Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2444
Weiter zu Nr. 2446


Perry Rhodan Nr. 2445: Geschöpf des Chaos

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Vertrauen gegen Vertrauen -so lautet das Angebot, das Perry Rhodan Ekatus Atimoss zu machen hat. Der Terraner verspricht sich wertvolle Informationen von dem ehemaligen Chaotarchenknecht und gewährt ihm im Gegenzug die volle Bewegungsfreiheit in der JULES VERNE sowie Zugang zu allen Datenbänken des Schiffes. Außerdem wird dem Dualwesen die wahre Herkunft der Terraner eröffnet. Die Entscheidung fällt Ekatus Atimoss nicht leicht, denn er weiß: Unterstützt er die Terraner und gibt er sein neues Wissen nicht an TRAITOR weiter, dann wird nicht nur die Retroversion der Negasphäre von Tare-Scharm eingeleitet - auch die Negasphäre von Hangay wird dann möglicherweise nicht entstehen. Ekatus Atimoss ist jedoch ein Geschöpf des Chaos und glaubt, auf das Vibra-Psi nicht verzichten zu können. Während die JULES VERNE mit der Flotte der Cypron am Sammelpunkt Maginus-Rie einige Wochen lang wartet, bis Kampverbände der anderen frei gebliebenen Völker Tare-Scharms eingetroffen sind, lenkt Ekatus Atimoss sich mit der Erschaffung von Parapolarisatoren und durch den Umgang mit den auf der JULES VERNE eingesetzten Sphärikern ab. Diese Wesen betrachtet er fast als artverwandt. Am 8. Mai 1347 NGZ (Bordzeit) ist der Aufmarsch abgeschlossen. Zwei GESETZ-Geber erscheinen und öffnen einen Zugang zum KORRIDOR DER ORDNUNG. Als die Gesamtflotte in ihn einfliegt, erlischt das Vibra-Psi. Ekatus Atimoss erleidet einen Schock, den er nur lindern kann, indem er sich bei den Sphärikern aufhält, woran Rhodan ihn nicht hindert. Es zeigt sich jedoch, dass die Leiden des Dualwesens zumindest teilweise eingebildet sind.

In einem 650.000 Kilometer durchmessenden Hyperknoten versammeln sich nach und nach alle Flotten ARCHETIMS, auch jene Einheiten, die bisher im INTAZO stationiert waren. Auch die LAOMARK ist bereits eingetroffen, als die JULES VERNE ankommt. Beim Wiedersehenstreffen mit Pothawk wird Rhodan von Ekatus Atimoss begleitet. Es fällt den Laosoor schwer, dem Wesen zu vertrauen, das sie so lange missbraucht hat, aber letztlich lässt Pothawk sich vom Sinneswandel des Dualwesens überzeugen. Ki-Myo beruft die Flottenkommandeure zu einer Einsatzbesprechung ein, die Terraner bleiben jedoch ausgeschlossen. All ihre Funkrufe werden ignoriert. Rhodan will dies nicht hinnehmen und lässt sich von Ekatus Atimoss hinter dem Parapol-Schleier einschleusen. So erfährt er, dass schon vor 1300 Jahren 111 GESETZ-Geber in Tare-Scharm positioniert worden sind, die ein Netzwerk aus problemlos passierbaren Korridoren und Knotenpunkten bilden und einen Zugang zum Zentrumsbereich der Galaxie ermöglichen. ARCHETIM plant einen direkten Angriff auf das hyperphysikalische Zentrum der Negasphäre: Das Black Hole Margin-Chrilox. Die Zeit drängt, denn die spontane Gesamtvernetzung aller Chaotischen Zellen und Geflechte steht bevor, und danach wäre eine Retroversion nicht mehr möglich.

