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Perry Rhodan Nr. 2348: Quarter Phillips Sehnsucht

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Am Tag des Endspiels der Solaren Fußballmeisterschaft teilt der Nukleus den terranischen Führungspersonen in einer Krisensitzung mit, er habe beim letzten Angriff TRAITORS unerwartete Hilfe erhalten. Die vom Spiel begeisterten Menschenmassen haben nach seiner Meinung unbewusst ein Kollektiv gebildet und psionische Energien freigesetzt, ohne die es dem Nukleus nicht möglich gewesen wäre, den TERRANOVA-Schirm weiter zu stabilisieren. Perry Rhodan hat zwar mit den am gleichen Tag neu in Dienst gestellten Mikrotom-Jägern und dem erfolgreich verlaufenden Projekt ESCHER noch Trümpfe in der Hinterhand, aber er weiß auch, dass die bisherigen Angriffe nur dazu gedient haben, die Leistungsfähigkeit des Schirms zu testen. Während der Siegesfeier für Luna Levitator wird deshalb ein Experiment gestartet: Die Besucher werden von einem Fragment des Nukleus (einem Kollektor-Korn) in suggestive Trance versetzt, ihre Gefühle werden stimuliert. Die dabei entstehenden mentalen Energien werden zum Nukleus weitergeleitet. Das Experiment gelingt: Ein weiterer Angriff der Chaos-Geschwader kann abgewehrt werden.

Während dieses Angriffs entsteht in der Nähe des Planeten Jupiter eine Hyperperforation, durch die das Licht zweier Sonnen empfangen werden kann. Man nimmt an, es könne sich um das Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen Schwerkraftfronten und dem TERRANOVA-Schirm handeln. Der Bereich wird abgeschirmt, eine Sonde wird durch den Riss in der Raumzeit geschickt. Dieser schließt sich wieder, als die Traitanks aufhören zu feuern. Der Duale Vizekapitän Zarmaur erhält wenig später Verstärkung durch den aus dem Bereich der entstehenden Negasphäre kommenden Traitank AULYZ-033. Dieser bringt einige Koryphen. Die Koryphen sind ein aussterbendes Volk und genießen in der Terminalen Kolonne den Ruf genialer Wissenschaftler. Tatsächlich entwickeln sie innerhalb weniger Tage ein Gerät, mit dem supratronische Perforationen an bestimmten Stellen des TERRANOVA-Schirms erzeugt werden können.

Auf Terra entstehen derweil drei TANKSTELLEN: Freiwillige, die sich in der Solaren Residenz melden können, werden in großen Stadien in Trance versetzt und geben ihre mentale Energie an den Nukleus ab, der auf diese Weise mehreren weiteren Angriffe TRAITORS standhalten kann. Die Freiwilligen wohnen in Containerdörfern, um jederzeit verfügbar zu sein. Sie werden medizinisch und psychologisch betreut. Mit ihrer Hilfe kann der Nukleus den Schirm sogar stabil halten, als ein vom Antares-Riff ausgehender Hypersturm einen Tryortan-Schlund ausbildet, der auf den Schirm prallt. Dann erfolgt ein weiterer Angriff der Traitanks, doch diese Aktion dient nur der Ablenkung. Gleichzeitig erzeugen die Koryphen eine kleine Lücke im TERRANOVA-Schirm, die gerade lange genug offen gehalten wird, so dass 296 mit Mikro-Bestien bemannte Dunkelkapseln ins Solsystem eindringen können.

Der normalerweise auf einem LORETTA-Tender eingesetzte Techniker Quarter Phillip ist einer der Freiwilligen, die seit dem ersten Experiment in den TANKSTELLEN dienen. Anders als viele andere Teilnehmer, bei denen als Nebeneffekt ihrer Tätigkeit Depressionen auftreten, wird Quarter Phillip süchtig nach dem Rausch, in den er vom Kollektor-Korn versetzt wird. Beim letzten Angriff der Traitanks löst sein Bewusstsein sich vom Körper. Es nimmt die offenbar erneut entstandene Hyperperforation wahr und wird dann von den Energien des TERRANOVA-Schirms zerrieben.

Kommentar:

Ich habe eine Vision. Es ist eine schöne Vision. Es ist eine Vision von Tausenden bekifften Terranern, die enthemmt in einem Bierzelt miteinander schunkeln, schräge Lieder krakeelen und derbe Witze erzählen. Die fröhlichen Massen werden dirigiert von Perry Rhodan persönlich, der sich einen lustigen Hut aufgesetzt hat, ab und zu auf einer Tröte tutet und ansonsten einen Vurguzz nach dem anderen inkorporiert. Alles im Dienste der Sicherheit Terras! Denn Terra darf - warum auch immer - nicht fallen! Bei so viel Frohsinn strotzt der Nukleus nur so vor Energie, er schwebt lustig wie eine überdimensionale Discokugel am höchsten Punkt des Zeltes, in dem man das eigene Wort vor lauter Gegröle nicht mehr verstehen kann und in dem Schweiß, Alkohol, Rauch und andere Düfte ein interessantes Miasma erzeugen. Je lustiger es wird, desto mehr ärgern sich die ebenso dämlichen wie bösen Traitoristas, weil sie sich mal wieder die Zähne am Schutzschirm ausbeißen. Jetzt muss Rhodan nur noch aufpassen, dass seine lieben Terraner sich nicht totlachen. Wie übrigens auch die Leser dieses Romans.

So allmählich würde mich wirklich mal interessieren, welche Getränke und Rauchwaren üblicherweise auf Perry Rhodan - Autorenkonferenzen gereicht werden. Ich kann mir nämlich nicht erklären, wie nüchterne Menschen auf derartige Ideen kommen können. Das soll nicht heißen, dass ich was gegen Frohsinn und Gemütlichkeit hätte, im Gegenteil! Ich komme schließlich aus einer Gegend, in der es noch eine fünfte Jahreszeit gibt, nämlich die Mainzer Fassenacht! Da weiß ich natürlich, dass kollektive Besäufnisse und hysterisches Helau-Geschrei durchaus zu Massenpsychosen führen können. Warum also auch nicht auf Terra. Schwamm drüber.

Warum halten die Autoren es eigentlich für nötig, immer wieder dieses "gemeinsam sind wir stark" - Gefühl zu beschwören und zu betonen, dass jeder einzelne Terraner, und sei er noch so unbedeutend, wichtig für den Kampf gegen TRAITOR ist? Soll man das irgendwie als Bezugnahme auf die aktuellen Verhältnisse in Deutschland verstehen? Na, wir haben ja gesehen, dass die Fußball-WM all unsere Probleme löst, nicht? Da können uns Kanzlerinnen, Mehrwertsteuererhöhungen und Gesundheitsreformen rein gar nichts mehr anhaben.

Ich glaube, ich brauche jetzt erstmal ein Bierchen…

J. Kreis, 17.08.2006


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