Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2502
Weiter zu Nr. 2504


Perry Rhodan Nr. 2503: Die Falle von Dhogar



Autor: Andreas Eschbach

Inhalt

Reginald Bull hat das Kommando über die Truppen und Wissenschaftler, die in ITHAFOR Dienst tun, dem im Sternhaufen Dhogar gelegenen Distribut-Depot. Am 13. Januar 1463 NGZ meldet Milton DeBeer, dass der Polyport-Funk unter Kontrolle gebracht werden konnte, so dass nun auch gesendet werden kann. Bull ruft zunächst NEO-OLYMP, den Polyport-Hof im Stardust-System, dann schickt er Perry Rhodan eine Botschaft im Morsecode. Es kommt jedoch keine Antwort - außerdem sind inzwischen alle Notrufe verstummt. Im Funknetz herrscht gespenstische Stille.

Zur gleichen Zeit ist Frequenzfolger Sinnafoch, mit 24 DC-Schlachtlichtern aus der Nachbargalaxie Andromeda kommend, unterwegs nach ITHAFOR, um die Station zurückzuerobern und die erlittene Schmach zu tilgen. Sein Flaggschiff ist die CARLUZ, und wie alle DC-Schlachtlichter gleicht sie einem 1650 Meter durchmessenden, 820 Meter hohen, symmetrisch geschliffenen Rubin, der in Äquatorhöhe von einer mit rotem Licht erfüllten Nut umgeben ist. Diese Schiffe bestehen aus aufgeladener Formenergie und sind - so glaubt Sinnafoch - allem überlegen, was andere Völker im Zeitalter der vierten Hyperdepression aufbieten können. Als er am 14. Januar in der Nähe ITHAFORS ankommt, beobachtet er, wie 36 Kampfschiffe eines Volkes erscheinen, das er noch nicht kennt. Es sind Arkoniden, und ihr Befehlshaber, der Keon'athor Rokulon, bietet Bull im Auftrag Bostichs Unterstützung durch seine GWALON-Schlachtschiffe an. Obwohl Bostich dieses Angebot in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Neuen Galaktikums macht, und nicht etwa als Imperator des arkonidischen Imperiums, lehnt Bull auf ziemlich undiplomatische Weise ab. Er versichert, die LFT habe keine Hilfe nötig, und untermauert diese Behauptung durch eine kleine Demonstration: 120 Schlachtschiffe der APOLLO-Klasse und 20 JUPITER-Ultrariesen deaktivieren ihre Paros-Schattenschirme. Die Arkoniden ziehen sich daraufhin zurück.

Sinnafoch ist froh, nicht in die Falle gelaufen zu sein, und greift an. Die Schüsse der terranischen Schiffe verpuffen, denn die DC-Schlachtlichter können sich in ein energetisch verschobenes Kontinuum versetzen, wo sie zwar selbst nicht mehr feuern können, dafür aber unangreifbar und weiter manövrierfähig sind. Die terranischen Schattenschirme sind für ihre Bewaffnung kein Hindernis. Reginald Bull will Verluste unbedingt vermeiden und befiehlt den Rückzug. So kann Sinnafoch seine Darturka-Landetruppen nach ITHAFOR bringen. Als er sich persönlich an ihre Spitze setzt, greift Bulls "Plan B": PRAETORIA enttarnt sich. Der geballten Feuerkraft dieser gewaltigen Raumfestung können sich auch die Schiffe der Frequenz-Monarchie nicht entziehen, innerhalb kurzer Zeit werden mehrere vernichtet. Gleichzeitig rücken in ITHAFOR neue Truppen mit besonders starken Schutzschirmprojektoren vor und kesseln die Invasoren ein. Es geht Bull darum, einen Geheimnisträger des Feindes gefangen zu nehmen. Das begreift auch Sinnafoch, der die erneute Niederlage noch nicht verdaut hat. Er greift zum letzten Mittel und plant seinen Selbstmord. Der Tod ist für ihn nicht endgültig, denn seine Seele (das "Vamu") wird, wie bei allen Vatrox, zu einer Hibernationswelt zurückkehren und dort einen neuen Klonkörper erhalten. Sinnafoch will so viele Feinde wie möglich mit in den Tod reißen und bittet um persönliche Verhandlungen mit Bull. Durch seine Fähigkeit des Paraschleichens kann er eine Bombe vor den Menschen verstecken - aber nicht vor den TARA-Kampfrobotern, die die Begegnung überwachen. Sinnafoch wird getötet, bevor er die Bombe zünden kann.

Am 16. Januar beginnt das Aufräumen. Alle Darturka sind tot, die DC-Schlachtlichter sind vernichtet. Die Terraner haben nur geringe Verluste erlitten. In den Trümmern der CARLUZ werden Reste von Kartenmaterial gefunden, die Hinweise auf den Sternhaufen Bengar enthalten. Dieser ist nur 4500 Lichtjahre von Tefrod entfernt. Es gibt nur ein Schiff, mit dem man diese Welt, die sich in Andromeda befindet, in akzeptabler Zeit erreichen kann: Die JULES VERNE. Bull fordert den Hantelraumer umgehend an.

