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Perry Rhodan Nr. 2516: Die Tauben von Thirdal



Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die NAUTILUS I nähert sich Thirdal, dem Planeten der Sternenhorcher. Dort sind die "verholzten Ahnen" der im Nukleus aufgegangenen Charandiden zurückgeblieben, und von ihnen erhoffen sich die Galaktiker Informationen über die aktuelle Lage in Andromeda. Ein Team landet mit einem Shift auf dem Planeten. Mit an Bord ist die Kolonialterranerin Francinn Teseus-Chan. Die junge Frau stammt vom Planeten Chonosso, einer zur Tarey-Bruderschaft gehörenden Welt, und hat eine Vorliebe für Zahlenmystik, terranische Geschichte - und vor allem für den Mausbiber Gucky, den sie seit frühester Jugend verehrt. Sie hat alles darangesetzt, mit ihm in den Einsatz gehen zu können. Gucky trägt's mit Fassung und führt sein Team am 22. Januar 1463 NGZ in den Dschungel Thirdals, wo nichts mehr von der Ruhe und dem Frieden zu bemerken ist, der vor ca. 150 Jahren dort geherrscht hat. Stattdessen ist die Natur in Aufruhr; verdauen und verdaut werden ist die Devise. Auch die Galaktiker werden attackiert und müssen sich gegen einen seltsamen Schmetterlingsschwarm zur Wehr setzen, der irgendwie die Gesetze der Kausalität umzukehren scheint und die Energie der Schutzschirme aufsaugt. Hier leisten Guckys Telekinetenkräfte und Francinns Katana gute Dienste.

Derweil wird die NAUTILUS von einem unerwartet aufgetauchten Raumer der Gaids zum Verlassen des Systems aufgefordert. Angeblich gilt es als Sperrgebiet. Natürlich kommen die Galaktiker der Aufforderung nicht nach. Prompt greifen die zu keinerlei Verhandlungen bereiten Gaids so stur an, dass die überlegene NAUTILUS mit Wirkungsfeuer antworten muss. Die angeschlagene Gaid-Walze baut eine Notlandung auf Thirdal, was nur durch den Einsatz der Traktorstrahler der NAUTILUS nicht in einer Katastrophe endet. Die Gaids machen sich sofort mit Antigravplattformen auf die Suche nach Guckys Team. Der Mausbiber schnappt sich den feindlichen Kommandanten und verhört ihn, bringt aber nur in Erfahrung, dass der Gaid sich selbst für entbehrlich hält, weil er im Moment seiner Entführung durch eine andere Person gleichen Namens ersetzt wurde. Er hat keine Ahnung, warum Thirdal als Sperrgebiet gilt.

Derweil hat Francinn ihren Kollegen, den Kamashiten Perme Umbrar, zur Einnahme von Third-Kraut überredet. Diese Pflanze ist seinerzeit von den Charandiden als Droge verwendet worden und steht im engen Zusammenhang mit ihrer Fähigkeit des "Verholzens". Tatsächlich erhält Umbrar unter dem Einfluss der Droge Kontakt zu den letzten Sternenhorchern, doch die bedrängen ihn auf mentalem Wege so stürmisch, dass er dadurch fast getötet wird. Gucky muss eingreifen. Auch er nimmt etwas von der psi-aktiven Droge ein. Da er parabegabt ist und einen Zellaktivator trägt, kommt er besser damit zurecht. Er bringt die Sternenhorcher dazu, Umbrar loszulassen. Er erfährt, dass die Sternenhorcher den größten Teil ihrer Fähigkeiten eingebüßt haben und außerdem die Natur Thirdals nicht mehr im Zaum halten können. Durch den Kontakt mit Umbrar und Gucky wurden sie noch einmal aus ihrer Resignation und Lethargie gerissen. Sie zeigen dem Mausbiber, was sie zuletzt noch von Andromeda wahrnehmen konnten. So erfährt Gucky von der Existenz eines Netzes, das die Galaxie wie eine Melodie durchzieht und 20 "hellere Töne" enthält. Es gibt eine Art Knoten in diesem Netz, das Gucky in der Form eines dunkelfeurigen, über alle Frequenzen schwingenden Himmelsrades wahrnimmt.

