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Perry Rhodan Nr. 2433: Der Zorn des Duals

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Am 10. Dezember 1346 NGZ nach JULES-VERNE-Bordzeit nimmt Perry Rhodan Ekatus Atimoss gefangen. Das Dualwesen wird auf die SHARKUVA gebracht, das Flaggschiff des Cypron Randa Eiss, und dort untersucht. Rhodan, dem die Cypron auf Anhieb sympathisch sind und der von ihnen als Verbündeter akzeptiert wird, erfährt mehr über dieses Volk. Unter dem Einfluss des Vibra-Psi sind praktisch alle Cypron zu Mutanten geworden und haben verschiedene Paragaben entwickelt. So dienen die Sphäriker als Lotsen für die Navigation in der Negasphäre, mehrere Cypron mit Anti-Mutanten-Fähigkeiten verhindern, dass Ekatus Atimoss Parapolarisatoren erschafft, mit denen er sich befreien könnte. Die Cypron sind eine amphibische Lebensform und haben für einen mächtigen Alliierten, dessen Namen sie Rhodan nicht nennen, die Aufgabe übernommen, Tare-Scharm neu zu kartographieren. Nach ihren Informationen ist das Vibra-Psi eine Funktion des Psionischen Netzes, welches von den Chaotarchen im Bereich Tare-Scharms manipuliert und vom restlichen Netz abgetrennt worden ist. Die Sphäriker sind in der Lage, dieses Netz zu erspüren und somit dem Inkonsistenz-Effekt entgegenzuwirken.

Die Cypron kennen eine Möglichkeit, die Kralle des Laboraten unwirksam zu machen. Sie wenden dieses so genannte Atrentus-Verfahren an Ekatus Atimoss an, während der von der SHARKUVA angeführte Raumschiffsverband sich auf den Weg zum Lagunenmond macht, der als notwendiger Zwischenstopp eingehalten werden muss, wenn man Tarquina, die Zentralwelt der Cypron, erreichen will. Ekatus Atimoss erhält eine Injektion, die eine nanotechnologisch veränderte Zellkultur aus seinem eigenen Körpergewebe enthält. Diese Zellkultur beginnt sofort damit, die Kralle des Laboraten einzukapseln, um ihren Einfluss auf das Dualwesen zu unterbinden - es wäre unmöglich, die Kralle zu entfernen oder abzutöten, denn dabei würde auch Ekatus Atimoss sterben. Außerdem wird dem Dualwesen ein Peilsender eingesetzt, von dessen Existenz es nichts ahnt. Der Prozess der Verkapselung dauert mehrere Tage, in denen Ekatus Atimoss sich an eine Episode aus seiner Vergangenheit erinnert.

Seinerzeit war er auf einen Vektorplaneten gelangt, eine legendäre Welt, die einst Bestandteil eines gewaltigen Transportsystems war. Viele dieser Welten waren einst ihrer mehrdimensionalen Räumlichkeit entkleidet und in eine einzige Dimension eingebettet worden. Über diese Streckenwelt hatte man jeden beliebigen Punkt des Multiversums in Nullzeit erreichen können, sie war allerdings nach einer nicht näher bekannten Katastrophe in mehrere Teilstücke zerfallen - die Vektorplaneten. Auf der Welt, die Ekatus Atimoss erreicht, erhebt sich eine Art Pilzdom, der möglicherweise ein Bestandteil dieses Transportsystems war. Es gelingt dem Dualwesen erst nach einer beschwerlichen und von bizarren Ereignissen geprägten Reise, den Planeten wieder zu verlassen.

Endlich ist das Atrentus-Verfahren abgeschlossen. Rhodan bietet dem Chaosdiener einen Seitenwechsel an, aber wenn er denkt, die neu gewonnene Entscheidungsfreiheit würde Ekatus Atimoss automatisch zu einem Verbündeten machen, hat er sich geirrt. Nach einem unfreiwilligen Zwischenstopp am 14. Dezember, bei dem die SHARKUVA sich anhand mitgehörter Kursanweisungen eines Raum-Zeit-Routers neu orientieren muss, wird der Lagunenmond erreicht. Hier holen die Cypron von einem "Schläfer" Informationen über den aktuellen Standort Tarquinas ein - aus Sicherheitsgründen bleibt diese Welt nie lange an einem Ort. Hier zündet Ekatus Atimoss den ersten von zwei Parapolarisatoren, die er herstellen konnte, nachdem es ihm (wie er glaubt) gelungen war, seine Wächter einzulullen. Er flieht aus dem Schiff. Tatsächlich wollte Randa Eiss ihm die Flucht ermöglichen. Der Cypron hofft, dass Ekatus Atimoss einen Sinneswandel erleben wird. Andernfalls müsste das Dualwesen getötet werden.

