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Perry Rhodan Nr. 2343: Dantyrens Qual

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die körperliche Vereinigung Roi Dantons und Yrendirs zu dem Dualwesen Dantyren ist vollendet. Doch Dantons Bewusstsein sträubt sich gegen die Verschmelzung zum Singulären Intellekt. