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Perry Rhodan Nr. 2394: Hyperraum-Nomaden

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Immentri Luz gewinnt weitere Erinnerungen zurück und begibt sich auf die Suche nach dem Spektralen Turm, da er weiß, dass er von dort aus entscheidend in den Kampf gegen die Spektralen Amaranthe eingreifen könnte. Über einen Transmitter erreicht er den Planeten Vitogh'Farien, eine verlassene Wohnwelt der Sphero. Eine automatisch arbeitende Anlage scannt ihn und teilt ihm mit, der Sphero Morian Kinnaird habe Weisung erteilt, dem ersten zurückkehrenden Aktivierungswächter Zugang zum Spektralen Turm zu gewähren. Weitere Informationen erhält Luz nicht. Im Inneren des Turms findet er zwei tote Sphero - es handelt sich um die perfekt konservierten Körper von Morian Kinnaird und seiner Frau. Der Anblick der Leichen weckt weitere Erinnerungen des Aktivierungswächters. Er erkennt, dass die Toten so genannte Mnexion-Stirnreife tragen und nimmt einen davon an sich - im selben Moment gehen alle Erinnerungen Morian Kinnairds auf ihn über.

Die humanoiden Sphero sind ein uraltes und extrem langlebiges, aber aussterbendes Volk mit abnehmendem Lebenswillen und stärker werdender Lethargie. Roboter und Androiden müssen immer mehr Aufgaben übernehmen, die bisher von den Sphero erledigt worden sind. Einige Sphero sind psi-begabt, manche sind in der Lage, Psi-Materie zu erzeugen. Alle sind über ein mentales Netz miteinander verbunden, besonders begabte Sphero können mit Hilfe der Mnexion-Stirnreife, die ein psi-materielles Quant enthalten, vollständig in dieses Netz "eintauchen". Seit vielen Jahrzehntausenden reisen die Sphero mit den Spektralen Inselstaaten durch den Hyperraum. Die 67 Sonnen sind von einem Schmiegeschirm umgeben und dienen nicht nur den Sphero als Lebensraum, sondern neun weiteren Völkern, die mit den Sphero assoziiert sind und in friedlicher Harmonie miteinander leben. Es handelt sich um Flüchtlinge, Verbannte usw., denen die Sphero Zuflucht gewährt haben. Die Sphero sind ein moralisch hochstehendes Volk und mischen sich nur äußerst selten in die Belange anderer Völker ein. Sie wissen, dass sie an der Schwelle zur kollektiven Vergeistigung stehen, lehnen diese Entwicklung jedoch ab, weil sie ein Volk von Individualisten sind.

Morian ist das erste Sphero-Kind, das seit 278 Jahren geboren wird. Als Erwachsener widmet er sich ganz der Aufgabe, die Gründe für das Aussterben der Sphero zu erforschen. Aus diesem Grund sucht er nach Hinterlassenschaften aus der Zeit vor dem Aufbruch der Spektralen Inselstaaten, denn die heutigen Sphero wissen nichts mehr über diese Epoche. Die Hohen Lenker der Sphero, die im Spektralen Turm residieren, unterstützen seine Forschungen. Bei Ausgrabungen wird ein gewaltiges Objekt entdeckt: Die autarke Riesenstadt Gorkwaisch, deren Alter auf mindestens 120.000 Jahre geschätzt wird. Dort werden die einzigen erhaltenen Aufzeichnungen aus alter Zeit entdeckt. Auch die Biogenetikerin Erilyn Shirde sucht nach den Ursachen für den Niedergang der Sphero. Sie erkennt, dass die genetische Struktur der Sphero sich verändert, was zu einem fortschreitenden Verlust der Zellaktivität führt. Die Entschlüsselung uralter Aufzeichnungen aus Gorkwaisch liefert eine mögliche Erklärung für diese genetische Veränderung: Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde das Erbgut von hoch entwickelten Wesen, die sich selbst als Anakonen bezeichneten, in die Gene der Sphero eingekreuzt. Die Anakonen haben dies als "Geschenk" an die alten Sphero betrachtet, und tatsächlich ist es danach zu einem enormen Evolutionsschub gekommen. Danach sind die Anakonen mit unbekanntem Ziel weitergezogen.

