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Perry Rhodan Nr. 2439: Menschen für Stardust

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Bis zum 13. November 1346 NGZ - dem Tag, an dem die Teletrans-Weiche sich wie angekündigt schließt - siedeln insgesamt 804 Millionen Menschen ins Stardust-System über und beginnen damit, auf den vier bewohnbaren Planeten mehrere Städte aus dem Boden zu stampfen. Stardust-City auf Aveda ist die älteste und größte von ihnen. Bis zur Schließung der Weiche vollbringt die LFT wahre logistische Meisterleistungen. Mehrere Millionen Menschen wöchentlich sowie Massen von Ausrüstung, Rohstoffen und Maschinen werden in riesigen Containerclustern (so genannten ARCHEN) durch den Dimensionstunnel transportiert und auf der anderen Seite bei einer behelfsmäßigen Raumstation namens SOLAR SYSTEM in Empfang genommen. In dieser Zeit geht Reginald Bull dem Geheimnis der im freien Raum schwebenden Hyperkristalle auf den Grund. Tatsächlich handelt es sich dabei um die Ausscheidungen jener eigenartigen sphäroiden Lebensformen, die nach einer Idee Marc Londons künftig als "Howanetze" bezeichnet werden. Diese Wesen pendeln ständig zwischen dem Planeten Parga und der Sonne. Auf dem Planeten "grasen" sie Materie ab, bei der Sonne "tanken" sie Hyperenergie. Unterwegs scheiden sie, wie Bull leicht angewidert feststellt, als Stoffwechselprodukt verschiedenartige Hyperkristalle aus.

Timber F. Whistler jr. erwirbt von Administrator Echnatom die Lizenz zur Ausbeutung der Hyperkristallvorkommen. Im Austausch dafür will er einige Hyperkristalle der LFT zur Verfügung stellen. Dass die Howanetze nicht so harmlos sind, wie ursprünglich angenommen wurde, muss Whistler feststellen, als er damit beginnt, diese Wesen mit der Hyperenergie aktivierter HÜ-Schirmen anzulocken, um sie dazu zu bewegen, ihre Hyperkristalle dort auszuscheiden, wo man sie leicht einsammeln kann. Einer seiner SKARABÄEN wird von einem Howanetz vernichtet, es gibt zwei Todesopfer zu beklagen. Von diesem Rückschlag lässt Whistler sich aber nicht verunsichern und gründet zusammen mit der zur TRR gehörenden Besatzung seiner SKARABÄEN eine neue Firma: Die Whistler-Stardust & Co. Echnatom, dessen betont bürokratische Art Whistler auf die Nerven geht, erhält eine Sendung besonderer Art aus dem Solsystem: Drei Vario-1000-Roboter, die sich in vielen verschiedenen Kokonmasken im Auftrag des TLD unter die Menschen mischen können. Eine Kontrolle dieser Art scheint erforderlich zu sein, denn Whistler erwägt, sich zur Wahl des neuen Administrators zu stellen, und er lässt erkennen, dass sich die Siedler seiner Meinung nach von der LFT unabhängig machen sollen.

Während Stardust-City und die anderen Städte schnell wachsen, werden einige neue Entdeckungen gemacht. Die auf Zyx siedelnden Terraner bekommen Kontakt zu intelligenten amphibischen Lebewesen, die in den Ozeanen wohnen. Diese Wesen nennen sich Indochimi, können sich über Translatoren mit den Siedlern verständigen und begegnen ihnen freundlich. Weiterhin wird festgestellt, dass das Stardust-System in der Zentrumsregion eines 200 Lichtjahre durchmessenden Kugelsternhaufens liegt, der den Namen Far Away erhält und anscheinend keine anderen raumfahrenden Völker beherbergt.

Am 13. November erlischt die Teletrans-Weiche. Im Stardust-System sind die Siedler, die sich selbst als Stardust-Menschheit bezeichnen, ab sofort auf sich allein gestellt. Bevor die Weiche erlischt, verkündet Lotho Keraete, seine Aufgabe sei nun erfüllt. ES wird sich nach seiner Aussage nicht um die Stardust-Menschheit kümmern, ein Kontakt sei nicht vorgesehen. Außerdem erklärt er das Zweite Galaktische Rätsel für eröffnet: Er hat zwei Zellaktivator-Chips im Stardust-System versteckt. Dann verschwindet er mit seiner Silberkugel.

Die Unsterblichen betrachten all diese Entwicklungen mit gemischten Gefühlen. Für etwas Aufheiterung sorgt die Nachricht, dass Roi Danton wohlbehalten in Quinto-Center angekommen ist und demnächst nach Terra reisen will.

