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Perry Rhodan Nr. 2399: Finale für einen Dual

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Atlan bricht auf dem Weg nach Hangay alle Brücken hinter sich ab: Alle terranischen und halutischen Flottenteile werden aus den Systemen der Nagigal-, Gulver- und Jiapho-Sonnentransmitter abgezogen. Die Steueranlagen für die Transmitter werden in der gleichen Form wie die der Kharag-Stahlwelt manipuliert. TRAITOR kann die Transmitter somit zwar nicht mehr nutzen, sie sind aber auch nicht zerstört. Auch ZEUT-80, die den Flug nach Hangay nicht mitmachen kann, wird dementsprechend präpariert. Atlan ist zuversichtlich, dass die Terminale Kolonne sich nicht für die Raphanen interessieren wird. Bei den Tad de Raud sieht die Sache anders aus. Atlan nimmt an, dass dieses kriegerische und psi-begabte Volk als Ressource für TRAITOR interessant sein könnte. Er hat aber keine Möglichkeit, ihnen zu helfen. Alle Haluter und Terraner, die sich nicht auf den Weg nach Andromeda und Pinwheel machen, werden von den Spektralen Inselstaaten aufgenommen. Diese Hilfe leistet Immentri Luz gern, aber er ist weiterhin nicht bereit, direkt in den Kampf gegen TRAITOR einzugreifen. Stattdessen werden die Inselstaaten in einigen Monaten zur Suche nach den Anakonen aufbrechen. Unterwegs sollen die Terraner in der Milchstraße abgesetzt werden.

Währenddessen nistet Dantyren sich in der Schaltstation auf dem Planeten Trixal ein. Er ist mehr als nur enttäuscht, als er erfährt, dass Perry Rhodan nicht mehr kommen wird. In seiner Tarnung als halutischer Wissenschaftler lockt er Atlan in einen abgelegenen Bereich der Station, um ihn mit der Endogenen Qual zu töten. Durch puren Zufall entkommt Atlan, verfolgt von den Koda Aratier, die ihren Körperverbund aufgeben. Die Gestaltwandler werden jedoch von Halutern entdeckt und unschädlich gemacht, bevor sie Atlan gefährden können. Dantyren versteckt sich in den Tiefen der Anlage und stößt dabei auf die Technikerin Laurai Broder. Er nimmt sie als Geisel und bringt Atlan auf diese Weise dazu, sich ihm allein zu stellen. Atlan hofft immer noch, Roi Danton retten zu können. Wieder kommt der Zufall dem Arkoniden zu Hilfe. Als Dantyren mit einer Energiewaffe auf Atlan schießt, öffnet sich ein zuvor verschlossen gewesenes Schott, durch das Atlan fliehen kann. Degenerierte Lemurerabkömmlinge, die in den Tiefen der Anlage leben, helfen Atlan bei der Flucht. Sie überlassen ihm sogar eine primitive Armbrust.

Atlan beginnt mit einem Psychospiel. Über die Lautsprecher der Anlage redet er auf Dantyren ein und versucht ihn mit Geschichten über Roi Dantons Vergangenheit zu zermürben. Damit hat er immerhin so viel Erfolg, dass die Kralle des Laboraten einschreiten und die Danton-Hälfte des Duals lahm legen muss. Deshalb ist der Dual nicht mehr in der Lage, die Endogene Qual einzusetzen. Dantyren schießt erneut auf Atlan, doch diesmal wirft sich Laurai Broder in die Schussbahn. Sie wird getötet, aber Atlan gewinnt genug Zeit, um mit der Armbrust auf Dantyren zu schießen. Der Duale Kapitän stirbt. Atlan macht sich schwere Vorwürfe, Perry Rhodans Sohn getötet zu haben, aber die Obduktion des toten Duals erbringt ein überraschendes Ergebnis: Die DNS der Danton-Hälfte stimmt nicht ganz mit dem Genmuster des echten Michael Rhodan überein, außerdem trägt das Wesen keinen Zellaktivator. Offensichtlich handelt es sich also um einen Klon (der noch dazu nur 5 Jahre alt ist) oder eine auf andere Weise hergestellte Kopie…

ZEUT-80 erzeugt einen Halbraumtunnel, durch den die RICHARD BURTON sowie ihre aus drei LFT-BOXEN und PONTON-Tendern bestehende Begleitflotte am 16. März 1346 NGZ nach Hangay aufbrechen. Die Station wird zwar am 29. März von Zerberoff erobert, bleibt bis dahin aber in Betrieb. So schaffen es die terranischen Schiffe schneller als geplant bis nach Hangay. Ihr Ziel ist Cala Impex, der Stützpunkt der Friedensfahrer.

Kommentar:

Dies ist der letzte Roman eines Hunderter-Blocks - aber es ist kein Zyklusabschluss. Das ist nicht als Vorwurf gemeint. Mir war völlig klar, dass der so genannte TERRANOVA-Zyklus nicht in sich abgeschlossen sein, sondern mit dem Negasphäre-Zyklus einen 200 Romane langen Block bilden würde. Deshalb bin ich weder überrascht noch enttäuscht darüber, dass in diesem Roman praktisch keine einzige Handlungsebene zum Abschluss gebracht wird und dass keine offenen Fragen beantwortet werden. Stattdessen bin ich eher froh, dass es nicht wieder zu solch einem "Total-Reset" gekommen ist wie zum Beispiel in PR 2299! Ein solch offenes Ende ist ungewöhnlich in der Perry Rhodan - Serie. Hat es einen solch nahtlosen Übergang zum nächsten Zyklus überhaupt schon einmal gegeben?

