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Perry Rhodan Nr. 2498: Die Duale Metropole



Autor: Uwe Anton

Inhalt

KOLTOROC macht seine Drohung wahr: Am 21. November 1347 NGZ erscheint VULTAPHER, begleitet von 533 Chaos-Geschwadern, vor dem TERRANOVA-Schirm. Verteidigungsminister Bull denkt gar nicht erst daran, dieser unüberwindlichen Streitmacht mit PRAETORIA und der Heimatflotte entgegenzutreten, sondern gibt Vollalarm für alle Tankstellen. Der systemumspannende Schirm ist nach wie vor das einzige wirksame Abwehrmittel gegen den Feind. Als unzählige weitere Schiffe auftauchen, ist Bull zunächst entsetzt, aber die Furcht verwandelt sich in Freude, als sich zeigt, dass es sich um Flotten des Neuen Galaktikums handelt. Es sind vor allem arkonidische Einheiten, aber auch Schiffe anderer Völker sowie die TRAJAN sind mit dabei. Die Neuankömmlinge durchqueren eilig den Schirm. Das Flaggschiff des Imperators Bostich geht hoch über der Systemebene auf Beobachtungsposition. Bull ist sich jedoch darüber im Klaren, dass VULTAPHER selbst mit dieser Verstärkung nicht aufgehalten werden kann.

Am gleichen Tag lässt Perry Rhodan sich in Hangay von Alomendris zum Kontaktwald 126 versetzen, um sich KOLTOROC stellen zu können. Er war bereit, allein zu gehen, hat aber zwei Begleiterinnen akzeptiert: Inkadye ist als "Mutter" der Superintelligenz die logischste Wahl, Mondra Diamond dagegen hat ihm klar gemacht, dass sie ihm notfalls auch auf eigene Faust und gegen seinen Willen folgen würde. Neben SERUNS und diversen Waffen statten die Gefährten sich mit unterschiedlichen speziellen Gegenständen aus. Die Sorgorin nimmt einige von Ekatus Atimoss gewobene Parapolarisatoren mit, Mondra hat mehrere befruchtete Eier der Tarnii KOLTOROC dabei, und Rhodan führt zwei Objekte mit sich, die er als "Degrader" bezeichnet. Er hat insgeheim einen Plan zur Vernichtung der Superintelligenz ausgearbeitet, der ihm nicht ganz aussichtslos zu sein scheint. Er verrät seinen Gefährtinnen aber auch nach dem Aufbruch nichts davon.

String-Legaten nehmen die Menschen und die Sorgorin in Empfang, sobald diese im Kontaktwald 126 materialisieren. Die Insektoiden "durchleuchten" die drei Gefährten, so dass KOLTOROC über alles im Bilde ist, was sie mitgebracht haben. Anscheinend nehmen die String-Legaten Rhodans "Degrader" aber nicht wahr. Die Gefährten werden an den Rand des Kontaktwaldes geleitet und sind überwältigt vom Anblick, der sich ihnen bietet: Die Duale Metropole liegt in einer weiten Ebene und besteht größtenteils aus virtuellen, aus der Ferne unsichtbaren Gebäuden, durch die sich absolut lebendig wirkende Spiegelungen aller Lebewesen bewegen, die jemals für KOLTOROC von Bedeutung waren. Nur wenn man sich einem der Gebäude nähert, wird es sichtbar und materiell. Entfernt man sich davon, verschwindet es wieder. Im Zentrum dieser Stadt schwebt ein diskusförmiges, hochkant stehendes Gebilde mit einem Durchmesser von 800 Metern und 75 Metern Dicke, in dem erneut das für KOLTOROC so wichtige duale Prinzip zum Ausdruck kommt: Eine Seite ist silberfarben, die andere tiefschwarz. Mehrere ca. 200 Meter lange Gebäude entspringen beiden Seiten der gewaltigen Scheibe. Sie wird von einem rotierenden Ring eingefasst, an dem ein Turm mit einer 100 Meter durchmessenden Gondel angebracht ist.

Die String-Legaten geleiten die Gefährten in diese Gondel und zeigen ihnen mit ihren Körperspiegeln mehrere Szenen, unter anderem auch das von VULTAPHER belagerte Solsystem. In einem Abschnitt der Gondel, die einem paradiesischen Garten gleicht, stehen mehrere Torbogentransmitter. Durch einen davon schreitet ein vier bis fünf Meter großes duales Wesen, wie Rhodan es noch nie zuvor gesehen hat. Eine Hälfte wird aus dem Idealbild eines Humanoiden gebildet, die andere besteht aus einer Wolke durcheinander wirbelnder Insekten. Hunderttausende oder Millionen dieser winzigen Wesen versuchen, die humanoide Gestalt der anderen Hälfte nachzubilden, was ihnen aber nur ansatzweise gelingt. Dies ist KOLTOROCS Avatar. Die überwältigende mentale Präsenz des Chaopressors lässt keinen Zweifel daran, dass er tatsächlich persönlich erschienen ist. KOLTOROC spielt den freundlichen Gastgeber und Perry Rhodan hat keine Wahl, als mitzuspielen - er begreift die Launen der Superintelligenz zwar nicht, kann aber nicht riskieren, sie zu verärgern.

