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Perry Rhodan Nr. 2497: Das Monokosmium



Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Roi Danton, die Mikro-Bestien und die Posbis planen ihre nächste Aktion. Allen ist klar, dass VULTAPHER vernichtet oder zumindest aufgehalten werden muss. Da ein Angriff auf den Chaotender aussichtslos wäre, soll dessen Pilot Kirmizz getötet, oder - besser noch - auf die Seite der Widerständler gezogen werden. Danton träumt insgeheim sogar davon, VULTAPHER zu übernehmen. Per Käfigtransmitter werden Roi Danton und 100 Mikros aus der BOX-9912 in die Tiefbunkeranlagen unter der Siedlung der Matten-Willys auf der Hundertsonnenwelt versetzt. Von dort aus machen sie sich auf den Weg, um das Zentralplasma zu kontaktieren. All diese Aktionen bleiben von TRAITOR unbemerkt. Traitank 12.774.749 hat zwar bereits die Flucht der Besatzung der DARK GHOUL zur BOX aufgezeichnet, aber der Posbi Zaubilski löscht die entsprechende Aufzeichnung.

Vom Zentralgehirn der Posbis erfährt Danton von der Existenz des Monokosmiums, eines abgeschirmten Bereichs, der Kirmizz als Refugium dient. Der Pilot des Chaotenders befindet sich zurzeit zwar nicht auf der Hundertsonnenwelt, aber es ist bekannt, dass er sich regelmäßig ins Monokosmium begibt. Niemand weiß, was sich dort abspielt, denn alle Posbis, die ins Monokosmium vordringen wollten, wurden vernichtet. Vom Posbi Artefakt, der unterwegs vernichtet wird, werden Danton und die Mikros zum Monokosmium geführt. Da sie Kolonnen-Technik verwenden (ihre Dunkelfelder sind aktiviert), wird ihnen der Zutritt zu diesem mehrfach gesicherten Bereich nicht verwehrt.

Kirmizz hat derweil einige Probleme mit der Fertigstellung VULTAPHERS, die immer noch mit größter Eile betrieben wird. Infolge von Nachwirkungen des Beschusses mit Strukturbrenner-Torpedos wurden zwei Kabinette auf das gleiche Energieniveau versetzt, was zu gefährlichen Oszillationen geführt hat. Als der Chaotender zu zerfallen droht, muss Kirmizz persönlich eingreifen. Es gelingt ihm, die Kabinette zu stabilisieren, so dass VULTAPHER sich endlich der Vollendung nähert. Jetzt hat Kirmizz Zeit, sich um sein Monokosmium zu kümmern; es soll abgebaut und im Chaotender neu errichtet werden. Das Monokosmium ist eine Ansammlung von über tausend Exponaten. Es handelt sich um Szenarien unterschiedlicher Größe, in denen potentielle Entwicklungen dargestellt werden. Alle sind in gewisser Weise beseelt und haben eine kleine Kirmizz-Statue zum Zentrum, über die der Pilot des Chaotenders sich in die Szenarien versetzen kann. Er nutzt diese Simulationen, um sich selbst zu perfektionieren. In einer dieser Figurengruppen geht es um den Aufbruch ins Ahandaba. Danton erfährt dies, als er die Kirmizz-Statuette des entsprechenden Szenarios berührt.

Als Kirmizz per Transmitter im Monokosmium eintrifft (inzwischen ist der 20. November angebrochen), nehmen Danton und die Mikros ihn unter Feuer. Gleichzeitig geben sie den Posbis das Angriffssignal. Die Schüsse verpuffen jedoch im Schutzschirm, den Kirmizz noch rechtzeitig aktiviert hat. Er tötet mehrere Mikros mit dem Schmerzruf und versucht, Roi Danton per Mental-Dislokation unter seine Kontrolle zu bringen. Von den String-Legaten hat Kirmizz bereits erfahren, dass Dantyren eine Täuschung war. Er hegt ein gewisses Interesse für bestimmte Terraner - Alaska Saedelaere und Danton gehören dazu. Deshalb tötet er letzteren nicht sofort. Rhodans Sohn stellt fest, dass Kirmizz jedes Mal eine Art Schock erleidet, wenn eines der Szenarien im Monokosmium zerstört wird. Auf diese Weise kann Kirmizz derart geschwächt werden, dass er schließlich unterliegt. Die Mikros knacken seinen Schutzschirm und erschießen ihn. Dann fliehen sie mit Danton zurück zur BOX-9912. Fast zwei Drittel der Mikros haben den Einsatz mit ihrem Leben bezahlt.

Derweil gehen die 300.000 im Rahmen der Kybernetischen Konspiration insgeheim einsatzfähig gemachten Fragmentraumer im Umfeld der Hundertsonnenwelt zum offenen Angriff über. Das Kurierschiff BOX-7743 begibt sich ins Solsystem, um die Terraner von den aktuellen Entwicklungen zu unterrichten. Zaubilski und Gessounin sind mit an Bord. Den Posbis ist es gelungen, die Supratroniken tausender Traitanks zu infiltrieren, so dass diese einige Minuten lang fehlerhafte Befehlssequenzen erzeugen. Durch den Einsatz des 5-D-Schredders, einer neuen Waffe, die die Fraktalen Aufriss-Glocken der Traitanks zum Zusammenbruch bringt, können die Posbis Anfangserfolge erzielen und insgesamt 1000 Traitanks vernichten. Die Posbis erleiden aber nach kurzer Zeit schwere Verluste: Danton erfährt, dass bereits an die 280.000 Fragmentraumer vernichtet wurden. Der Rest flieht in den Leerraum. Entsetzt und verbittert muss Danton erkennen, dass alles umsonst war. Die letzten Kabinette werden in VULTAPHER integriert, dann nimmt der Chaotender Fahrt auf. Danton folgt ihm mit der BOX-9912, doch VULTAPHER wird das Solsystem lange vor ihm erreichen.

