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Perry Rhodan Nr. 2419: Der neue Herr der SOL

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Ronald Tekener bläst Trübsal, seit Dao-Lin-H'ay die SOL verlassen hat. Er zweifelt an sich selbst und weiß nicht, auf welchen Kurs er das Schiff bringen soll. Da wird eine von mehr als zwei Dritteln aller Solaner unterzeichnete Petition eingereicht. Die Menschen sind den Mom'Serimern für die während des Entropischen Zyklons geleistete Hilfe dankbar und fordern ihre Einbürgerung in die LFT. Nachdem einige juristische Bedenken ausgeräumt sind, wird dieser Bitte stattgegeben. Am 1. März 1344 NGZ stellen alle Mom'Serimer bis auf Lord Aratoster Einzel-Einbürgerungsanträge, und diese werden noch am selben Tag von der Schiffsführung bewilligt. Darüber hinaus werden 250 Mom'Serimer als Praktikanten in den Flottendienst aufgenommen, Steph La Nievand erhält die ehrenvolle, wenn auch extrem stressige Aufgabe, die quirligen Kerle auszubilden. In den folgenden Monaten erkundet die SOL die Verhältnisse in Hangay, erfährt von der Niederwerfung der so genannten Ressourcen-Galaxien durch TRAITOR, beobachtet die Entstehung der Noquaa Kansahariyya und versucht sogar, den Wall zu durchdringen, der die Zentrumsregion abriegelt. Sie wird dort aber stets aus dem Hypertakt geschleudert. Am 15. März 1345 NGZ erhalten alle 250 Mom'Serimer-Praktikanten ihr Flotten-Basispatent. Zu Steph La Nievands Entsetzen umfasst der zweite Praktikanten-Jahrgang wegen dieses Erfolgs weitere 1000 Nervensägen!

Mitte August 1345 NGZ erreicht Kirmizz die Dienstburg SIRC. Er hat sich von einigen Traitanks durch den Grenzwall bringen lassen. Während die BANDA SARI in einem Kolonnen-Dock überholt und mit zusätzlicher Kolonnen-Technik ausgestattet wird, muss Kirmizz die bittere Erfahrung machen, dass er unerwünscht ist - der in SIRC residierende Progress-Wahrer Terkan von Voosar lässt keinen Zweifel daran, dass der Pilot VULTAPHERS in Hangay nur als Gast geduldet wird. Er wird nicht einmal in die Zentrumsregion der Galaxie eingelassen. Als er erfährt, dass MINATERG, das künftige "Herz" VULTAPHERS, mit einem Begleitkonvoi in Hangay angekommen ist, macht er sich sofort auf den Weg ins Tir-Na-Tir-System, wo MINATERG sicher verwahrt werden soll, bis der Chaotender fertig gestellt ist. Die Solaner haben MINATERG ebenfalls geortet und sofort erkannt, um was es sich handelt, denn MINATERG ist baugleich mit MORHANDRA, dem "Herzen" ZENTAPHERS. Die SOL folgt dem Konvoi und bezieht Position beim Tir-Na-Tir-System, denn die Vernichtung MINATERGS wäre ein entscheidender Schlag gegen die Terminale Kolonne. Direkte Angriffe wären allerdings aussichtslos, auch wenn die Chaosdiener die Anwesenheit der SOL zunächst zu dulden scheinen.

Kirmizz hat jedoch bereits einen Plan zur Eroberung des Generationenraumschiffes entwickelt. Als die SOL einen Notruf auffängt und vier Kartanin aus einem Wrack rettet, geht sie ihm in die Falle. Die Kartanin stehen im Bann des Mental-Dislokators und ermöglichen es ihm, die SOL jederzeit zu lokalisieren und innerhalb weniger Tage viele Besatzungsmitglieder unter seine Kontrolle zu bringen. Am 22. September 1345 NGZ wird die SOL von Tausenden Traitanks eingekesselt, ein Fluchtversuch wird von den Beeinflussten vereitelt. Das Schiff wird von Mor'Daer und Ganschkaren besetzt, SENECA wird von vier mobilen Rechenkernen TRAITORS überwacht, Kolonnen-Motivatoren machen die Besatzung gefügig, soweit sie nicht ohnehin unter der mentalen Kontrolle des neuen Herrn der SOL steht: Kirmizz übernimmt das Schiff persönlich. Die SOL gefällt ihm schon deshalb besonders, weil es wegen seines Hypertakt-Antriebs auch in Hangay "geradeaus fliegen" kann, was selbst den Einheiten TRAITORS nicht problemlos möglich ist. Ronald Tekener ist zwar als Mentalstabilisierter nicht beeinflussbar, muss sich aber dennoch beugen, denn Kirmizz verschont die Besatzung der SOL nur unter der Bedingung, dass Tekener kooperiert.

