Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2511
Weiter zu Nr. 2513


Perry Rhodan Nr. 2512: Die TRAITOR-Marodeure



Autor: Christian Montillon

Inhalt

Die Terminale Kolonne hat sich im Jahre 1347 NGZ aus den Galaxien der Lokalen Gruppe zurückgezogen. Die ganze Terminale Kolonne? Nein! Einzelne Schiffe, Stationsbesatzungen usw. wurden aus verschiedenen Gründen zurückgelassen: Manche sind desertiert, andere wurden einfach vergessen. Die meisten Zurückgelassenen haben sich zusammengeschlossen und nutzen zwei Planeten in der Milchstraße, deren Koordinaten außer ihnen niemand kennt, als Basis für Raubzüge. Da diese TRAITOR-Marodeure sich auf Jagdgebiete abseits der großen Handelsrouten beschränken, ist bisher noch keiner der mächtigen galaktischen Staaten militärisch gegen sie vorgegangen. Andere in der Milchstraße zurückgebliebene Traitoristas haben nichts mit den Marodeuren zu tun; sie wollen nur in Frieden leben und wurden teilweise in die Bevölkerung verschiedener Planeten integriert. Es gibt jedoch eine Gruppe von Galaktikern, die alle ehemaligen Angehörigen der Terminalen Kolonne erbarmungslos verfolgt: Die TRAITOR-Jäger. Da sie den galaktischen Frieden mit ihren Überfällen stören, beschäftigt sich die USO mit dem Problem. Der Geheimdienst agiert seit dem 1. Januar 1350 NGZ im Auftrag des Galaktikums und ist nur diesem Gremium Rechenschaft schuldig. Niemand weiß, wer die TRAITOR-Jäger sind. Man vermutet lediglich, es könne sich um Akonen handeln, die sich für die Kabinettisierung Drorahs rächen wollen.

Ronald Tekener, neuer Stellvertreter des USO-Lordadmirals Monkey, unternimmt Mitte Januar 1463 NGZ den Versuch, friedlich auf dem zum Dron-Imperium gehörenden Planeten Zorbar II lebende Mor'Daer und Ganschkaren vor den TRAITOR-Jägern zu beschützen und gleichzeitig einige von letzteren in die Hände zu bekommen, um mehr über ihre Stützpunkte herauszufinden. Den Hinweis auf eine bevorstehende Aktion der TRAITOR-Jäger auf Zorbar II hat die USO vom Agenten Noah Kelch erhalten, der jetzt jedoch verschwunden ist. Tekener führt eine Gruppe von Mikro-Bestien in den Einsatz, doch der Schlag gerät zum Debakel. Die TRAITOR-Jäger können entkommen, durch einen Gleiterabsturz kommt es zu katastrophalen Schäden in einer Dron-Siedlung und nur wenige Geiseln können gerettet werden. Danach begibt sich Tekener zum Planeten Adeksion. In der Maske eines reichen Lebemannes setzt er dort seine spielerischen Fähigkeiten ein, um die Aufmerksamkeit eines Überläufers aus den Reihen der TRAITOR-Marodeure auf sich zu lenken, mit dem Kelch Kontakt gehabt haben soll. Die USO hofft, von dem Überläufer die Position der Geheimplaneten der TRAITOR-Marodeure zu erfahren.

Am 17. Januar trifft Tekener sich mit einem Wesen, das sich zunächst als Terranerin namens Catalina ausgibt, dann aber seine wahre Identität offenbart. Es ist ein Koda Aratier - ein Gestaltwandler der Terminalen Kolonne und nach eigener Aussage der letzte seiner Art in der Milchstraße. Das Wesen ist bereit, die Verstecke der TRAITOR-Marodeure preiszugeben und die Freilassung Kelchs zu bewirken, falls die USO sich bereiterklärt, eine vom Galaktikum abgesegnete Integration aller ehemaligen Angehörigen der Terminalen Kolonne in die Völkergemeinschaft der Milchstraße zu fördern und eine Generalamnestie anzustreben. Angeblich ist das der Wunsch der Mehrzahl aller ehemaligen Traitoristas, denn 116 Jahre nach dem Abzug der Terminalen Kolonne lebt schon die zweite und dritte Generation der Nachgeborenen in der Milchstraße. Nur noch wenige hoffen immer noch auf die Rückkehr TRAITORS. "Catalina" hat noch ein weiteres Angebot zu machen. Der Koda Aratier ist im Besitz eines Geräts, das eindeutig zum Technologie-Fundus der Kosmokraten oder zumindest der Mächtigen gehört.

Tekener ist nicht abgeneigt, aber plötzlich erscheinen TRAITOR-Marodeure, die den Verräter verfolgt haben. Sie erschießen ihn und nehmen Tekener gefangen, um Lösegeld von der USO zu erpressen. Es gelingt dem Smiler jedoch, seine Geheimausrüstung zu aktivieren, so dass Senego Trainz seinen Standort anpeilen und ihn mit einer Gruppe von Mikro-Bestien befreien kann. Gefangene können nicht gemacht werden, denn die TRAITOR-Marodeure töten sich lieber selbst, als der USO in die Hände zu fallen. Dennoch ist die Aktion erfolgreich, denn Agent Kelch wird lebend aufgefunden und auch das von "Catalina" angebotene Artefakt wird sichergestellt. Quin-Tech Arinu Quhim untersucht das Beutestück. Lordadmiral Monkey hat jedoch schon von Reginald Bull erfahren, was es mit diesem kleinen Gerät auf sich hat: Es ist ein Controller der Klasse A, mit dem man Polyport-Höfe steuern kann. Die TRAITOR-Marodeure haben den Controller von den Dron erbeutet. Diese wiederum führen Krieg gegen die Hasproner. Das lässt den Schluss zu, dass es bei diesem Konflikt um einen weiteren Polyport-Hof gehen könnte.

