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Perry Rhodan Nr. 2370: Die Milliardenstadt

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Die Befürchtungen der Raphanen waren nicht ganz unbegründet: Es kommen tatsächlich Nachfahren jener schwarzen Bestien durch den Nagigal-Sonnentransmitter, die vor mehr als 50.000 Jahren das lemurische Reich vernichtet haben. Allerdings sind es die Haluter des KombiTrans-Geschwaders, friedliche Wissenschaftler also, die seit langer Zeit zu den besten Freunden der Menschen zählen. Das ist schwer zu glauben für Kenton Self, den Obersten Ratsmann von Arkan-Raphan, mit dem Atlan zu verhandeln beginnt. Der Raphane lernt allmählich, Atlan und den Halutern zu vertrauen. Er wittert darüber hinaus Morgenluft, als er erkennt, dass Atlan seine Hilfe benötigt. Um durch den Sonnentransmitter weiter nach Hangay fliegen zu können, benötigt Atlan Zugriff auf den Ordin-Rechner. Self ist nur dazu bereit, Atlan Zutritt zu den Steuerpyramiden zu gewähren, wenn der Arkonide ihm einiges von der Technologie der Terraner überlässt, die jener der Raphanen weit überlegen ist. Es gibt jedoch ein Problem, denn niemand weiß, was im Quartier Lemurica vorgefallen ist und warum der Ordin-Priesterrat sich nicht mehr meldet.

Aheun Arcalotz ist der letzte Priester, der Auskunft über diese Ereignisse geben könnte. Er ist jedoch in die Stadt Adur Bravuna geflohen. Dort wird er verprügelt und beinahe ausgeraubt. Nur dem Eingreifen eines Serviceroboters, der Aheun begleitet, ist zu verdanken, dass es nicht zu Schlimmerem kommt. Während der Suche nach seinen Eltern, die er nie kennen gelernt hat, lernt Aheun die Armut der großen Bevölkerungsmasse genauer kennen, als ihm lieb ist. Dass eine kleine Oberschicht ein vergleichsweise luxuriöses Leben führen kann, betrachtet er als Unrecht, das es abzuschaffen gilt. Als der Robtrix wegen Energiemangel seinen Geist aufgibt, begegnet Aheun der drogensüchtigen Hilfi, einer Frau, die sich prostituiert, um ihre Kinder ernähren zu können. Die beiden freunden sich an und suchen gemeinsam nach Aheuns Mutter - sein Vater ist, wie sich herausstellt, schon vor einiger Zeit gestorben. Als Aheun seiner völlig heruntergekommenen Mutter in den tiefsten Ebenen der Stadt, in der unfassbares Elend herrscht und wo seltsame Kreaturen hausen, endlich begegnet, erkennt er die Sinnlosigkeit seiner Suche und kehrt mit Hilfi ins Quartier Lemurica zurück.

Dort hilft er Atlan, die primäre Schaltstation des Sonnentransmitters zu erreichen. Atlan kann von dort aus zwar eine beidseitig nutzbare Verbindung zum Kharag-Sonnendodekaeder herstellen, aber die anderen Gegenstationen reagieren nicht. Seltsame Aggregate in der Pyramide, die eindeutig nicht lemurischer Herkunft sind (sie bestehen aus stabiler Formenergie), geben den Galaktikern weitere Rätsel auf. Das KombiTrans-Geschwader sitzt also bei den Raphanen fest, Atlan muss sich mit ihnen arrangieren. Als Gegenleistung für Aheuns Hilfe macht Atlan ein Versprechen, das die Probleme der Raphanen mit der Überbevölkerung lösen soll: Die Haluter werden versuchen, den Planeten Kharmuu durch den Kharag-Sonnendodekaeder ins Nagigal-System zu versetzen. Aheun ist als einziger überlebender Ordin-Priester Oberhaupt der Priesterschaft und macht sich daran, die Lebensbedingungen der Raphanen zu verbessern. Ihm zur Seite steht Hilfi, die ihre Drogensucht überwinden und zu einem neuen Menschen werden will.

Kommentar:

Ihr habt nicht wirklich geglaubt, dass Atlan gleich weiter nach Hangay fliegen würde, oder? Damit geht diese Episode, die man als "it's a long long way to Hangay" bezeichnen könnte, in die siebte Runde. Runde acht folgt nächste Woche. Nicht zu fassen, wie man so etwas in die Länge ziehen kann - immerhin macht Thurner wenigstens eine unterhaltsame Story daraus. Diese Geschichte hat sogar ein Happy End, jedenfalls zunächst einmal für Aheun und Hilfi. Der Plan, einen ganzen Planeten durch den Sonnentransmitter zu versetzen, kommt mir aber ein wenig zu ehrgeizig vor. Erst recht unter den Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz. Wäre es nicht einfacher und auf Dauer effektiver, in den raphanischen Telenovelas den Gebrauch von Lümmeltüten populär zu machen? Es kann natürlich sein, dass die Raphanen dieses Hilfsmittel nicht kennen, aber die Schiffe des KombiTrans-Geschwaders, die ja mit Angehörigen der verschiedensten Völker bemannt sind, sollten derartige Dinge doch in allen denkbaren Ausführungen dabei haben, oder? Das wäre mal ein Technologietransfer der besonderen Art.

Warum schickt Atlan eigentlich ausgerechnet die Haluterschiffe vor, um den ersten Kontakt zu den Raphanen herzustellen? Sollte er nicht ganz genau wissen, wie traumatisiert zum Beispiel die Tefroder waren? Okay: Die Raphanen wissen gar nicht, wie eine Schwarze Bestie wirklich aussieht, aber das konnte Atlan nicht ahnen. Und die Form der "Bestienschiffe" scheint den Raphanen durchaus bekannt zu sein. Egal. Es gibt auch gute Szenen mit dem Arkoniden, zum Beispiel jene, in denen Kenton Self glaubt, er habe Atlan über den Tisch gezogen. Man glaubt das so lange, bis man Atlans Version erfährt. Auch die Beschreibung der Zustände in Adur Bravuna ist gut gelungen. Insgesamt also nettes Lesefutter, auch wenn es die Handlung nicht entscheidend weiterbringt.

J. Kreis, 20.01.2007


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