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Perry Rhodan Nr. 2450: Evolux

Autor: Robert Feldhoff

Inhalt

Dass der Not-Kontextsprung erfolgreich war, erkennt die Besatzung der JULES VERNE daran, dass sämtliche höherwertige Technik ausfällt. NEMO schaltet zum Beispiel selbsttätig auf biopositronischen Betrieb um. Also muss das Schiff die Relativgegenwart, zumindest aber die Zeit nach der Hyperimpedanz-Erhöhung (die 1331 NGZ erfolgt ist) erreicht haben. Die Zeitreise über 20 Millionen Jahre hinweg ist nicht ohne Folgen geblieben. Die Cypron-Sphäriker haben den Schock nicht überlebt, sämtliche Vorräte an hochwertigen Hyperkristallen sind deflagriert und der Kontextwandler ist zu Schrott zusammengeschmolzen. Von Kamuko fehlt jede Spur. Immerhin: Die Wächtersäulen sind zu Staub zerfallen und stellen keine Gefahr mehr dar. Nur mit Mühe kann das Schiff den Gravitationskräften des Schwarzen Lochs Margin-Chrilox und den im Zentrumsbereich Tare-Scharms tobenden überstarken Hyperstürmen entkommen. Sobald die JULES VERNE sicheres Gebiet erreicht hat und als die Strangeness abgeklungen ist, beginnen die Reparaturarbeiten. Perry Rhodan ruft seiner Führungscrew ins Bewusstsein, dass es schon unter den Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz fast unmöglich wäre, die 45 Millionen Lichtjahre bis zur Milchstraße zu bewältigen, dass diese Erwägungen aber hypothetisch bleiben müssen, da der Hantelraumer nur noch einen Aktionsradius von etwas über 60 Lichtjahren besitzt. Rhodan verwendet die letzten Hyperkristalle deshalb zur Absetzung eines permanenten Notrufs über Hyperfunk.

Es dauert nicht lang, bis sich fremde Raumschiffe der JULES VERNE nähern. Die eleganten Schiffe werden als Rapid-Kreuzer bezeichnet und sind von Humanoiden aus dem Volk der Yakonto bemannt. Ihr Oberhaupt, Castun Ogoras, meldet sich in der Sprache der Mächtigen vom Flaggschiff LIRIO. Von ihm erfährt Rhodan, dass Tare-Scharm in der Relativgegenwart ein Stützpunkt der Ordnungsmächte ist. Ogoras verkündet, die JULES VERNE befinde sich in der Nähe des Planeten Evolux und somit in Sperrgebiet. Er verlangt eine vollständige Untersuchung der JULES VERNE, doch dann erkennt er in Perry Rhodan einen ehemaligen Ritter der Tiefe. Da die Yakonto vor ca. zwei Millionen Jahren im Dienst des Ritters Igsorian von Veylt gestanden haben und sich diese alten Zeiten zurückwünschen, werden sie nun schlagartig freundlicher. Ogoras und einige andere Yakonto lassen sich von Rhodan durch die JULES VERNE führen. Der Terraner meint immer noch, die Wahrheit über die Operation Tempus geheim halten zu müssen, und zieht sich damit den Unmut der Yakonto zu. Allerdings erkennt Ogoras selbst, was es mit dem Wrack des Kontext-Wandlers auf sich hat. Ein Tender der Yakonto schleppt die JULES VERNE nach Evolux. Dieser Planet, eine Werftwelt der Kosmokraten, steht im exakten Zentrum eines aus acht Sonnen gebildeten Würfels. Er ist eine einzige physikalische Unmöglichkeit, denn er hat die Masse eines Braunen Zwergs, aber "nur" den ungefähren Durchmesser des Jupiter und eine Schwerkraft von lediglich 1,05 Gravos. Diese Verhältnisse werden künstlich aufrechterhalten. Die Planetenoberfläche ist in über 100.000 so genannte Segmente eingeteilt. In jedem lebt ein anderes Volk, und alle arbeiten den neun Zentrumswerften zu, die den wahren Existenzzweck des Planeten darstellen.

