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Perry Rhodan Nr. 2356: Schmerzruf

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Im Mai 1345 NGZ brechen Kantiran, Cosmuel Kain und einige andere Friedensfahrer mit mehreren OREON-Kapseln und -Transportern nach Hangay auf, um im Lazaruu-Sternhaufen am Rande Hangays eine Station der Friedensfahrer einzurichten, die den Namen Camp Sondyselene tragen soll. Dies soll Cosmuels Inittiierungsaufgabe sein. Erfüllt sie sie, wird sie in die Organisation aufgenommen. Solange dies jedoch nicht der Fall ist, so macht Chyndor unmissverständlich klar, darf Kantiran keine Beziehung mit ihr eingehen, denn er ist ihr Mentor. Kantiran, der nicht so recht weiß, welche Gefühle Cosmuel für ihn empfindet, leidet ohnehin schon Höllenqualen. Sich der Frau, nach der er verrückt ist, nur auf einer professionellen Ebene nähern zu dürfen, macht ihm noch mehr zu schaffen. Nach zwei Monaten ist der Lazaruu-Sternhaufen am Rande von Hangay endlich erreicht. Cosmuel wählt den Planeten Vibe-Lotoi als Ziel. Während die anderen Friedensfahrer zunächst eigene Wege gehen, fliegen Kantiran und Cosmuel mit der THEREME weiter.

Der Sternhaufen Lazaruu ist seit der Hyperimpedanz-Erhöhung von Hangay abgeschnitten. Er war schon immer ein Rückzugsgebiet für allerlei Gesindel: Piraten, Schmuggler, Sklavenhändler und so weiter aus verschiedenen Völkern. Deshalb tummeln sich dort jetzt Kartanin, Hauri, Gryolen und diverse andere Wesen - und praktisch alle sind die Nachkommen von Verbrechern. Alaska Saedelaere wertet die Daten einer Sonde aus, die im Dezember 1344 NGZ beobachtet hat, wie ein hoch entwickeltes Schiff im Lazaruu-Sternhaufen havariert ist. Außerdem stellt er fest, dass zwei Chaos-Geschwader sich dem Sternhaufen nähern, die offenbar nach genau diesem Schiff suchen. Dessen Name ist BANDA SARI, und seine Aufgabe war es, etwas oder jemanden mit dem Namen Kirmizz an sein Einsatzziel zu bringen.

Die Friedensfahrer ahnen nicht, dass sie durch diese Information auf die Spur jenes Wesens gekommen sind, das den Chaotender VULTAPHER befehligen soll. Kirmizz ist nach der Havarie seines Schiffes auf einem Planeten des Lazaruu-Sternhaufens gestrandet und hat dabei all seine Erinnerungen verloren. Kartanin finden ihn und geben ihm den Namen Naigon. Er wird als Sklave verkauft und schuftet mehrere Monate lang unter erbärmlichen Bedingungen in einer Bauxit-Mine. Er findet heraus, dass er über eine Paragabe verfügt, die es ihm ermöglicht, in Gefahrensituationen die Kontrolle über andere Wesen zu übernehmen. Als er beim Einbruch eines Bergwerksstollens verschüttet wird, gewinnt er die Erinnerung an seinen wahren Namen zurück. Er setzt seine Gabe ein, um den Inhaber des Bergwerks zu zwingen, ihn und die anderen Verschütteten zu retten.

Zusammen mit seinem einzigen Freund, dem Echsenwesen Ingittz Zaul, gelingt ihm einige Zeit später die Flucht aus den Klauen des Kartanin-Piraten Tschaek-Sparr, an den sie weiterverkauft worden sind. In einer radioaktiv verseuchten Wüste, in der er Hyperkristalle suchen musste, hat Kirmizz den Anführer einer Mutanten-Bande getötet. Jetzt, als Kirmizz versucht, eine Schiffspassage zu einem anderen Planeten zu erlangen, sind ihm die Wachhunde des toten Mutanten auf den Fersen. Die Bestien töten Ingittz Zaul und fallen über Kirmizz her. Da setzt dieser unbewusst seine zweite Paragabe ein: Den Schmerzruf. Sein Gesicht teilt sich entlang eines Längswulstes und ein zweites Gesicht erscheint. Dieses sendet eine psionische Schockwelle aus, die alle Lebewesen im größeren Umkreis tötet. Jetzt kann Kirmizz den Planeten verlassen, denn seine immer noch zum größten Teil verschütteten Erinnerungen sagen ihm, dass er anderswo eine große Aufgabe zu erfüllen hat.

Kommentar:

Die Leidensgeschichte des künftigen Chaotender-Kommandanten macht leider den größten Teil dieses Romans aus. "Leider" deshalb, weil ich sie vollkommen uninteressant, ja geradezu ermüdend fand. Gut, irgendwie muss diese neue Figur eingeführt werden, und wir erfahren auch hinreichend viel über seinen Charakter. Kirmizz scheint ein Wesen zu sein, dem Begriffe wie Freundschaft, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und so weiter völlig fremd sind. Auch als er verspottet wird, begreift er das dahinter stehende Konzept nicht (er scheint also auch völlig humorlos zu sein), man muss es ihm erst erklären. Ich wüsste gern, warum sein Schiff havariert ist. Es ist ja kaum anzunehmen, dass man den Transport eines so wichtigen Wesens einem Schiff überlassen hat, das weniger widerstandsfähig als zum Beispiel ein Traitank ist. Was also kann dieses Schiff so schwer beschädigt haben? Was war dafür verantwortlich, dass Kirmizz sein Gedächtnis verloren hat? Oder müssen wir einfach wieder mal akzeptieren, dass das geschehen ist?

Viel interessanter finde ich die Passagen, die sich mit Kantiran und seinem Liebeskummer beschäftigen. Der Ärmste: Endlich ist er über Theremes Tod hinweggekommen, aber jetzt muss er abwarten, bis Cosmuel in die Reihen der Friedensfahrer aufgenommen wird. Da kann man nur hoffen, dass sie gute Arbeit leistet. Abgesehen davon kann er sich nicht einmal sicher sein, dass sie ihn liebt. Versteh' einer die Frauen - erst recht wenn es Cynos sind!

Der Roman enthält übrigens eine etwas allzu offensichtliche Anspielung auf den Film Fluch der Karibik. Mit Tschaek-Sparr ist natürlich Captain Jack Sparrow gemeint. Der Kartanin hat sich sogar genau so ausstaffiert wie der legendäre Piratencaptain: Mit Cajal, Dreadlocks, Stirnband, Kinnbart und allem…

J. Kreis, 14.10.2006


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