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Perry Rhodan Nr. 2462: Der Fund von Amienolc



Autor: Leo Lukas

Inhalt

Auch die SOL hat keinen Erfolg bei der Suche nach einem Weg in die abgeschottete Zentrumsregion Hangays. Da erscheint ein Quartier der Neganen Stadt im Sektor Amienolc. Das Segment ist beschädigt und droht zu zerfallen; es hat einen Angriff der Ordnungsmächte und einen Universenwechsel hinter sich. Von alldem ahnen die Solaner zunächst nichts, als sie das merkwürdige Objekt aus der Ferne in Augenschein nehmen. Es zeigt sich, dass kein Raumschiff (auch keine Einheit der Terminalen Kolonne) sich ihm im Überlichtflug nähern kann. Trim Marath, der zusammen mit seinem Freund Startac Schroeder von der RICHARD BURTON in die SOL versetzt wurde, besteht jedoch auf einer genaueren Untersuchung des hundert Kilometer langen, keilförmigen Objekts. Er spürt die Anwesenheit einer mächtigen, weisen Entität. Durch seine Fähigkeit des Kosmospürens ist er sogar in der Lage, der SOL den Weg zu weisen, so dass der Hantelraumer sich der Raumstation doch noch nähern kann.

Ein künstliches Kollektivwesen, das sich selbst als WirHier bezeichnet und aus unzähligen teilautarken Segmenten besteht, die so klein sind, dass sie praktisch materielos sind und aus reiner Information bestehen, wartet nur auf die Ankunft der SOL. WirHiers Aufgabe besteht darin, Xrayn zu dienen und die von Marath wahrgenommene Entität zu bewachen. Auch WirHier wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und regeneriert sich gerade erst wieder. Dazu könnte es die Ressourcen der SOL gut gebrauchen - was gleichbedeutend mit der völligen Vernichtung des Schiffes und seiner Besatzung wäre. Dieser "Quartiermeister" steuert alle Vorgänge im Fragment der Neganen Stadt und heißt die SOL auf die gleiche Weise willkommen, wie es bei den Vorbereitungen zur Tempolaren Zeremonie geschieht. Mit dem Begriff "Negane Stadt" können die Solaner natürlich nichts anfangen und bleiben vorsichtig. Zu WirHiers Enttäuschung wird ein Kreuzer zur Erkundung des Quartiers vorgeschickt.

Schon recht bald entdeckt der Einsatztrupp eine 70 Meter durchmessende "Schneekugel", bei deren Insassen es sich um niemand anderen handelt als den Weltweisen von Azdun, dem Perry Rhodan vor 20 Millionen Jahren in Tare-Scharm begegnet ist. Ronald Tekener ist sehr überrascht, als sich diese Entität im mentalen Kontakt mit dem Zeroträumer Benjameen da Jacinta bereit erklärt, mit jemandem vom Kaliber Rhodans zu sprechen. Tekener kommt als Aktivatorträger für diese Aufgabe in Betracht, kann dem Weltweisen aber auch nur ein paar Informationen über dessen Begegnung mit Rhodan sowie eine Warnung vor dem Quartiermeister entlocken. Tekener erfährt auch, dass die Negane Stadt sich erst in 1000 Jahren vollständig in Hangay manifestieren wird. Der Weltweise erklärt, er sei es müde, im Dienst der Chaosmächte zu stehen und wolle deshalb zusammen mit dem Weltenfragment untergehen.