Perry Rhodan hegt natürlich die Hoffnung, auf dieser Werftwelt die dringend benötigte Hilfe zu finden, um ins Solsystem zurückkehren zu können. Sequenz-Inspektor Dyramesch, ein hünenhafter Humanoide, der ein Zwilling des Mächtigen Kemoauc sein könnte und als Kosmofekt die oberste zivile und militärische Gewalt von Evolux verkörpert, hat jedoch andere Pläne. Er verfügt, dass die JULES VERNE in ein nicht genutztes Segment gebracht wird. Das Schiff kann dieses Gebiet nicht mehr verlassen, denn es ist wie alle Segmente durch 45 Kilometer hohe Energieschirme von der Umwelt abgeriegelt und auf gleiche Weise "gedeckelt". Die Terraner werden jedoch nicht daran gehindert, das Transmittersystem zu nutzen, das alle Segmente miteinander verbindet. Wenig später wird Rhodan zu einer Privataudienz bei Dyramesch in der "Steilen Stadt" gerufen, welche den Kern der Stadt Beliosa bildet. Die Steile Stadt bildet die Hülle einer gigantischen, aufrecht stehenden, röhrenförmigen Werft mit 30 Kilometern Durchmesser. Dyramesch gestattet Rhodan, in die Werft hineinzublicken. Als er sieht, was hier gebaut wird, ist dem Terraner klar, dass er sich wirklich in einem Machtzentrum der Kosmokraten befindet: In der Werft entsteht seit ca. 10.000 Jahren die jetzt fast vollendete PENDULUM, eine Kobaltblaue Walze, also eines der mächtigsten bekannten Raumschiffe. Dyramesch offenbart sich als kalter, selbstgefälliger Technokrat. Er denkt nicht daran, den Terranern zu helfen, und betrachtet ihren Kampf gegen die Negasphäre von Hangay als sinnlos. Angeblich werden sich die Kosmokraten zu gegebener Zeit um diese Angelegenheit kümmern, voreilige Aktionen wie die von Rhodan angestrebte Retroversion betrachtet Dyramesch als Ressourcenverschwendung. Er macht Rhodan unverblümt klar, dass er dem ehemaligen Ritterorden nichts als Verachtung entgegenbringt.

Zurück auf der JULES VERNE nimmt Rhodan Mondra Diamonds Bericht über die von ihr geleitete Erkundung der Nachbarsegmente entgegen. Die Meisterdiebe der Laosoor haben dabei große Mengen hochwertiger Hyperkristalle gestohlen, mit der die Fernflugtauglichkeit des Hantelraumers bald wiederhergestellt werden kann. Alle Besatzungsmitglieder legen sich mächtig ins Zeug, und als die Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, wird ein Fluchtversuch unternommen. Die drei Einzelteile des Hantelraumers werden getrennt, denn jedes einzelne passt gerade durch einen der Segment-Großtransmitter. Anscheinend hat niemand auf Evolux mit einer solchen Aktion gerechnet, denn die Passage in ein nicht gedeckeltes Segment wird nicht verhindert. Die wieder vereinigte JULES VERNE erreicht den freien Raum und kann fast schon in den Hyperraum vorstoßen - da wird sie durch ein schemenhaftes Objekt abgefangen. Alle an Bord (bis auf Icho Tolot) verlieren das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommen, steht die JULES VERNE wieder an der gleichen Stelle auf Evolux wie zuvor. Dyramesch erscheint und verkündet die weiteren Pläne, die er mit den Terranern hat. Durch ihre wagemutige, trickreiche Flucht haben sie und ihre Fremdvolk-Gäste bewiesen, dass sie den Kosmokraten durchaus von Nutzen sein können. Eine Rückkehr in die Milchstraße kommt deshalb nicht in Betracht. Die Terraner und die Laosoor sollen auf Dauer im Segment Gelephant angesiedelt und als Spezialisten für besondere Aufgaben herangezogen werden. Dyramesch will sie in die Lieferkette der Kobaltblauen Walzen eingliedern. Bis es soweit ist, müssen sie "in Quarantäne" bleiben; alle Transmitter ihres Segments werden abgeschaltet. Mondra Diamond reagiert auf diese Worte, indem sie Dyramesch mit einem beherzten Schlag die Nase bricht. Der Kosmofekt verzichtet auf Strafmaßnahmen und verlässt die JULES VERNE.

Perry Rhodan erhält eine nachdenklich stimmende Meldung: Verschiedene Aggregate, die man schon als irreparabel zerstört ausgesondert hatte, haben sich wie von Geisterhand selbst repariert und sind wie neu...