Nachdem KOLTOROC sich ein wenig mit Rhodan über die Ordnungs- und Chaosmächte sowie die Stellung der Terraner zu beiden unterhalten hat, kommt die Superintelligenz auf den Grund für das Ultimatum zu sprechen. KOLTOROC räumt ein, dass der Terminalen Kolonne durchaus auch Fehler unterlaufen. Perry Rhodan soll auf die Seite der Chaotarchen überwechseln und dabei helfen, genau solche Fehler, wie sie jetzt zur Niederlage TRAITORS in Hangay geführt haben, künftig zu vermeiden. KOLTOROC hat mehr zu bieten, als nur das Versprechen, die Terraner zu verschonen. Perry Rhodan soll außerdem verständliche Antworten auf alle Fragen erhalten, bei denen die Kosmokraten und deren Diener sich bisher stets in Schweigen gehüllt haben. Als Rhodan das Angebot ablehnt, lässt KOLTOROC endlich die Katze aus dem Sack. Es gibt noch etwas anderes, mit dem Rhodan sich und die Terraner freikaufen könnte: KOLTOROC will sich die Aura eines Ritters der Tiefe aneignen, die Rhodan noch immer anhaftet. Rhodan erkennt, dass dies der eigentliche Grund für seine "Vorladung" und KOLTOROCS scheinbare Freundlichkeit ist. Die Superintelligenz gibt zu, dass eine Übertragung der Aura nur auf freiwilliger Basis vollzogen werden kann. Natürlich kann Rhodan auch dieser Forderung nicht nachkommen, und so erteilt KOLTOROC dem Chaotender den Feuerbefehl.

Zunächst hält der TERRANOVA-Schirm stand, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Globisten, die unter der extremen Belastung reihenweise ausfallen, endgültig versagen werden. Außerdem hat VULTAPHER, wie Reginald Bull argwöhnt, noch längst nicht Ernst gemacht. In der Dualen Metropole überschlagen sich derweil die Ereignisse. Inkadye zündet alle Parapolarisatoren gleichzeitig und entfesselt einen verheerenden Psi-Sturm, den sie auf KOLTOROC richtet. Doch KOLTOROC hat diesen Angriff erwartet und lenkt die verheerenden Energien auf die Sorgorin um, so dass von ihr nur ein Häufchen Asche bleibt. KOLTOROC ist durch den Tod seiner "Mutter" so sehr abgelenkt, dass Rhodan und Mondra durch einen Transmitter fliehen können.

Kommentar:

Tja, was soll ich sagen? Bis jetzt entwickeln die Dinge sich im Wesentlichen so, wie ich sie immer vorhergesagt habe. Große Überraschungen bleiben aus, aber wenigstens gibt es zwei kleine, nämlich KOLTOROCS durchaus logische Angebote bzw. Forderungen. Dass Rhodan auf das Ultimatum eingeht, mag leichtsinnig erscheinen, aber man kann es akzeptieren. Er hat einfach keine andere Wahl und steht darüber hinaus unter Zeitdruck.

Beim ersten Angebot kam mir der Gedanke, dass das eigentlich ein ziemlich reizvolles Szenario wäre: Perry Rhodan, aus Angst um seine Terraner, die von KOLTOROC als Geiseln gehalten werden, in den Dienst der Chaotarchen übergewechselt... als Streiter für das Chaos wider Willen zum schlimmsten Feind aller positiven Mächte geworden... Das Angebot, im Gegenzug die Antworten auf alle Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest zu erhalten, kann Rhodan aber selbstverständlich schon deshalb nicht annehmen, weil die Geheimniskrämerei der Hohen Mächte ein inhärenter Bestandteil des Perryversums ist.