Kommentar:

Andreas Eschbach, ein relativ bekannter deutscher Autor, schreibt zum dritten Mal für Perry Rhodan. Kann er das Ruder herumreißen? Verleiht er dem so unschön gestarteten Zyklus neue Impulse? Natürlich nicht. Das soll er als Gastautor auch gar nicht. Versteht mich nicht falsch: Eschbach hat, wie es nicht anders zu erwarten war, wieder einen sehr schönen Roman beigesteuert, aber am grundsätzlichen Problem dieses Zyklus, auf das ich schon zur Genüge eingegangen bin, kann er nichts ändern.

Auch Eschbach kommt nicht ohne Geballer aus. Da entbrennen Raumschlachten, Darturka-Klone werden zu Tausenden abgeschlachtet, es knallt und blitzt an allen Ecken - es scheint so, als müssten wir uns darauf einstellen, dass uns eine auf hundert Hefte aufgeblähte PR-Action-Serie bevorsteht. Aber Eschbach ist ein zu guter Autor, als dass er es nicht verstehen würde, diese "Action" zu entschleunigen und ganz andere Aspekte einzubauen. Wenn es wieder mal ordentlich zur Sache geht, bricht die Handlung ab und es beginnt einer von vielen Briefen, die Lech Hallon, Bullys neue Ordonnanz, an seine verblichene Verlobte Katarissa schreibt. Darin wird das Geschehen rückblickend erzählt und damit auch gleichzeitig relativiert, da man alles aus der Perspektive des "kleinen Mannes" miterlebt. Auch Eschbach gebraucht Worte wie "Krankhaft", "Böse" und "Wahnsinnig" für die Feinde der Terraner, aber er legt sie nicht z.B. Reginald Bull in den Mund, sondern einem jungen Leutnant, der in einem Brief sein Entsetzen über die ersten Schlachten zum Ausdruck bringt, die er gerade erlebt hat. Das kann man so akzeptieren, und genau so hätte Frank Borsch es in PR 2500 machen sollen...

Der Roman enthält außerdem einige sehr nette Charakterzeichnungen, auch und gerade von Bully. Sein Plan ist gut durchdacht, die Episode mit den Arkoniden ebenfalls, und wir erfahren, dass die gealterte Fran Imith sich von ihrem Gatten getrennt hat - sie lebt noch, aber sie hat sich auf irgendeinen unbekannten Planten zurückgezogen. Hinzu kommen Momente mit "alltäglichen Kleinigkeiten", die dennoch ungewöhnlich sind: Wie schläft man in einem SERUN? Warum trinken Blues ihren Kaffee schwarz? Kann man einen Schnarcher mit einem Prallschirm zum Schweigen bringen? Bei isolierter Betrachtung kann man mit dem Roman also mehr als zufrieden sein, das Gesamtbild, das ich vom neuen Zyklus bisher hatte, verändert sich aber immer noch nicht. Immerhin ist die Frequenz-Monarchie wenigstens kein absolut unbezwingbarer Gegner (und zugegeben: es ist auch mal ganz schön, die Terraner wieder siegen zu sehen), aber auch kein lächerlicher Papiertiger wie die Regenten der Energie in der ersten PR-Action-Staffel.

Eine kleine Frage am Rande: Warum schützt ITHAFOR sich nicht selbst vor Angriffen aus dem All? Es ist ja hinnehmbar, dass es keine Abwehrmechanismen gegen Feinde gibt, die quasi von innen angreifen - solche wie die Frequenz-Monarchie also, denen es irgendwie gelungen ist, Controller in ihren Besitz zu bringen, und die deshalb als zutrittsberechtigt gelten müssen. Sollte eine so große Raumstation wie ITHAFOR, die außerdem wohl der Technologie der Mächtigen entstammt, aber nicht irgendeinen Verteidigungsmechanismus haben, zumindest gegen Raumschiffe? Dass so etwas nicht vorhanden ist, kann man nur als unglaubwürdig bezeichnen. Schließlich ist die Station nicht inaktiv, sie ist vielmehr voll funktionsfähig.

J. Kreis, 07.08.2009


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden

Gastkommentar von Gerhard (10.08.2009):

Ich habe nur eine Frage - wie kann man im Wehrbudget nach über 100 Jahren Frieden Kosten für die Unterhaltung von PRAETORIA unterbringen, ohne dass das einer merkt?

Wahrscheinlich sind das die Posbis, die alles zahlen - wie das halt so gute Freunde tun.

Mir hat der Erzählstil gut gefallen und auch die Kleinigkeiten, die hier angesprochen wurden. Auch die Wahl in Form von Briefen dem geneigten Leser die Sachlage verständlicher zu machen, fand ich sehr gut.


Gastkommentar von yub (14.08.2009):

Eschbach halt. Mein Lieblingsautor.

Der könnte durch seinen interessanten Erzählstil selbst aus einem Lückenfüller noch einen der besten Romame eines Zyklus machen.

Ich kann seine Bücher jedem nur wärmstens zur Lektüre empfehlen.
Die zwei absoluten Highlights:
"Das Jesus-Video"
"Eine Billion Dollar"
Auch ganz hervorragend:
"Ausgebrannt"
Klasse mit völlig überraschendem Schluss:
"Der Nobelpreis"


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2502
Weiter zu Nr. 2504