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Perry Rhodan Nr. 2482: Der ewige Kerker



Autor: Leo Lukas

Inhalt

Als die Galaktiker vom Stützpunkt Win-Alpha im Oktober 1347 NGZ einen Richtfunkspruch ESCHERS auffangen, ist es für viele eine echte Erleichterung, denn seit dem Aufbruch der Parapositronik waren die meisten Einsatzkräfte zur Untätigkeit verdammt, und selbst die in der Proto-Negasphäre noch manövrierfähige SOL hat in den letzten fünf Monaten nichts erreicht. ESCHER teilt mit, dass die Kolonnen-Fähre PASSAGH unterwegs sei, um eine Großeinheit der Galaktiker durch den Kernwall Hangays zu transportieren. Es ist klar, dass nur die SOL dafür in Frage kommt. In aller Eile wird der SOL-Mittelteil so mit Attrappen verschalt, dass die ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar ist. Die beiden SOL-Zellen sollen die Reise nicht mitmachen. Als der SOL-Mittelteil am 16. Oktober aufbricht, sind Atlan, Ronald Tekener, Hajmo Siderip, Trim Marath und Startac Schroeder mit an Bord. Das Rendezvous mit der Fähre erfolgt am 20. Oktober. Der Transport durch den Kernwall findet am Folgetag entgegen aller Befürchtungen der Galaktiker völlig problemlos statt. Danach trennt die SOL sich von der Fähre und sprengt auch die Verschalung ab. Nun steuert die SOL Koordinaten an, die ESCHER mitgeteilt hat. Prompt wird sie von einem Dunklen Ermittler geortet und muss fliehen. Es ist zu erwarten, dass das Schiff künftig gejagt werden wird.

In wenigen Dutzend Lichtjahren Entfernung vom zentralen Schwarzen Loch Athaniyyon werden drei identische Raumschiffe mit 3880 Metern Höhe entdeckt, die an Weihnachtsbäume erinnern und ineinander verkeilt sind. Ein kleines Einsatzteam dringt mit einer Space-Jet in eines der Schiffe ein und entdeckt eine gewaltige Stadt, die von vielen verschiedenen Völkern bewohnt wird - nichts davon ist real; es handelt sich um Materieprojektionen und Hologramme. Die Galaktiker erfahren den Namen einer der Spezies, die hier dargestellt werden: Er lautet Tarnii KOLTOROC. Die Mutanten nehmen außerdem eine mächtige mentale Präsenz wahr; zumindest ein echtes Lebewesen muss also an Bord sein. Plötzlich wird aus unbekannten Gründen Alarm ausgelöst. Hyperfunkimpulse werden ausgestrahlt, in denen mitgeteilt wird, das "Mentalmuster Inkadye" sei verschwunden oder erloschen. Die Galaktiker ziehen sich zurück, die SOL vernichtet die "Weihnachtsbaum-Schiffe" und fliegt ab. Ein Massezuwachs um 70 kg wird festgestellt, Trim und Startac gehen dem nach. In einem Stauraum finden sie eine bewusstlose Sorgorin...

Diese Sorgorin trägt den Namen Inkadye. Sie ist unsterblich und dient KOLTOROC als Trophäe. Die "Weihnachtsbaum-Schiffe" werden als Koltogor bezeichnet und sind seit Jahrmillionen Inkadyes Kerker. Immer dann, wenn eine Negasphäre vor der Vollendung steht, wird Inkadye erweckt, damit KOLTOROC sie aufsuchen und sich in ihrer Gegenwart an einen lange zurückliegenden Sieg über die Ordnungsmächte erinnern kann. Koltogor ist ganz auf Inkadyes Bedürfnisse ausgerichtet, alle pseudo-intelligenten Kunstwesen Koltogors existieren nur zu dem Zweck, ihr den Aufenthalt zu verschönern - aber sie kann ihr Gefängnis nicht verlassen. Nach jeder Begegnung mit dem Chaopressor werden all ihre Erinnerungen gelöscht und sie wird wieder in Tiefschlaf versetzt.

