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Perry Rhodan Nr. 2472: TRAICOON 0096



Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Roi Danton hat wenig Zeit, den entscheidenden Schlag gegen CRULT vorzubereiten, denn der Nukleus, den er zur "Ablenkung" Antakur von Bitvelts braucht, wird in drei Monaten nach Hangay aufbrechen. Dantons Plan sieht vor, dass der Nukleus seine mentale Beeinflussung des Progress-Wahrers noch verstärkt, so dass dieser gezwungen ist, zu seiner eigenen Sicherheit Duale Kapitäne zu sich zu berufen. Einen davon will Danton mit der Atrentus-Methode von den Laboratenkrallen befreien, um ihn als Agenten zu benutzen, der in CRULT zwei Psi-Emitter zünden soll. Diese sollen die Verunsicherung des Progress-Wahrers weiter steigern. Am 16. Juli 1347 NGZ findet seine Mannschaft von der DARK GHOUL einen geeigneten Kandidaten. Aufgefangenen Kolonnenfunksprüchen zufolge hält sich Zerberoff im Kolonnen-Fort TRAICOON 0096 beim Planeten Woodlark auf, also ganz in der Nähe des Solsystems. Unter der Kennung eines kürzlich aufgebrachten Traitanks nähert die DARK GHOUL sich dem Kolonnen-Fort und kann ohne weiteres "zu Reparaturzwecken" andocken. Sofort gehen einige Mikro-Bestien daran, das Fort auszukundschaften und einen geheimen Weg in Zerberoffs Quartier zu finden.

Noch ahnen die Terraner nicht, dass ihre Mission eine doppelte Brisanz hat, denn Zerberoff hat den Auftrag, über das weitere Schicksal des Solsystems zu entscheiden, und angesichts der zunehmenden Bedrohung durch die Terraner ist er zu dem Schluss gekommen, dass die Versuche, Terra zu kabinettisieren, sich nicht mehr lohnen. Außerdem hat die Besatzung des Kolonnen-Forts nicht nur Hinweise auf die Existenz der BACKDOOR-Transmitterstrecke gefunden, sondern sogar den GESETZ-Geber CHEOS-TAI geortet. Zerberoffs schon vorbereitete Empfehlung zur Vernichtung des Solsystems ist lediglich noch nicht abgeschickt worden. Die Tarnung der DARK GHOUL fliegt zwar auf, aber Zerberoff glaubt älteren (ebenfalls gefälschten) Informationen, nach denen Traitank 1.199.188 im direkten Auftrag des Progress-Wahrers unterwegs ist. In seiner Angst, vor Antakur von Bitvelt zu versagen, unternimmt Zerberoff deshalb nichts.

Derweil gelangen die Mikro-Bestien ans Ziel. Zu ihnen gehört auch Rinka Porol, eine Mikro-Bestie, die sich nach Gesprächen mit der Feministin Lipica Atabinmek für weiblich hält und gerade erst ihre Legasthenie sowie ihre Schwierigkeit, links und rechts auseinander zu halten, überwunden hat. Die Mikros überwältigen Zerberoff, dann folgen terranische Einsatzkräfte und neutralisieren die Laboratenkrallen des Dualwesens. Durch Zugriff auf seine persönlichen Datenspeicher erfahren sie nun auch, welche Mission er eigentlich hat. Während der Behandlung, die längere Zeit andauert, muss Roi Danton einmal persönlich - natürlich in einer Zerberoff-Maske - in der Zentrale des Forts bei Kalbaron Awoko erscheinen, um zu verhindern, dass die Informationen über die Ortung CHEOS-TAIS weitergegeben werden. Als Awoko Verdacht schöpft und Zerberoffs Quartier aufsucht, hat der Duale Kapitän seinen freien Willen bereits zurückgewonnen. Aus Hass gegen TRAITOR im Allgemeinen und gegen Antakur von Bitvelt im Besonderen stellt er sich auf die Seite der Terraner, straft Awoko mit der Endogenen Qual ab und erklärt sich bereit, bei Roi Dantons Plan mitzuspielen.

