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Perry Rhodan Nr. 2466: Galaxis der Antikrieger



Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

In Ermangelung eines anderen Zeitvertreibs beschäftigt man sich auf der JULES VERNE zur großen Freude des Cheftechnikers Istorico endlich einmal in aller Ruhe und Ausführlichkeit mit Reparaturarbeiten, vor allem aber mit der Erkundung der von den Metaläufern vorgenommenen Um- und Anbauten. Durch intensive Praxistests findet Istorico heraus, dass der Wirkungsgrad der Schutzschirme enorm vergrößert und die Lebensdauer der Hyperkristalle verbessert wurde, vor allem aber, dass das Schiff jetzt eine deutlich höhere Reichweite hat. Anders ausgedrückt: Die JULES VERNE könnte die ca. 44 Millionen Lichtjahre entfernte Milchstraße aus eigener Kraft erreichen. Die Freude der Besatzung über diese Information wird kaum durch die Tatsache getrübt, dass der Flug selbst im Idealfall 44 Jahre dauern würde.

Unbemerkt von den Galaktikern arbeitet immer noch ein Metaläufer an Bord. Es ist der unfreiwillige Blinde Passagier Pan Greystat, ein für die Verhältnisse seines Volkes minderbegabter Techniker, der mit einer langsamen Auffassungsgabe, unendlicher Naivität und übertriebener Unterwürfigkeit gesegnet ist. Den Rang eines Metaläufers hat er nur aufgrund seiner überdurchschnittlichen Strukturläufer-Fähigkeiten erhalten. Beim Aufbruch der JULES VERNE war er so in seine Arbeit vertieft, dass er sich nicht rechtzeitig von Bord begeben konnte. Seither hat er dieses Problem einfach mental ausgeblendet, weitergearbeitet und sich Ersatzteile aus den Lagerbeständen des Hantelraumers besorgt. Genau dadurch wird er schließlich entdeckt, denn die Fehlbestände fallen auf. Istorico beauftragt Ekatus Atimoss mit der Untersuchung der Angelegenheit. Hinter dem Parapolschleier beobachtet der Dual den Metaläufer und findet auch dessen Versteck. Es gelingt ihm, das Vertrauen des verschüchterten kleinen Burschen zu gewinnen. Dieser ist mehr als nur beeindruckt von der Freundlichkeit, mit der die Galaktiker - insbesondere der von ihm zutiefst verehrte ehemalige Ritter der Tiefe - ihn aufnehmen. Stolz präsentiert er ihnen das Ergebnis seiner Arbeit: Er stellt einen tentonischen Kristall-Donator fertig. Was es damit auf sich hat, erfahren die Galaktiker, als Pan Greystat einen ausgebrannten Salkrit-Brocken damit bearbeitet - der Hyperkristall wird zu 96 Prozent wiederaufbereitet!

Die JULES VERNE hört Funksprüche aus der ca. 3000 Lichtjahre entfernten Galaxie Asdoran auf, die in der Relativgegenwart den Namen Barmand-Sternborn trägt. Die Galaktiker erfahren, dass CHEOS-TAI mit Waffengewalt die Kontrolle über das Vakacool-System übernommen hat. Perry Rhodan kontaktiert den Antikrieger-Bund, der die Kleingalaxie beherrscht. Tavocky U Arakay, der amtierende Staatssekretär des Bundes, ist zu einem persönlichen Gespräch bereit. Er hält Rhodan zwar für verrückt, als dieser anbietet, CHEOS-TAI mit einem kleinen Einsatztrupp zurückzuerobern, bringt die Gruppe jedoch selbst zum Ort des Geschehens. Ekatus Atimoss besteht darauf, dass sein neuer Freund, der Metaläufer, mit von der Partie sein soll. Offensichtlich haben die neuen Herren CHEOS-TAIS den GESETZ-Geber noch nicht vollständig unter Kontrolle, denn es gelingt dem Einsatzteam (zu dem auch Gucky, Icho Tolot und einige Laosoor gehören) problemlos, in das gewaltige Schiff einzudringen. Der Vormarsch wird jedoch schon bald durch verschlossene Schleusentore gestoppt - der Trupp kann nicht weiter vordringen, denn alle Wände bestehen aus Carit und sind für die Teleporter unpassierbar. Pan Greystat, der unter der Ausstrahlung des Ultimaten Stoffs leidet, erkennt jedoch Schwachstellen, an denen nur wenig Carit vorhanden ist. Er durchdringt sie mit großer Anstrengung und öffnet die Schleusen von der Innenseite aus. Dabei zieht er sich jedoch tödliche Verletzungen zu, denn ein Teil seiner Körpersubstanz bleibt buchstäblich in den Wänden hängen. Vor seinem Tod erhält er von seinem Freund, dem Dualwesen, eine neue Dotierung für diese Heldentat...

Die Galaktiker werden von einem Heromet entdeckt, der entkommen kann. Somit ist die Anwesenheit der Eindringlinge kein Geheimnis mehr.