Kommentar:

Mit urlaubsbedingter Verspätung geht es jetzt weiter im Text - wenn ich dies veröffentliche, habt ihr vermutlich bereits PR 2498 und PR 2499 gelesen. Ich muss die beiden Hefte erst noch "abarbeiten", ihr habt mir gegenüber also einen Informationsvorsprung.

Wie so viele Romane des zu Ende gehenden Großzyklus wird auch dieser von der problematischen Gesamtkonzeption geprägt. Vielleicht ist das auch der Grund für einen seltsamen Gedankengang Roi Dantons: Rhodans Sohn überlegt, TRAITOR sei vielleicht doch nicht unbesiegbar, man solle die Kraft der Terraner nicht unterschätzen usw. - was soll das denn jetzt? Ist das der verspätete Versuch, den grundlegenden Fehler des Großzyklus zu relativieren? Oder leidet Danton tatsächlich, wie er später selbst einräumt, an Größenwahn?

Der Roman ist im Grunde gut lesbar und enthält einige interessante Einblicke in die "Unterwelt" der Posbis, ausreichend (aber nicht zu viel) Action und ein klein wenig Charakterentwicklung. Im Falle von Kirmizz muss man aber leider sagen: Die plötzliche Einführung des Monokosmiums, von dem man zuvor noch nie gehört hat, dient wohl nur dem Zweck, ihn angreifbar zu machen. Ohne das Monokosmium wäre Danton gar nicht erst an Kirmizz herangekommen, und ohne die mentale Verbindung zu den Szenarien hätte Kirmizz nicht geschwächt werden können. Welche Bedeutung kommt wohl der Tatsache zu, dass Kirmizz über das Ahandaba informiert ist? Eher keine, glaube ich. Ich halte das für einen Gag des Autors. Dennoch: Sollten Kirmizz und damit auch die Chaotarchen wissen, wo das Ahandaba ist, dann ist dieser mysteriöse Ort keineswegs die sichere Zuflucht, die die Sternenozean-Völker sich erhofft haben (siehe PR 2299).

Am Heft selbst habe ich eigentlich nur auszusetzen, dass Haensel den billigen Trick, den er letzte Woche schon eingesetzt hat, mindestens ein weiteres Mal verwendet: Der Roman beginnt damit, dass Terra (wieder mal) vernichtet ist, die Terraner aus diesem Universum vertrieben wurden und die Friedensfahrer bis auf einzelne Ausnahmen ausgerottet sind. Ätsch: War nur eine vom Monokosmium erzeugte Vision. Im weiteren Verlauf des Romans gibt es sogar noch eine weitere, ähnliche Stelle. Nein, wie originell! Auch kommt es mir seltsam vor, dass die Posbis plötzlich über effektive Anti-Traitank-Waffen verfügen. Wo haben sie die wohl hergezaubert? Oder habe ich da was in einem früheren Roman überlesen? Und schließlich kann ich es zwar akzeptieren, dass Kirmizz Danton zunächst verschont, weil er sich für den Terraner interessiert (warum auch immer das der Fall sein mag), aber dass er seinen Schmerzruf selbst dann nicht konsequent einsetzt, als Danton keine Anstalten macht, sich zu ergeben, halte ich für Unsinn.

Abgesehen davon ist der Roman an sich OK. Das Problem ist ein anderes. Wie wird man die selbst gerufenen Geister wieder los, in diesem Fall VULTAPHER? Ein übermächtiges, unbesiegbares Instrument eines noch übermächtigeren, noch unbesiegbareren Feindes? Dantons Überlegung, den Chaotender zu vernichten oder zu kapern, ist schlicht und ergreifend indiskutabel. Da erübrigt sich jeglicher Kommentar. Der Plan, den Chaotender unbrauchbar zu machen, indem man den Piloten tötet, ist wieder mal so unglaublich naiv, dass man sich nur wundern kann. Man kann sich kaum vorstellen, dass es nur einen einzigen Piloten geben soll. Sollten die Chaotarchen wirklich so dumm sein, keinen Ersatzkandidaten bereitzuhalten? Dass Dantons Handstreich trotz Kirmizz' Tod nicht von Erfolg gekrönt ist, stimmt mich dann aber wieder versöhnlich. Obwohl: Man muss abwarten, was der im Hauruck-Verfahren fertig gestellte Chaotender ohne Pilot wert ist. Was mich übrigens zu dem Gedanken führt, wie es überhaupt möglich ist, dass VULTAPHER so schnell vollendet werden konnte - mehr oder weniger jedenfalls. Das sollte doch nach allen bisherigen Informationen Jahrtausende dauern?

Und zu guter Letzt finde ich es etwas befremdlich, dass kaum ein Gedanke an die Bewohner der einzelnen Kabinette verschwendet wird. Zum Beispiel an die Akonen. Erst ganz am Schluss werden sie mal erwähnt. Ich bin gespannt (ihr wisst es womöglich schon), ob die Autoren ihr weiteres Schicksal noch erwähnenswert finden werden...

J. Kreis, 10.07.2009

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