Kommentar:

Vor gut einem Jahr hat Robert Feldhoff mit PR 2400 so etwas wie Aufbruchsstimmung erzeugt. Das gelingt ihm diesmal zwar nicht ganz so bravourös, dennoch liest dieser Zyklen-Halbzeit-Roman sich fast wie ein Jubiläumsband. Mit 75 Seiten hat er auch wieder leichte Überlänge. Mit dem Wechsel zu einem völlig neuen Schauplatz kommt beinahe wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung auf, und es wird ein weiteres kleines Detail "kosmischer Geheimnisse" enthüllt. Wir wissen jetzt, woher die Kobaltblauen Walzen kommen - Evolux ist exotisch und interessant genug, um diesem Mythos gerecht zu werden. Damit sind wir aber auch schon bei den ersten Kritikpunkten angelangt. Evolux ist ein weiteres Beispiel für die Gigantomanie im Perryversum. Ein normaler Planet hätte es wohl auch getan, aber das reicht natürlich nicht. Es muss ein "unmöglicher" Riesenplanet sein, damit man den Leser ordentlich beeindrucken kann. Leider nutzt dieser Effekt sich irgendwann ab. Außerdem: Ist es nicht ein geradezu unglaublicher Zufall, dass die JULES VERNE ganz in der Nähe von Evolux ankommt? Und ist es nicht ungemein praktisch, dass die erste Begegnung mit den Wächtern dieser Region deshalb so freundschaftlich verläuft, weil diese Wesen - noch so ein Zufall - immer noch dem alten Ritterkult anhängen? Und natürlich liegt die Annahme nahe, dass Rhodan auf Evolux am Ende doch die Mittel finden wird, die er braucht, um erfolgreich gegen TRAITOR und die Negasphäre von Hangay vorgehen zu können. Man stelle sich vor: Eine Flotte Kobaltblauer Walzen unter Perrys Befehl... Das alles klingt viel zu konstruiert. Aber wer weiß? Vielleicht handelt es sich ja gar nicht um Zufälle? Vielleicht lenkt ja eine höhere Macht des Perryversums all diese Ereignisse?

Wieder einmal agieren einige Hauptfiguren für mich unverständlich. Warum meint Rhodan, seine Zeitreise immer noch geheim halten zu müssen? Was würde es denn ausmachen, wenn TRAITOR wüsste, dass die Terraner Erkenntnisse über die Retroversion gewonnen haben? Wie viel härter als jetzt könnten sie denn noch gegen die Terraner vorgehen? Auch Rhodans heftige Reaktion auf die hartnäckigen Fragen der Yakonto ist seltsam. Wenigstens sieht er selbst ein, dass er sich wohl kaum anders verhalten würde, wenn irgendein wildfremdes Raumschiff z.B. mitten im Solsystem auftauchen würde, dessen Besatzung nichts von sich selbst preisgeben wollte. Und dann Mondras Attacke auf Dyramesch. Man kann fast nicht glauben, dass sie das aus einer impulsiven Laune getan haben sollte, oder um dem arroganten Fatzken zu zeigen, dass er nicht unverwundbar ist. Merkwürdig in diesem Zusammenhang ist auch Dyrameschs Reaktion: Seine Leibwächter müssen das von ihm vergossene Blut desintegrieren. Ob da etwas dahintersteckt? Hat Mondra vielleicht unbemerkt eine Zellprobe genommen, mit der bewiesen werden kann, dass Dyramesch nicht der ist, der er zu sein scheint?

Den Fluchtversuch der JULES VERNE hätte ich beinahe für eines jener absolut unglaubwürdigen Husarenstückchen gehalten, die den Terranern immer wieder gelingen. Durch die Tatsache, dass der Coup diesmal eben nicht gelingt, war ich aber wieder versöhnt. Ich gehe davon aus, dass Dyramesch jederzeit im Bilde war und alles zugelassen hat, um den Terranern zu zeigen, dass sie gegen ihn keine Chance haben. Was es mit der "Maschinen-Geistheilung" auf sich hat, werden wir vermutlich bald erfahren. Anscheinend haben die Terraner auf Evolux unsichtbare Freunde, von denen sie noch nichts wissen.

Eine Bemerkung noch zu Feldhoffs Schreibstil. Er verwendet wieder eine Sprache, die er vermutlich für cool hält, die aber oft dumm wirkt und nicht selten einfach nur falsch ist. Ein Beispiel für fehlerhaften Satzbau (Seite 58): "Rhodan spielte stark vergrößert die Aufnahme ab". Also hat Rhodan sich selbst irgendwie vergrößert...

J. Kreis, 03.08.2008


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