Im Hyperknoten wird eine sonnenähnliche Ballung purer psionischer Energie geortet: Ein mächtiger Aktionskörper oder Avatar ARCHETIMS. Obwohl Ekatus Atimoss beeindruckt von den bisherigen Vertrauensbeweisen Rhodans ist, sind seine Zweifel noch nicht ausgeräumt. Er will ARCHETIM deshalb persönlich um Hilfe wegen seiner Vibra-Psi-Sucht bitten und steuert seinen Tragerobot mitten in den Avatar der Superintelligenz hinein. Er wird jedoch komplett ignoriert. Die Terraner bergen ihn, aber Rhodan ist enttäuscht über den Vertrauensbruch. Er meint, ARCHETIM habe nun möglicherweise erfahren, dass die JULES VERNE aus der Zukunft stammt, und diese Information glaubt er noch immer geheim halten zu müssen. Am 11. Mai bittet Ki-Myo ihn zu einem persönlichen Gespräch und eröffnet ihm, dass Kamuko schon seit 9 Wochen vermisst wird, was bisher geheim gehalten wurde. Kamuko hatte versucht, die Negane Stadt zu erkunden, und war von diesem Einsatz nicht zurückgekehrt. Rhodan soll versuchen, die Aeganerin zu retten - und genau das ist der Grund, warum er keine Details über ARCHETIMS Pläne erfahren durfte, denn diese Informationen dürfen dem Feind nicht in die Hände fallen. Rhodan belässt Ki-Myo in dem Irrglauben, dass die Terraner nichts über den Angriffsplan wissen, und willigt ein. Für den Einsatz wird ihm die PLURAPH zur Verfügung gestellt. Pothawk und 200 weitere Laosoor schließen sich den Terranern an. Ekatus Atimoss entschließt sich nun endgültig, auf der Seite der Terraner, die für ihn zu Freunden geworden sind, gegen die Negasphäre zu kämpfen.

Kommentar:

Wie ich im Kommentar zu PR 2444 schon schrieb: Die Handlungsebene Tare-Scharm nimmt Fahrt auf, ein vorläufiger Höhepunkt nähert sich. In diesem Roman wird allerdings doch nochmal ein wenig Tempo weggenommen. Man erfährt zunächst nur einige weitere Details über den Aufbau bzw. den Entstehungsprozess einer Negasphäre sowie über ARCHETIMS Pläne. Wahrscheinlich soll die Negasphäre durch den Masseneinsatz von GESETZ-Gebern "gekippt" werden. Diese Apparate stellen bekanntlich Verhältnisse wieder her, wie sie unter dem Einfluss des Moralischen Kodes gelten, und wenn sie im hyperphysikalischen Zentrum einer Negasphäre aktiv werden… tja, was dann? Dann wird ARCHETIM persönlich wohl noch irgendetwas tun müssen. Selbstmord begehen vielleicht? Wird der Anstoß zur Retroversion vielleicht dadurch gegeben, dass eine Superintelligenz sich in ihrem Zentrum opfert?

Diese Informationen werden allerdings mehr nebenbei vermittelt. Im Zentrum stehen Ekatus Atimoss sowie seine Ängste, Zweifel und Nöte. Horst Hoffmann gibt sich viel Mühe, all das eindrucksvoll zu schildern - vielleicht reitet er sogar zu sehr darauf herum. Die entsprechenden Kapitel ziehen sich etwas in die Länge. Und trotzdem kommt mir die "Läuterung" des ehemaligen Chaotarchenknechts zu schnell, selbst wenn man PR 2433 berücksichtigt. Die Autoren machen es sich wieder einmal zu leicht. Man muss nur den Fremdeinfluss ausknipsen, der die Bösen böse macht (in diesem Fall die Laboratenkralle), und schon sehen die ehemals Bösen ein, dass die Terraner die Guten sind und dass man sich auf ihre Seite stellen muss. Irgendwie überzeugt mich das nicht so recht.

Wenig überzeugend fand ich auch Rhodans Aktionen in diesem Roman. Durch seine heimliche Teilnahme an Ki-Myos Einsatzbesprechung setzt er den Erfolg der gesamten Operation Tempus aufs Spiel. Was wäre wohl geschehen, wenn Ekatus Atimoss nicht lange genug durchgehalten hätte, so dass er und Rhodan mitten in die Besprechung "hineingeplatzt" wären? Aber nicht genug damit: Er riskiert es, sein Wissen nun sozusagen in die Reichweite des Feindes hineinzutragen. Und er sagt Ki-Myo nicht die Wahrheit. Wie war das noch mit dem gegenseitigen Vertrauen, das für Rhodan so wichtig ist? Seine diesbezügliche Predigt gegenüber Ekatus Atimoss wirkt ziemlich unglaubwürdig und seine übertriebene Enttäuschung nach dessen Alleingang liest sich geradezu lächerlich, wenn man sich vor Augen führt, wie er sich selbst verhält. Jedenfalls dürften alle Vertrauensvorschüsse aufgebraucht sein, sollte Ki-Myo jemals die Wahrheit erfahren.

J. Kreis, 07.07.2008


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2444
Weiter zu Nr. 2446