Die Sternenhorcher wünschen sich, dieses Gebilde zu erreichen. Gucky ermöglicht es ihnen, indem er einen Teil seiner Mentalsubstanz zur Verfügung stellt. Er ist bereit, seinen Körper zurückzulassen und ihnen dorthin zu folgen, doch soweit kommt es nicht. Guckys Gefährten versetzen ihn ins Koma und fliehen mit dem Shift zur NAUTILUS, die das System sofort verlässt, denn die Gaids haben Verstärkung herbeigerufen. Während des Fluges nach Chemtenz tobt Gucky einen Tag lang im Drogenrausch durch das Schiff und stellt allerlei Unsinn an - am nächsten Tag hat er einen gewaltigen Kater.

Kommentar:

Netter Roman - ich mag Gucky und habe nichts dagegen, wenn er wie diesmal zu Scherzen aufgelegt ist. Leo Lukas zieht sich aber auch ganz gut aus der Affäre, denn er lässt die Frage offen, ob Gucky wirklich gern herumalbert, oder ob er nur eine Rolle spielt, um z.B. die Erwartungen seiner Verehrerin zu erfüllen. Als er dann am Ende noch mal so richtig aufdreht, ist er ja ziemlich zugedröhnt, also kann man auch das OK finden. Francinn mit ihrem Groupie-Gehabe und der ständig irgendwelche grausigen Volkslieder grölende Cheforter der NAUTILUS sind vielleicht etwas "over the Top", aber man muss sich das alles mal bildlich vorstellen... Lukas tritt fast schon in die Fußstapfen von H.G. Ewers, denn er lässt sogar den kamashitischen Erbgott Lullog noch einmal erscheinen, wenn auch nur im Drogenwahn des gar nicht mit den Lokoshans verwandten Perme Umbrar.

Von den verholzten Ahnen der Charandiden haben wir zuletzt in Frank Böhmerts Andromeda-Taschenbuch Die Sternenhorcher etwas gelesen. Ich erinnere mich nicht mehr genau und habe keine Lust nachzuschlagen, aber ich war eigentlich davon ausgegangen, dass alle Charandiden (auch die Ahnen) im Nukleus aufgegangen sind. War es nicht sogar so, dass die "Verholzten" zuerst die Bewusstseinsinhalte der "Munteren" aufgenommen und sich danach mit dem Nukleus vereinigt haben? Vielleicht erinnert sich ja jemand von euch genauer und kann mir diese Frage beantworten.

Auch weiß ich nicht, was Frank Böhmert davon halten würde, dass Leo Lukas seine Schöpfung, die Welt Thirdal, etwas ungnädig behandelt. Von der damaligen Hippie-Kommune ist jedenfalls nichts mehr übrig, stattdessen ist der Planet zu einem ziemlich ungemütlichen Ort geworden. Wenigstens gibt es für die Sternenhorcher Grund zur Hoffnung auf eine bessere Existenz - vorausgesetzt, dass dieses merkwürdige Phänomen, zu dem Gucky sie teleportiert hat, positiver Natur ist. Es könnte ja auch in irgendeinem Zusammenhang zur Frequenz-Monarchie stehen. Der Untertitel des Romans lautet: "Einsatz auf dem Planeten der Sternenhorcher - an der Schwelle zur schwarzen Gnade". Schwarze Gnade - der Begriff kommt im Roman so nicht mehr vor, aber damit ist natürlich das "Himmelsrad" gemeint, das die Sternenhorcher Gucky zeigen. Ich habe keine Ahnung, was es damit auf sich haben könnte. Angesichts der Art und Weise, wie der Gaid-Kommandant von sich und seinem Nachfolger spricht, könnte man auf die Idee kommen, man habe es mit Duplos zu tun. Was bitte ist denn da los in der Nachbargalaxie?

Übrigens tritt in diesem Roman genau das ein, was ich letzte Woche bei der Lektüre der Castor'schen Datensammlung erwartet habe: Die anderen Autoren übernehmen dieses Technobabble fast wörtlich. Leo Lukas belässt es zum Glück bei einzelnen kurzen Abschnitten, in denen die technischen Daten der NAUTILUS aufgelistet werden.

J. Kreis, 08.11.2009


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