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Perry Rhodan Nr. 2351: Die gefallenen Mächtigen

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Erst nach sieben Wochen hat sich die Strangeness der SEOSAMH weitgehend dem Normalraum angeglichen. Am 23. Juli 1345 NGZ wird Perry Rhodan zu Nuskoginus gerufen. Der Mächtige berichtet von einer 60 Millionen Jahre zurückliegenden Vergangenheit. In dieser Zeit regieren Nuskoginus und seine sechs Gefährten zusammen mit ihrer Artgenossin Inkendyare die Galaxie Eudoccia im Universum Eud'y-Asor-Jaroso. Sie sind Normalsterbliche aus dem Volk der Gyshanian vom Planeten Farner Aly. Der Planet wird seit Urzeiten von einem in Dunkelheit gehüllten Objekt umkreist. Wie eine alte Legende der Gyshanian es vorhergesagt hat, tritt dieses Objekt eines Tags aus der Dunkelheit hervor - es ist ein 1126 Kilometer durchmessendes Raumschiff aus kristallisierter Psi-Materie. Ein kobaltblaues Walzenschiff erscheint und bringt den Kosmokratenroboter Srivonne nach Farner Aly. Er wählt unter den acht Gouverneuren sieben Mächtige aus, die künftig Leben und Intelligenz im Universum verbreiten sollen. Inkendyare wird bei dieser Wahl übergangen.

Die sieben Mächtigen erhalten je einen QUELLTRÄGER. Diese Raumschiffe sind Spiegelungen des psi-materiellen Objekts, das weiterhin im Orbit von Farner Aly bleibt. Wenn der RUF sie ereilt, müssen die Mächtigen einen Treffpunkt aufsuchen, an dem der Roboter Aquinas (der in dieser Epoche die Idealgestalt eines Gyshanian hat) ihnen neue Aufträge erteilt. Über Jahrtausende hinweg erledigen sie diese Aufträge gewissenhaft, aber gleichzeitig suchen alle sieben Mächtigen immer wieder Inkendyare auf, um das Leben ihrer Gefährtin mit den Einrichtungen der Sporenschiffe zu erhalten. Das bleibt Srivonne nicht verborgen. Er verbietet den Mächtigen, Inkendyares Leben weiter zu verlängern. Diese Entscheidung ist korrekt, denn die ehemalige Gouverneurin hat sich zur Alleinherrscherin Eudoccias aufgeschwungen. Sie bleibt allerdings auch ohne die Hilfe ihrer Gefährten am Leben. Sie erhält Besuch von einem Wesen, das sich Condeziz nennt und im Auftrag einer Macht namens KOLTOROC zu Inkendyare kommt. Condeziz verleiht Inkendyare Jugend und ewiges Leben. Im Gegenzug soll die gesamte Galaxie Eudoccia zu einer gigantischen Produktionsstätte für Raumschiffe werden, die man Traitanks nennt…

Die Gefühle, die die Mächtigen für Inkendyare empfinden, sind der Hebel, der es Condeziz und einigen anderen Wesen seiner Art ermöglicht, sie zu unterwandern. Jedem Mächtigen wird eines dieser Wesen als Begleiter mitgegeben. Die Fremden, bei denen es sich möglicherweise um Terminale Herolde handelt, üben einen suggestiven Einfluss auf die Mächtigen aus. Sie bringen sie nicht nur dazu, die Augen vor den Vorgängen in Eudoccia zu verschließen, sondern verführen sie auch zu eigenmächtigen Aktionen, die nicht von Aquinas oder Srivonne autorisiert sind. Zum Beispiel fördert Nuskoginus mit seinem QUELLTRÄGER die Entwicklung der Morgotha Aldaer, die man auch als Mor'Daer kennt. Nach weiteren Jahrtausenden ist ganz Eudoccia nur noch darauf eingestellt, Traitanks herzustellen, wodurch alle Völker der Galaxie allmählich zugrunde gerichtet werden. Als die unglaublichen Mengen der Traitanks abgeholt werden, schaltet sich endlich Srivonne wieder ein. Er tötet Condeziz und dessen Artgenossen, was auch zu Inkendyares Tod führt. Nuskoginus und die anderen ehemaligen Mächtigen verlieren ihren Status und damit auch ihre besonderen Fähigkeiten. Sie werden zu ewiger Qual in der SEOSAMH verurteilt. Aquinas wird zur Strafe dafür, dass er nicht eingeschritten ist, in ein Zerrbild seiner ehemaligen Gestalt verwandelt.

Über Millionen von Jahren hinweg folgen die ehemaligen Mächtigen den Spuren der Terminalen Kolonne, der sie, wie sie jetzt wissen, in all der Zeit zugearbeitet haben. Sie glauben, sie könnten ihre Schuld sühnen, wenn es ihnen gelänge, TRAITOR schweren Schaden zuzufügen. Auf ihrer Suche werden sie Zeuge verschiedener kosmischer Ereignisse, aber einen Ansatzpunkt für den Kampf gegen TRAITOR finden sie nicht. Da werden sie von einem Dunklen Ermittler kontaktiert, der ihnen verrät, dass es innerhalb der Terminalen Kolonne eine Fraktion gibt, die TRAITOR Widerstand leisten will. Der Dunkle Ermittler meint, die Milchstraße eigne sich am besten für den Widerstand. Nuskoginus und seine Gefährten sollen Kontakt mit der Menschheit aufnehmen, die benötigten Koordinaten werden ihnen übergeben.

