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Perry Rhodan Nr. 2459: Komplex Astrovent



Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Als sich Traitank 1.199.188 - von Roi Danton auf den Namen DARK GHOUL getauft - der Hundertsonnenwelt bis auf 300 Lichtjahre genähert hat und zu orten beginnt, erleben die Terraner eine Überraschung: Die Zentralwelt der Posbis ist verschwunden. Man ortet lediglich schwere Störungen des Raum-Zeit-Gefüges in diesem Bereich. Der Traitank fliegt weiter und durchstößt in ca. 10 Lichtminuten Entfernung zur Hundertsonnenwelt offenbar eine Art Barriere, denn plötzlich sind sowohl der von Kunstsonnen beleuchtete Planet als auch 300.000 deaktivierte Fragmentraumer, 536 Chaos-Geschwader, 38 Kolonnen-Forts und ein vollständiges Fabrik-Ensemble zu sehen. Auch Aarus-Zorm ist noch zugegen. Dann wird ein 24.000 Kilometer durchmessender Ring aus 2121 im ultrahohen Frequenzbereich strahlenden Energiefeldern gefunden. Roi Danton begreift sofort, dass es sich um Kabinette handelt - die Hundertsonnenwelt ist also der Bauplatz für VULTAPHER! Damit ist klar, wofür die Kodebezeichnung Komplex Astrovent steht. Tatsächlich trifft wenig später ein weiteres Kabinett ein.

Am liebsten würden die Terraner gleich wieder verschwinden und diese Nachricht zum Solsystem bringen, um einen Angriff auf den entstehenden Chaotender mit Strukturbrenner-Torpedos in die Wege zu leiten. Dummerweise wurde aber schon Funkkontakt mit den Kolonnen-Kräften aufgenommen, so dass eine Umkehr von diesen sofort als Fluchtversuch erkannt werden würde. Danton ist daher gezwungen, sich mit seinem Gefolge zur Kolonnen-Fabrik TRAIGOT-1105 zu begeben und den überheblichen Dualen Kapitän Dantyren zu spielen. Er wird von Kalbaron Ecktim mit dem Kolonnen-Geometer Noryn Chapan bekannt gemacht. Dieser hat die Hundertsonnenwelt wegen ihrer Abgelegenheit und aufgrund einer in diesem Sektor herrschenden außergewöhnlichen hyperphysikalischen Stabilität als idealen Bauplatz für VULTAPHER identifiziert. Wie auf's Stichwort erscheint ein gewaltiges UHF-Potential, das vor kurzem auch in der Nähe des Solsystems geortet worden ist. Es handelt sich um MINATERG, das Herz des Chaotenders. Mit ihm trifft auch Kirmizz bei der Hundertsonnenwelt ein. Dieser beordert Roi Danton alias Dantyren zu einem persönlichen Treffen unter vier (bzw. sechs) Augen. Danton hat keine Wahl, er muss dieser Aufforderung folgen, obwohl die von seiner Kokonhülle verursachten Schmerzen ihn schon fast überwältigen. Er durchschreitet ein Transmitterfeld und findet sich auf der Hundertsonnenwelt wieder, aber von Kirmizz ist keine Spur zu sehen.

Kaum noch bei Bewusstsein versteckt Danton sich in einer Art Hütte. Er begegnet den Posbis Gessounin und Zaubilski, die ihm helfen. Gessounin ist der vermutlich erste positronisch-biologische Roboter, der Paragaben entwickelt hat. Er ist Relevanzdetektor (er kann spüren, wo und wann sich etwas Wichtiges ereignen wird) und Temporalremovator (er kann die Zeit anhalten und quasi "zurückdrehen"). Als Danton wieder bei Kräften ist, kann er Kirmizz gegenübertreten. Allerdings verläuft das Gespräch mehr als ungünstig. Der Chaotenderpilot durchschaut Dantons Maskerade und bricht ihm das Genick. Kurz vor Dantons Tod greift Gessounin ein, der die Zeit zurückdreht. Danton darf weiterleben und das Gespräch mit Kirmizz erneut führen, um Fehler zu vermeiden. Er spielt diesmal die halb wahnsinnige Missgeburt, die der echte Dantyren-2 ja tatsächlich war. Seine Schmerzen, die ihn am Ende die Besinnung verlieren lassen, helfen ihm diesmal ausnahmsweise. Kirmizz wendet sich mit einer verächtlichen Bemerkung ab und lässt Dantyren liegen - er gönnt dem verhassten Progress-Wahrer einen solch minderwertigen Diener. Er veranlasst deshalb sogar, dass "Dantyren" auf die DARK GHOUL zurückgeschafft wird, die am 3. Juni 1347 NGZ endlich zur Milchstraße zurückfliegen kann. Danton muss operiert werden, denn die durch die Kokonmaske aufgezwungene Fehlhaltung hat zum Absterben größerer Gewebemengen im Unterleibsbereich geführt.

