Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2480
Weiter zu Nr. 2482


Perry Rhodan Nr. 2481: Günstlinge des Hyperraums



Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

ESCHER hat den Portivabschnitt 3h3h2 unter Kontrolle und schickt sich inzwischen bereits an, die Supratronik der Kolonnen-Fähre PASSAGH zu manipulieren, die zu den 15 Fähren gehört, die den Portivabschnitt zu GLOIN TRAITOR transportieren. Die Parapositronik kann sogar etwas Zeit erübrigen, um die Periodische Chronik des Latifalk Acht-Acht auszulesen. Laurence Savoire wird vorübergehend in die Hyperdim-Matrix eingebunden, damit auch er dieses mentalen Dioramas teilhaftig werden kann, das nichts anderes ist als die Lebensgeschichte eines Wesens namens Latifalk aus dem Volk der Palkari.

Vor langer Zeit erhielt ein Emissär der Terminalen Kolonne TRAITOR den Auftrag, etwas von einem namenlosen Wesen zu kaufen, das so mächtig war, dass sowohl der angebotene Kaufpreis als auch die im Falle seiner Weigerung angedrohte Gewalt ihm absolut nichts bedeuteten. Da das Wesen die Umtriebe TRAITORS amüsanter fand als die Aktionen der Ordnungsmächte, machte es dem Emissär das erwünschte Handelsgut zum Geschenk - die Palkari. Diese schneckenähnlichen Wesen sind geniale Hypermathematiker mit einem besonderen Gespür für den Hyperraum. Sie werden auf Palkaron angesiedelt, einem 90 Kilometer durchmessenden künstlichen Planeten, der teilweise im Hyperraum eingebettet ist und von zwei Raumstationen TRAITORS umkreist wird, die die Palkari für Monde halten. Die Palkari wissen nichts von ihrer Herkunft oder der Terminalen Kolonne. An den Überlappungszonen zum Hyperraum entstehen immer wieder so genannte Dimensionenwetter, die ganze Landstriche in spiegelglatt glasierte Flächen verwandeln und Lebewesen grauenhaft deformieren können. Wer von einem Dimensionenwetter nur gestreift wird, erlangt jedoch besonders ausgeprägte Fähigkeiten. Auf Palkaron findet alljährlich der hypermathematische Konvent statt. Besonders begabte Palkari versammeln sich in der Nähe der so genannten Arkanportale. Insgesamt 36 dieser schwarzen Sechsseitenpyramiden gibt es auf Palkaron, und in jedem Jahr stellen sie den Palkari eine Aufgabe. Wer diese innerhalb von elf Tagen richtig löst, erringt unsterblichen Ruhm und darf das Arkanportal durchschreiten. Welchen Zweck diese Prozedur hat, ahnen die Palkari nicht.

Der Palkari Latifalk gehört zu jenen, die durch ein Dimensionenwetter verändert wurden. Er löst die Aufgabe eines hypermathematischen Konvents, hat aber nichts davon, da sein Freund Canzuri die Antwort an seiner Stelle gibt. Als Canzuri sich auch noch an die von Latifalk verehrte Fahxiage heranmacht und dann das Arkanportal durchschreitet, was eigentlich Latifalk hätte gewährt werden müssen, sinnt der Palkari auf Rache. In den folgenden Jahren nimmt er wieder an Konventen teil und findet eines Tages mühelos die richtige Antwort. Als nun auch er ein Arkanportal durchschreitet, findet er sich auf einem der beiden "Monde" wieder und erfährt die Wahrheit über Palkaron und sein Volk. TRAITOR rekrutiert in jedem Jahr neue T-Prognostiker, die innerhalb der Kolonne zur Planung und Leitung besonders wichtiger Projekte herangezogen werden und die ohnehin schon enormen Kapazitäten der Supratroniken um Intuition und Gespür ergänzen. In Jahrzehnten der Ausbildung müssen Latifalk und seine Artgenossen verschiedene Prüfungen ablegen. Hierbei begegnet Latifalk auch Canzuri wieder. Als das Raumschiff ihrer Gruppe bei einem Übungsflug in ein Schwarzes Loch stürzt, ist es Latifalk zu verdanken, dass es sich wieder befreien kann. Erneut heimst Canzuri den Ruhm ein, der eigentlich Latifalk zusteht, außerdem stellt er es so dar, dass Latifalk die Schuld an der Katastrophe zugeschrieben wird. So wird Canzuri lange vor Latifalk zu GLOIN TRAITOR versetzt - diese Versetzung ist das große Ziel aller T-Prognostiker.

