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Perry Rhodan Nr. 2436: Die Teletrans-Weiche

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Am 17. August 1346 NGZ fliegt Dr. Baldwin Carapol mit einem Kreuzer zur Raumstation DAEDALUS III, die am Rand der Sonnenkorona positioniert wurde. Sein Ziel besteht darin, neue Erkenntnisse über ARCHETIMS Korpus zu gewinnen. Er kommt allerdings nicht dazu, entsprechende Forschungen anzustellen, denn plötzlich werden winzige Strukturerschütterungen angemessen, die darauf schließen lassen, dass etwas in der Korona materialisiert ist. Außerdem wird ein Hyperenergiefluss angemessen, bei dem es sich um einen Zapfstrahl handelt. Jemand oder etwas, der oder das sich nahe der Saturnbahn befinden muss, zapft Energie aus der Sonne. Carapol gibt Systemalarm und reißt damit Reginald Bull aus einer Pressekonferenz im Magellan-Stadion, wo er sich medienwirksam als Globist betätigen wollte. Der Endpunkt des Zapfstrahls wird umgehend von Flotteneinheiten angeflogen, sogar PRAETORIA geht dort in Stellung. Es zeigt sich, dass an der fraglichen Stelle eine Hyperperforation entsteht. Allerdings scheint sie im Gegensatz zu jenem Raum-Zeit-Strukturriss, durch den seinerzeit die SEOSAMH erreicht worden ist, nicht infolge des Beschusses des TERRANOVA-Schirms seitens der nach wie vor außerhalb des Solsystems stationierten Chaos-Geschwader entstanden zu sein. Die aus der Sonne gezapften Energien dienen zur Aufrechterhaltung der Perforation, die sich schließlich bei einem Durchmesser von 180 Kilometern stabilisiert.

Da erscheint ein Flugobjekt aus der Perforation: Es ist eine querionische Silberkugel, und ihr einziger Passagier ist Lotho Keraete, der Bote von ES. Der Metallmensch sucht Reginald Bull auf und kommt gleich zur Sache. Er bezeichnet die Perforation als einen von zwei Endpunkten der Teletrans-Weiche. Er behauptet, es handele sich um einen Korridor, der 88 Tage lang offen bleiben und es den Menschen ermöglichen werde, jene "Fernen Stätten" zu erreichen, von denen er bereits bei seinem letzten Besuch Perry Rhodan gegenüber gesprochen hat. Am anderen Endpunkt der Teletrans-Weiche befinde sich das Stardust-System, in dem es für die Besiedlung geeignete Planeten gebe, und hier sei die Menschheit vor TRAITOR sicher. Bully ist von Keraetes unverblümten Worten nicht begeistert, und die Haken an der Sache gefallen ihm noch weniger. Aus Sicherheitsgründen hält Keraete die Position des Stardust-Systems geheim, außerdem wäre die Reise dorthin eine Einbahnstraße: Die Teletrans-Weiche wird nach der anberaumten Frist erlöschen und niemals wieder neu entstehen, da die entsprechende Technologie angeblich nur ein einziges Mal zur Verfügung steht. Außerdem treten beim Durchgang durch die Weiche Strangeness-Effekte auf und Hyperkristalle deflagrieren unweigerlich bis auf geringe Reste, so dass praktisch jedes Raumschiff und jedes High-Tech-Gerät nach dem Durchgang nur noch Schrottwert hat. Allerdings gibt es im Stardust-System eine ergiebige Hyperkristall-Quelle.

Bully sagt Keraete mit deutlichen Worten, was er von diesem Angebot und der Geheimniskrämerei der Superintelligenz hält. Er ist aber nicht so dumm, das Angebot einfach abzuschlagen. Stattdessen erkundet er das Stardust-System persönlich, wobei er von Fran Imith, Dr. Carapol und Marc London begleitet wird. Keraete bleibt derweil im Solsystem. Die Expedition wird mit 10 der für solche Zwecke bewährten SKARABÄEN durchgeführt. Besonders abgeschirmte "Tresore" mit Hyperkristallen werden den kleinen Schiffen hinterhergeschickt. Der Flug verläuft bis auf leichte Strangeness-Effekte problemlos, doch dann verliert Reginald Bull das Bewusstsein. Er hat mehrere Visionen, die ihm von ES geschickt werden. So findet er sich in der Maschinenstadt auf WANDERER wieder und begegnet Homunk. ES zeigt Bully zwei Varianten der Zukunft: Einerseits den blühenden, von Terranern besiedelten Planeten Aveda im Stardust-System, und als Gegensatz dazu das von über 5000 Chaos-Geschwadern vernichtete Solsystem. Als Bully wieder zu sich kommt, werden die Hyperkristall-Tresore geborgen. Tatsächlich sind nur 5% der wertvollen Schwingquarze nicht deflagriert. Diese Menge reicht aus, um zwei SKARABÄEN wieder einsatzfähig zu machen, so dass Bully mit der Erkundung des Stardust-Systems beginnen kann. Alles ist so, wie Keraete es versprochen hat: Vier geradezu paradiesische Planeten sind vorhanden. Die Aussicht, hier in Sicherheit leben zu können, hat nun doch auch für Bully etwas Verlockendes...