Von allen unbemerkt spielt sich gleichzeitig etwas ab, das die Posbis als "kybernetische Konspiration" bezeichnen. Die Hyperinpotronik der Hundertsonnenwelt hat Kontakt zur Supratronik eines Traitanks erhalten und es fertig gebracht, diese zu einer Art Wettkampf herauszufordern, mit dem festgestellt werden soll, welche der beiden künstlichen Intelligenzen der anderen überlegen ist. Die Hyperinpotronik verliert zwar, behauptet aber, nur einen Teil von sich selbst für das Spiel eingesetzt zu haben. Die offenbar durch den somit zu leicht errungenen Sieg in ihrer Ehre gekränkte Supratronik verlangt daraufhin, die Hyperinpotronik solle all ihre Kräfte zusammenziehen. Darauf hat die Hyperinpotronik nur gewartet, denn zu den Fragmenten, die sie nun zur Hilfe ruft, gehört auch der mit Zaubilski verschmolzene Gessounin. Dieser manipuliert einige Speicherinhalte und Programmbestandteile mit seiner Paragabe der Temporalremovation derart, dass die Supratronik nicht mehr zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft unterscheiden kann. Sie wird somit durch totale Verwirrung komplett lahm gelegt. Die Hyperinpotronik hofft, dass diese Lähmung auf alle miteinander vernetzten Supratroniken TRAITORS übergreifen wird, aber so weit kommt es nicht. Eine andere Supratronik hat Verdacht geschöpft und den "infizierten" Traitank rechtzeitig vernichtet. Da die Hundertsonnenwelt ebenfalls zu einem Kabinett VULTAPHERS umgewandelt werden soll, bleibt TRAITORS Strafe milde. Nur Gessounin und Zaubilski werden vernichtet. Tatsächlich fallen aber nur ihre Robotkörper den Feuerschlägen eines Traitanks zum Opfer. Ihr künstliches Bewusstsein wurde Millisekunden zuvor insgeheim per Datentransfer an eine Drohne übertragen und somit gerettet. Wenig später erhalten sie neue Körper.

Kommentar:

Wieder einmal stellt Hartmut Kasper unter Beweis, dass er nicht nur ungewöhnliche Ideen hat, sondern diese auch in wohlgesetzten Formulierungen vermitteln kann. Er schafft es, den Maschinen-Intelligenzen der Hundertsonnenwelt und TRAITORS eine besondere Note zu verleihen, durch die sie bei aller Vermenschlichung der Posbis ein wenig fremdartig wirken. Kasper stopft seine Romane immer mit unzähligen Details voll, die zwar nicht unbedingt relevant für die Handlung sind, aber doch so gut dazu passen, dass man nicht auf sie verzichten möchte. So nimmt er die Kampfspiele der beiden Supercomputer als Aufhänger, um einige bizarre Szenen zu konstruieren. Außerdem fügt er dem Bild der Posbis einige neue Details hinzu. Wer hätte gedacht, dass sie jemals Paragaben entwickeln würden? Mich würde mal interessieren, ob das nur wegen Gessounins Bioplasmazusatz möglich ist, oder ob Kasper meint, auch ein reiner Roboter könne mit seinem künstlichen Bewusstsein psionische Energie nutzen.

Egal: Das ist ein sehr schöner Roman, den ich mit größtem Vergnügen gelesen habe. Nur eine Sache hat mich gestört: Dantons vermeintlicher Tod. Ich habe es allmählich satt, dass die Autoren diverse Hauptpersonen immer wieder in vermeintlich definitiv ausweglose Situationen bringen oder sie sogar tatsächlich sterben lassen, nur um das Ganze danach auf mehr oder weniger fadenscheinige Weise ungeschehen zu machen. Mal stellt sich alles als Traum, Vision oder Trugbild heraus, mal wird es auf noch abstrusere Weise rückgängig gemacht wie in diesem Roman - diesmal wurde buchstäblich die Zeit zurückgedreht. Ätsch! Veräppelt! Solche billigen Effekte könnten die Autoren sich wirklich sparen. Wenn schon, dann sollten sie den Mut haben, wirklich einen Unsterblichen abzuservieren. "Wunschkandidaten" hätte ich schon: Dao-Lin-H'ay zum Beispiel.

Nun kennen wir den Bauplatz VULTAPHERS und die Bedeutung von Komplex Astrovent - es war zwar nahe liegend, aber ich bin ehrlich gesagt nicht darauf gekommen. Zu Recht fragen die Terraner sich, wie weit der Chaotender schon fertig gestellt sein mag. Man muss sich klar machen, dass die Anwesenheit von 2122 Kabinetten vermutlich bedeutet, dass wohl schon ebenso viele Planeten vernichtet worden sind! Welche Planeten das sein mögen? Ob sie alle aus der Milchstraße stammen? Allerdings zweifle ich nicht daran, dass es den Terranern gelingen wird, VULTAPHER zu vernichten bzw. seine Entstehung zu verhindern. Damit verpufft diese Bedrohung schon wieder. Nur: Wie genau wollen sie vorgehen? Einfach alle UHF-Potentiale mit Strukturbrennern zerstören? Schon mal daran gedacht, dass zu diesen Kabinetten z.B. auch Drorah gehört? Durch ihre Erfahrungen mit ZENTAPHER sollte den Terranern klar sein, dass in diesem Kabinett durchaus noch Akonen leben...

J. Kreis, 03.10.2008


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