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Perry Rhodan Nr. 2508: Unternehmen Stardust-System



Autor: Uwe Anton

Inhalt

Am 13. November 1346 NGZ, dem Tag des Erlöschens der Teletrans-Weiche, erledigt Lotho Keraete insgeheim eine letzte Aufgabe im Stardust-System, bevor er zu einer anderen, gefährlicheren Mission aufbricht: Er sabotiert die drei noch nicht montierten VARIO-1000-Roboter des TLD.

Gut ein halbes Jahr später, am 25. Juni 1347 NGZ, erhält der für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählte Administrator Timber F. Whistler Besuch von dem TLD-Agenten Duncan Legrange. Whistler hat gerade die konstituierende Sitzung von Parlament und Regierung der Stardust-Menschheit hinter sich gebracht und festgestellt, dass die Realität des politischen Alltags möglicherweise doch nicht das ist, was er sich für seine Zukunft ersehnt hat. Seine schärfste Konkurrentin, die Oppositionsführerin Rabea Furtok, hat ihm schon in der Debatte über die Namensgebung für verschiedene Institutionen gezeigt, dass er mit hartem Widerstand selbst in Detailfragen zu rechnen hat. Whistler hat durchgesetzt, dass der geplante Regierungssitz den Namen "Zeus Tower" erhalten wird, die Administration soll "Stardust Alpha" heißen. Furtok hat die Bezeichnungen "Stardust Intelligence Agency" (SIA) für den Geheimdienst und "Interstellar Bureau of Investigation" (IBI) für die Bundespolizei durchgedrückt. Legrange, der sich mehr der Stardust-Menschheit verpflichtet fühlt als der LFT, berichtet Whistler von der Existenz der VARIO-1000-Roboter. Alle drei, so erfährt Whistler zwei Tage später von Echnatom, sind nach der Montage "durchgedreht" und mussten vernichtet werden. Legrange gewinnt Whistlers Vertrauen und wird zum Sonderbeauftragten der Administration ernannt.

Der Aufbau der Städte für die 804 Millionen Auswanderer (zu denen 2,2 Millionen nichtmenschliche Wesen gehören) auf den Planeten und Monden des Stardust-Systems schreitet weiter voran. Viele Menschen beteiligen sich an der Jagd nach den von ES versteckten Zellaktivatoren. Anfang Juli 1347 NGZ erfährt Whistler von Maximilian Lexa, einem Mitarbeiter des Teams, das die Stardust-Nadel erforscht, dass sich in dieser Struktur ortungsgeschützte Hohlräume verbergen. Lexa ist der zweite von drei im Stardust-System eingesetzten TLD-Agenten und hat die gleiche Entscheidung getroffen wie Legrange. Auch er ist der Meinung, dass sich die Stardust-Menschheit eigenständig und unabhängig von der LFT weiterentwickeln muss. Als Whistler sich persönlich vor Ort umsieht, löst sich eine Materieprojektion vor ihm auf. Eine holographische Botschaft erscheint, die mit jener des ersten Galaktischen Rätsels identisch ist, außerdem sind 1000 Symbole, Piktogramme usw. zu sehen, bei denen es sich um Rätsel für die Jäger nach der Unsterblichkeit handelt. Ein System aus Stollen und Hallen wird zugänglich, das leer zu sein scheint - bis auf acht Käfigtransmitter, die (wie angenommen wird) zu einem Netz aus 4096 im ganzen System verteilten Transmittern gehören. Whistler begreift, dass es nicht leicht sein wird, die beiden Zellaktivatoren zu finden...

Da die Versorgungslage im Stardust-System sich allmählich stabilisiert, kann am 5. Juli 1347 NGZ ein neues Projekt in Angriff genommen werden: Die FARAWAY I, ein Schlachtkreuzer der MARS-Klasse, bricht zur ersten Langstrecken-Erkundung in die Randgebiete des Sternhaufens Far Away auf. Expeditionsleiter ist Duncan Legrange, Maximilian Lexa ersetzt die bisherige Pilotin des Kreuzers. Kommandant des Schiffes ist Rikoph Furtok, Rabea Furtoks Sohn. Somit sind Spannungen an Bord vorprogrammiert. Das Missionsziel scheint einfach zu sein: Man will herausfinden, was sich jenseits der gedachten Barriere befindet, die bisher jegliche Fernortung über den Rand des 200 Lichtjahre durchmessenden Kugelsternhaufens hinaus verhindert hat. Als die FARAWAY sich ca. 100 Lichtjahre weit vom Stardust-System entfernt hat, muss die Besatzung erkennen, dass die Barriere durchaus real ist. Alle Ortungen (auch die normaloptische Beobachtung) versagen und der Überlichtflug wird durch einen unbekannten Einfluss solange abgebremst, bis das Schiff auf Sublicht gehen muss. Auch die unterlichtschnelle Fahrt wird bis zum Stillstand des Schiffes aufgezehrt, obwohl alle Antriebssysteme auf Überlast laufen. Die FARAWAY steckt somit in einer Barriere fest, die den Namen "Sextadim-Schleier" erhält. Das Schiff kann sich erst befreien und umkehren, als die Antriebsaggregate der Beiboote auf die Hülle montiert werden. Die FARAWAY kehrt unverrichteter Dinge ins Stardust-System zurück. Immerhin wurde die Erkenntnis gewonnen, dass die Stardust-Menschheit den Kugelsternhaufen nicht verlassen kann - jedenfalls nicht auf herkömmlichem Wege.

