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Perry Rhodan Nr. 2502: Im Museumsraumer



Autor: Christian Montillon

Inhalt

Perry Rhodan, Mondra Diamond und Icho Tolot fliehen mit Ariel Motrifis durch die Katakomben der Stadt Maran, in der sich die Truppen der Frequenz-Monarchie festsetzen. Sie wollen versuchen, ein auf einer Nachbarscholle befindliches Museum zu finden, denn ein dort ausgestelltes Raumschiff ist ihre einzige Chance, den Planeten Markanu zu verlassen und den zweiten in diesem Sonnensystem stationierten Polyport-Hof zu erreichen. Es gelingt ihnen nicht, andere überlebende Halbspur-Changeure in Sicherheit zu bringen, denn immer wieder kommt es zu Kämpfen mit den Darturka-Klonsoldaten, denen die verängstigten Halbspur-Changeure sich entziehen, indem sie "gehen". So verfährt auch ein Changeur, den Frequenzfolger Kharonis mit seiner Fähigkeit des Paraschleichens gefangen genommen hat. Während Kharonis noch versucht, Informationen über das PARALOX-ARSENAL aus ihm herauszubekommen, verflüchtigt er sich und verschwindet.

Endlich erklärt Ariel Motrifis seinen Gefährten, was es mit dieser Fähigkeit der Halbspur-Changeure auf sich hat. Vor Jahrmillionen ist die Sonne, um die Markanu kreist, zum Grab der Superintelligenz APHANUR geworden und wurde somit in ein sechsdimensional strahlendes Juwel verwandelt. Infolge dieser Ausstrahlung wurde das System zwar in den Fokus verschiedener Mächte gerückt, die nicht immer freundliche Absichten hatten (einmal soll sogar Cairol mit einer Kobaltblauen Walze gelandet sein), gleichzeitig haben die damaligen Andury, die sich vor ca. 80.000 Jahren nach der Erschaffung des Mesoport-Netzes nach Markanu zurückgezogen haben, aber auch die Fähigkeit erlangt, sich über die so genannte Halbspur in die Aphanur-Halbwelt zu versetzen. Dies ist eine phasenverschobene Parallelwelt mit verlangsamtem Zeitablauf, und die Halbspur-Changeure führen eine Art psionischer Doppelexistenz. Sie existieren quasi gleichzeitig im Standarduniversum und in der Aphanur-Halbwelt, können sich aber durch eine Willensanstrengung komplett in letztere versetzen. Sie können jederzeit zurückkehren, wenn sie dies wollen - aber Motrifis befürchtet, dass der Schock, den sein Volk durch den Angriff der Frequenz-Monarchie erlitten hat, zu groß ist, und dass es diesmal keine Rückkehr geben wird. Er nimmt deshalb an, dass er der letzte im "Diesseits" lebende Halbspur-Changeur ist.

Kharonis, der einen Kampf der kleinen Gruppe gegen seine Darturka-Regimenter beobachtet hat, verfolgt Rhodan nun persönlich, da er erkannt hat, dass der Terraner etwas Besonderes sein muss. Er will Rhodan deshalb gefangen nehmen. Dieser hat inzwischen das Museum und das dort ausgestellte Raumschiff MIKRU-JON erreicht. Dort begegnen die Galaktiker einem Lebewesen, das einer kleinen Raubkatze mit schwarzsilbernem Fell gleicht. Mondra schließt den Mini-Tiger in ihr Herz und gibt ihm den Namen Ramoz. Er soll sie von jetzt an begleiten. MIKRU-JON ist das einzige Raumschiff auf Markanu, denn die Halbspur-Changeure haben die Raumfahrt schon vor langer Zeit aufgegeben. Das Schiff scheint ein eigenes Bewusstsein zu besitzen und ist Rhodan, Mondra und Tolot gegenüber freundlich eingestellt. Im Fall von Motrifis sieht die Sache zwar anders aus, doch der Halbspur-Changeur beabsichtigt ohnehin nicht, die Galaktiker zu begleiten. Auch er will sich nun ganz in die Aphanur-Halbwelt versetzen. Zuvor überlässt er Rhodan seinen Controller der Klasse A - alle anderen Controller wurden zerstört, damit sie nicht der Frequenz-Monarchie in die Hände fallen.

Da greifen Kharonis und seine Darturka-Soldaten an. Nach hartem Kampf bleiben die Galaktiker siegreich, doch Ariel Motrifis scheint einer Explosion zum Opfer gefallen zu sein. Tatsächlich ist er zwar in die Aphanur-Halbwelt geflohen, wird aber auch dort vergehen. Die Galaktiker nehmen dem toten Frequenzfolger zwei weitere A-Controller ab. Dann starten sie mit MIKRU-JON.

Kommentar:

Jede Woche freut man sich auf das neue PR-Heft. Man möchte wissen, was Perry Rhodan und seine Gefährten als nächstes erleben, wie die Geschichte weitergeht, was es mit diesem oder jenem Rätsel auf sich hat und welche Zusammenhänge mit früheren Ereignissen es wohl geben mag.