Tekener ist nicht bereit, sich die Gelegenheit entgehen zu lassen, die sich hier bietet. Er will das Wesen und dessen 30 Millionen Jahre umfassendes Wissen retten. Die SOL wird herbeigerufen, damit die "Schneekugel" mit Desintegratoren und Traktorstrahlen geborgen werden kann. Jetzt wird WirHier aktiv, denn nun muss er nicht nur die SOL erobern, um sich selbst zu retten, sondern auch verhindern, dass der Weltweise entführt wird. Seine mikrominiaturisierten Elemente versuchen die Rechner der SOL zu übernehmen, gleichzeitig entstehen Waffen, die den Landetrupp angreifen und die "Schneekugel" zurück auf das Weltenfragment ziehen. WirHiers Elemente sind praktisch unzerstörbar. Erst als Trim Marath in Todesangst den psi-materiellen Schwarzen Zwilling entstehen lässt, zeichnet sich eine Wende ab. Der Schwarze Zwilling zertrümmert WirHiers Pseudokörper und verschafft den Solanern die Erkenntnis, dass man den Feind nur auf übergeordneter Ebene bekämpfen kann. Durch den Einsatz von PIEPERN wird WirHier letztlich bezwungen. Kurz nach dem Abflug der SOL (mit dem Weltweisen an Bord, der hierüber nicht erfreut ist) explodiert das Quartier.

Kommentar:

Das Positive wieder zuerst: Leo Lukas liefert einen unterhaltsamen Roman ab, der einige recht nette Charakterzeichnungen enthält. Es gelingt ihm, die Hauptfiguren zum Leben zu erwecken und kleine Details hinzuzufügen, die ihnen mehr Profil verleihen. Zum Beispiel Tekeners Angewohnheit, mit dem Finger auf die Armlehne seines Kommandosessels zu klopfen. Das hat er sich in der Zeit angewöhnt, in der Kirmizz der Herr der SOL war, und jetzt ist es wohl zu einer schlechten Gewohnheit geworden, die er unterdrückt, wenn er sie bemerkt. Das sind nur Kleinigkeiten, aber sie sind wirkungsvoll. Dennoch würde ich diesen Roman eher als einen der schwächeren von LL bezeichnen.

Ansonsten fällt mir nämlich nichts ein, was zu loben wäre. Das Erscheinen des Weltweisen und dessen Entführung durch die Solaner ist wieder einer dieser völlig unglaubwürdigen Zufälle, die insgesamt vermutlich am Ende des Zyklus irgendwie dazu führen werden, dass TRAITOR doch besiegt werden kann - was eigentlich unmöglich sein dürfte. Allerdings muss es erst einmal gelingen, den Weltweisen zur Kooperation zu bringen. Aber da ist ja noch Atlan, der sich ebenso wie Perry Rhodan noch immer als Ritter der Tiefe ausweisen kann. Ich bezweifle nicht, dass der Weltweise Atlan einige sehr wichtige Informationen geben wird. Vielleicht lässt er den Arkoniden ja auch in seine "Schneekugel" hinein und ermöglicht ihm auf diese Weise das Vordringen in die Kernzone Hangays? Warum erscheint das Quartier des Weltweisen eigentlich 1000 Jahre zu früh in Hangay? Gut - anscheinend hat es einen Kampf gegeben und die Quartiere mussten unkoordiniert fliehen. Ein bisschen arg konstruiert kommt einem das aber doch vor. Dass die Solaner kaum von der Strangeness beeinträchtigt werden… was soll's. Dass die Autoren die Gegebenheiten des Perryversums immer wieder ignorieren, ist ja nichts Neues.

WirHier könnte man als "Monster der Woche" bezeichnen: Irgendein fieser Gegner, von dem man noch nie zuvor gehört hat, der dafür sorgt, dass der Einsatz der Solaner nicht ganz reibungslos abläuft, und der dann auf Nimmerwiedersehen aus der Serie verschwindet. Es würde mich übrigens mal interessieren, woher das Quatier gekommen ist. Vielleicht direkt aus Tare-Scharm, d.h. hat es eine Zeitreise hinter sich? Oder war die Negane Stadt zwischendurch noch woanders aktiv?

Ich möchte übrigens nicht versäumen, mich an dieser Stelle nochmals für alle Antworten auf meine Frage von vor zwei Wochen zu bedanken, die immer noch eingehen!

J. Kreis, 26.10.2008


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