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Perry Rhodan Nr. 2458: Der zweite Dantyren



Autor: Leo Lukas

Inhalt

Der zweite Dantyren wird von der Terminalen Kolonne eher als missratene Schöpfung angesehen - die Danton-Hälfte wäre beim Entstehungsprozess beinahe gestorben, außerdem reichen seine Fähigkeiten nicht annähernd an die des ersten Dantyren heran. Deshalb wurde er auf den von Blues und Akonen besiedelten Bergbauplaneten Liforno in der Eastside der Milchstraße gebracht, wo er sich erst bewähren soll. Er veranstaltet Pogrome, um die rebellischen Siedler unter seine Knute zu zwingen, erweist sich aber als völlig ungeeignet selbst für die einfachsten Verwaltungsaufgaben. Die Besonderheit dieses Dantyren besteht darin, dass beide Hälften sich sehr wohl bewusst sind, nur Kopien zu sein. Sie wissen auch, dass es nach ihnen keinen weiteren Dantyren geben wird, denn beide "Urbilder" gelten bei TRAITOR als vernichtet. Am 24. Mai 1347 NGZ wird die Ankunft eines Traitanks angekündigt. Dantyren, der schon kurz zuvor Besuch von einem Terminalen Herold hatte, der ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben hat, dass er die Erfolge des ersten Dantyren mindestens zu verdoppeln habe, glaubt an einen weiteren Kontrollbesuch. Tatsächlich handelt es sich jedoch um den von Roi Danton gekaperten Traitank Nr. 1.199.188, der wenige Tage zuvor von als Ganschkaren und Mor'Daer maskierten Terranern sowie den von Senego Trainz angeführten Mikro-Bestien besetzt und so weit wie möglich für die Zwecke der Terraner umgebaut worden ist.

Der Plan der Terraner besteht darin, den echten Dantyren auszuschalten. Roi Danton soll seine Rolle übernehmen und somit die höchsten Führungsebenen TRAITORS infiltrieren. Da zu befürchten ist, dass Antakur von Bitvelt den Schwindel schnell durchschauen wird, bittet Reginald Bull den Nukleus, den Progress-Wahrer mental zu beeinflussen. Das Kollektivwesen willigt ein und sorgt mit seinen Aktivitäten auf CRULT für erhebliche Aufregung: Antakur von Bitvelt glaubt an einen bevorstehenden Angriff übergeordneter Art und zieht seine Chaos-Geschwader um CRULT zusammen. Derweil müssen die Terraner auf Liforno eine Möglichkeit finden, die Launen des zweiten Dantyren und das Misstrauen zweier Awour zu überstehen, denn ihre Masken sind alles andere als perfekt. Die Besatzung des Traitanks besteht die Prüfung bei Dantyrens erstem Inspektionsbesuch, aber die Awour wollen Kontakt mit CRULT aufnehmen, denn die Terraner haben behauptet, sie seien mit einem Spezialauftrag der Dienstburg unterwegs. Die Mikro-Bestien beseitigen dieses Problem auf ihre Weise und richten es so ein, dass es aussieht, als ob die Awour sich gegenseitig umgebracht hätten. Außerdem machen sie Dantyrens Privatquartier ausfindig.

Jetzt schlägt Dantons Stunde. Er legt seine Kokonmaske an und begibt sich in Dantyrens Quartier, geschützt durch die Dunkelfelder einiger Mikro-Bestien, die ihn begleiten. Er liest Dantyrens private Aufzeichnungen aus und erfährt so, dass Komplex Astrovent irgend etwas mit den Posbis zu tun haben muss - ein Koordinatensatz, der Dantyren im Zusammenhang mit Astrovent übermittelt wurde, bezeichnet den Standort der Hundertsonnenwelt. Dummerweise benutzt der echte Dantyren einen Geheimeingang, von dessen Existenz Danton nichts wusste. Der Duale Kapitän zwingt den überrumpelten Danton mit der Endogenen Qual in die Knie, aber es gelingt Danton, die robotische Yrendir-Hälfte seiner Kokonmaske dazu zu bringen, einen der vorformulierten Sätze aufzusagen - diesen interpretiert Dantyren als Attacke und konzentriert die Endogene Qual auf den Roboter-Kopf, womit er natürlich ins Leere stößt. Als Dantyren somit abgelenkt ist, gibt Danton sich als das Original zu erkennen. Dantyren ist schockiert und reagiert nicht, als der Terraner sich einen in der Kokonmaske versteckten Strahler schnappt und das Dualwesen erschießt. Danton desintegriert die Leiche und schickt sich an, in der Rolle Dantyrens zu seinem nächsten Ziel aufzubrechen: Zur Hundertsonnenwelt.

Kommentar:

Leo Lukas schreibt zum Glück alles in allem zu gut, als dass man selbst seinen missratensten Romanen nicht doch noch wenigstens ein bisschen Lesevergnügen abgewinnen könnte, und das gilt auch für diesen Roman. Einige Kapitel sind durchaus gut gelungen, und die Fortsetzung des typisch terranischen Überrumpelungseinsatzes macht Spaß, wenn man die Leichtigkeit, mit der unseren Helden wieder einmal alles gelingt, erst einmal geschluckt hat. Es gibt aber auch so manches, was einem übel aufstößt. Da wäre zum Beispiel die Nebenfigur Lipica Atabinmek, deren völlig überzeichnetes Feministinnengehabe in der Welt des 14. Jahrhunderts NGZ nicht mal ein Anachronismus ist, sondern schlicht Blödsinn. Ich würde zwar nicht so weit gehen, sie als "Psychopathin der Woche" zu bezeichnen und im Grunde habe ich gegen derartige "Individualisten" oder Figuren mit irgendwelchen Schrullen und Macken gar nichts einzuwenden - aber sie müssen richtig eingesetzt werden. In der Führungscrew angeblich handverlesener TLD-Topagenten, die sich in einem extrem brisanten Einsatz befinden, hat so jemand einfach nichts verloren, denn er stellt nichts anderes dar als ein Sicherheitsrisiko.

Leider enttäuscht auch der zweite Dantyren, zumal er ja schon kurz nach seinem Auftritt wieder abserviert wird. Er ist nicht annähernd so interessant wie der erste Dantyren, dessen innere Konflikte ja mehrmals sehr gut dargestellt worden sind und der wenigstens für gewisse Zeit ein wirklich gefährlicher Gegner war. Leo Lukas macht sich nicht die Mühe, Dantyrens Charakter weiter auszuarbeiten. Er klammert alle möglichen Konflikte einfach aus. Dantyren Nr. 2 ist bei ihm nur ein psychopathischer Bösewicht. Begründet wird das wohl damit, dass er sich seiner Herkunft bewusst ist und nicht glaubt, das Original zu sein. Okay, akzeptiert, aber genau das hätte man doch als Aufhänger für noch schlimmere Seelenqualen als die des ersten Dantyren nehmen können. Was muss in einem Wesen vorgehen, das halbiert und mit einem anderen Wesen verschmolzen wurde? Und das dann auch noch erfährt, nur ein Klon zu sein? Eigentlich hätte Dantyren Nr. 2 eine bessere Behandlung verdient, zumindest hätte man noch anderen Autoren (ich denke da vor allem an Hartmut Kasper) die Chance geben können, sich in weiteren Romanen an ihm zu versuchen. Diese Chance wurde verschenkt. Schade.

J. Kreis, 28.09.2008


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