werden diese ziemlich vollmundigen Versprechungen im folgenden Zyklus - oder vielleicht im nächsten Zyklus - eingelöst? Werden wir tatsächlich bald ein ganz neues Perryversum und einen ganz anderen Perry Rhodan kennen lernen? Wie mutig werden die Autoren also sein? Oder ist das nichts weiter als heiße Luft, weil Hoschpians Chroniken in einer so weit entfernten Zukunft geschrieben wurden, dass die genannten Veränderungen in der aktuellen Handlungszeit noch gar nicht erkennbar sind und keine Relevanz für die laufende Handlung haben?

Die Psi-Folien haben mich an die vom Planeten Solaris erschaffenen Wesen in Stanislaw Lems gleichnamigem Roman erinnert. Auch die sind nichts anderes als Gestalt gewordene Erinnerungen von Menschen. Allerdings steckt hier wohl etwas anderes dahinter, diese "Kopien" sind eigenständige Entitäten und entwickeln sich anders, als ihre Vorbilder es je getan hätten. Deshalb ist Mondras Reaktion einfach nur kindisch. Ihr sollte klar sein, dass a) Rhodan sich sicher nicht gewünscht hat, Thora möge von den Toten auferstehen und b) die Psi-Folie nicht wirklich Thora ist. Rhodans Reaktion ist aber auch nicht besser. Jemand wie er sollte doch in der Lage sein, die Situation zu klären. Stattdessen weicht er Mondra aus und drückt sich vor einem Gespräch. Irgendwie ist das typisch Thurner: Mir fällt immer wieder auf, dass er feststehende Charaktereigenschaften von Hauptfiguren einfach ignoriert.

J. Kreis, 11.07.2010


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