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Perry Rhodan Nr. 2522: Winter auf Wanderer



Autor: Uwe Anton

Inhalt

Noch am Tag der Ankunft der Einheiten der Stardust-Flotte bei KREUZRAD begibt Perry Rhodan sich nach Aveda, um zu hören, was der aus dem Koma erwachte Ras Tschubai zu sagen hat. Der Teleporter beherbergt das Bewusstsein des Telepathen Fellmer Lloyd in seinem Körper und ist somit ein "Konzept". Er wurde - wie viele weitere aus dem Bewusstseinspool der Superintelligenz ES freigesetzte ehemalige Mutanten - ausgesandt, um Perry Rhodan zu suchen und nach Wanderer zu bringen. Das wäre mit einer Teleportation möglich, zu der ES ihm die Energie verliehen hat, aber er kann nur eine Person mitnehmen. Als er ansonsten keine Informationen preisgibt, haben Perry Rhodan und Mondra Diamond endgültig die Nase voll von der ES-typischen Geheimniskrämerei - dass der geschwächte und verzweifelte alte Freund Rhodans einfach nicht mehr weiß, als er bisher sagen konnte, trägt nicht zu ihrer Besänftigung bei. Rhodan weigert sich kurzerhand, Ras zu begleiten, und wehrt den Teleporter ab, als dieser mehrmals versucht, ihn einfach zu entführen. Ras gesteht ein, dass es noch einen anderen Weg nach Wanderer gibt, und so ist man bald mit MIKRU-JON unterwegs zur Nebelkuppel, unter der sich die Insel Talanis verbirgt. Mondra darf mitkommen, da ES die "Mutter" für eine akzeptable Begleitung Rhodans hält. Tolot bleibt bei Whistler zurück, mit dem er sich gut versteht und den er weiter unterstützen will.

Auf Talanis werden sterbende Schmetterlinge beobachtet. Einer davon berührt Rhodan und gewinnt so neue Kraft. Die Gefährten durchqueren eine Art Portal in einem Tempel, das groß genug ist, um auch MIKRU-JON durchzulassen. So erreichen sie Wanderer, doch dort herrscht strenger Frost. Piet Rawland und Homunk geben sich die Ehre, außerdem erscheinen alle anderen zur Suche nach Rhodan entsandten Mutanten, berühren einander und lösen sich auf, wobei sie ihre Vitalenergie an Ras/Fellmer abgeben, der dadurch sichtlich gekräftigt wird. Dann tritt Rhodan allein einem Avatar von ES entgegen. Die Superintelligenz liegt angeblich im Sterben und braucht Rhodans Hilfe. Aus Gründen der Geheimhaltung gibt ES wieder einmal hauptsächlich kryptische Bemerkungen von sich, stutzt Rhodan jedoch zurecht, als sich dieser darüber beschwert. Rhodan erfährt, dass ES Mühe hat, sich gleichzeitig in der Lokalen Gruppe und in den Fernen Stätten zu behaupten. Die Superintelligenz wird in absehbarer Zeit gewaltige Mengen von Mentalenergie brauchen, um nicht zerrissen zu werden - die Stardust-Menschheit würde hierzu bei weitem nicht ausreichen. Rhodan hat keine Wahl, als sich hilfsbereit zu zeigen, denn ES lässt keinen Zweifel daran, dass konkurrierende Superintelligenzen sich seine Mächtigkeitsballung aneignen würden, wenn diese "verwaist" sein sollte.

Damit er wenigstens einen Teil der für seine Aufgabe benötigten Informationen erhält, versetzt ES Rhodan scheinbar in der Zeit zurück. Er findet sich plötzlich im Jahre 2402 wieder und ist mit der KC-38, einem Beiboot der CREST III, in Andro-Beta unterwegs. ES meldet sich mit einer Prophezeiung, in der das Ende einer großen Rasse vorhergesagt wird, und Icho Tolot schlägt die Errichtung eines Stützpunktes auf Gleam vor. In einer zweiten Vision befindet Rhodan sich in der Gegenwart auf Gleam, wo offensichtlich Maahks (möglicherweise Schattenmaahks) und Terraner unterwegs sind, die ihn jedoch nicht sehen können. Er schreibt mit seinem Desintegrator eine Botschaft in eine Wand und hinterlässt dort einen Datenträger mit Informationen, dann wird er nach Wanderer zurückversetzt. Dort sind in Rhodans Abwesenheit 45 Tage vergangen, man schreibt den 10. März. Mondra war schon mit den Nerven am Ende und begrüßt ihn stürmisch.

In einem zweiten Gespräch mit ES erfährt Rhodan, dass die Frequenz-Monarchie schon seit Jahrmillionen existiert und immer in den Phasen des Niedergangs, die nach Hyperimpedanz-Erhöhungen folgen, wie Heuschrecken alle Völker ausbeutet, die sie über das Polyport-Netz erreichen kann. Sie braucht immer einige Zeit, um die dazu benötigte Macht zu entwickeln, denn sie muss nach jedem "Erwachen" praktisch von vorn anfangen - und diesmal hat es eine weitere Verzögerung gegeben, denn ihr wurde das PARALOX-ARSENAL gestohlen. Rhodan soll diese Waffe, die so mächtig ist, dass man damit eine ganze Galaxie vernichten könnte, in seinen Besitz bringen, bevor die Frequenz-Monarchie es tut. Die Aufgabe der Stardust-Menschheit sollte darin bestehen, in der Galaxie Anthuresta, zu der Far Away gehört, im Sinne von ES tätig zu werden. Anthuresta ist der Ursprung des Polyport-Netzes. Durch den Sextadim-Schleier sollte der Stardust-Menschheit ein guter Start ermöglicht werden, und es war von vornherein vorgesehen, dass sich der Schleier im selben Moment auflösen sollte, in dem Rhodan die Möglichkeit hatte, NEO-OLYMP zu erreichen.

