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Perry Rhodan Nr. 2505: Der Polyport-Markt



Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Der Polyport-Hof PERISTERA ist eine Raumstation mit der gleichen Grundform wie GALILEO, doch diese Form verschwindet fast unter unzähligen An- und Aufbauten. Ein Vielvölkergemisch hat den um einen Doppelstern kreisenden Hof offenbar schon vor langer Zeit mit Beschlag belegt und nutzt ihn als Warenumschlagplatz. Tatsächlich ist PERISTERA die einzige Freihandelszone in Kyon Megas und dient gleichzeitig vielen Gestrandeten, die vor den in Diktyon tobenden Kriegen geflohen sind, als letzte Zuflucht. Unzählige Schiffe wimmeln um die Station herum, aber MIKRU-JON kann keine Anzeichen für Aktivitäten der Frequenz-Monarchie feststellen. Der Hof selbst scheint inaktiv zu sein. Rhodan muss sich bei einem Lotsen verschulden, um eine Landeerlaubnis für das Schiff zu erhalten. Sollte er die ausgehandelte Summe nicht binnen zweier Tage aufbringen können, wird MIKRU-JON in den Besitz des Lotsen übergehen. Immerhin befindet sich MIKRU-JONS Landeplatz genau im Zentrum der Kuppel, unter der sich die Transfer-Kamine befinden. Das Schiff zeigt ein merkwürdiges Interesse an PERISTERA, geizt aber wieder einmal mit näheren Informationen.

Perry Rhodan und Mondra Diamond sehen sich ein wenig um. In der Freihandelszone scheinen die Toyken das Sagen zu haben. Diese Wesen, die an aufrecht gehende Wildschweine erinnern, stellen das Sicherheitspersonal des aus dem gleichen Volk stammenden Marktleiters Ulocco Lo'tus, der MIKRU-JONS Ankunft neugierig verfolgt. Ein spezieller gutartiger Tumor in seinem Gehirn ermöglicht ihm emotionsloses Denken und erhöht seine geistige Kapazität enorm. Er findet heraus, dass MIKRU-JON ein Schiff der Halbspur-Changeure ist, und dass die jetzige Besatzung des Schiffes nicht zu diesem Volk gehört. Er beschließt, sich das Schiff anzueignen. Davon ahnen Rhodan und Mondra nichts, als sie versuchen, die Aufmerksamkeit des Marktleiters auf sich zu lenken, um von ihm mehr über den Polyport-Hof zu erfahren. Ihre Versuche, den Hof mit den A-Controllern zu aktivieren, waren bisher erfolglos, und es muss ihnen irgendwie gelingen, ins Innere der Raumstation vorzudringen.

Während Rhodan und Tolot weiter mit den Controllern experimentieren, geht Mondra auf Erkundung. Sie will versuchen, das benötigte Geld aufzutreiben und findet auch bald Arbeitgeber: Sie verdingt sich als Beschützerin der Wagokos. Diese harmlosen, waschbärenähnlichen Wesen versuchen seit geraumer Zeit, Waren aus ihrem Schiff zum Markt zu transportieren, werden dabei aber immer wieder von Marktwächtern abgefangen. Dabei werden stets einige der Waren "konfisziert", so dass die Wagokos kaum noch Gewinne erzielen können. Mit ihrer überlegenen Ausrüstung und ihrer Kampferfahrung kann Mondra einen Transport sicher zum Ziel führen und die Marktwächter abwehren. Als deren Anführer sich bei Ulocco Lo'tus beschwert, sieht dieser seine Chance gekommen. Er erlaubt den Wächtern den ansonsten verbotenen Waffeneinsatz. So wird der zweite Transport, den Mondra anführt (nachdem sie ihren ersten Erfolg ausgiebig mit den Wagokos gefeiert hat), zum Debakel. Einige Wagokos werden getötet, Mondra wird verhaftet. Rhodan, Tolot und Ramoz machen sich auf, sie zu befreien. Nichts und niemand kann den Haluter aufhalten, und Ramoz hat Mondras Witterung aufgenommen. Doch als die drei Mondras Zelle erreichen, hat die ehemalige TLD-Agentin sich bereits selbst befreit - sie ist spurlos verschwunden. Da erscheint Ulocco Lo'tus mit Söldnern und schwerem Geschütz…

Kommentar:

Vorgestern habe ich von Robert Feldhoffs Tod erfahren. Feldhoff war wohl schon seit längerer Zeit schwer krank und konnte seiner Arbeit als Exposé-Autor nicht mehr nachkommen. Vielleicht ist das ja die Erklärung für die Orientierungslosigkeit, die derzeit meiner Meinung nach in der PR-Serie herrscht? Wenn ja, dann wird dadurch erst so richtig klar, welch große Leistung Feldhoff immer erbracht hat. Ob sich wohl jemand findet, der diese Last schultern kann?

Zum Roman gibt's nicht viel zu sagen: Es ist ein typischer Thurner mit dem üblichen farbenprächtigen Szenario, vollgepackt mit bizarren Fremdwesen und absonderlichen Typen. Die Toyken erinnern stark an die Schergen Jabbas in Die Rückkehr der Jedi-Ritter und bei den Wagokos scheinen die Ewoks aus dem gleichen Film Pate gestanden zu haben. Egal: Thurner schildert alles so plastisch und macht die Wagokos zu so sympathischen Figuren, dass man sich gut unterhalten fühlen kann. Ein paar köstliche kleine Szenen wie die, in der Icho Tolot zum Entsetzen eines Gegners dessen Strahlengewehr einfach verspeist, runden das Ganze ab.

Leider enthält der Text sehr viele Fehler. Ob Uloccos "gutmütiger" Tumor Absicht oder auch zu den Fehlern zu zählen ist (ich vermute, Thurner meinte "gutartig"), kann ich nicht einschätzen. Störender als diese kleinen Schwächen empfinde ich die Aktionen unserer Helden. Immer mehr kommt es mir so vor, als solle wieder zu der "guten alten Zeit" zurückgekehrt werden, in der PR und seine Freunde immer wieder die unglaublichsten Erfolge mit waghalsigen Husarenstückchen hatten. Ich bin jedoch gelinde gesagt irritiert - vor allem wegen Mondras Vorgehensweise. Sie scheint brutale Gewalt für einen gangbaren Weg zu halten und denkt sich nichts dabei, sich in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen, und dabei irgendwelche Lebewesen zu verletzen und zu verstümmeln. Beim Kampf gegen die Söldner, die die Wagokos angreifen, hätte sie auch jemanden töten können. Sie konnte überhaupt nicht beurteilen, was da vor sich geht oder auf wessen Seite sie sich schlägt. Prompt führt die von ihr ausgeübte Gewalt zu noch mehr Gewalt, und so gibt sie Ulocco genau den Vorwand, den er braucht, um sich MIKRU-JON unter den Nagel zu reißen. Rhodan und Tolot haben dann auch keine bessere Idee, als mit der Holzhammer-Methode dreinzuschlagen. Das passt alles nicht zu diesen Figuren. Inkonsistenzen dieser Art habe ich noch nie gemocht, im laufenden Zyklus werden sie aber geradezu zur Regel.

J. Kreis, 23.08.2009


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