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Perry Rhodan Nr. 2455: Sieg der Moral



Autor: Uwe Anton

Inhalt

Die Dinge könnten nicht unterschiedlicher für Mondra Diamond und Perry Rhodan laufen: Während die ehemalige TLD-Agentin immer wieder von dem Verräter Vanta Aquinto verhört wird und erbittert zusehen muss, wie Dyramesch Aufzeichnungen ihres fehlgeschlagenen Kaperversuchs auf ganz Evolux ausstrahlen lässt, gelingt es Rhodan, Tolot und den Yakonto problemlos, in den GESETZ-Geber vorzudringen. Rhodan betritt die Zentrale, wird als befehlsberechtigt anerkannt und erfährt nun auch den Namen des gigantischen Raumschiffs: Es ist CHEOS-TAI!

Im Para-Block erhalten Castun Ogoras und die anderen Yakonto erneut mentalen Kontakt mit AMU und erfahren die Geschichte dieser Entität. Das Geisteswesen ist vor vielen Jahrmillionen aus einem Volk von Wasserstoff-Methan-Atmern namens Amugath hervorgegangen. Es war Zeuge eines Refaktiven Sprungs geworden, allerdings hatte sich dabei ein Quant der Finsternis mit dem Psi-materiellen Avatar AMUS verbunden, der sich an Bord des Obelisk-Raumers GAHISH befunden hatte. Nach der Verschmelzung hatte AMU dieselben Qualen erdulden müssen wie das Quant der Finsternis. Sie hatte das Bewusstsein verloren, ihr Avatar war in den Hyperraum geschleudert worden. Stattdessen war eine pseudomaterielle Projektion AMUS entstanden, die die einzige in der Nähe befindliche Form angenommen hatte: Die eines schwarzen Obelisken. Dieser Obelisk war schattenlos, denn AMUS Korpus war nur noch ein Schatten ihrer einstigen Erscheinungsform. AMU hatte sich danach einige Zeit lang auf Cyprona aufgehalten, musste aber schwer unter dem Vibra-Psi leiden. Die unter dem Einfluss des Vibra-Psi entstandenen Nega-Cypron hatten sich von AMU angezogen gefühlt und waren in ihr Inneres teleportiert, wobei sie AMUS Form in sich aufnahmen und die Fähigkeit entwickelten, mittels eines paraphysikalischen Spiegelfeldes jede beliebige andere Gestalt anzunehmen. AMU verließ Cyprona wieder, um zu verhindern, dass die Nega-Cypron sich durch den Kontakt mit ihr selbst schädigen konnten. Sie suchte Zuflucht vor dem nach der Retroversion in Tare-Scharm tobenden hyperphysikalischen Chaos und erreichte schließlich den Raumsektor Alufir, wo wegen der Nähe eines Kosmischen Messengers weniger Hyperstürme tobten als in der restlichen Galaxie. Dort begegnete sie CHEOS-TAI, der ihr Asyl hinter seinem Zeitschirm gewährte.

CHEOS-TAI war zwar nach der Retroversion schwer beschädigt, ist inzwischen aber wieder zu hundert Prozent einsatzbereit. Rhodan fliegt sofort mit ihm nach Evolux und sorgt dafür, dass Dyramesch keinen Kontakt mit dem GESETZ-Geber aufnehmen kann. Er selbst fordert die Übergabe der JULES VERNE. Dyramesch, der zwar ein Technokrat, aber kein gewissenloser Bösewicht ist, hat Mondra und ihr Team zwar inzwischen begnadigt, kann es sich aber nicht erlauben, auf Rhodans Forderung einzugehen, denn das würde seine Machtposition gefährden. Er beabsichtigt, sich dem GESETZ-Geber persönlich mit der PENDULUM entgegenzustellen, doch die noch nicht ganz durchgetestete Kobaltblaue Walze erleidet schon beim Start eine Fehlfunktion. Ob es sich um einen echten Fehler handelt, oder um eine von der Tentonen-Besatzung gegen Dyramesch gesponnene Intrige, bleibt ungeklärt. Am Ergebnis würde sich ohnehin nichts ändern: Die PENDULUM muss wieder landen, und auf Evolux herrscht Aufruhr, denn ein Fabrikationsfehler in einer Kobaltblauen Walze ist eine so ungeheuerliche Katastrophe, dass die Weiße Welt womöglich ihren Status als Werftplanet der Kosmokraten verlieren wird.