Somit ist klar, dass Rhodans nächstes Ziel in Andromeda liegt, wo die Frequenz-Monarchie nach den Informationen von ES mehrere Hibernationswelten hat. Es warnt Rhodan vor einem noch unbekannten Feind der Frequenz-Monarchie, der das PARALOX-ARSENAL gestohlen hat, aber nicht unbedingt automatisch ein Freund der Menschen sein muss. Als Rhodan ES nach seinem Sohn Delorian fragt, kann die Superintelligenz mit diesem Namen nichts anfangen...

Rhodan erhält einen neuen Controller und erfährt, dass es auf Wanderer einen Polyport-Hof gibt, den ES irgendwann "hat besorgen lassen". Von dort aus geht die Reise nach Andromeda. Ras/Fellmer, jetzt im Vollbesitz seiner Kräfte, wird Rhodan als Verstärkung zur Seite gestellt. In dem Polyport-Hof, den die Gefährten erreichen, kämpfen Maahks gegen Maahks.

Kommentar:

An der Länge der Handlungszusammenfassung kann man schon erkennen, dass in diesem Roman viele Informationen vermittelt werden, auf die man schon lange gewartet hat. Natürlich konnte man sich einiges davon schon vorher zusammenreimen, dennoch sind Romane dieser Art immer in gewissem Sinne Meilensteine - zumindest was die Weichenstellung für die weitere Handlung angeht. Aber auch sonst hat mir die Story gefallen. Besonders schön finde ich Mondras und Rhodans Reaktion auf die von Tschubai übermittelten Forderungen von ES. Endlich muckt jemand auf! Zwar springt Rhodan doch, sobald die Superintelligenz befiehlt, aber wenigstens findet er mal klare Worte. Schade nur, dass er sich von ES gleich wieder zurechtstutzen lässt. Es ist klar, dass er der Superintelligenz schon aus Eigeninteresse helfen muss, wenn er nicht will, dass die Lokale Gruppe zum Zankapfel möglicherweise noch unfreundlicher eingestellter Superintelligenzen wird oder der Frequenz-Monarchie zum Opfer fällt. Aber insgeheim wünscht man sich als Leser doch, dass Rhodan es einfach drauf ankommen lassen und seine Unterstützung verweigern würde - schlimmer kann's eigentlich kaum kommen, denn was hat die Menschheit unter dem "Schutz" der Superintelligenz nicht schon alles erduldet? Wenn ich er wäre, dann würde ich durchaus versuchen, das PARALOX-ARSENAL vor dem Feind zu finden, es dann aber nicht für ES, sondern nur für mich selbst einsetzen...

ES gibt jetzt sogar offen zu, gelogen zu haben. Die Stardust-Menschheit wurde von dem alten Lügner keineswegs aus purem Altruismus "in Sicherheit" gebracht und es war nie vorgesehen, dass diese Sicherheit ewig andauern sollte. ES hat die Menschen wie Figuren auf dem Schachbrett hin und her geschoben. Rhodan spielt wieder brav mit und gibt sich mit dunklen Andeutungen zufrieden. Geheimniskrämerei wegen angeblich notwendiger Geheimhaltung ist eine Sache, Lügen sind eine andere, würde ich sagen. Die Frage, woran ES denn nun eigentlich leidet, bleibt offen. Hat er sich mit seinen zwei allzu weit auseinander liegenden Machtzentren einfach nur übernommen? Oder steckt doch noch mehr dahinter? Wenn ES über einen auf Wanderer stehenden Polyport-Hof verfügt, warum schickt er dann nicht einfach Truppen seiner zahlreichen Hilfsvölker (und es muss ja wohl noch mehr davon geben als nur die Terraner) ins Polyport-Netz, um den Krieg auf genau dieselbe Weise zur Frequenz-Monarchie zu tragen, wie die es ihrerseits macht? Warum gewährt ES den Terranern keinen freien Zugang zu Wanderer und dem Hof? Warum kennt ES den Namen seines eigenen Chronisten nicht - und warum gibt es, wie im Roman angedeutet wird, mehrere davon? Ist Delorian tot?

Wir erfahren außerdem, dass die Hyperimpedanz schon öfter erhöht worden ist. Ich hatte so was ja schon mal vermutet. Anthuresta - das klingt nicht nur zufällig so wie "Anthurianer". Zweifellos wird jemand demnächst auf Spuren dieses Volkes stoßen. Und die müssen das Polyport-Netz vor sehr viel längerer Zeit erschaffen haben als bisher angenommen, vorausgesetzt es stimmt, dass die Frequenz-Monarchie es schon seit Jahrmillionen nutzt. Noch so ein Infoschnipsel: Alaska Saedelaere ist vor ca. 100 Jahren plötzlich verschwunden und erst vor kurzem wieder aufgetaucht, hat aber nicht verraten, wo er war und was er erlebt hat.

Der Roman enthält einen netten Brückenschlag zum MdI-Zyklus. Jetzt bewahrheitet sich eine Prophezeiung, die ES in einem der damaligen Hefte wirklich von sich gegeben hat. Ich finde es zwar nicht unbedingt nötig, dass im Perryversum immer alles mit allem zusammenhängen und irgendwann erklärt (und somit entmystifiziert) werden muss, aber diesmal ist der Effekt gut gelungen.

Übrigens warnt ES Rhodan noch vor den Kosmokraten. Die sind wohl "not amused" wegen des Verlusts der Ritteraura. Ich hatte mich schon gefragt, wann deswegen noch etwas folgen würde - bisher hat man annehmen können, Rhodans Opfer bleibe ohne Folgen.

J. Kreis, 20.12.2009


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