Nach dem Tod des bisherigen obersten Lenkers der Sphero wird Morian als dessen Nachfolger zum neuen Transfermeister gewählt. Er und Erilyn Shirde werden ein Paar. In einem Geheimbunker Gorkwaischs werden Informationen darüber gefunden, dass die Anakonen sich irgendwann einmal in einer Galaxie namens Ammandul aufgehalten haben müssen. Morian ist mehr als erstaunt, als er bei einem Orientierungsstopp im Normalraum erkennt, dass genau diese Galaxie das Flugziel der Spektralen Inselstaaten ist, und das, obwohl deren Koordinaten gerade erst bekannt geworden sind. Die Sphero erkunden Ammandul und erfahren, dass dort seit ca. 70 Jahren ein Krieg zwischen den Lemurern und den "Bestien" tobt. Sie greifen nicht in die Kämpfe ein, untersuchen aber einige tote Lemurer und stellen fest, dass diese inaktive Gene tragen, die mit dem Erbgut der Sphero identisch sind.

Immentris vorerst letzte Eindrücke von Morians Leben ist die Erinnerung daran, dass dessen Kind eine Totgeburt war. Es gelingt dem Aktivierungswächter nicht, weiter in den Spektralen Turm vorzudringen. Er fängt eine Funkbotschaft auf, der zufolge sich 950 Spektrale Amaranthe für einen weiteren Angriff auf Trixal sammeln…

Kommentar:

Wieder mal eine dieser typischen "Lebensgeschichten", in denen bislang unbekannte Informationen über ein bestimmtes Volk und über Ereignisse der Vergangenheit in geballter Form vermittelt werden. Man muss ja froh und dankbar sein, dass es diese Informationen überhaupt gibt, aber könnte man all das nicht endlich mal geschickter in die Handlung einbauen? Ein Informationshäppchen hier, ein paar Mosaiksteinchen dort, die dann durch ein paar Schlüsselromane zu einem stimmigen Gesamtbild verknüpft werden? Das wäre doch mal ein sinnvoller Handlungsrahmen für die viel zu sehr in die Länge gezogene Reise des KombiTrans-Geschwaders nach Hangay gewesen. Aber wer weiß? Vielleicht ergeben sich ja nächste Woche (die "Lebensgeschichte" wird natürlich mal wieder über einen Doppelband ausgewalzt) noch mehr Zusammenhänge, von denen man noch nichts ahnt.

Jedenfalls ergeben sich jetzt schon interessante Aspekte. Rainer Castor weist in seinem Kommentar zu diesem Roman ja schon darauf hin, dass der Name "Anakonen" möglicherweise nicht zufällig an die Akonen erinnert. Die Frage ist nur, wie die Anakonen in das geschichtliche Bild passen, das bisher im Perryversum gültig war. Kann es eine Beziehung zwischen den Anakonen und den Cappins geben? Wenn Gorkwaisch mindestens 120.000 Jahre alt ist und wenn die Spektralen Inselstaaten zur Zeit des lemurisch-halutischen Krieges in die Milchstraße kommen, dann würde das ja zeitlich ungefähr passen. Oder sind die Anakonen zu einem späteren Zeitpunkt aufgetreten? Oder kennen wir sie unter einem anderen Namen?

Auch die Kultur der Sphero ist interessant. Ähnliche Völker hatten wir zwar in der Serie schon recht oft (in letzter Zeit zum Beispiel die Enthonen), aber die Sphero weisen doch einige Besonderheiten auf. Woher haben sie zum Beispiel die Schmiegeschirm-Technologie? Sind sie vielleicht eine Splittergruppe jener Völker, die die "echten" Schwärme erbaut haben - und haben sie einfach ein bisschen was von deren Technologie für sich selbst abgezweigt? Was besonders auffällt, ist die Parallele zwischen einigen besonders begabten Sphero und den Strombeutern der Lemurer von Inkar-Durn. Die Fähigkeit, Psi-Materie aus Hyperenergie zu erschaffen, ist ziemlich speziell und kann kein Zufall sein. Es fällt auch schwer, die Reise der Spektralen Inselstaaten nach Ammandul (= Milchstraße) für einen Zufall zu halten. Hatte ES seine Hand im Spiel?

Die absolute Friedfertigkeit der Sphero ist eine ganz gute Erklärung für die Empfindlichkeit der Aktivierungswächter gegenüber kriegerischen Handlungen, wenn man annimmt, dass die Sphero diese Androiden nach ihrem Ebenbild erschaffen haben. Es war ihnen vermutlich einfach nicht möglich, Dinge zu erschaffen, von denen Böses ausgehen könnte. Was die Frage aufwirft, warum die Spektralen Amaranthe bewaffnet sind. Das passt dann doch nicht so gut zur totalen Ablehnung von Gewalt in der Gedankenwelt der Sphero.

J. Kreis, 07.07.2007


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