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Perry Rhodan Nr. 2387: Die Präkog-Kaiserin

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Atlan, Startac Schroeder und Trim Marath werden nach Etad Rauda gebracht, zur Heimatwelt der Tad de Raud. Marschall Deville-Kareem gibt sich eingedenk der militärischen Überlegenheit der Galaktiker vergleichsweise freundlich. Dennoch ist für Atlan klar, dass er ein Gefangener ist. Eine Flucht ist unmöglich, denn Startacs Teleporterfähigkeiten werden von der Präkog-Prinzessin blockiert. Auch Trim kann nichts ausrichten. Auf Etad Rauda sorgt Atlan für Ablenkung, so dass der Einfluss der Prinzessin sich lockert. Die drei Galaktiker fliehen, erfahren einiges über die gewalttätigen Gewohnheiten der Tad de Raud (sie halten andere Völker als Sklaven und als Opfer für ihre Jagden), werden aber bald wieder gefangen genommen: Eine ganze Gruppe von Präkog-Prinzessinnen macht Jagd auf sie.

Die Galaktiker werden der Präkog-Kaiserin vorgeführt, einer monströs angeschwollenen Gebärmaschine, die zwar wahrscheinlich nicht ihr gesamtes Volk, aber doch zumindest alle Tad de Raud in ihrer näheren Umgebung mental kontrolliert. Sie hat eine besondere Fähigkeit: Wenn sie ein Fremdwesen in sich aufnimmt und es durch Verdauungssäfte auflöst, dann kann sie dessen DNS aufbrechen dem Genpool ihres eigenen Volkes hinzufügen. So können bestimmte Eigenschaften ihrer Opfer an die nächste Generation der Tad de Raud weitergegeben werden - und genau das hat die Kaiserin mit Startac Schroeder und Trim Marath vor. Die beiden Monochrom-Mutanten werden verschlungen, doch da greift die Kavallerie ein: Icho Tolot hat Deville-Kareems Geschwader mit der EDMOND HALLEY verfolgt.

Die Haluter greifen den Palast an, die Kaiserin wird bei diesem Gefecht getötet. Es gelingt Atlan gerade noch rechtzeitig, seine beiden Gefährten aus dem Leib der Kaiserin zu befreien, bevor sie zersetzt werden. Zurück auf Neu-Lemur muss Atlan sich mit Ama Zurn auseinandersetzen. Der Aktivierungswächter und Alexim Afateh sind nach Neu-Lemur zurückgekehrt, um zu verhindern, dass Unbefugte den Sonnentransmitter missbrauchen. Cornor Lerz konnte ihnen jedoch klarmachen, dass die Haluter nicht mehr die Bestien von einst sind. Ama Zurn war danach mit seinem "Bruder" Immentri Luz zusammengetroffen. Atlan muss nun entscheiden, was mit Ama Zurns Vorhaben in Bezug auf das Mesoport-Netz geschehen soll, denn dadurch könnten die Zapfanlagen für den Sonnentransmitter möglicherweise irreparabel geschädigt werden. Atlan nimmt die Vernichtung des Volkes der Telomon in Kauf und verweigert Ama Zurn seine Zustimmung für die Neuaufladung des Netzes.

Plötzlich fliegen 380 Lüsterdrohnen einen selbstmörderischen Angriff auf Neu-Lemur. Die Präkog-Prinzessinnen sind durch den Tod ihrer Kaiserin rasend geworden. Sie würden ihre Flotte in den Untergang jagen, denn diesmal hält Atlan sich nicht zurück: Ein Sperrfeuer wird eröffnet. Es gelingt Deville-Kareem aber noch rechtzeitig, die Prinzessin Catonya (die bereits dabei ist, zur neuen Kaiserin zu mutieren) wieder zur Vernunft zu bringen. Die Tad de Raud ziehen sich zurück. Atlan nimmt eine Petition der Haluter entgegen, die mütterliche Instinkte für die Telomon entwickelt haben. Jetzt lässt er Ama Zurn doch noch gewähren. Am 18. Januar flutet dieser das Mesoport-Netz mit neuer Energie, so dass es für Jahrtausende stabilisiert ist - die Telomon sind gerettet und bewirten die Galaktiker mit allem, was sie an lukullischen Genüssen zu bieten haben. Atlan darf zufrieden sein: Die Zapfanlagen wurden nicht beschädigt. Der Weiterflug des KombiTrans-Geschwaders zum Jiapho-Duo ist für den 30. Januar geplant. Immentri Luz wird jedoch nicht dabei sein, er will bei Ama Zurn bleiben.