Zerberoff bleibt im Fort zurück, als die DARK GHOUL abfliegt. Als Abschiedsgeschenk lässt der Duale Kapitän zuvor noch 3000 vollwertige Kampfanzüge für die Mikro-Bestien auf den Traitank bringen. Dann gibt er seinen Abschlussbericht zur Lage im Solsystem ab. Er empfiehlt eine Reduzierung der Belagerungstruppen. Die Entdeckung CHEOS-TAIS und der verdächtigen Raumschiffsbewegungen im Umfeld des Systems verschweigt er.

Kommentar:

Dieser unterhaltsame Roman enthält wieder einmal ein Kaleidoskop ausgefallener Ideen. Es fällt zwar nicht ganz so überbordend und bizarr aus wie im ersten Taschenbuch der Trilogie Das Rote Imperium, dennoch gehen die Beschreibungen merkwürdiger Wesen und Begebenheiten manchmal ein wenig zu Lasten der Spannung. Aber ich will nicht überkritisch sein; der Roman liest sich sehr angenehm, und es gibt andere Dinge, die mir nicht so gut gefallen - und die sind eher der Konzeption des ganzen Zyklus anzulasten.

Zum Beispiel ist es doch auffällig, wie gut den Terranern plötzlich alles gelingt und wie viel Glück sie seit einiger Zeit haben. Schon wieder fällt ein Gegner auf die alte Täuschung mit Traitank 1.199.188 herein und steht sich mit seinen Versagensängsten und dem Misstrauen gegenüber dem Progress-Wahrer selbst im Weg. Bei Dantyren II war es ganz genauso.

Außerdem geht mir Zerberoffs "Bekehrung" zu leicht und zu schnell. Ich hege nur geringe Hoffnung, dass Zerbi ein falsches Spiel spielt, und dass mit dem Titel des nächsten Romans - "Verrat auf CRULT" - ein ganz anderer Verrat gemeint ist, als Roi Danton es sich träumen lässt. Wie glaubwürdig ist es denn, dass Zerberoff plötzlich die Seiten wechselt - nur der Rache wegen? Auch das hatten wir schon einmal, aber bei Ekatus Atimoss lagen die Dinge anders, d.h. seine Situation war viel extremer und damit auch glaubwürdiger. Warum sollten Zerberoffs Charakter und Motivation sich nur deshalb grundlegend wandeln, weil er nicht mehr durch die Laboratenkrallen beeinflusst wird? Schließlich müssen Zerbone und Aroff schon vor ihrer Verschmelzung zum Dualwesen loyale Diener TRAITORS gewesen sein. Und die Laboratenkralle verhindert doch nur, dass jemand auf abweichende Gedanken kommt, sie zwingt ihm aber nichts völlig Neues auf. Jedenfalls habe ich das bisher so verstanden. Vor allem: Welche Vorteile hätte Zerberoff von einem Seitenwechsel? Er würde alle Macht aufgeben und sich auf die Seite der Verlierer stellen - denn von einem Sieg der Terraner über die Terminale Kolonne wird er ja wohl kaum ausgehen.

Insgesamt passt das alles in ein immer deutlicher werdendes Bild. Ich bezweifle immer noch, dass TRAITOR am Ende dieses Zyklus auf glaubwürdige Weise abserviert werden wird - dass die Terminale Kolonne besiegt oder wenigstens vertrieben werden wird, bezweifle ich aber nicht.

Übrigens: Seit wann kann man Ricodin-Verbundstoff ganz einfach mit Desintegratoren aufschneiden und hinterher wieder verschweißen? Die Mikro-Bestien verfahren so unter anderem mit Zerberoffs Kabinenwand. Ist das Zeug über Nacht minderwertig geworden?

J. Kreis, 04.01.2009

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