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Perry Rhodan Nr. 2377: ESCHER

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Am 21. Januar 1346 NGZ wird Perry Rhodan von Dr. Laurence Savoire aufgesucht. Rhodan kennt den Mann, es ist der stellvertretende Leiter des Projekts ESCHER. Der terranische Resident ist allerdings nur unzureichend über das Projekt informiert, das er jahrelang gefördert hat. Savoire hat sich selbst vergiftet, um sich aus ESCHER befreien und Rhodan berichten zu können, dass das Projekt außer Kontrolle geraten ist. Er muss sofort medizinisch versorgt werden, beginnt aber gleich damit, Rhodan über die wahren Vorgänge innerhalb ESCHERS zu informieren. Dabei muss er immer wieder gegen einen hypnotischen Zwang ankämpfen, der es ihm erschwert, diese Dinge auszusprechen. Als Rhodan begreift, dass ESCHER möglicherweise gefährlich ist, lässt er das Gelände umstellen.

Rückblick: Laurence Savoire, ein Umweltangepasster vom Planeten Diakat, ist Kybernetiker. Er hat eine leichte telepathische Begabung. Wie alle Menschen von Diakat hat er nur ein Auge, das jedoch zwei Pupillen aufweist. Er wird 1340 NGZ zur Waringer-Akademie berufen und begegnet dort Baldwin Carapol, mit dem er sich anfreundet. Von Carapol erhält Savoire erste Informationen über ESCHER, ein Geheimprojekt, das ihn sofort ungemein fasziniert, obwohl es einen schlechten Ruf hat. Leiter des Projekts ist Rodin Kowa, ein unausstehlicher Mensch, der 1324 NGZ in Andromeda auf Informationen über ein uraltes Projekt der Tefroder gestoßen ist. Im Auftrag der MdI haben die Tefroder 17.200 v. Chr. eine "mentale Projektionseinrichtung" erschaffen: Den Gedankenturm. Darin waren die Bewusstseine Hunderter Tefroder gleichgeschaltet. Der Gedankenturm hätte als Waffe eingesetzt werden sollen. Das Projekt war jedoch gescheitert, alle Beteiligten waren gestorben.

Basierend auf diesen Informationen hat Kowa ESCHER erschaffen. In ESCHERS "Gedankenkammer" werden 64 Freiwillige, die man als "Prozessoren" bezeichnet, in so genannten Kreuzkokons über modifizierte SERT-Hauben mental zusammengeschaltet und mit einer Positronik gekoppelt. Auf diese Weise soll eine Mensch-Maschine-Kreuzung entstehen, deren Rechenkapazität wieder Prä-Hyperschock-Werte erreichen soll. Savoire wird von Kowa eingestellt. Er lebt und arbeitet in den nächsten Jahren ausschließlich im ESCHER-Gebäude, trifft sich aber noch oft mit Carapol. Savoire und Kowa rasseln immer wieder zusammen, dennoch wird Savoire nach einiger Zeit zu Kowas Stellvertreter ernannt. Das Projekt kommt nicht recht voran, denn für den endgültigen Zusammenschluss der Prozessoren scheint etwas Entscheidendes zu fehlen. Vor allem reichen die herkömmlichen Hyperkristalle, die für die Zusammenschaltung verwendet werden, bei Weitem nicht aus. 1342 NGZ bemerkt Savoire zufällig, dass Kowa sich selbst regelmäßig in einen Kreuzkokon begibt. Als TRAITOR in der Milchstraße aktiv wird, erleidet das Projekt schwere Rückschläge. Allerdings erhält ESCHER Fördermittel von der LFT.

1344 NGZ gerät ESCHER in Bedrängnis, als Atturo Bicker Propaganda gegen das Projekt zu machen beginnt. Carapol verschafft Savoire jedoch Informationen, aus denen hervorgeht, dass zwischen Bicker und Kowa eine persönliche Feindschaft besteht, die auch der Grund für Bickers Attacken ist. Carapol informiert Rhodan hierüber und klärt die Situation. Dennoch geht es mit dem Projekt bergab. Immer weniger Menschen melden sich freiwillig. Da entsendet der Nukleus der Monochrom-Mutanten einen Boten zu ESCHER. Fawn Suzuke materialisiert am 3. November 1344 NGZ in der Gedankenkammer. Sie verkündet, der Nukleus werde ESCHERS Genese zu einer Parapositronik fördern. Das Projektteam hat zwar keine Ahnung, was dieser Begriff bedeuten soll, aber durch das vom Nukleus geäußerte Interesse gewinnt ESCHER eine weit höhere Priorität in den Plänen der LFT als bisher. Perry Rhodan verstärkt die Förderung, das Gebäude wird umgebaut, TLD-Agenten übernehmen ESCHERS Sicherung.