Kommentar:

Die Tad de Raud stellen wieder einmal unter Beweis, dass eine alte Regel des Perryversums immer noch gilt: Die Bösen sind immer hässlich und stinken. Hubert Haensel zeigt sich allzu bemüht, dieses Volk betont gruselig und eklig darzustellen, und so bekommen wir eine volle Ladung aus Schleim, Gestank, Exkrementen und Grausamkeit vorgesetzt. Bei all ihrer Bösartigkeit können die Tad de Raud nicht verhindern, dass Atlan befreit wird. Solche Kapitel können nicht spannend sein, denn es steht von vornherein fest, dass den Hauptfiguren kein Leid geschehen wird - Schroeder und Marath gehören inzwischen wohl ebenfalls zum Kreis jener Glücklichen, die auch ohne Zellaktivator "unsterblich" sind. Andererseits ist die Leichtigkeit, mit der die Haluter ihre Freunde befreien, nur plausibel. Es kam ja lediglich darauf an, sie zu finden. Die Überlegenheit der Galaktiker wurde ja oft genug betont. Und gegen Haluter im Kampfeinsatz ist eh kein Kraut gewachsen - die entsprechende Szene war zwar nur kurz, hat mir aber doch gefallen.

Sehr gut fand ich zunächst auch die Konsequenz, mit der Atlan sich gegen die Telomon entschieden hat. Wie er selbst sagt: Er ist nicht Perry Rhodan, sondern jemand, der schon immer zu "harten" oder zumindest pragmatischen Entscheidungen fähig war. Leider wird das Ganze gleich wieder mehr als nur entwertet, als Atlan sich umstimmen lässt. Zunächst einmal gibt es überhaupt keinen Grund dafür und ich finde es extrem unglaubwürdig, dass Atlan bereit sein soll, den Erfolg einer eminent wichtigen (und, nebenbei bemerkt, sicher auch nicht ganz billigen) Mission auf Spiel zu setzen, einer Mission, die über Sein oder Nichtsein ganzer Galaxien entscheiden könnte. Oder hat er selbst schon eingesehen, dass er mit seinen paar Schiffchen eigentlich gar nichts gegen TRAITOR ausrichten kann, geschweige denn gegen eine Negasphäre? Dass Atlan ausgerechnet von den Halutern umgestimmt worden sein soll, setzt dem Ganzen die Krone auf. Gut: Die sanften Riesen mögen ihre mütterlichen Gefühle entdeckt haben, aber diese Gefühle dürften wohl kaum so stark sein, dass sie ihnen das logische Denken vernebeln. Ihr Ordinärhirn könnten sie ja auch abschalten… Nein, das alles halte ich für haarsträubenden Unsinn, für mich hat Atlan jegliche Berechtigung verloren, das KombiTrans-Geschwader weiter anzuführen. Dass alles gut ausgegangen ist, zählt dabei nicht, denn das konnte er nicht vorhersehen.

Am Ende ist also alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen. Warum muss das so sein? Warum hat man nicht einmal den Mut, Atlan eine unpopuläre Entscheidung durchziehen zu lassen? Etwas, woran er dann vielleicht noch eine Zeitlang zu knabbern hat?

Für die "Statistik": Neben ungewöhnlich vielen Rechtschreibfehlern findet sich auch diesmal wieder HHs unpassende Lieblings-Redewendung ("In dem Moment"), und das gleich neunmal, wenn ich richtig gezählt habe…

J. Kreis, 19.05.2007


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