Kommentar:

Ich weiß ja nicht, ob ich's noch erleben werde, dass einmal klare Ansagen von den so genannten Höheren Wesen oder deren Beauftragten kommen! Keraete gibt wieder einmal das typische Gehabe des ES-Boten zum Besten, lässt ein paar kryptische Sprüche ab und erwartet dann entweder, dass die Terraner darüber in Begeisterung ausbrechen - oder es ist ihm schlicht und ergreifend egal, weil die Terraner ihm gleichgültig geworden sind. Das nervt einfach nur noch. Offenbar können die Autoren in solchen Momenten inzwischen nichts anderes mehr schreiben, d.h. diese Verhaltensweisen der Hohen Mächte sind zu einem Gesetz der Serie geworden. Umso erfrischender ist es, wenn ein Autor mal eine der Hauptfiguren angemessen reagieren lässt. Bullys Ausbruch ist mir geradezu aus dem Herzen gesprochen. Ich hätte Keraete ja mit einem Fußtritt vor die Tür gesetzt, den Ausgang der Teletrans-Weiche mit meiner Flotte blockiert und alles vernichtet, was noch hindurchgekommen wäre. Man kann ES einfach nicht mehr vertrauen, und ich denke mal, Bully vermutet ganz zu Recht, dass da noch irgendetwas anderes dahintersteckt, was Keraete nicht verrät.

Natürlich tut Bully gut daran, sich alle Optionen offen zu halten und das Stardust-System zunächst einmal zu erkunden. Dass ES einen ganz billigen Trick anwendet, um ihn zur Umsiedlung der Terraner zu bewegen, hätte mich noch mehr abgeschreckt. Das vermeintliche Paradies auf einem der neuen Planeten der Schreckensvision eines zerstörten Solsystems gegenüberzustellen - was soll das, fragt Bully sich berechtigterweise? Nichts von beidem muss zwangsläufig Wirklichkeit werden. Auch einige von Keraetes Behauptungen wecken zumindest Zweifel. Warum steht die Technologie zur Erzeugung der Teletrans-Weiche nur ein einziges Mal zur Verfügung und dann nie wieder? Warum soll eine Rückkehr aus dem Stardust-System also unmöglich sein? Ich vermute, wir Leser müssen das einfach schlucken, genau wie Bully, denn eine plausible Erklärung dafür wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Warum kommt ES eigentlich erst jetzt auf die Idee, den Terranern eine Evakuierung anzubieten? Die Superintelligenz wird wohl nicht behaupten wollen, nichts von der Existenz TRAITORS gewusst und auch von der bevorstehenden Verwandlung Hangays in eine Negasphäre nichts geahnt zu haben? Da hätte ES schon erheblich früher eins und eins zusammenzählen und entsprechende Vorkehrungen treffen können. Das Problem besteht jetzt nämlich darin, dass kein Terraner, der derzeit außerhalb des TERRANOVA-Schirms lebt, eine Chance hat, TRAITORS Zugriff auf diese Weise zu entgehen. Auch dürfte es ziemlich schwierig werden, alle Bewohner des Solsystems innerhalb von 88 Tagen durch die Teletrans-Weiche zu bringen, wenn man nur Kleinraumschiffe benutzen darf. Es dürfte auch kaum möglich sein, in so kurzer Zeit eine Transmitterverbindung mit der erforderlichen Kapazität einzurichten, wenn das überhaupt machbar ist. Was ES da verlangt, kann man nur als unmenschlich bezeichnen. Mir scheint, auch der Superintelligenz sind die Menschen inzwischen ziemlich egal.

J. Kreis, 26.04.2008


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