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Perry Rhodan Nr. 2414: Die Bestie Ganymed

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Roi Danton wird nicht in den Biostasis-Tresor zurückgebracht, weil noch offen ist, ob eine weitere Kopie für einen neuen Dantyren benötigt wird. Er sollte eigentlich betäubt sein, erlangt mit Hilfe seines Zellaktivators aber immer wieder das Bewusstsein zurück. Er erinnert sich an die Zeit, in der Dantyren noch gelebt hat. Danton hatte durch eine Art Rückkopplungseffekt regelmäßigen mentalen Kontakt mit dem Dualen Wesen. Dieser Kontakt war zwar einseitig, aber auf diese Weise hat Danton fast alles miterlebt, was Dantyren widerfahren ist. Mit der Zeit gelingt es ihm, den kleinen "Nagel", den er sich in den Finger gerammt hat, wieder hervorzuholen. Es ist ein Mikro-Laser, der natürlich nicht stark genug ist, um die gläsernen Wände seines Konservierungstanks zu durchschneiden, mit dem er aber jemanden auf sich aufmerksam machen kann, der sich in einem ihm gegenüber stehenden Tank befindet: Eine von den Kolonnen-Anatomen gezüchtete Bestie.

Die Bestie bezeichnet sich selbst als "Null". Sie wird allen möglichen mörderischen Tests unterzogen, bei denen sie nicht nur ihren Überlebenswillen, sondern auch ihre Fähigkeit zum logischen Denken beweisen muss. Der für sie zuständige Kolonnen-Anatom Konzig Asmo will erreichen, dass Null ihr Planhirn aktiviert, und damit hat er tatsächlich Erfolg. Null ist die erste von TRAITOR gezüchtete Bestie, der es gelingt, die berserkerhaften Instinkte ihres Ordinärhirns zu unterdrücken und ganz nach der vom Planhirn vorgegebenen Logik zu handeln. So ist sie in der Lage, all ihre Artgenossen zu besiegen und zu überleben. Danton nutzt den Mikro-Laser, um Kommunikationscodes zu entwickeln, die die Bestie tatsächlich versteht. Per Lichtzeichen teilt er ihr mit, was es mit der Terminalen Kolonne auf sich hat, wer er selbst ist und dass er die Hilfe der Bestie braucht, um aus der Skapalm-Bark entkommen zu können. Durch ein einfaches Handzeichen gibt Null dem Terraner jedoch zu verstehen, dass er kein Interesse an diesen Plänen hat. Immerhin übernimmt die Bestie den Namen, den Danton für sie ersonnen hat: Ganymed.

Eines Tages holt der sterbende Konzig Asmo Ganymed zu einem letzten Test ab. Er macht der Bestie klar, dass sie auf jeden Fall sterben wird: Wenn sie im Test versagt, wird sie von Insekten gefressen, und wenn sie gewinnt, wird man sie sezieren. Jetzt zeigt sich, dass die früheren Experimente, bei denen Ganymeds Überlebenswille geweckt werden sollte, erfolgreicher waren als gedacht. Ganymed ist nicht bereit, sich mit dem ihm zugedachten Schicksal abzufinden. Er kann sich aus der Testhalle befreien, was ihm allerdings nur gelingt, weil Konzig Asmo dort einen Codegeber verloren hat, mit dem Roboter kontrolliert werden können. Ganymed lässt sich von diesen Maschinen einen Fluchtweg in die Hallenwand schweißen und tötet Dutzende von Kolonnen-Anatomen. Konzig Asmo fällt den Insekten zum Opfer, die er auf Ganymed losgelassen hat. Die Bestie zerstört das Genetische Magazin und befreit Roi Danton aus dem Konservierungstank, weil sie jemanden braucht, der ihr hilft, sich in der für sie neuen selbstbestimmten Welt zurechtzufinden.

Kommentar:

Es sieht gut aus für Mike Rhodan: Er ist frei (mehr oder weniger jedenfalls), und er hat die Hilfe einer unaufhaltsamen Bestie. Die diesen Namen übrigens gar nicht verdient, denn Ganymed scheint nicht viel vom mörderischen Erbe der einstigen Bestien in sich zu tragen. Seine im Roman geschilderten Gedankengänge sind eher philosophischer Natur, er kann sich beherrschen und der Logik folgen - somit gleicht er eher einem Haluter. Es ist schon erstaunlich, wie MMT es schafft, dieses Wesen für den Leser sympathisch werden zu lassen. Ich hätte es jedenfalls extrem schade gefunden, wenn Ganymed am Ende nicht überlebt hätte.

Die Kapitel, in denen beschrieben wird, wie Ganymed (offenbar kurz nach seiner Erschaffung) sich selbst und seine Umwelt wahrnimmt, wie er anfängt, logisch zu denken und bestimmte Dinge zu erkennen, finde ich besonders interessant. Auch Mikes Anstrengungen werden gut geschildert, allerdings halte ich es für etwas unwahrscheinlich, dass er innerhalb kürzester Zeit eine Kunstsprache, komplett mit eigenem Wortschatz usw., die dann auch noch von einem völlig fremden Wesen verstanden wird, nur mit Hilfe von Lichtsignalen entwickeln kann.

A propos Wortschatz: MMT scheint mir einen Fehler zu machen, den die Autoren immer wieder mal begehen. Auf Seite 7 verwendet er den Begriff "Datenwulst". Was bitte soll das sein? Ein wulstförmiger Datenträger vielleicht? Das richtige Wort wäre "Datenwust" - als "Wust" kann man eine ungeordnete Menge/ein Durcheinander bezeichnen.

J. Kreis, 25.11.2007


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