Doch noch immer macht das Projekt keine entscheidenden Fortschritte. Im Gegenteil: 1345 NGZ kommen keine Freiwilligen mehr. Der Nukleus beginnt damit, Ableger von sich selbst in ESCHER zu integrieren. Er beeinflusst die Projektmitarbeiter, so dass sie ihre Tätigkeit nicht in Frage stellen. Unter der hypnotischen Beeinflussung durch den Nukleus vernetzen sich alle Mitarbeiter des Projektteams in der Gedankenkammer. Gleichzeitig rekrutieren die TLD-Agenten neue "Freiwillige". Jetzt werden winzige Mengen Salkrit anstelle gewöhnlicher Hyperkristalle verwendet, die Vernetzung der Probanden wird erheblich verbessert - doch dabei sterben die ersten Testpersonen. Insgesamt gibt es 36 Tote, alle sterben angeblich an "Herzversagen". Zu ihnen gehört auch Rodin Kowa. Nur Savoire gelingt es, vermutlich aufgrund seiner schwachen telepathischen Begabung, sich zeitweise aus dem Bann des Nukleus zu befreien und zu begreifen, was innerhalb ESCHERS wirklich geschieht…

Kommentar:

Was es mit dem tefrodischen Projekt Gedankenturm auf sich hat, könnt ihr in Perry Rhodan Extra 4 nachlesen - das Heft ist zeitgleich mit PR 2377 erschienen. Da man es nicht gelesen haben muss, um PR 2377 genießen zu können, ist dieser kleine Marketing-Gag verzeihlich.

Im Gegensatz zum zweiten Atlan Lepso - Taschenbuch beweist Christian Montillon hier, dass er richtig tolle Romane schreiben kann. Dieser Roman enthält einige Elemente, die mir sehr gut gefallen, und die ich in der PR-Serie lange schmerzlich vermisst habe. Zum Beispiel sind Savoire und Kowa echte Typen mit Ecken und Kanten. Kowa ist zwar ziemlich unsympathisch, aber er ist nicht der sonst übliche Psychopath. Savoire bietet ihm schlagfertig Paroli, was für einige sehr gute Dialoge sorgt. Solche Charaktere fehlen der Serie, meist hat man entweder glattgeleckte, genormte und austauschbare Helden vor sich, oder völlig übertriebene Figuren wie Daellian. Im Roman finden sich auch einige nette Details über das Leben in Terrania. Über das Alltagsleben im Perryversum liest man sonst auch viel zu wenig.

Die Beschreibung ESCHERS klingt faszinierend. Allerdings stellen sich auch gleich einige moralische Fragen. Rührt der Zusammenschluss menschlicher Bewusstseine mit Positroniken nicht an die Grenzen des Verbotenen, auch wenn die "Prozessoren" zunächst Freiwillige waren? Wusste Perry Rhodan schon von Anfang an, was innerhalb ESCHERS überhaupt vor sich ging? Spätestens mit dem Eingreifen des Nukleus sind die Dinge denn auch außer Kontrolle geraten. Man kann sich fragen, welche Ziele diese Beinahe-Superintelligenz eigentlich verfolgt und warum sie niemanden darüber informiert hat. Sind ihr die obigen moralischen Bedenken ganz einfach fremd, oder hält sie ESCHER für so wichtig, dass sie sie ignoriert? Decken die Ziele des Nukleus sich überhaupt noch mit denen der Terraner?

Endlich mal wieder bin ich richtig gespannt, wie die Sache weitergeht. Und welchen Stellenwert ESCHER im Kampf gegen die Terminale Kolonne haben soll…

J. Kreis, 11.03.2007


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