Nun aber zum Roman selbst. Gut, er ist wie gesagt kein typischer Zyklus-Abschlussband. Aber musste er denn so fürchterlich langweilig sein? Als ich das Heft gekauft habe, da habe ich mich gefragt, warum Dantyren auf dem Titelbild so herzhaft gähnt und warum sich seine Haare so sträuben. Die Antwort ist einfach: Er hat wahrscheinlich gerade den Roman gelesen. Denn der ist so öde und so haarsträubend, dass Danty wohl den Endogenen Genuss auf sich selbst hätte anwenden müssen, um die Lektüre unbeschadet zu überstehen. Leisten wir dem Autor zunächst mal teilweise Abbitte: Die Technikerin ist nicht tot, wie ich letzte Woche schrieb, und ihr Auftritt war nicht ganz sinnlos. Sie musste schließlich Atlans Leben retten. Aber dass das Ganze so ablaufen musste, ist natürlich schon schlimm genug. Mal ganz abgesehen davon, dass sie die x-te Psychotikerin ist, die nichts auf einem Raumschiff und schon gar nichts auf einer solch superwichtigen Mission wie der des Unternehmens KombiTrans verloren hat.

Wir rekapitulieren: Dem Autor fällt nichts besseres ein, als Atlan im genau richtigen Moment auf ein Transportband fallen zu lassen, das den Arkoniden so irrwitzig schnell aus Dantys Reichweite bringt, dass die Endogene Qual nicht voll wirksam werden kann. Warum folgt Danty dem Arkoniden nicht einfach auf das Band? Vielleicht war er ja auch noch damit beschäftigt, herzhaft zu gähnen. Es wird aber noch haarsträubender. Da tauchen plötzlich irgendwelche Lemurerabkömmlinge auf, die es doch tatsächlich geschafft haben, 55.000 Jahre lang unbemerkt in den Tiefen der Trixal-Station zu überleben. Wovon haben die eigentlich in all der Zeit gelebt? Die schenken dem Arkoniden dann auch noch aus unbekannten Gründen eine Armbrust - wie auch immer sie die wohl hergestellt haben mögen - und Atlan vollbringt die Meisterleistung, diese Waffe schneller vom Rücken zu nehmen, als sich Dantyrens Finger um den Abzug seines Strahlers krümmen kann, den er schon auf Atlan gerichtet hat. Hm. So eine Armbrust muss man ja eigentlich erst einmal spannen, danach legt man den Bolzen auf. Hat Atlan die Waffe vorgespannt und mit schon aufgelegtem Bolzen auf dem Rücken gehabt? Hätte der Pfeil da nicht runterfallen müssen? Egal - vielleicht war das ja irgendeine Sonderanfertigung. Jedenfalls muss das schon eine ganz tolle Armbrust gewesen sein, denn der Bolzen durchschlägt einen Schutzanzug TRAITOR'scher Fertigung mühelos und verletzt den Dual danach noch tödlich. Ein toller Schuss übrigens - genau die eine Stelle zu finden, an der so ein Duales Wesen tödlich verwundet werden kann, das ist schon sehr beachtlich.

Weiterhin verstehe ich nicht, warum Dantyren und Zerberoff die Mordpläne für erfolgversprechender halten als den Versuch, einfach alle terranischen Schiffe beim Kharag-Sonnentransmitter zu vernichten. Was mit den 4 Chaos-Geschwadern ja kein Problem gewesen wäre. Was aus Dantys tollen Plänen geworden ist, haben wir ja gesehen. Und ich verstehe Atlans Handlungsweise nicht. Dass er versuchen muss, Roi Danton zu retten, ist ja einzusehen. Aber nicht, dass er sich ihm allein stellt. Hätte er einfach ein halutisches Einsatzteam mitgenommen, dann hätte er Dantyren lebendig fangen und sicher auch die Geisel retten können. Dass Atlan solch große Rücksicht auf die Geisel nimmt, ist nicht verständlich - erst recht nicht, wenn er am Ende des Romans selbst sagt, er hätte schon früh gelernt, in einem solchen Fall nur wenig Gefühle zu zeigen.

Und dann das Sahnehäubchen. Man hätte all diesen Quatsch ja noch hinnehmen können, wenn die Expokraten so mutig gewesen wären, endlich wieder einen Unsterblichen zu töten (wenn es mir um Michael Rhodan und selbst um Dantyren auch leid getan hätte). Aber nein: Es stellt sich wieder der "Bobby-Ewing-Effekt" ein. Diesmal war's kein Traum, sondern ein Klon oder sonst eine Kopie. Es ist nicht zu fassen. Die Frage ist: Wer hat die Kopie hergestellt? Wenn sie wirklich schon 5 Jahre alt ist, dann könnte es ja sein, dass damals gar nicht der echte Roi Danton in den Einsatz auf dem RUFER gegangen ist. Wenn doch, dann ist er vielleicht immer noch in den Händen der Kolonnen-Anatome…

Insgesamt also ein Doppelroman (PR 2398 gehört ja dazu), wie er symptomatischer für diesen Zyklus nicht sein kann: Viel zu sehr in die Länge gezogen, nicht richtig durchdacht, voller Logikbugs und so "plot-driven", dass es einem tatsächlich die Haare zu Berge stehen lässt wie dem armen Danty auf dem Titelbild.

J. Kreis, 12.08.2007


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