Kommentar:

Im Vergleich zu den drei starken letzten Romanen fällt PR 2439 zwar etwas ab, spannend und gut zu lesen ist das Heft aber immer noch. Lotho Keraetes Verhalten zeigt, dass es ES nicht wirklich Ernst mit der Behauptung gewesen sein kann, alle Menschen sollten die Gelegenheit erhalten, durch die Teletrans-Weiche zu gehen. Schließlich hat nur ein Bruchteil der im Solsystem lebenden Terraner es geschafft. Von den Terranern außerhalb des TERRANOVA-Schirms oder gar Terraner-Abkömmlingen wie den Siganesen, Ertrusern usw. war jetzt überhaupt nicht mehr die Rede - es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, sie zu kontaktieren. Wie hätte das auch gehen sollen? ES und Keraete setzen aber mit dem "Zweiten Galaktischen Rätsel" noch eins drauf. Als ob die Menschen im Stardust-System nicht schon genug Probleme zu bewältigen hätten! Mord und Totschlag im Wettlauf um die lebensverlängernden Geräte sind doch jetzt vorprogrammiert! Man fragt sich, was ES mit alldem wirklich beabsichtigt. Ich habe allmählich den Verdacht, dass Keraete gar nicht im Auftrag von ES handelt, sondern dass er von irgendeiner anderen Macht missbraucht wird. Welchen Beweis konnte er denn dafür erbringen, dass ES ihn ins Solsystem geschickt hat? Die zwei ZACs waren, wenn ich mich recht erinnere, ja ohnehin schon innerhalb seines Körpers deponiert, und wer weiß, wer die Teletrans-Weiche wirklich erschaffen hat. Dass auf Zyx intelligente Wesen leben, ist auch so eine Sache. Den Menschen wird also mindestens ein Planet zur Verfügung gestellt, der mitnichten unbewohnt ist. Was mag Keraete den Terranern noch alles verschwiegen haben?

Timber F. Whistler entwickelt sich in eine Richtung, die mir nicht so gut gefällt. Dass er Echnatom persönlich nicht mag, ist ja noch verständlich. Aber was erwartet er eigentlich? Was hat er gegen den Aufbau einer funktionierenden Verwaltung? Möchte er lieber, dass alle 804 Millionen Menschen in einem rechtsfreien Raum leben, wo sie tun und lassen können, was ihnen gerade einfällt? Oder wäre er vielleicht selbst gern der Diktator eines eigenen kleinen Sternenreichs? Whistler hat kein Problem damit, Milliardenwerte an Material von der LFT geschenkt zu bekommen, will aber nicht, dass die LFT die Stardust-Menschheit als im Grunde unselbständige, weiter zu ihrem Staatengebilde gehörende Kolonie betrachtet. Das passt nicht so recht zusammen.

Ich finde die Idee, die die Autoren mit dem Stardust-System hatten, grundsätzlich nicht schlecht. Diese Handlungsebene birgt viel Potential und es hat Spaß gemacht, die letzten Romane zu lesen. Aber als Keraete vom Zweiten Galaktischen Rätsel sprach, da hatte ich irgendwie das Gefühl, als würden die Autoren wieder einmal versuchen, die "gute alte Zeit" der PR-Heftromanserie neu erstehen zu lassen, d.h. als würden sie versuchen, einfach noch einmal alles aus der Mottenkiste hervorzuholen, was damals, in den allerersten Tagen der Serie, interessant war: Kolonisten-Abenteuer auf fremden Welten, Wettlauf um Zellaktivatoren...

Und schließlich ging mir alles zu schnell, zu reibungs- und folgenlos. Kein Wort darüber, was wohl mit all den Menschen geschieht, die auch noch gern übergesiedelt wären, aber zurückbleiben mussten. Haben die sich alle schön brav ruhig verhalten? Keine Massenpaniken beim Erlöschen der Weiche? Keine Kämpfe um die letzten Plätze in den letzten ARCHEN? Nicht mal Proteste? Das scheint mir unrealistisch zu sein. Na, egal. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es mit der Stardust-Menschheit weitergeht. Ich befürchte nur, dass wir so schnell nichts Neues von den Siedlern hören werden...


Meine Zählung für das Haensel'sche Moment-O-Meter beträgt jetzt:

6 x "In dem Moment" in diesem Heft, insgesamt 41 Treffer in fünf Heften seit PR 2415 (vgl. auch dortigen Kommentar zur Bedeutung des Moment-O-Meters).

J. Kreis, 17.05.2008


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