PR 2542
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Perry Rhodan Nr. 2542: Shandas Visionen

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Shanda Sarmotte ist die Tochter zweier Menschen, die vom Goldenen Funkenregen berührt wurden. Sie ist eine Spätentwicklerin, etwas naiv und mit wenig Verständnis für komplizierte Zusammenhänge gesegnet. Ihr Vater hält sie für geistig zurückgeblieben, doch ihre Mutter geht davon aus, dass sie etwas Besonderes ist. Tatsächlich ist Shanda psi-begabt, was sie aber für sich behält. Sie kann nicht nur Gedanken und Emotionen anderer Menschen wahrnehmen, sondern sich buchstäblich in sie hineinversetzen. Allerdings gelingt ihr das nie bewusst, es geschieht einfach. Außerdem kann sie nicht die Kontrolle über ihre "Wirtskörper" übernehmen. Nach dem Tod ihrer Eltern im Jahre 1457 NGZ bei einem Gleiterunfall auf Katarakt, für den sich Shanda selbst die Schuld gibt (Shanda wurde von Rokingern aus dem Gleiterwrack gerettet), lebt sie bei einem Freund ihrer Eltern, den sie "Onkel" nennt. Sie leidet darunter, nicht für voll genommen zu werden - noch mehr aber unter den fremden Eindrücken, die immer wieder unkontrolliert auf sie einprasseln - und ist stolz, als sie Arbeit findet. Sie wird von einem Pharmaunternehmen eingestellt und erledigt einfache Tätigkeiten im Lager.

Dabei stellt sie fest, dass sie eine weitere besondere Fähigkeit besitzt. Sie kann selbst komplexeste mechanische Vorgänge intuitiv vorausberechnen. Es bereitet ihr Vergnügen, heimlich die Sicherheitsprotokolle zu deaktivieren und sich mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen den unzähligen robotischen Greifarmen zu bewegen. Von den Vorgängen im Stardust-System, die für zunehmende Unruhe sorgen (was von der Sensationspresse noch angeheizt wird) bekommt Shanda wenig mit. Der Sextadim-Schleier wird durchlässig, eine fremde Flotte dringt in das System ein. Stimmen werden laut, die eine Flucht zu den Inseln im Nebeldom fordern, da nur ES den Stardust-Menschen noch helfen könne. Es kommt zu Tumulten auf allen Planeten, als die Trivid-Sender behaupten, Zyx liege bereits unter Feuer. Shanda wird selbst in die Ereignisse verwickelt, als ein Mann eine Space-Jet entführen will und Shanda sowie einen weiteren Menschen als Geiseln nimmt. Sicherheitskräfte beenden die Entführung. Erst eine Ansprache Whistlers sorgt für Ruhe - die Fremden haben noch keinen einzigen Schuss abgegeben.

Shanda hat eigene Sorgen, denn ihre Alleingänge im Lager fliegen auf. Sie wird von ihrem Chef Fakan Noorgeg zur Rede gestellt und anschließend in sein Büro zitiert. Dort wird sie von Vorremar Corma, Huslik Valting und einem Schlägertypen ins Kreuzverhör genommen. Corma hat in Erfahrung gebracht, was es mit Shandas Eltern auf sich hat, und will jetzt mit seinem Mutantendetektor herausfinden, ob seine Theorie stimmt. Als der Siganese die verunsicherte junge Frau unter Druck setzt, schreitet Noorgeg ein. Er wirft die unliebsamen Gäste hinaus. Sie kommen jedoch wenig später zurück, schlagen Noorgeg zusammen und wollen Shanda entführen. Sie kann sich zwar im Lager verstecken, doch Corma spürt sie auf und will sie paralysieren. Da verspürt Shanda einen furchtbaren mentalen Schlag. Im Gegensatz zu Corma bleibt sie bei Bewusstsein. Sie nimmt Millionen fremder Mentalimpulse wahr, die zu einem einzigen starken Geist vereint sind. Sie nimmt den Namen der Entität wahr. Er lautet VATROX-VAMU.

Kommentar:

Bis auf die Ankunft VATROX-VAMUS geschieht in diesem Roman eigentlich gar nichts, trotzdem ist er faszinierend und sogar spannend. Nach der Schilderung des Gleiterunfalls, bei der klar gemacht wird, wer Shanda ist und was es mit ihrer unkontrollierbaren Begabung auf sich hat, besteht der restliche Roman praktisch nur aus dem Ablauf eines ganz normalen Tages, d.h. aus Shandas Weg zur Arbeit. Unterwegs wird sie immer wieder von fremden Sinneseindrücken und Gedanken überwältigt, mehrmals schlüpft sie quasi in die Körper anderer Menschen. So erfahren wir mehr über ihre Paragabe, gleichzeitig vermittelt Haensel auf diese Weise ein facettenreiches Bild der Vorgänge im Stardust-System am Tag des teilweisen Zusammenbruchs des Sextadim-Schleiers. Ebenso wie Shanda weiß der Leser zunächst nicht, was wirklich vorgeht. Die Trivid-Schreckensmeldungen überschlagen sich und werden erst allmählich relativiert. Shanda interessiert sich nicht sonderlich dafür, weil sie nicht unmittelbar betroffen ist. Gut gemacht!

Vergleiche mit "Ulysses" von James Joyce wären zwar unangebracht, aber allein die Tatsache, dass Haensel das Risiko eingeht, sich an einem derartigen Roman zu versuchen, verdient schon Respekt. Das Wagnis führt aber auch noch zu einem durchaus überzeugenden Ergebnis! Hoffentlich bleibt uns Shanda auch nach dem nächsten Roman noch erhalten. Sie ist nicht nur ein psi-begabtes Dummchen, sondern hat einen vielschichtigen Charakter. Da könnte noch was draus werden!

Eine Sache gefällt mir aber gar nicht. Corma und Valting benehmen sich plötzlich wie gewissenlose, brutale Verbrecher. Das passt nicht zu ihrer bisherigen Charakterisierung, der Gegensatz zu den letzten beiden Romanen ist zu krass. Wer ist eigentlich der Schlägertyp, von dem sie begleitet werden? Von dem war bisher noch nie die Rede.

J. Kreis, 09.05.2010


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Gastkommentare


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Gastkommentar von Bernd Kunst (12.05.2010):

Sorry, aber in diesem Fall bin ich mal nicht Deiner Meinung. Ich bin zwar erst seit PR 2400 dabei, aber von diesen 143 Romanen war der vorliegende Haensel das mit Abstand langweiligste, langatmigste und nichtssagendste Heft. Das Schlimmste kommt dabei erst zum Schluss: Haensel darf gleich noch mal ran... bisher habe ich mich auf jeden neuen Perry gefreut, diese Woche graust erst mir zum ersten Mal vor dem Gang zum Briefkasten. B. Kunst



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