So sollte es jedenfalls sein. Bis jetzt war es im neuen Zyklus aber leider nicht der Fall. Nach dem zwar akzeptablen, insgesamt aber schwachen Ende des Zyklus "Negasphäre" und dem unschönen Beginn des Zyklus "Stardust" war Christian Montillons letzter Roman zwar okay, aber es ist einfach kein Funke übergesprungen. Im Gegenteil. Die Aussicht, zum x-ten Mal etwas über die Vergangenheit irgendeines Volkes (das bald wieder vergessen sein wird) lesen zu müssen, zumal die Andury schon Thema früherer Romane waren (PR 2385 / 2386), hat mich eher abgeschreckt. Es interessiert mich nicht, wer die Halbspur-Changeure, die Anthurianer oder die Völker der Frequenz-Monarchie sind. Es ist mir egal, welche Ziele sie verfolgen. Die Eigenheiten dieser Völker, ihre Kultur, ihre Heimatplaneten, ihre Technologie - mit diesen Details will ich auch nicht gelangweilt werden. Die Autoren haben es nicht geschafft, meine Neugier auf all diese Dinge zu wecken. Da wird das Lesen der Romane fast schon zur Pflichterfüllung, vor allem dann, wenn man das Gefühl hat, sehr ähnliche Geschichten wie die des Romans dieser Woche schon ich-weiß-nicht-wie-oft gelesen zu haben. Jedenfalls waren die bisherigen Romane nicht geeignet, Lust auf die kommenden Hefte zu machen. Ich kann mich nur erneut fragen: Warum musste der Zyklus, ausgerechnet auch noch der nach dem großen Jubiläum, mit einer Handlung beginnen, die dem ewig gleichen, bis zum Überdruss ausgelutschten Strickmuster folgt?

Auch das Polyport-Netz ist, wie Friedrich im Gastkommantar der letzten Woche ganz richtig anmerkte, ein zum x-ten Mal wiederholtes Handlungselement. Wie viele tolle Transportsysteme dieser Art hatten wir in den letzten Jahren? Da waren die Heliotischen Bollwerke, die Brücke in die Unendlichkeit, die Sternenfenster, das BACKDOOR-Transmittersystem... um nur die aktuellsten Beispiele zu nennen. Was versprechen die Autoren sich davon, immer wieder so etwas einzuführen? Jedes einzelne der genannten Beispiele wurde früher oder später sang- und klanglos wieder "entsorgt". Mit dem Polyport-Netz wird es sicher nicht anders sein. Damit nicht genug. Jetzt hat Mondra auch noch ein neues Haustier bekommen. Nach Norman, dem Mini-Klonelefanten, ist es diesmal halt Ramoz, der Mini-Tiger. Wie niedlich. Und wie Norman scheint auch dieses Vieh irgendwelche besonderen Fähigkeiten zu haben, jedenfalls hat Ramoz seine neuen Freunde schon gleich vor dem Angriff der Klonkrieger gewarnt. Überhaupt: Die Kämpfe. Wieder wird geballert, gesprengt, gemordet und gefoltert. Es reicht! Schluss damit! Aber gewissenlose, grausame Böslinge wie Kharonis und hirnlose Klon-Massenware wie die Darturka kann man ja en gros abmetzeln, ohne irgendwelche moralischen Bedenken haben zu müssen, nicht wahr?

Auf Seite 17 beschreibt Montillon das Skelett eines Wesens, bei dem es sich nur um ein Alien handeln kann. Ich nehme an, dass das keine weitere Bedeutung hat - es wäre ja sonst ein Plagiat. Als ebenso bedeutungslos erweist sich die Sache mit Kharonis und seinem Gefühl, etwas Besonderes zu sein: Das helle Licht, das er am Ende seines Weges zu erreichen hoffte, war sozusagen nicht das Licht am Ende des Tunnels, sondern der Scheinwerfer des entgegenkommenden Zuges. Das ist ein Gefühl, das ich als PR-Leser derzeit irgenwie ganz gut nachempfinden kann...

J. Kreis, 02.08.2009


Gastkommentar von Gerhard (10.08.2009):

Hmmmm... mir kommt der Verdacht, dass man im Verlag von einer Leserhaltbarkeit von ca. 5 Jahren ausgeht, was ca. 250 Hefte sind und die Zeitspanne von 15-20 abdeckt, und dann direkt durch einen Afghanistaneinsatz als Wehrpflichtiger ersetzt wird. Wer länger dabei bleibt, hat das dann mit sich selbst auszumachen.

Solange die Verkaufszahlen stimmen, wird man wohl von Bewährtem nicht gern Abstand nehmen.

Aber zur Handlung... wieso nicht mit dem Stardust-System anfangen und langsam die Spannung durch geschickte Andeutungen aufbauen? Man beginnt mit der Erforschung des näheren Raums und kommt an eine Grenze, die von ES gezogen Stardust schützen soll und die Menschen auf Stardust halten sich daran, ja bis 100 Jahre später einer der jungen Schnösel den Bann bricht und die Grenze überschreitet, auf der "anderen" Seite eine Polyport-Hof findet und diesen in Betrieb nimmt. Nein - es muss immer gleich in die Vollen gegangen werden.


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