Als Ekatus Atimoss in den Ozean hinabtaucht, stellt er plötzlich fest, dass er völlig schmerzfrei ist - ein Zustand, den er praktisch nicht mehr kannte. Er erkennt, dass er eigentlich ein Wasserwesen ist und dieses Element braucht, um keine Schmerzen zu haben. Ihm wird außerdem klar, dass auch TRAITOR dies gewusst haben muss, und dass alle Versprechungen, die ihm gemacht worden sind, nur Lügen waren. TRAITOR wollte ihn als schmerz- und deshalb hasserfülltes Wesen haben, um ihn so zu einem wirksameren Werkzeug zu machen. Diese Erkenntnis bringt Ekatus Atimoss dazu, sich aus freiem Entschluss auf die Seite der Kosmokratendiener zu stellen, da er ihre Hilfe braucht, um sich an TRAITOR zu rächen. Nachdem er sich gehäutet hat, kehrt er voller Vitalität und Tatendrang zur SHARKUVA zurück.

Am 22. Dezember bricht die SHARKUVA wieder auf, um zur "Tauchenden Welt" Tarquina zu fliegen, die zwei Tage später erreicht werden soll.

Kommentar:

Perry Rhodan überlegt sich angesichts des zusammengestoppelten Körpers des Dualwesens Ekatus Atimoss, dass viele Angehörige der Terminalen Kolonne grotesk seien. Sie seien zu klein (die Mikro-Bestien) oder zu groß (wie TRAITOR selbst) usw., und er bewertet das negativ. Er spricht von einem "Zerrspiegel der Schöpfung". Da legt Hartmut Kasper unserem guten Perry, der doch bekanntlich ein "kosmisches Bewusstsein" hat, einen ziemlich unpassenden Gedanken in den Kopf. Wie sieht es denn auf Seiten der Kosmokraten oder auch nur der Terraner aus? Gibt es da nicht auch groteske Wesen, wie die winzigen Siganesen, die riesigen Ertruser oder die deformierten Epsaler? Sind manche dieser Umweltangepassten denn nicht auch künstlich (durch Genmanipulation) erschaffen worden? Und was riesige Flotten angeht: War die Endlose Armada vielleicht klein? Wäre all das also auch negativ zu bewerten? Von wegen "Zerrspiegel der Schöpfung" - man könnte auch von natürlicher Vielfalt sprechen. Was nicht heißen soll, dass gequälte Kreaturen wie die Dualwesen "natürlich" seien. Ich hätte Perry nur ein wenig mehr Toleranz zugetraut.

Wieder einmal frage ich mich, welche Informationen, die man aus diesem Roman herauslesen konnte, als "kanonische Fakten" gelten können, und welche davon nur Hartmut Kaspers Fabulierwut geschuldet sind. Das gilt insbesondere für den Vektorplaneten und das an einen Pilzdom erinnernde Gebäude, das Ekatus Atimoss dort sieht. Bestehen hier Parallelen zur Brücke in die Unendlichkeit, ein Produkt der Algorrian, das für die Superintelligenz THOREGON hergestellt worden war? Ist die Brücke in die Unendlichkeit vielleicht nur der Abklatsch eines weit mächtigeren Transportsystems, das möglicherweise sowohl den Kosmokraten als auch den Chaotarchen bekannt war? Besteht evtl. auch ein Zusammenhang mit dem Transporthof der Halbspur-Changeure (siehe PR 2397)? Fragen über Fragen...

Natürlich ermöglichen die Abenteuer des Dualwesens auf dem Vektorplaneten es Kasper, mal wieder so richtig loszulegen. Biomechanische Flussschiffe, philosophische Supratroniken, eine Farm, auf der schwarze Löcher gezüchtet werden, lebendige Zahlenů Phantasie hat er, der Kasper, das kann man nicht anders sagen. Und er kann sie gut in Worte fassen - er formuliert erfrischend anders als die meisten anderen Autoren. Er schafft es, immer wieder ein Gefühl der Fremdartigkeit zu erzeugen, und zwar weniger durch die Beschreibung exotischer Körperformen, sondern mehr durch die Beschreibung dessen, was gesagt und was wie getan wird.

Dabei gibt es aber auch ein Problem: Kasper beschreibt manchmal einfach zu viel. Manchmal verliert er sich in bizarren Details, merkwürdigen Paradoxien und absonderlichen Dialogen. Darüber vergisst er dann, dass er eigentlich eine Geschichte erzählen sollte. Anders als Rainer Castor, dessen Romane auch nichts anderes sind als Zusammenstellungen irgendwelcher Beschreibungen, wird es bei Kasper aber fast nie langweilig. Das muss man ihm immerhin zugestehen. Außerdem liefert er in diesem Roman einmal mehr gute Charakterstudien ab. Perry bleibt zwar eher Statist, aber Randa Eiss und Ekatus Atimoss werden eindrucksvoll und vielschichtig vorgestellt.

J. Kreis, 05.04.2008


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