Einige Zeit vor der Ankunft der SOL war Inkadye aus einem 500.000 Jahre währenden Schlaf geweckt worden. Sie war ohne Erinnerungen erwacht und hatte verschiedene Rätsel lösen müssen, um ihrer Wohnzelle zu entkommen; dadurch sollten ihre Sinne und Reaktionen aufgefrischt werden. Nach und nach hatte sie mehr über sich und Koltogor erfahren. Sie hatte versucht, ihr in einem Tiefspeicher Koltogors konserviertes Schiff, die AS'RIF, zu erreichen und damit zu fliehen. Dies war ihr jedoch nicht gelungen. Dann hatte sie die Ankunft der Space-Jet der SOL beobachtet. Sie hatte dies zuerst für ein weiteres "Spiel" ihres Meisters gehalten, aber aus Verzweiflung hatte sie sich dann doch mit einem selbst gebastelten Fiktivtransmitter in das Beiboot versetzt. Als sie nun Atlan vorgeführt wird, erkennt Inkadye seine Ritteraura. Da selbst KOLTOROC so etwas nicht fälschen könnte, fasst sie Vertrauen zu den Galaktikern.

Kommentar:

Endlich kann ich mal wieder sagen: "Gut gemacht"! Dieser Roman ist ein echtes Lesevergnügen, sowie inhaltlich als auch stilistisch. Das erwartet man von Leo Lukas inzwischen nicht anders. Wenn er es außerdem mit seinem Humor nicht übertreibt und eher hintergründige Scherze macht, dann läuft er (wie diesmal) erst richtig zur Höchstform auf. Hajmo Siderip und ein "weiblicher" Posbi unterhalten sich über die Liebe - köstlich! Das ist nur eine von vielen schönen Szenen. Eine Anspielung auf Marc A. Herren und die PR-Action-Serie ist auch vorhanden. Inkadye ist, wenn ich mich nicht irre, erst die zweite ihres Volkes, die in der PR-Serie eine Rolle spielt. Carfesch, der Bote von ES, war der einzige andere.

Durch die abwechselnde Schilderung der Ereignisse in Koltogor und der Reise der SOL kommt echte Spannung auf. Tatsächlich habe ich mich auf die Inkadye-Kapitel immer besonders gefreut. Was die Sorgorin erlebt, erinnert frappierend an ein typisches PC-Adventure: Man findet sich in einer fremden Umgebung wieder und weiß zunächst einmal nicht, was überhaupt los ist. Dann beginnt man vorsichtig damit, alles zu erkunden, und findet irgendwelche Objekte mit unbekanntem Verwendungszweck, kryptische Hinweise und so weiter. Nach und nach fügt man die Puzzlestückchen zusammen und kommt dadurch der Lösung näher. Solche perfiden, in sich aber logischen Rätsel, wie Inkadye sie lösen muss, mag ich eigentlich gar nicht - aber nur, wenn ich die Rolle des Spielers übernehme! Zu lesen, wie die Sorgorin damit umgeht, hat mir dagegen ein besonderes Vergnügen bereitet, und das eine oder andere Mal bin ich sogar früher auf die richtige Lösung gekommen als sie. Somit hat Leo Lukas in Grunde nicht nur einen Roman geschrieben, sondern gleichzeitig einen Entwurf für das nächste Perry Rhodan - Computerspiel...

Zwei Dinge sind mir bei der Lektüre des Romans aber noch nicht ganz klar geworden. Erstens: Welche Pläne hat ESCHER für die SOL? In seinem Funkspruch war die Rede von zwei Rendezvous-Terminen im November. Wen soll die SOL treffen, und wo sollen die Treffen stattfinden? ESCHER dürfte sich kaum wieder aus GLOIN TRAITOR entfernen können, ebenso wenig dürfte es der SOL möglich sein, unerkannt zur Nadel des Chaos vorzudringen.

Zweitens: Sind Koltogor und die Staatenschiffe der Tarnii KOLTOROC identisch oder handelt es sich hier um drei neue Einheiten? Ich nehme an, dass letzteres der Fall ist, denn die Staatenschiffe befinden sich ja in der Milchstraße und dürften kaum innerhalb weniger Monate den ganzen Weg bis nach Hangay zurückgelegt haben. Außerdem waren in Koltogor keine Spuren echter Tarnii KOLTOROC zu sehen. Wenn dem aber so ist, dann frage ich mich, aus welchem Grund KOLTOROC drei Staatenschiff-Nachbildungen erschaffen hat. Oder gab es ursprünglich viel mehr dieser Einheiten, von denen jetzt nur noch drei von den Insektoiden bevölkert sind, während KOLTOROC die übrigen einer anderen Verwendung zugeführt hat? Hm.

J. Kreis, 15.03.2009

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