Auch auf Terra ereignet sich Seltsames. Homer G. Adams weilt gerade zu Vertragsverhandlungen mit der Whistler-Company im Residenzpark, als eine Art Goldener Funkenregen erscheint, der seine Farbe verliert und sich zu einem materiellen Gebilde zusammenklumpt. Das Objekt verschwindet zwar schnell wieder, aber Adams glaubt, das Gesicht Betty Toufrys erkannt zu habenů

Kommentar:

Es ist vermutlich kein Zufall, dass Ronald Tekener in diesem Roman ein so genanntes "klassisches Agenten-Abenteuer" erlebt, bei dem er in einem Luxushotel logiert, mit Geld nur so um sich wirft und wichtige Kontakte am Spieltisch herstellt. Denn fast auf den Tag genau vor 40 Jahren ist Atlan-Heftroman Nr. 1 erschienen. Inhalt dieses Romans und der folgenden Hefte waren Geschichten nach genau diesem Strickmuster. Und Hauptperson war Ronald Tekener, der in diesem Roman seinen allerersten Auftritt im Perryversum hatte. In die PR-Serie ist er erst später übernommen worden. Betrachten wir den vorliegenden Roman mal als Reminiszenz an diese alten Zeiten, denn Agentenromane dieser Art kann man heute eigentlich nicht mehr schreiben, zumindest möchte ich so etwas nicht mehr lesen. Solche Eskapaden wirken eher lächerlich. Merkwürdig erfolglos agiert die USO ja sowieso in diesem Roman. Hat sie nicht mehr aufzubieten als Tekener, ein paar Mikros und einzelne Kampfgleiter? Der "alten" USO wäre eine solche Schlappe wie die ihrer Nachfolge-Organisation auf Zorbar II wohl eher nicht unterlaufen.

Ich finde es gut, dass TRAITOR auch im neuen Zyklus noch wenigstens eine kleine Rolle spielt. Es ist immer schade, wenn wesentliche Handlungselemente früherer Zyklen bei deren Ende einfach weggewischt werden und dann nie wieder eine Rolle spielen. Diesmal verbleibt immerhin eine "Altlast", mit der man sich wird beschäftigen müssen und die auch einiges an Zündstoff in sich birgt. Allerdings muss ich kritisch anmerken: Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Organisation wie die Terminale Kolonne, die doch (wie immer wieder betont wurde) gar so sehr auf absolut effiziente Ressourcenverwertung achtet, ganze Raumschiffe oder Stationsbesatzungen einfach vergisst. Deserteure - OK, das kann man sich schon eher vorstellen. Gehen wir einfach davon aus, dass die Niederlage in der Lokalen Gruppe eine so traumatische Erfahrung für TRAITOR war, dass der Rückzug nicht geordnet verlaufen ist, sondern eher den Charakter einer hastigen Flucht hatte. Dabei können dann schon mal ein paar Sachen oder Personen "verloren gehen".

In diesem Roman wird wieder eine wichtige Information nur angedeutet: Roi Danton ist mit der SOL auf "große Fahrt" gegangen, so dass Tek seine Nachfolge antreten konnte. Was ist das für eine "große Fahrt"? Welche Mission erfüllt die SOL jetzt? Zugegeben: So was steigert das Interesse des "Altlesers", aber es wäre schon schön, wenn allmählich mal mehr "Butter bei die Fische" getan werden würde, was die zeitliche Lücke zwischen dem alten und dem neuen Zyklus angeht.

Ansonsten habe ich noch ein paar Beckmessereien zu bieten. Der Roman offenbart nämlich eine typisch Montillon'sche Schwäche: Er weiß manchmal nicht, worüber er schreibt. Beispiele: Als Tek sich mit seinem Gefängniswärter über die Mentalstabilisierung unterhält, spricht der TRAITOR-Marodeur davon, dass die entsprechenden Hirnbereiche lahm gelegt werden könnten und dass man die Mentalstabilisierung durchbrechen könne. Das ist Unsinn. Bei der Mentalstabilisierung werden Nervenbahnen durchtrennt. Es gibt keinen Bereich im Gehirn eines Mentalstabilisierten, der diesen gegen Telepathie, Hypnose usw. immun macht und nichts, was "durchbrochen" werden könnte. Bei der Befreiung gibt Senego Trainz Tek einen Handstrahler und wirft anschließend eine Tasche auf den Boden, der einen zusammengefalteten Schutzanzug für den Terraner enthält. Tja. Da hat die nur 20 Zentimeter große Mikro-Bestie also entweder eine Waffe mit sich herumgeschleppt, die mindestens genauso groß war wie sie selbst, dazu dann noch eine Tasche, die sogar erheblich größer sein muss, oder Tek musste die Knarre mit sehr spitzen Fingern anfassen und sich in eine hauchdünne Körperfolie zwängenů Ich stelle mir gerade vor, wie Senego Trainz in den Einsatz geht: Schwer bepackt wie ein Muli, Rucksack mit dem Strahler auf dem Rücken, die Tasche mit dem Anzug so vor die Brust geschnallt, dass er nicht drüber weggucken kann - kein Wunder, dass da kein TRAITOR-Marodeur gefangen genommen werden konnte!

J. Kreis, 10.10.2009


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2511
Weiter zu Nr. 2513