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Perry Rhodan Nr. 2391: Die Schwarze Zeit

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Malcolm S. Daellian und die Algorrian sind auf Jonathon mit der Konstruktion eines Geräts beschäftigt, das als Kontext-Wandler bezeichnet wird. Dieses Projekt ist streng geheim, die Anlagen sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Alle Arbeiten finden in einem abgeschotteten Bereich statt, der als UltraTech-Komplex (umgangssprachlich: TechFarm) bezeichnet wird. Nicht einmal Julian Tifflor ist über die Einzelheiten oder den Verwendungszweck des Kontext-Wandlers informiert und hat deshalb seine liebe Mühe, Aktakul zu einer sinnvollen Zusammenarbeit zu bewegen. Auch Daellian tappt weitgehend im Dunkeln - was der Kontext-Wandler wirklich ist, wie er gebaut werden kann und wie er funktionieren soll, wissen in vollem Umfang nur die Algorrian. Bekannt ist nur, dass große Mengen von Salkrit dafür benötigt werden.

Während die erwachsenen Algorrian am Projekt arbeiten, wird ihr Nachwuchs von Viltur Milla betreut, einem Ertruser, der am Gingor-Trevala-Syndrom leidet. Die Krankheit hat bei ihm Riesenwuchs verursacht, außerdem ist er zwar körperlich erwachsen, geistig aber immer noch auf dem Entwicklungsstand eines kleinen Kindes. Er ist also der ideale Spielgefährte für Hargh Dor, den zweitjüngsten Algorrian. Milla beobachtet schon Anfang Februar 1346 NGZ seltsame Lichterscheinungen, die er sich nicht erklären kann, die er aufgrund seines kindlichen Verstandes aber einfach hinnimmt. Am 20. Februar gerät jedoch Hargh Dor in den Einflussbereich einer solchen Erscheinung und stirbt. Seine Leiche sieht aus, als wäre sie schon Jahrtausende alt.

Dass es sich hierbei um rückwärts durch die Zeit wandernde Begleiterscheinungen der Arbeiten am Kontext-Wandler handelt, wird erst klar, als am 25. Februar der erste echte Testlauf erfolgt. In ganz Photon-City kommt es zu eigenartigen Phänomenen: Kausalitäten werden umgekehrt, Zeit- und Dimensionsverschiebungen entstehen, Menschen sterben in Zonen, in denen der Zeitablauf extrem beschleunigt ist. Außerdem kommt es zu Sinnestäuschungen und einer Intelligenzminderung bei den betroffenen Personen. Im entstehenden Chaos wird Le Anyante schwer verletzt. Niemand kann etwas gegen diese Phänomene unternehmen - bis auf Milla, der kaum unter den Effekten leidet. Er zerschlägt das zentrale Schaltpult des Kontext-Wandlers, und im gleichen Moment enden die Effekte.

Zwar hüllen die Algorrian sich weiter in Schweigen, doch es scheint klar zu sein, dass der Kontext-Wandler eine Art Zeitmaschine sein muss. Was damit beabsichtigt wird, d.h. ob ein gewaltiges Zeitparadoxon in Kauf genommen werden soll, um den Einmarsch TRAITORS in der Lokalen Gruppe ungeschehen zu machen, bleibt unklar. Fest steht nur, dass die Arbeiten am Kontext-Wandler fortgeführt werden…

Kommentar:

Hartmut Kaspers erster "echter" PR-Roman enthält einige sehr schöne Szenen mit Tifflor und Aktakul. Man erfährt ein bisschen mehr über Tiffs Vergangenheit. Die Art seines Umgangs mit dem arkonidischen Ka'Marentis gefällt mir auch richtig gut. Solche Episoden sind wichtig für eine Figur wie Tiff, der in der Serie ja schon lange ein Schattendasein führt. Nett auch, dass auf seine Shad-Vergangenheit Bezug genommen wird. Dumm nur, dass Tiff die Bedeutung des Begriffs "Patriotismus" nicht zu kennen scheint. Er sagt, gedankenloses Nachplappern sei die beste Voraussetzung für Patriotismus. Man kann auch Patriot sein, ohne irgendwelche Parolen nachzuplappern, und ist damit noch lange kein Nationalist. Aber das sei nur am Rande bemerkt.

Interessant ist, dass die Ereignisse teilweise aus der Sicht eines geistig Behinderten beschrieben werden, und das auch noch sehr überzeugend und ohne Peinlichkeit. Diese Szenen sind lustig, ohne dass der Behinderte der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Das ist mal ein ganz neuer Ansatz, und das war's dann auch schon an positiven Aspekten bei diesem Roman.

Denn inzwischen warte ich bei einem Roman von Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan inzwischen nur noch darauf, dass er "ausflippt", d.h. dass er wieder anfängt, sich in der ausschweifenden Schilderung bizarrer Szenarien zu verlieren. So geschieht es auch diesmal, zum Glück wird nicht der gesamte Roman davon dominiert. Kasper braucht nur einen Aufhänger wie die Geschichte mit dem Fehler beim Betrieb des Kontext-Wandlers, dann legt er los - und in der Konstruktion akausaler Phänomene, verzwickter Paradoxa und verwickelter Zusammenhänge ist er ja zugegebenermaßen ein wahrer Meister. Was nicht heißt, dass ich die Länge der entsprechenden Passagen gutheißen würde. Das tue ich schon deshalb nicht, weil ich ähnliches vor nicht allzu langer Zeit erst in PR-Extra 4 gelesen habe. Es gibt diesmal außerdem eine rätselhafte kurze Passage, die Anklänge an die Antikunst "Dada" enthält. Was es mit den dort beschriebenen Wesen auf sich hat, und ob diese seltsame Alte, die frappierend an die ebenfalls von Hartmut Kasper in Atlan Lepso 1 beschriebene Piratenkönigin Tipa Riordan erinnert, im weiteren Zyklus noch irgendeine Rolle spielen wird? Keine Ahnung. Letzteres glaube ich aber nicht.

Dass der Kontext-Wandler noch eine ganz entscheidende Rolle spielen wird, dürfte aber wohl klar sein. Die Frage ist nur: Wie soll er eingesetzt werden? Soll der "Es geschieht, weil es geschah" - Grundsatz durchbrochen und TRAITOR oder wenigstens die Negasphäre durch ein Zeitparadoxon ausgeschaltet werden? Das kann ich mir nicht vorstellen. Oder wird ein Einsatzteam in die Vergangenheit (nach Hangay) geschickt und dort für ein Eingreifen in der Gegenwart auf Eis gelegt? Da tappe ich noch im Dunkeln. Wenigstens wird etwas verständlicher, warum Daellian meint, so etwas "dürfe" man nicht bauen. Wenn der Zeitablauf mit dem Kontext-Wandler so radikal verändert werden kann, wie es den Anschein hat, dann wird wohl tatsächlich mit etwas herumgespielt, wovon man lieber die Finger lassen sollte. Aber solche Bedenken werden die Algorrian wohl nicht haben…

J. Kreis, 15.06.2007


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