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Perry Rhodan Nr. 2496: Chaotender gegen Sol



Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Am 17 November 1347 NGZ fliegen wieder einmal tausende Traitanks einen Angriff auf den TERRANOVA-Schirm. Es kommt zu seltsamen Phänomenen im Solsystem; Reginald Bull findet sich vorübergehend in einer Pararealität wieder, in der Terrania entvölkert und von Dschungel überwuchert ist. Der Verteidigungsminister nimmt an, dass Streitkräfte TRAITORS bei einer Fortsetzung des Angriffs vielleicht den Durchbruch geschafft hätten - aber sie haben den Rückzugsbefehl erhalten. Bei den Terranern ist der Jubel groß, als bekannt wird, dass die Retroversion Hangays stattgefunden hat, und dass alle Einheiten der Terminalen Kolonne sich in drei Aufmarschgebieten sammeln sollen, um dort weitere Befehle abzuwarten. Es läuft also alles auf einen Abzug TRAITORS aus der Milchstraße hinaus.

Die frohe Kunde wird auch in der DARK GHOUL empfangen. Roi Danton hat gerade beobachtet, wie einige Schiffe des galaktischen Widerstands im Kampf gegen Traitanks eine neue Waffe eingesetzt haben, die zwar zur Selbstvernichtung des Trägerschiffs führt, aber auch durch Fraktale Aufriss-Glocken geschützte Ziele mit in den Untergang reißt. Es war ihm nicht möglich, die Vernichtung des Rebellenstützpunkts zu verhindern. Jetzt fliegt Traitank 1.199.188 zur Hundertsonnenwelt. Danton will in Erfahrung bringen, was nach dem Rückzugsbefehl aus VULTAPHER werden soll. Der bewährte Trick funktioniert erneut: Die vor Ort zuständigen Kalbarone schlucken die Mär von Dantyrens Inspektionsreise und gewähren ihm Zugang zur Kolonnen-Fabrik TRAIGOT-1710. Es zeigt sich, dass der Bau des Chaotenders durch den Einsatz von Strukturbrenner-Torpedos zwar erheblich verlangsamt, aber nicht vollständig verhindert wurde. Mehrere Dutzend fertig gestellte Kabinette gruppieren sich bereits rund um MINATERG, das Herz VULTAPHERS. Im Umfeld der Baustelle des Chaotenders sind auch String-Legaten unterwegs. Danton weiß zwar nicht, was es mit diesen Wesen auf sich hat, aber er vermeidet es sicherheitshalber, von ihnen gesehen zu werden. Ein String-Legat sucht Kirmizz auf, um ihm KOLTOROCS neue Anweisungen zu überbringen.

Danton nimmt Kontakt mit den Posbis auf. Dem Zentralplasma ist es zwar unbemerkt gelungen, einige Supratroniken zu beeinflussen und alle BOXEN einsatzbereit zu halten, zu Angriffen auf VULTAPHER oder die Wachflotte waren die Posbis aber noch nicht bereit. Als Großalarm gegeben wird, kehrt Danton mit seinem Beiboot, das zuvor von einem String-Legaten "durchleuchtet" worden ist, in die Kolonnen-Fabrik zurück. Danton erfährt, dass VULTAPHER im Hauruck-Verfahren so weit wie möglich fertig gestellt werden soll, um anschließend das Solsystem anzugreifen. Erneut tauchen String-Legaten auf. Mit ihren besonderen Fähigkeiten erkennen sie, dass die Mikro-Bestien Fehlzüchtungen sind. Dantons Tarnung ist also aufgeflogen. Die Mikros handeln schnell und konsequent: Sie töten alle anwesenden Gegner - bis auf die String-Legaten, die gegen Energiestrahlen unempfindlich zu sein scheinen - und ermöglichen Danton den Rückzug in die DARK GHOUL. Deren gesamte Besatzung begibt sich per Transmitter in die BOX-9912. Kurz danach vernichtet Traitank 1.199.188 sich selbst. Somit gilt Dantyren endgültig als tot. Endlich kann Danton die verhasste Maske vernichten.

Kommentar:

Hubert Haensel spielt mit den Erwartungen der Leser. Wir wissen, dass KOLTOROC das Solsystem jetzt endgültig ausradieren will. Deshalb lässt Haensel den Roman mit dem billigsten Trick der Welt beginnen: Reginald Bull erlebt quasi die Vernichtung der Erde mit, aber hinterher stellt sich heraus, dass es nur ein Traum oder allenfalls eine Pararealität war. Seufz. Dieser Kunstgriff wird auch bei der x-ten Wiederholung nicht besser. Ich wünschte, die Autoren würden uns solche Albernheiten endlich mal ersparen. Dass Terra nicht das von Bull im Wahn wahrgenommene Schicksal erleiden wird, dürfte ja wohl klar sein.

Ansonsten wird auch in diesem Heft der finale Kampf gegen KOLTOROC vorbereitet. Haensel lässt sich viel Zeit - muss er ja auch, schließlich gilt es wieder einmal, einen Doppelroman zu füllen, wo einer gereicht hätte. Aber er nutzt den Freiraum, den ihm der Mehrumfang bietet, ganz gut. Er konzentriert sich ganz auf Roi Danton, dessen Qualen im Inneren der Dantyren-Maske man fast physisch nachempfinden kann. Als Rhodans Sohn sich am Ende von dem Ding befreit, ist es sogar für den Leser wie eine Erleichterung. Danton ist für mich derzeit einer der interessantesten Charaktere. Bei all dem, was er in den letzten Jahren durchgemacht hat, sind auch die selbstzerstörerischen Gedanken nachvollziehbar, die Haensel ihm in diesem Roman andichtet.

Der Trick mit dem angeblichen Inspektionsbesuch funktioniert also schon wieder. Das schrammt inzwischen an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit entlang. Beim Auftauchen der String-Legaten habe ich mich gefragt, warum die nicht schon viel früher aktiv geworden sind - die hätten jegliche Geheimnistuerei der Terraner, der Dunklen Ermittlern usw. sofort zunichte gemacht. Ach ja, und dass plötzlich irgendwelche Widerständler auftauchen, die mal so eben eine Wunderwaffe gegen Traitanks entwickelt zu haben scheinen, kommt mir zumindest merkwürdig vor. Das muss jetzt, am Ende des Zyklus, auch nicht mehr sein. Trotz dieser kleinen Schwächen war Haensels Roman nach der Durststrecke der letzten Wochen eine wahre Wohltat.

J. Kreis, 20.06.2009




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Gastkommentar von Gerhard:

Ich finde Traum- bzw Pararealitäts-Sequenzen nicht als billigen Trick. Im Gegenteil: hier können Autoren endlich einmal Szenen beschreiben, die in der "wirklichen" Handlung wegen serieninterner Logik nicht vorkommen dürfen. Zerstörung des Sonnensystems? Kein Problem! Wiederauftauchen von Suzan Bertty Waringer, Dalaimoc Rorvic und a Hainu? Why not! Und hier eben mal Bully in den Trümmern der Erde. M.E. ein legitimes Mittel der SF, das die Autoren ruhig ab und zu mal einsetzen sollten.


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