Die SOL wird aufgerüstet, sie erhält unter anderem einen Dunkelschirm und eine Fraktale Aufriss-Glocke. Dass Kirmizz von dem unsterblichen Terraner fasziniert ist, ihn als seinen Stellvertreter einsetzt und als Gesprächspartner schätzt, hilft Tekener ebenso wenig wie sein neuer Titel: Er wird zum High Sideryt ernannt. Er nimmt heimlich Kontakt mit den Mom'Serimern auf, die weitgehend unbeeinflusst bleiben. Am 19. August 1346 NGZ kommt es zum Zusammentreffen mit der RICHARD BURTON. Wenig später erhält die SOL von KOLTOROC den Befehl, Position im Tir-Na-Tir-System zu beziehen. Dort überbringt ein Terminaler Herold am 1. September die Koordinaten für den "Bauplatz" VULTAPHERS: Der Chaotender soll in der Milchstraße entstehen. Kirmizz verlässt die SOL noch am gleichen Tag, um sich zur Milchstraße zu begeben. Die SOL startet am Folgetag, begleitet von zwei Traitanks. Ihr Flugziel ist der Sektor Elgas nahe der Zentrumsregion Hangays. Dort soll das Schiff quasi eingemottet werden, bis TRAITOR Verwendung für es hat.

Kommentar:

Das macht er ja wirklich sehr geschickt, der Leo Lukas: Er fängt mit einem echten Knaller an (die SOL fest in der Hand TRAITORS, Tek mit unklarer Rolle), und heizt die Spannung des Lesers so richtig an, nimmt dann aber sofort wieder das Tempo raus und blendet zweieinhalb Jahre zurück. Es geht dann erst einmal um die Mom'Serimer. LL treibt es auf die Spitze, indem er die juristischen Erwägungen in Bezug auf die Eingliederung der sympathischen kleinen Burschen in die LFT über mehrere Seiten ausbreitet. Man ist aber schnell versöhnt, denn diese Kapitel sind sehr amüsant, ohne albern zu wirken. Die Szene mit dem an sich selbst zweifelnden Tek in der Bar konnte ich mir direkt bildlich vorstellen - wer den Film "The Shining" kennt, wird wissen, was ich meine. Aber nach diesen Kapiteln geht es dann recht schnell Schlag auf Schlag. Man erfährt, wie es der SOL und Kirmizz weiter ergangen ist, außerdem werden sozusagen im Nebensatz diverse neue, interessante Informationen vermittelt. Es ist schon erstaunlich, dass LL es sogar noch schafft, eine Nebenhandlung rund um eine der für ihn typischen Figuren einzubauen: Die Czé-Kih-Zwieheit Grejnscha-und-Dshäim. Diese Nebenhandlung ist aber für den Roman irrelevant, deshalb habe ich sie in obiger Zusammenfassung nicht erwähnt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht ebenso unterhaltsam wäre wie der restliche Roman.

Man konnte es ja schon ahnen, aber jetzt steht es fest: Die Milchstraße soll nach TRAITORS Plänen zu einer gigantischen Baustelle für VULTAPHER werden. Besonders lustig in diesem Zusammenhang: Das Kompetenzengerangel zwischen Kirmizz und dem Progress-Wahrer. Tja, jeder hat seinen eigenen Zuständigkeitsbereich, und in Hangay hat der "Stolze Herr" halt nichts zu melden. Die Eroberung der SOL geht überzeugend vonstatten, TRAITORS Überlegenheit und Kirmizz' Paragaben werden konsequent ausgespielt. Man muss aber zugestehen, dass Tek ein bisschen arg viel riskiert hat. Die SOL in nur 50 Lichtjahren Entfernung von einem der vermutlich am besten bewachten Sonnensysteme Hangays zu parken, nachdem man dort mehrmals laut und vernehmlich angeklopft hat - das kann man nur als leichtfertig bezeichnen. Jetzt ist die SOL von TRAITOR übernommen worden. Ich gehe aber davon aus, dass das nicht das letzte Wort sein wird. Kirmizz ist schließlich nicht mehr an Bord und mit den Mom'Serimern hat Tek noch einen Trumpf in der Hand. Hilfe in Gestalt des Hangay-Geschwaders ist ja auch nicht weit. Man darf also hoffen, dass die SOL bald zurückerobert werden kann. Damit würde den Terranern dann einiges an Kolonnen-Technik in die Hand fallen.

Insgesamt also ein wirklich schöner Roman, durch den einige Puzzleteile an die richtige Stelle gelegt werden, und das nicht nur deshalb, weil die Lücke in der Geschichte der SOL endlich geschlossen wird.

J. Kreis, 27.12.2007


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