Aber im Ernst: KOLTOROC hat schon in gewisser Weise Recht. Ordnung und Chaos sowie der immerwährende Kampf dieser beiden Mächte scheinen unverzichtbare Voraussetzungen für die Entwicklung des Multiversums zu sein. Behielte die Ordnung die Oberhand, würde alles erstarren, während bei einem Sieg des Chaos alles zerfallen würde. Eine moralische Bewertung der beiden Seiten wäre unzulässig, beide sind weder "gut" noch "böse" - warum also sollte Rhodan nicht für die Chaotarchen kämpfen? Wäre es nicht sogar unmoralisch, den Dritten Weg zu verfolgen? Behindern jene, die neutral bleiben wollen, nicht sogar die "kosmische Evolution"? Dass Rhodan sich natürlich trotzdem nicht für das Chaos entscheiden kann, liegt daran, dass die Chaotarchen in der PR-Serie eben doch für "das Böse" stehen. Oft genug wurde ja alles, was mit ihnen zu tun hat, von den Autoren als "widernatürlich", "hässlich", "ekelerregend", "böse", "dunkel" usw. beschrieben. Wie wäre Rhodans Entscheidung wohl ausgefallen, wenn KOLTOROC ihn aufgefordert hätte, wieder in den Dienst der Kosmokraten zu treten? Niemand weiß, was die wahren Ziele der Chaotarchen (oder auch der Kosmokraten) sind, aber man weiß, welcher Mittel sie sich bedienen. Und das ist ein nachvollziehbarer Grund für Rhodan, KOLTOROCS erstes Angebot auszuschlagen.

Das zweite Angebot ist sogar noch besser. Wenn man erst einmal die etwas merkwürdige Behauptung geschluckt hat, dass Ritterauren übertragbar sind (warum ist dann übrigens das ganze Brimborium mit der Weihe im Dom Kesdschan erforderlich?), und das auch nur auf freiwilliger Basis, dann wird KOLTOROCS Ultimatum plausibel. Allerdings muss man sich dann fragen, was zuvor das ganze Gerede von "Rache" sollte. Angesichts der vielen Beispiele für die anhaltende Nützlichkeit der Ritteraura (Rhodan und Atlan verdanken ihren Auren unzählige, oft unerwartete Erfolge) kann man sich gut vorstellen, was KOLTOROC wohl alles damit anstellen könnte. Damit könnte er die in Hangay erlittene Schlappe bei seinen "Vorgesetzten" sicher mehr als gutmachen. Und das ist natürlich ein nachvollziehbarer Grund für Rhodan, auch KOLTOROCS zweites Angebot auszuschlagen.

Ansonsten enthält der Roman recht viele gute Einblicke in Perry Rhodans Gedankenwelt und die Beschreibung eines faszinierenden neuen Schauplatzes. Der aber sicherlich leider schon bald keine Rolle mehr spielen wird. Inkadyes Attacke war zwar erfolglos und somit wurde (nach Kirmizz) eine weitere wichtige Nebenfigur eliminiert, aber Rhodan hat ja noch seinen "Degrader" in petto. Was das wohl sein mag? Vielleicht Biophore? Die kann er ja von Nuskoginus erhalten haben. Aber welchen Schaden sollten ein paar On- und Noon-Quanten der Superintelligenz zufügen?

Was mir noch erwähnenswert erscheint, ist neben der noblen Geste Bostichs (die möglicherweise noch Auswirkungen auf den nächsten Zyklus haben wird) die Frage, wie so ein Chaotender überhaupt funktioniert. Erst recht, wenn er noch gar kein richtiger Chaotender ist, sondern nur ein Konglomerat aus energetischen Feldern. Womit greift VULTAPHER den TERRANOVA-Schirm eigentlich an? Besteht die Stärke eines Chaotenders nicht eher darin, dass er ganze Völker enthält, die quasi im Zeitraffer neue Technologien entwickeln können, mit denen der Chaotender sich den Waffen eines Feindes anpassen kann? Davon kann bei VULTAPHER ja wohl noch nicht die Rede sein. Was also verwendet das Ding als Waffe? Ich habe keine Ahnung, und ich befürchte, die Autoren haben auch keine. Ist aber auch egal.

J. Kreis, 11.07.2009




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Gastkommentar von danman (12.07.09):

Kann dir nur zustimmen. Perry als Chaosdiener wäre echt der Knaller gewesen.

Warum die Chaotarchen immer als "böse" dargestellt werden versteh' ich auch nicht wirklich, vor allem da ja auch immer wieder gesagt wird, man kann Kosmokraten nicht als die Guten und die Chaoten nicht als böse bezeichnen... naja.

Warum überhaupt Perry der Mittelpunkt von KOL. Interesse ist, versteh' ich auch nicht. Atlan hat auch eine Aura, warum versucht KOL. nicht, auch ihn zu überzeugen?

Das Ende von Kirmizz fand ich echt entäuschend. Ich hätte ihn mir als Bösewicht für den nächsten Zyklus gewünscht.



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