Perry Rhodan findet diesen Bericht zwar hoch interessant, aber im Grunde hat er kaum einen Nutzen für ihn. Nuskoginus hat die entscheidenden Informationen allerdings zurückgehalten. Bevor er sie preisgibt, will er wissen, ob Rhodan bereit ist, die ehemaligen Mächtigen bei sich aufzunehmen. Als der Terraner zustimmt, verrät Nuskoginus ihm, was er über die Ziele der Terminalen Kolonne herausgefunden hat. Ihm ist bekannt, dass der Feldzug, der zur Entstehung der Negasphäre von Hangay führen soll, von der negativen Superintelligenz KOLTOROC geleitet wird. KOLTOROC hat den Rang eines Chaopressors, der in der Hierarchie der Terminalen Kolonne noch über den Progress-Wahrern steht. Zu KOLTOROCS Aufgaben gehört es auch, ein Instrument zu erschaffen, das geeignet wäre, den erwarteten Großangriff der Kosmokraten abzuwehren: Einen Chaotender. Dieser Chaotender, der den Namen VULTAPHER tragen soll, muss erst noch gebaut werden. Und die Galaxien der Lokalen Gruppe sollen nicht nur als Ressource für den Bau des Chaotenders herangezogen werden - sie sollen als "Kabinette" in VULTAPHER integriert werden…

Kommentar:

Manchmal ist nur ein kleines Detail nötig, damit die Bestandteile eines unverständlichen Puzzles plötzlich perfekt zusammenpassen. Der vorliegende Roman hat für mich diesen Stellenwert in Bezug auf den TERRANOVA-Zyklus. Jetzt endlich ist klar, was TRAITOR wirklich will und wozu die so genannten "Ressourcengalaxien" eigentlich benötigt werden. Das war einer der Punkte, die mir die ganze Zeit nicht verständlich gewesen sind. Ich habe es auch immer für unlogisch gehalten, dass die Terminale Kolonne so schonend und zurückhaltend mit den Völkern der Milchstraße umgegangen ist, d.h. dass sie die ganze Zeit eigentlich nichts weiter getan hat, als ihr Gebiet abzustecken und sozusagen den Deckel draufzuhalten.

Tja, und bei der Lektüre dieses Romans hat es dann endlich "Klick" gemacht. Jetzt passt plötzlich alles zusammen, und das Bild wird absolut stimmig. Klar: Wenn die Galaxien der Lokalen Gruppe in einen Chaotender integriert werden sollen, dann kann man sie natürlich nicht vorher in Schutt und Asche legen. Schließlich haben sie noch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Und dass der Chaotender gebraucht wird, ist ebenfalls völlig logisch und überzeugend, denn wir wissen ja, dass selbst große Traitank-Flotten kaum etwas gegen die kobaltblauen Walzen der Kosmokraten ausrichten können. Da müssen andere Kaliber aufgefahren werden!

Ich würde mal sagen, dieser Roman bildet den Wendepunkt, jedenfalls was meine Einstellung zum aktuellen Zyklus angeht. Diese geniale Idee wertet ihn enorm auf. Hinzu kommt das, was schon länger klar ist: TRAITOR ist einfach zu mächtig. Genau genommen, so wird im vorliegenden Roman gesagt, gehören alle Streitkräfte der Chaotarchen zur Terminalen Kolonne, und es gibt nur eine Terminale Kolonne im Multiversum. Deshalb haben wir es im TERRANOVA-Zyklus auch nicht nur mit einer weiteren von allzu vielen "Invasionsgeschichten" zu tun. Die Terraner haben einfach das Pech, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein…

Den Roman habe ich während einer Fahrt mit der Bahn gelesen. Er hat mich so gefesselt, dass ich vom Halt in Bonn absolut nichts mitbekommen habe - ich war ziemlich überrascht, als auf einmal durchgesagt wurde, der Zug werde demnächst Köln erreichen. Nett fand ich auch die eingestreuten Informationen über Litrak, den wir aus dem Atlan-Obsidian-Zyklus kennen, und über die Hierarchie-Ebenen in der Terminalen Kolonne.

Allerdings muss auch etwas Kritik erlaubt sein. Je mehr sich die wahren Ausmaße der Bedrohung offenbaren, desto schwieriger wird es nämlich, an eine überzeugende Auflösung des Zyklus zu glauben. Es ist auch ein bisschen komisch, dass Nuskoginus so flüssig erzählen kann, wo er doch angeblich solch furchtbare Qualen erleidet. Vielleicht hätte man besser Aquinas als Erzähler nehmen sollen. Noch ist mir nicht ganz klar, inwieweit die ehemaligen Mächtigen den Terranern helfen sollen. Schließlich haben sie ihre ganze Macht verloren. Sie können allenfalls mit Informationen dienen. Es wäre übrigens allmählich auch an der Zeit, die Motivation der Dunklen Ermittler zu erklären.

J. Kreis, 10.09.2006


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