Auf Katarakt siedeln sich viele Glücksjäger im Bereich der Immateriellen Stadt Prymtuor an, aus ihnen werden später die Propheten der Städte. Andere widmen sich der Erforschung der Ruinen, die auf Katarakt entdeckt wurden. Ein Archäologenteam gräbt auf der Großinsel Candall die Stadt Marirthorn aus und entdeckt ein im Gestein eines Tafelberges konserviertes Fossil, das einem Buckelwal ähnelt. Huslik Valting, ein Kolonialterraner vom Planeten Cyrglar, gehört zu diesem Team. Während eines Sturms Anfang Juli 1347 NGZ stürzt sein Schweber ab, das Basislager wird zerstört. Valting ist schwer verletzt und liegt im Sterben, daher hält er die Stimmen, die er hört, zunächst für Einbildung. Dann hat er eine Vision der Insel Talanis und findet sich in einem Pavillon voller Schmetterlinge wieder. Als er wieder zu sich kommt, sieht er eine goldene Leuchterscheinung, die sich in unzählige Funken auflöst. Diese dringen in ihn und seine verschütteten Kameraden ein und heilen sie. Mit neuer Energie erfüllt (er fühlt sich geradezu verjüngt) entdeckt Valting eine Höhle, in der ein Käfigtransmitter steht. Er benutzt ihn und wird in den Pavillon aus seiner Vision versetzt. Dort hört er jenes Gelächter, das Menschen sofort mit der Superintelligenz ES assoziieren, aber es ist kein amüsiertes Lachen - es klingt eher verzweifelt. Vor Angst erfüllt flieht Valting durch den Transmitter. Bei seiner Rückkehr erfährt er, dass über ein Jahr vergangen ist...

Kommentar:

Ich habe eine Idee: Tun wir doch einfach so, als hätte es die letzten acht eher sinnlosen Romane gar nicht gegeben. Bilden wir uns ein, dies sei der Jubiläumsband 2500 und der neue Zyklus beginne erst jetzt. Denn ungefähr so hatte ich mir den Zyklusbeginn vorgestellt!

Endlich wird die Handlung also an den Schauplatz verlegt, dessen Namen der Zyklus trägt. Endlich sind wir im Stardust-System angekommen - aber Perry Rhodan noch nicht. Stattdessen gibt es eine Rückblende auf die Geschehnisse seit der Wahl Timber F. Whistlers zum Administrator. Wer die Vorgeschichte genauer kennen möchte, dem sei die Lektüre der PR-Romane 2436 bis 2439 sowie der PR-Extras Nr. 7 und Nr. 8 ans Herz gelegt. Notfalls tun es vielleicht auch meine Handlungszusammenfassungen. Wer diese Romane nicht kennt, wird durch mehrere eingeschobene Rückblick-Kapitel in Form einer fiktiven Stardust-Chronik informiert. Das ist für Neuleser notwendig, und auch Altleser, die die genannten Romane schon kennen, werden nicht gelangweilt, weil einige neue Informationen und Ausblicke auf künftige Entwicklungen geliefert werden. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Widerspruch. So heißt es jetzt z.B., Whistler sei Spitzenkandidat der Arbeitsgemeinschaft Lokaler Friede. Die entsprechenden Kapitel in PR-Extra 8 hatte ich so verstanden, dass er auf eigene Faust kandidiert hat. Darüber kann man aber hinwegsehen, genauso wie über die Vorliebe der Autoren für englische Begriffe - "SIA" und "IBI" hätten nun wirklich nicht sein müssen.

