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Perry Rhodan Nr. 2350: Das schreiende Schiff

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Ein über die noch in Ausbau befindliche Linie 2 der BACKDOOR-Transmitterstrecke eintreffender Kurier überbringt Perry Rhodan am 27. Mai 1345 NGZ die Nachricht über das grausige Schicksal seines Sohnes Roi Danton. Der Kurier nutzt für seine Reise die so genannten MOTRANS-Plattformen: Aus LFT-BOXEN zusammengesetzte Transmitter-Relaisstationen, die die Ausmaße eines PRAETORIA-Segments haben und sogar Schiffe bis zur Größe eines Schweren Kreuzers transportieren können. Die schlimme Nachricht setzt Rhodan schwer zu, aber er gibt die Hoffnung nicht auf. In der Nacht zum 1. Juni veranlasst er die Zündung der "Laternen-Matrix". 2000 Kunstsonnen, die Sol auf der Uranusbahn umkreisen, simulieren künftig einen Sternenhimmel. Das soll den Menschen, die bisher nur das diffuse Schimmern des TERRANOVA-Schirms sehen konnten, etwas vom bedrückenden Gefühl des Eingeschlossenseins nehmen. Gleichzeitig wird das Netz der TERRANOVA-Tankstellen weiter ausgebaut. Zu diesem Zweck werden spezielle Versammlungsstätten aus dem Boden gestampft.

Am 4. Juni unternimmt Perry Rhodan, der von Gucky und einigen besonders Strangeness-resistenten Terranern begleitet wird, eine weitere Expedition mit dem SKARABÄUS-Schiff DÄDALUS durch das Wurmloch. Es öffnet sich immer bei schwerem Beschuss des TERRANOVA-Schirms und führt in ein anderes Universum. Kaum ist das Schiff auf der anderen Seite angekommen, da bricht das Wurmloch zusammen. Die DÄDALUS sitzt in dem fremden Universum fest. Ein 8080 Meter langes, aus vier quaderförmigen Elementen bestehendes Raumschiff wird entdeckt. Gucky, der besonders stark von den Strangeness-Effekten betroffen ist, nimmt die mentalen Impulse extremer Qual auf - irgendjemand an Bord des fremden Schiffes scheint entsetzlich zu leiden. Rhodan und Gucky betreten das Schiff und stellen fest, dass die dort arbeitenden Roboter durch die Strangeness beschädigt worden sein müssen, denn sie verrichten sinnlose Tätigkeiten. Die mentalen Schreie führen Gucky zu einer riesigen Halle, in der sieben Kristallsärge stehen. Darin befinden sich die konservierten Körper von zweieinhalb Meter großen Wasserstoffatmern mit zwei stämmigen Beinen, zwei gewaltigen Schulterarmen und zwei filigranen Brustarmen. Die Schädel dieser Wesen erinnern an den Kopf eines Tapirs.

Gucky erhält Kontakt zu einem der Wesen und erfährt, dass es sich um die für dieses Universum zuständigen sieben Mächtigen handelt. Ihr Anführer trägt den Namen Nuskoginus, und sie wurden zur Strafe für einen Verrat an den Kosmokraten in die Kristallsärge gesperrt, die ihnen endlose Schmerzen zufügen. Angeblich können die Mächtigen sich nur rehabilitieren, wenn sie den Terranern gegen TRAITOR beistehen. Aquinas, ein Kosmokratenroboter, hat den Befehl erhalten, die Mächtigen ins Solsystem zu bringen. Der Körper des Roboters gleicht dem der Mächtigen, aber er wirkt deformiert. Er informiert Rhodan und Gucky darüber, dass sein Raumschiff, die SEOSAMH, Schwierigkeiten hat, eine Verbindung zum Zieluniversum herzustellen. Offensichtlich ist der TERRANOVA-Schirm der Grund dafür, dass störende veränderliche Strangeness-Effekte auftreten. Diese Effekte drohen inzwischen auch die SEOSAMH zu vernichten, aber Aquinas kann die entsprechenden Aggregate nicht mehr abschalten.

Rhodan nutzt das nächste sich öffnende Wurmloch, um am 7. Juni ins Solsystem zurückzukehren. Er holt weitere SKARABÄUS-Schiffe auf die andere Seite, die drei Segmente der SEOSAMH ins Solsystem ziehen können. Der vierte Teil muss zurückgelassen werden, denn er hält die Hyperperforation offen. Dummerweise befinden sich auf diesem Segment die mächtigsten Werkzeuge, die Nuskoginus und seinen Gefährten zur Verfügung stehen. Das Segment ist verloren, denn kurz nach dem Durchbruch schließt sich das Wurmloch für immer.

Kommentar:

Perrys Reaktion auf die Nachricht über das Schicksal seines Sohnes hat mir gut gefallen. Er verliert kurz die Fassung, aber seine vieltausendjährige Lebenserfahrung verhindert, dass er völlig zusammenbricht. Er verliert nicht die Hoffnung, aber seine Trauer verwandelt sich allmählich in Zorn und Hass. All diese nur zu menschlichen Gefühle kann man gut nachvollziehen. Weniger gut gefällt mir, dass er sich wieder in höchste Gefahr bringt, ohne sich mit irgendjemandem abzusprechen. Das wäre ungefähr so, wie wenn die Bundeskanzlerin mal eben in einen Kommandoeinsatz gehen würde, um sich im Irak an einer Geiselbefreiung zu beteiligen. Obwohl - das sollte man sich vielleicht lieber doch nicht vorstellen.

Wie ungemein praktisch, dass die Sieben Mächtigen des fremden Universums ausgerechnet jetzt auftauchen, als das Erscheinen der zweiten Welle TRAITORS bevorsteht, nicht? Natürlich müssen sie aber auch gleich wieder auf ihre besten Waffen verzichten, denn sonst würde es ja wiederum zu einfach werden. Das sind wieder mal "Zufälle" jener Art, die ich überhaupt nicht leiden kann. Immer dann, wenn die Situation aussichtslos ist, erscheinen irgendwelche Leutchen (von denen man natürlich noch nie zuvor gehört hat) wie das sprichwörtliche Kaninchen aus dem Zylinderhut, die das Blatt dann doch noch wenden können. Allerdings muss man erst einmal abwarten, welche Absichten diese Mächtigen wirklich haben. Dass es sie überhaupt gibt, kann man allerdings durchaus akzeptieren. Ähnliche Organisationen gab es schließlich auch im Universum Tarkan und sogar im Arresum.

Der Roman enthält übrigens einen kleinen Fehler oder zumindest eine nicht ganz richtige Formulierung. Es wird behauptet, die Terraner hätten ein komplettes durch den Kristallschirm gebrochenes Chaos-Geschwader vernichtet. Nein, so gut sind die VRITRA-Geschütze dann doch nicht: Das Geschwader ist im gerade noch rechtzeitig verstärkten Schutzschirm verloren gegangen.

J. Kreis, 03.09.2006


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