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Perry Rhodan Nr. 2409: Grenzwall Hangay

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Das Hangay-Geschwader trifft am 20. Juni 1346 NGZ bei Cala Impex ein. Dort stellt ESCHER seine Nützlichkeit unter Beweis, indem er Einflugkorridore nach Hangay aus den Daten extrapoliert, die die Friedensfahrer bisher über TRAITORS Schiffsbewegungen gesammelt haben. Nur an diesen Stellen kann man die Galaxie erreichen, und das auch nur mit vergleichsweise langsamer Fahrt, überall sonst ist sie von einem unpassierbaren "Grenzwall" unbekannter Dicke umschlossen. Schon am nächsten Tag fliegt das Hangay-Geschwader weiter, geschützt von den OREON-Hauben einiger Friedensfahrerschiffe, um einen solchen Korridor zu nutzen. Kantiran begibt sich derweil ins Solsystem, um die Wahrheit über Dantyren zu übermitteln.

Die OREON-Kapseln müssen am Grenzwall abdrehen, danach ist das Hangay-Geschwader auf sich gestellt. ESCHER hat Schwierigkeiten, die wenigen Stabilzonen zu finden, in denen man sicher manövrieren kann. Immer wieder fallen die Schiffe in den Normalraum zurück. Selbst in den wenigen "freien" Bereichen gibt es Schwierigkeiten: Zunächst werden alle parabegabten Lebewesen an Bord durch einen unbekannten Einfluss außer Gefecht gesetzt, dann treten auch bei fast allen anderen Besatzungsmitgliedern unerklärliche Erschöpfungszustände auf, denen zunächst mit der Gabe von Aufputschmitteln begegnet wird. Offenbar ist im so genannten Diskontinuum der entstehenden Negasphäre auch das psionische Netz gestört, so dass die Vitalenergie aller Lebewesen abgesaugt wird. Als die ersten Patienten in ein künstliches Koma versetzt werden müssen, weil sie sonst sterben würden, zeigt sich schnell, dass die Medostationen bald überlastet sein werden. Es bleibt also nur noch wenig Zeit, den Grenzwall zu passieren.

Es ist Dr. Indica zu verdanken, dass das Geschwader trotz ESCHERS Problemen weiterfliegen kann. Sie entdeckt Kursanweisungen, die vom Raum-Zeit-Router gRIX-9050 an Traitanks gefunkt werden. Das Hangay-Geschwader gibt sich dem RZR gegenüber einfach als Traitank 17.000.955 aus und erhält daraufhin ebenfalls Kursanweisungen, denen das Geschwader zum Standort des RZR in einer Stabilzone folgt. Allerdings fliegt die Tarnung auf: Jetzt weiß TRAITOR, dass Feinde nach Hangay eingedrungen sind. Nur knapp entgehen die Galaktiker dem Angriff mehrerer Chaos-Geschwader. Als die überwiegende Anzahl der Raumfahrer im künstlichen Koma liegt, überlässt Atlan einem Gesamtverbund aller Bordrechner und dem Hibernaten Katalon Park, der aufgrund seines besonderen Metabolismus noch einsatzfähig ist, die Steuerung des Geschwaders, wobei die Schiffe nicht mehr den Anweisungen des RZR folgen, sondern nach ESCHERS Angaben fliegen. Als der Grenzwall endlich hinter dem Geschwader liegt, wird es prompt von fünf Traitanks angegriffen. Atlan übernimmt es selbst, die Gegner mit den überschweren VRITRA-Kanonen der RICHARD BURTON zu vernichten. Wären die Galaktiker allerdings an der vom RZR bezeichneten Position erschienen, dann wären sie dort von 29 vollständigen Chaosgeschwadern erwartet worden…

Das Geschwader ist zunächst in Sicherheit, die Verhältnisse an Bord normalisieren sich. Man schreibt inzwischen den 3. Juli. Da gehen Hyperfunk-Peilsignale ein. Unbekannte fordern das Geschwader auf, sich in den Ortungsschatten der planetenlosen Sonne Enudir Omage zu begeben. Atlan spielt va banque und folgt den Signalen.

Kommentar:

Leo Lukas soll diesen Roman geschrieben haben? Ich hätte eher auf Rainer Castor getippt, denn von LL hätte ich keine seitenlangen Aufzählungen technischer Daten erwartet. Wenn ich wissen will, wie die Schiffshülle der RICHARD BURTON aufgebaut ist oder welche Leistungsdaten ihre Triebwerke etc. p.p. haben, dann klicke ich mich durch die Perrypedia - in einem Roman hat so etwas allenfalls etwas als kurze Randnotiz zu suchen. Hier macht dieses Technogebabbel aber mindestens ein Drittel, wenn nicht mehr, des ganzen Hefts aus. LL versucht zwar, der Daten-Auflistung einen Sinn zu geben, indem er jemanden hinterher fragen lässt, ob all das ausreicht, um in Hangay zu bestehen. Dennoch finde ich so etwas langweilig und ermüdend, meine Konzentration lässt schnell nach, wenn ich mich durch solche Passagen quälen muss. Aufgelockert wird dieses Datenblatt in Romanform durch persönliche Gedanken verschiedener Protagonisten und ein bisschen Handlung, aber auch hier verzettelt LL sich wieder, d.h. er konzentriert sich nicht auf eine oder zwei Personen, so dass die einzelnen Figuren wenig Tiefgang erhalten. Dass sie bei der Kürze dieser Abschnitte nicht ganz identitätslos bleiben, muss man immerhin lobend erwähnen.

Wer mögen wohl die Unbekannten sein, die offensichtlich bereits auf das Hangay-Geschwader gewartet haben und wie konnten diese Unbekannten wissen, dass das Hangay-Geschwader ausgerechnet in der Nähe von Enudir Omage durch den Grenzwall stoßen würde? Oder handelt es sich nur um eines von vielen automatischen Funkfeuern, die auf der Wall-Innenseite darauf warten, dass jemand von außerhalb kommt? Wir werden es vermutlich nächste Woche erfahren. Ich finde es übrigens nicht sehr überzeugend, dass der Raum-Zeit-Router einfach mal so eben Kursanweisungen herausgibt, ohne die entsprechende Anfrage zu verifizieren, und sei es nur durch die Abfrage eines einfachen Kennworts. Wenn es so leicht ist, sich durch den Grenzwall lotsen zu lassen, wozu wird ESCHER (der wenigstens endlich mal zeigt, was er kann) dann überhaupt gebraucht?

Der Grenzwall soll zwischen 50 und 100 Lichtjahren dick sein, in seinem Inneren ist Leben offenbar nicht möglich. Das ist das bisher einzige, was wir über die entstehende Negasphäre erfahren, wenn denn der Grenzwall identisch mit einer Negasphäre oder einer Vorstufe dazu ist. Vielleicht "wächst" die Negasphäre ja von außen nach innen? Ich hatte nicht erwartet, dass LL den Versuch machen würde, die Negasphäre selbst zu beschreiben, und so bleibt der Grenzwall für den Leser ungreifbar, man kann sich nichts darunter vorstellen. Vermutlich wird es dabei bleiben, d.h. ich glaube nicht, dass wir jemals eine überzeugende Beschreibung der Verhältnisse innerhalb einer Negasphäre erhalten werden. Wie soll man auch etwas völlig Fremdartiges beschreiben? Das würde ich allenfalls Hartmut Kasper (Wim Vandemaan) zutrauen.

J. Kreis, 20.10.2007


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