Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2352
Weiter zu Nr. 2354


Perry Rhodan Nr. 2353: Requiem für einen Mond

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Taje Karoon-Baal übernimmt das Kommando über die kleine Gruppe von Widerständlern. Jere tan Baloy akzeptiert den Wechsel kommentarlos und überlässt dem E-Kom-Agenten auch den Signalgeber. Die Gruppe taucht sicherheitshalber in der außerhalb Konars liegenden Künstlerkolonie Echnaricoll unter. Dort wertet Taje Daten über die Vorgänge im Blauen System aus, die er in einer geheimen Ortungsstation des Energiekommandos gesammelt hat: 24 Chaos-Geschwader befinden sich im System, dazu 14 Kolonnen-Fähren und sechs gewaltige Gebilde, die Taje als Kolonnen-MASCHINEN bezeichnet, da sie MASCHINE ZWÖLF gleichen, jenem Gebilde, das 427 NGZ vom Dekalog der Elemente eingesetzt worden ist. Alle Kolonnen-MASCHINEN sind gleich aufgebaut. Sie bestehen aus zwei an den Polen aneinander gefügten Halbkugeln, deren Flachseiten mit Aufbauten bedeckt sind. In der Mitte befindet sich ein rotierender Antriebswulst. Sie haben einen Durchmesser von 100 Kilometern, insgesamt sind sie 150 Kilometer hoch. Diese gewaltigen Gebilde umkreisen Xölyar, einen Mond Drorahs.

Auf Drorah verschlechtern sich die Verhältnisse immer weiter. Zwar ist die öffentliche Ordnung noch nicht völlig zusammengebrochen, aber die Selbstmordrate steigt in erschreckendem Ausmaß an. Am 8. August erscheinen 88 weitere Kolonnen-Fähren im Blauen System. Sie bringen 66 TRAIGOT- und 44 TRAICAH-Fabriken. Auch diese gehen in einen Orbit um Xölyar, der Mond wird komplett abgeriegelt und in Anti-Ortungsfelder gehüllt. Ein energetisches Chaos entsteht in diesem Bereich. Schon einige Tage zuvor sind alle akonischen Schiffe, die sich bei Xölyar aufgehalten haben, zur Landung auf dem Mond gezwungen worden. Jetzt steht fest, dass die Terminale Kolonne es eigentlich nicht auf Drorah abgesehen hat, sondern auf den Mond. Dieser ist wegen seiner unzähligen Transmitterknoten, der Schiffswerften und sonstigen Produktionsanlagen der wichtigste Himmelskörper des ganzen Systems.

Am 11. August steigen Abertausende Gebilde aus der Dunkelzone auf, die den Dunklen Obelisken auf Drorah umgibt. Es handelt sich um Miniatur-Ausgaben des Obelisken, und auch sie verschwinden in Richtung Xölyar. Taje und Jere nutzen einen geheimen Transmitter des Energiekommandos, um den Mond zu erreichen. Während Jere dort bei der Evakuierung der Überlebenden eines abgestürzten Raumdocks hilft, zündet Taje mit dem Signalgeber einige Sprengladungen, die wie auf Drorah schon vor einiger Zeit an neuralgischen Punkten gelegt worden sind. Damit erreicht er aber nur, dass die Mor'Daer auf ihn aufmerksam werden und ihn jagen. Er kann sie zwar abhängen, erhält dabei aber einen Streifschuss. Zurück auf Drorah sucht Tajes Gruppe ein neues Versteck, sobald der Ex-Agent genesen ist. Die Akonen beobachten am 16. August, wie Xölyar scheinbar rasend schnell verkleinert wird und dann in einer gewaltigen Explosion verschwindet. Diese Explosion war aber scheinbar nur vorgetäuscht oder die Terminale Kolonne hat sie abgeschirmt, denn auf Drorah gibt es keine Nachwirkungen. Offenbar gleichen die Fabriken TRAITORS sogar die durch den Verlust des Mondes veränderten Schwerkraftverhältnisse aus.

Kommentar:

Dieser Roman enthält einige Seltsamkeiten - und damit meine ich noch nicht einmal die völlig uninteressante Nebenhandlung, die um Kare ta Ebrus (ein Besatzungsmitglied des abgestürzten Raumdocks) und dessen "Galaxienblume" gestrickt wird. Die Idee einer virtuellen Pflanze, die sich gemäß der in sie eingegebenen Informationen über die Verhältnisse im Blauen System entwickelt, ist gar nicht schlecht, sie ist aber auch nicht neu. Herr Sellars, eine Figur aus dem "Otherland"-Zyklus von Tad Williams, hatte zum Beispiel einen ganzen virtuellen Garten, der eine ähnliche Funktion erfüllen konnte. Leider wird dieses Handlungselement im vorliegenden Roman nur für ein weiteres Beispiel peinlicher Durchhalteparolen verwendet und hat ansonsten keine Bedeutung. Amedas Eskapaden finde ich dagegen nicht weiter störend. Ihre Einstellung zur Promiskuität passt zu der Figur, die wir aus dem letzten Roman kennen.

Nein, eigenartiger fand ich folgendes: Warum bleiben die Akonen in dem strahlenverseuchten Wrack des Docks, wenn sie dort nicht mal was zu beißen haben? Nirgends steht geschrieben, dass alle Ausgänge blockiert seien. Sie hätten sich also ganz einfach irgendwo auf Xölyar, der ja sogar eine atembare Atmosphäre hat, in Sicherheit bringen können.

Dann frage ich mich, wie es sein kann, dass es noch eine funktionierende Transmitterverbindung von Drorah nach Xölyar gibt, wenn die Traitoristas den Mond doch angeblich komplett abgeschirmt haben. Oder warum sie die zahlreichen Transmittersprünge (man erinnere sich: Hunderte von Überlebenden werden so evakuiert) nicht anmessen und der Sache auf den Grund gehen.

Auch Taje hat es viel zu leicht. Anscheinend sind die Mor'Daer nicht wirklich daran interessiert, den Störenfried zu beseitigen, sonst hätten sie ihn spätestens dann problemlos einsammeln können, als er bewusstlos in seinem automatisch gesteuerten Kampfanzug hing. Übrigens: Wie kommt Taje auf die Idee, er könnte die im All über Xölyar schwebenden gigantischen Raumschiffe der Kolonne schädigen, indem er Anlagen auf der Oberfläche des Mondes sprengt? So ein Quatsch.

Zu guter Letzt enthält der Roman auch wieder den allseits beliebten Schockwellen-Fehler: Die Akonen auf Drorah machen sich Gedanken über die Schockwellen, die durch die Explosion Xölyars entstehen. Keine Sorge: Schockwellen können sich im Vakuum nicht ausbreitenů

Interessant: Neben Abkömmlingen des Elements der Finsternis scheinen auch andere Elemente des Dekalogs zur Terminalen Kolonne zu gehören. Die MASCHINEN kennen wir im Zusammenhang mit dem Element der Technik. Ob sich in den Kolonnen-MASCHINEN auch Anin-An befinden?

Was TRAITOR mit Xölyar vorhat, dürfte klar sein: Der Mond soll in ein Kabinett Vultaphers umgewandelt werden.

J. Kreis, 23.09.2006


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2352
Weiter zu Nr. 2354