Die Palkari müssen aber noch einen weiteren Schritt unternehmen, um zu vollwertigen T-Prognostikern zu werden. In einer Skapalm-Bark wird ihr Körper bis auf Gehirn und zentrales Nervensystem desintegriert, sie erhalten Cyborg-Körper als Ersatz. So wird ihre Leistungsfähigkeit noch gesteigert und sie erhalten eine Lebenserwartung, die sich nach Jahrhunderten bemisst. Da es schon 87 T-Prognostiker mit seinem Namen gegeben hat, erhält Latifalk den Beinamen Acht-Acht. In den folgenden Jahren wird Latifalk an verschiedenen Brennpunkten des kosmischen Geschehens eingesetzt und gelangt schließlich ebenfalls nach GLOIN TRAITOR. Die Nadel des Chaos befindet sich in der Galaxie Troumerrie, die bereits kurz vor der Umwandlung in eine Negasphäre steht. Latifalk erkundet das Hyperende, jenen Bereich GLOIN TRAITORS, der in den Hyperraum eingelagert ist, und hält dies für den geeigneten Ort, um das letzte Duell mit Canzuri auszufechten. Canzuri kennt sich hier jedoch besser aus als er und wäre in der Lage, Latifalk in den Hyperraum zu schleudern. Zu Latifalks Überraschung opfert Canzuri sich während des Kampfes, um Latifalk dieses Schicksal zu ersparen - oder um im Hyperraum die Erfüllung zu finden, nach der die Palkari seit jeher streben. Nach Jahrzehnten entsteht GLOIN TRAITOR in Hangay neu. Hier findet Latifalks Lebensweg sein Ende, als es zur Konfrontation mit Isokrain und Savoire kommt. Latifalk verzichtet darauf, Alarm auszulösen, um herausfinden zu können, was es mit Isokrain auf sich hat. Dann werden Latifalk und sein Kollege von Isokrains Nano-Kolonnen getötet.

Damit endet die Aufzeichnung. GLOIN TRAITOR wird erreicht. ESCHER verkündet, er habe bestimmte Pläne mit der Kolonnen-Fähre PASSAGH. Die SOL soll dabei eine wichtige Rolle spielen...

Kommentar:

Dieser Roman ist wieder mal ein "typischer Kasper": Voll gestopft mit bizarren Wesen, merkwürdigen Begebenheiten, überraschenden Ideen, mathematischen Gedankenspielereien, metaphysischen Überlegungen und geschliffenen Formulierungen. Kasper bringt es fertig, Geschehnisse mit wenigen Sätzen so zu beschreiben, dass der Eindruck absoluter Fremdartigkeit entsteht. Manchmal verliert er sich auch ein wenig in Details, aber meist kriegt er noch rechtzeitig die Kurve, bevor seine manchmal etwas zu sehr ausufernden Beschreibungen anfangen, den Leser zu ermüden. Trotzdem sind derartige Romane Kaspers (er kann auch anders) eher interessant als unterhaltsam zu nennen. Immerhin kann man sich der Faszination seines Schreibstils nicht entziehen.

Wie so oft dichtet Kasper dem Perryversum auch diesmal wieder praktisch nebenbei irgendwelche kosmischen Geschehnisse an, von denen man noch nie zuvor etwas gehört hat; hier eine Negasphäre, da ein Kampf zwischen dem Chaotender QUENTAPHER und der Kosmischen Fabrik SAPHU, dann wieder diverse Feldzüge TRAITORS gegen Mächte mit seltsamen Namen - von dem namenlosen Wesen, das die Palkari erschaffen hat, ganz zu schweigen. All diese Dinge sind vermutlich reine Ausgeburten von Kaspers Fabulierwut und irrelevant für die weiteren kanonischen Geschehnisse. Das klingt zwar negativ, ist aber nicht so gemeint. Eigenkreationen der Autoren haben ja schon immer zu den interessanteren Aspekten des Perryversums gehört. Man sollte es damit nur nicht übertreiben.

Zwar bleiben Kaspers Protagonisten immer etwas kalt, manchmal fast seelenlos. Aber der Clou, dass Savoire und Isokrain ein Wesen auf dem Gewissen haben, das dem Leser nach der Lektüre dieses Romans trotz der für Kaspers Figuren typischen Distanz sympathisch wird, verfehlt seine Wirkung nicht. Auch hat die Geschichte um Latifalks vergeblichen Kampf gegen seinen "Todfreund" Canzuri, der ihm immer um eine Nasenlänge voraus ist, durchaus ihren Reiz.

Man kann sich übrigens unschwer vorstellen, was die Kolonnen-Fähre tun soll: Vermutlich soll sie die SOL durch den Grenzwall bringen. Und mit ziemlicher Sicherheit werden dann nicht nur Perry Rhodan und Kamuko (incl. Nachtlicht-Rüstung), sondern auch der Nukleus an Bord des Hantelraumers sein. Ihnen wird es irgendwie gelingen, GLOIN TRAITOR zu vernichten. Der Grenzwall wird zusammenbrechen, CHEOS-TAI wird folgen, et voilà: Fertig ist die Retroversion. TRAITOR wird dann keinen Grund mehr haben, sich in der Lokalen Gruppe herumzutreiben, und wird abziehen. Hoffentlich habe ich mit dieser Spekulation Unrecht, aber ich fürchte...

J. Kreis, 06.03.2009

Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2480
Weiter zu Nr. 2482