Das Stardust-System war für mich der interessanteste Schauplatz des vergangenen Zyklus und die Stardust-Menschheit ist mir inzwischen so sehr ans Herz gewachsen, dass ein Roman, der ihre Weiterentwicklung schildert, für mich gar nicht langweilig sein kann. Ich mag einfach diesen Pioniergeist, die Erkundung eines ganz neuen, teilweise noch ziemlich geheimnisvollen Umfelds und auch die Alltagsprobleme auf den neuen Welten. Der Roman hat mehrere Handlungsebenen, deren Wechsel für manchen Cliffhanger sorgt, und vermittelt wenigstens eine Andeutung jenes "Sense of Wonder", den ich in PR 2500 schmerzlich vermisst habe. Tja, und was soll ich sagen: Obwohl im ganzen Roman kein einziger Schuss fällt, keine brutalen Gewaltdarstellungen zu finden sind und keine artistischen Kunststückchen zelebriert werden, ist er von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Warum also konnte der Zyklus nicht mit diesem Heft beginnen?

Uwe Anton macht es aber auch wirklich geschickt: Wenn eine Frage beantwortet wird, werden gleich ein paar neue aufgeworfen. Zum Beispiel hatte ich mich gefragt, welchen Sinn die Stardust-Nadel eigentlich hat. Jetzt wissen wir es: Sie ist offenbar der Ausgangspunkt des Zweiten Galaktischen Rätsels - aber dieses Rätsel ist noch lange nicht gelöst. Auch kann man sich fragen, was es mit der verschwundenen Zivilisation auf sich hat, die es irgendwann auf Katarakt gegeben haben muss, oder was sich außerhalb des Sternhaufens Far Away befinden mag. Und nicht zuletzt steht die bange Frage im Raum, was denn nun schon wieder mit ES los ist. Zunächst mal darf man sich darüber wundern, dass die Superintelligenz es für nötig hält, LFT-Eigentum zu zerstören. Gemeint sind die VARIO-1000-Roboter. Machenschaften der Superintelligenz dieser Art irritieren mich mehr und mehr, Keraetes Vorgehensweise bei der "Evakuierung" der Menschen ins Stardust-System fand ich auch schon zumindest fragwürdig. Ich habe immer noch keine Idee, welche Absichten ES mit alldem wirklich verfolgen mag. Dass es nur darum ging, zumindest einen Teil der Menschheit vor TRAITOR in Sicherheit zu bringen, können wir ja wohl abhaken. Und dann das merkwürdige Erlebnis des Archäologenů Befindet sich Talanis im Sternhaufen Far Away? Warum ist ES verärgert oder verzweifelt, als Valting dort ankommt? Der Sternhaufen scheint von ES in ein Schleierfeld gehüllt worden zu sein, das jenem gleicht, welches Keraete bei seiner Geheimmission verwendet. Die Leuchterscheinung, von der Valting geheilt wird, ähnelt verblüffend dem letzten Gruß der BATTERIE in PR 2499...

Whistlers Ärger, als er von der Existenz der VARIOS erfährt, ist zwar verständlich, aber es ist ja nun nicht so, dass die LFT die Kolonisten am Gängelband halten will. Wäre es so, dann hätte Bull das durch die Entsendung von Truppenkontingenten sicherstellen können. Das Verhältnis der Stardust-Menschheit zur LFT scheint mir noch nicht so richtig geklärt zu sein. Das birgt Konfliktpotential - mal sehen, welche Art von Empfang Perry Rhodan zuteil wird, wenn er im Stardust-System ankommt!

Das Stardust-System bietet nach wie vor Stoff für faszinierende Geschichten. Jetzt kann ich nur hoffen, dass es auf diese Weise weitergeht, d.h. dass dieses Potenzial auch weiterhin genutzt wird. In diesem Roman ist das jedenfalls definitiv geschehen!

J. Kreis, 14.09.2009


Gastkommentare


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Gastkommentar von holger (01.12.2009):

"Alle drei, so erfährt Whistler zwei Tage später von Echnatom, sind nach der Montage durchgedreht und mussten vernichtet werden."

Stimmt so nicht ganz. Echnatom wird von Whistler informiert, und bezüglich der Vernichtung der beiden anderen Varios ist das eine bewusste Falschinformation (Originalzitat: "Whistler bluffte").
Es ist unwahrscheinlich, dass ES die Varios aus dem Weg haben wollte. Dass einer von denen (dessen Vernichtung durch die Auffindung der Überreste halbwegs gesichert ist) durchdrehte, ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Lotho Keraete bei der Manipulation des dritten Varios unterbrochen wurde.



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