Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2445
Weiter zu Nr. 2447


Perry Rhodan Nr. 2446: Die Negane Stadt

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Zwei GESETZ-Geber erschaffen einen Ausgang des KORRIDORS DER ORDNUNG, über den die JULES VERNE und die PLURAPH sich am 11. Mai 1347 NGZ (JV-Bordzeit) der Neganen Stadt nähern können. Der Hantelraumer geht in den Ortungsschutz einer Sonne, Rhodan fliegt mit der noch als Kolonnen-Einheit registrierten PLURAPH (bei abgekoppeltem Mast) weiter. Icho Tolot, Gucky, einige Laosoor und Ekatus Atimoss begleiten ihn. Rhodan vertraut dem Dualwesen inzwischen soweit, dass er ihm das Kommando über die PLURAPH überlässt, denn die Urenzo Sa'pha verweigern dem Terraner den Gehorsam, was möglicherweise an seiner Ritteraura liegt.

Die Negane Stadt entpuppt sich als Konglomerat aus zahlreichen nicht miteinander verbundenen Raumstationen von Asteroidengröße, die in annähernder Kugelform angeordnet sind. Das gesamte Gebilde übertrifft die Ausmaße eines GESETZ-Gebers bei weitem. Unzählige Raumschiffe bekannter und unbekannter Typen der Terminalen Kolonne umschwirren dieses gewaltige Gebilde. Starke Kraftfelder halten die Stationen (man bezeichnet sie als "Quartiere") in Position, in den manchmal nur wenige hundert Meter messenden Zwischenräumen werden auf die gleiche Weise die unterschiedlichsten Atmosphären festgehalten. Die PLURAPH erhält Landeerlaubnis, es gibt nur oberflächliche Kontrollen. Man hält die Besatzung für Claqueure - bezahlte Beifallklatscher für die bevorstehende Tempolare Zeremonie, mit der die von KOLTOROC vorbereitete Ankunft des Chaotarchen Xrayn gefeiert werden soll. Die Zeit drängt also mehr als gedacht, denn vor der Ankunft dieser Wesenheiten muss das Einsatzteam wieder verschwunden sein. Außerdem herrschen in der Neganen Stadt enorme Vibra-Psi-Werte; diese werden durch gewaltige Maschinenparks in den einzelnen Quartieren künstlich erzeugt und sind im Zentrum der Stadt, einem 13,8 km durchmessenden Hohlraum, der als Tempolare Arkade bezeichnet wird, von tödlicher Stärke.

Pothawk und die anderen Meisterdiebe der Laosoor erhalten den Auftrag, Kamuko ausfindig zu machen. Rhodan, Gucky, Tolot und Ekatus Atimoss nisten sich im Quartier eines Mitglieds des Neganen Beamtenkorps ein, um mehr über die Stadt herauszufinden. In dem unglaublichen Durcheinander aus Millionen verschiedener Wesen fallen sie nicht weiter auf. Als Glorithlin Pal, der Besitzer der Wohnung, Fremde in seinem Zuhause vorfindet, ist er zwar entsetzt, steht ihnen aber dennoch bereitwillig Rede und Antwort, da er andere Sorgen hat: Er muss schnellstens ca. 2500 neue Schrittfolgen für die Tempolare Zeremonie einstudieren, weil ihm sonst der Tod durch die vom Zeremonienmeister verabreichte Endogene Qual droht. Gucky erkennt durch telepathische Sondierung, dass diese Zeremonie im Grunde völlig sinnlos ist und nur als Existenzberechtigung für das ebenfalls überflüssige Beamtenkorps dient. Von dem aufrecht gehenden Fischwesen erfährt Rhodan, dass Xrayn in der Tempolaren Arkade erscheinen wird, und dass eine der Aufgaben der Stadt darin besteht, intrastrukturelle Samen in die Negasphäre zu bringen. Hierbei handelt es sich um diverse hoch spezialisierte Völker, die als Krieger, Agrartechniker, Techniker usw. dienen sollen.