Kommentar:

Dieser Kommentar wird kurz, denn ich kann nur sagen: Gut gemacht! So kurzweilig, humorvoll, mitreißend und teilweise sogar anrührend muss ein PR-Roman sein. Pan Greystats umständliche Denk- und Arbeitsweise wird genauso gut beschrieben wie die Reaktion des Stinkstiefels Curcaryen Varantir darauf und Perry Rhodans Retourkutsche, mit der er den Algorrian in die Schranken weist. Überhaupt finde ich: Rhodan hat zwar nur wenige Auftritte, aber sie sind sehr effektvoll. Genau so respektgebietend und sofortumschaltend stellt man ihn sich gern vor. Die Perspektive wechselt oft, was dem Roman aber nicht schadet - Istoricos Verhältnis zu seinem größten "Patienten" (gemeint ist die JULES VERNE), Jason Coltons Meinung dazu, die Eigenheiten Tavocky U Arakays, die Verhältnisse in Barmand-Sternborn, die Emotionen von Ekatus Atimoss und viele, viele andere kleine, aber selbst mit wenigen Worten toll skizzierten Szenen machen diesen Roman zwar nicht zu etwas Besonderem, aber zu einem einfach nur schönen Lesegenuss.

Schade nur, dass der sympathische kleine Metaläufer schon wieder sterben musste. Aber vielleicht ist es besser so, denn ein weiteres parabegabtes Wesen in Rhodans Team, das noch dazu Aggregate mit phantastischen Eigenschaften bauen kann, wäre vielleicht zu viel des Guten gewesen. Außerdem ist dieses Erlebnis, also der Tod eines Freundes, der sich für die Gemeinschaft opfert, möglicherweise wichtig für das charakterliche Heranreifen eines gewissen Dualwesens.

Die Frage der Handlungszeit ist zwar meiner Meinung nach noch immer nicht geklärt, aber das Jahr 1347 NGZ scheint sich einzubürgern. Zumindest zeigen die Borduhren der JULES VERNE immer noch den Juli dieses Jahres an. Sagen wir also: Handlungszeit = JV-Bordzeit.

J. Kreis, 23.11.2008




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Gastkommentar von Michael:

Mit 2460 habe ich vor einigen Wochen "Schluss gemacht" mit Perry Rhodan, da mir die Serie einfach nicht mehr gefallen hat. Zuviel Beschreibungen im unpersönlichen Erzählerstil, ganze Handlungsstränge bei denen sich Unwahrscheinlichkeiten und Ungereimtheiten die Klinke in die Hand geben und vor allem ein uninteressanter Schreibstil, der sich für mich liest wie kalter Kaffee schmeckt. Dennoch habe ich Deine Seite weiterhin regelmäßig konsultiert, vielleicht weil ich an Wunder glaube.

Animiert durch Deinen Kommentar, den ich im übrigen immer zuerst anlese, habe ich gerade 2466 gelesen und ich muss sagen, dass manchmal doch Wunder geschehen.

Den vorliegenden Roman empfinde ich durchaus als etwas Besonderes, insofern muss ich Dir in diesem einen Punkt widersprechen, denn er durchbricht bei mir die Schranke des sich-auf-eine-Erzählung-willig-einlassen-und-sich-schon-auf-die-nächste-Seite-freuen in wunderbarer Weise. Und seit einer langer Zeit ist dies die erste PR, dem das zu 100Prozent gelingt.

Gerade weil in diesem Roman eigentlich gar nicht viel passiert und vor allem keine kolossalen kosmischen Geschehnisse beschrieben werden, und es Michael Marcus Thurner dennoch gelingt, mit einfachen Stilmitteln einen anrührenden und mitreißenden Roman zu schreiben, sollte er als Vorbild für die Romane gelten, bei denen sich vor allem auf das wuchtige Exposé verlassen wird, um die Handlung voranzutreiben.

Im vorliegenden Fall sind es zudem nur die Randcharaktere (zu denen ich nach seiner Einführung auch Ekatus Atimoss zähle), die zu Wort kommen. Gerade dadurch gelingt eine neue, erfrischende Sichtweise mit teilweise überraschenden Einfällen (man denke nur an den Ara und seine Reaktion auf die Bemerkung zu seiner Abstammung). Auch die Beschreibung um die Erprobung der neuen Aggregate der JULES VERNE, finde ich rundherum gelungen. Der Autor versteht es sogar bei diesem Thema zu fesseln ohne sich in sinnentleerten Maßangaben wie Terawatt und Megatonnen zu verlieren. Auch alle anderen von Dir angeführten Szenen lesen sich prächtig in Thurners Roman (bei Perrys Rede sprang mir sein Konterfei von Seite 3 regelrecht entgegen).

Kurz und gut- ein wunderbarer Roman, bei dem ich nun auch nächste Woche gerne eine Ausnahme von meiner Rhodan-Abstinenz machen werde. Warum geht das nicht jede Woche so?



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