Das können Wan Ahriman und die anderen heimlichen Herrscher der Yakonto nicht dulden. Sie erheben sich aus ihren Überlebenstanks und ordnen eine Arbeitsniederlegung an - somit wird auf Evolux nichts mehr produziert. Dyramesch zieht die Konsequenzen aus einer einfachen Berechnung: Bliebe er im Amt, so wäre eine Effizienzminderung um mehrere Prozent zu erwarten. Also tritt er zurück und verlässt Evolux mit seiner Geometrischen Yacht. Die alten Räte lösen die linientreuen Yakonto des neuen Sequenz-Rats mit Vanta Aquinto an der Spitze ab und übernehmen somit wieder ihren angestammten Platz als Beherrscher von Evolux. Rhodan verfolgt diese Umwälzungsprozesse mit gemischten Gefühlen, denn ihm ist inzwischen klar geworden, dass das Verlangen der Kosmokraten nach einer Effizienzsteigerung ganz bestimmte Gründe haben muss...

Die JULES VERNE wird in einen Hangar des GESETZ-Gebers gebracht. Da einer Rückkehr nach Terra nun nichts mehr im Wege steht, will Rhodan unverzüglich aufbrechen. Die Algorrian, die am ehesten mit CHEOS-TAIS Ultra-Hightech zurechtkommen, sollen den GESETZ-Geber befehligen. Sie sind hierzu zwar bereit, lassen ihre Kinder jedoch in der Obhut der Yakonto zurück. Nach dem Ende des Hangay-Feldzugs wollen sie sich ebenfalls dort niederlassen. Auch AMU bleibt bei den Yakonto. Ihre erste "Amtshandlung" besteht darin, dass sie Wan Ahriman zur Besinnung bringt, bevor dieser die Werftbuße über Vanta Aquinto verhängt.

Kommentar:

Und wieder einmal weht der "Hauch des Kosmischen" durch einen Perry Rhodan - Roman, aber diesmal hätte ich lieber darauf verzichtet. Ich meine damit den "Erklärwahn", der seit einiger Zeit immer wieder für die Entmystifizierung alter, einst rätselhafter Elemente des Perryversums sorgt. Diesmal trifft es die Cynos, die ja ohnehin in den letzten Jahren allzu oft an allen möglichen Brennpunkten des kosmischen Geschehens aufgetreten sind. Muss man denn wirklich immer alles erklären, und dann auch noch mit einem solch üblen "Hypertechnobabble" wie in diesem Roman? Muss denn immer alles mit allem zusammenhängen? Musste auch noch die Brücke zum Element der Finsternis geschlagen werden, aus dessen Verbindung mit den On- und Noon-Quanten eines Sporenschiffes bekanntlich die Quanten der Finsternis hervorgegangen sind? Ich finde: Man hätte es bei den bisherigen Informationen belassen können. Die Herkunft des Schwarzen Obelisken und die Gründe für die Eigenheiten der Cynos wären besser im Dunkeln geblieben, dann hätten die Cynos ihren Nimbus des Geheimnisvollen behalten können. Der ist nun verloren gegangen - je mehr man erklärt, desto mehr entzaubert man auch. Schade.

Abgesehen davon gefällt mir der Roman richtig gut. Besonders schön finde ich, dass Rhodan mal einige interessante Überlegungen zum Thema "Moral und Effizienz" sowie zu den Zielen der Kosmokraten anstellt, und dass er das Thema schlüssig durchdenkt. Ebenso klasse finde ich sein vielleicht etwas nassforsches, auf jeden Fall aber konsequentes Auftreten mit CHEOS-TAI bei Evolux. Nach diesem Roman kann man übrigens auch keine Zweifel mehr daran haben, dass Dyramesch kein Betrüger ist, sondern wirklich für einen Paradigmenwechsel der Kosmokraten steht - eine gewandelte Einstellung der "Hohen Mächte" zu moralischen Fragen, die wohl schon zum ersten den Terranern bekannt gewordenen Einsatz der Tentonen (der UFOnauten) geführt hat. Ich finde es lobenswert, dass Dyramesch nicht einfach nur ein Bösewicht ist, sondern jemand, der - möglicherweise aus guten Gründen - an die Richtigkeit seiner Mission und seiner Vorgehensweise glaubt. Natürlich kommt sein Rücktritt Rhodan nur allzu gelegen, aber man kann diese Aktion durchaus akzeptieren, denn sie ist nur konsequent für den kalten Rechner Dyramesch, dem es nicht um Gefühle oder Macht, sondern nur um die Sache geht.

Tja, nun hat Rhodan nicht nur einen GESETZ-Geber, sondern ausgerechnet CHEOS-TAI, also jenes Schiff, dem bei der Retroversion eine herausgehobene Rolle zugekommen ist. Der wievielte kaum glaubwürdige Zufall seit PR 2450 ist das jetzt? Übrigens finde ich es ein bisschen befremdlich, dass der Schauplatz Evolux zum Ende dieses Roman-Viererblocks (Ok, eigentlich war's diesmal ein Sechserblock) schon wieder verlassen wird und damit vermutlich dauerhaft abgehakt ist.

J. Kreis, 06.09.2008


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