Limbox ermittelt Kamukos Aufenthaltsort: Sie wird im Neganen Kerker gefangen gehalten und soll durch KOLTOROC befragt werden. Über ein internes Kommunikationssystem der Stadt lässt Limbox dem anderen Team diese Information zukommen. Man trifft sich in der PLURAPH - aber auch dort gibt es Probleme. Die Chorale Karawane, ein Schwarm aus körperlosen Bewusstseinen, der die Stadt durchzieht, hat die Urenzo Sa'pha dazu gebracht, sich ihr anzuschließen. Die seltsamen Tentakelwesen werden entkörperlicht und absorbiert, somit hat das Schiff seine eigentliche Besatzung verloren. Rhodan muss also auf die mitgebrachten Transmitter zurückgreifen, wenn er die JULES VERNE wieder erreichen will. Zuvor aber gilt es, Kamuko zu befreien.

Kommentar:

Natürlich ist es interessant, wieder mal einige Details mehr präsentiert zu bekommen, und so ist selbst ein Roman wie dieser, der hauptsächlich aus Beschreibungen besteht, nicht langweilig. Aber irgendwie kommt mir das alles merkwürdig vor, und das liegt nicht nur an der geradezu inflationären Verwendung ziemlich bescheuerter neuer Begriffe. Tempolare Zeremonie, intrastrukturelle Samen, Chorale Karawane und so weiter, dazu die diversen Namen bislang unbekannter Völkerů Man kann es auch zu weit treiben. Damit meine ich vor allem das Volk der "Jonaser", von dem man auf Seite 22 des Romans erstmals liest. Wenn es sich dabei wirklich um eine Anspielung auf einen bekannten PR-Fan handelt (Eingeweihte werden wissen, wer gemeint ist), dann finde ich die Beschreibung dieses Volkes unpassend oder besser gesagt unverschämt. Da wäre eigentlich eine Entschuldigung des Autors fällig.

Viel merkwürdiger als all das finde ich aber die Negane Stadt und die Vorgänge dort. Die Stadt ist wieder mal ein Beweis dafür, dass das schon vor langer Zeit verkündete Vorhaben, man wolle die Gigantomanie im Perryversum zurückschrauben, nur ein Lippenbekenntnis war. Offenbar soll der Leser weiterhin durch immer größere, immer mächtigere und immer bizarrere Objekte beeindruckt werden. Irgendwann funktioniert das nicht mehr, und dieser Punkt wurde bei mir schon vor langer Zeit überschritten. Vielleicht liegt es ja am allgegenwärtigen, besonders starken Vibra-Psi, dass alle Bewohner und Besucher der Stadt sich so eigenartig verhalten? Wie wäre es sonst zu erklären, dass es an einem Ort, der doch angeblich eminent wichtig für die Entstehung der Negasphäre ist, nur sehr lasche Einreisekontrollen gibt? Dass eine Superintelligenz oder ein Chaotarch nicht wirklich Wert auf diese komische Tempolare Zeremonie legen würden, war mir gleich klar. Aber warum lassen sie dann zu, dass Tausende Wesen und ein Dualer Kapitän sich damit beschäftigen? Hieß es nicht ursprünglich, TRAITOR würde niemals Ressourcen verschwenden?

Auch über andere Dinge kann man sich nur wundern. Etwa darüber, dass die Urenzo Sa'pha Rhodan nicht gehorchen. Gut, er hat eine Ritteraura. Aber warum haben sie dann Ki-Myo gehorcht? Jetzt macht Rhodan sich Gedanken darüber, dass er wegen seiner Aura auffliegen könnte. Diese Erkenntnis kommt ein bisschen spät, das hätte er sich gleich denken können. Warum meint er überhaupt, seine Anwesenheit in der Stadt sei unbedingt erforderlich? Werden die Autoren wenigstens einen Grund dafür liefern? Obwohl Rhodan und andere prominente Feinde TRAITORS nicht so vorsichtig sind, doch lieber auf der JULES VERNE zu bleiben, machen er und seine Begleiter sich nicht einmal die Mühe, Masken anzulegen...

J. Kreis, 09.07.2008


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2445
Weiter zu Nr. 2447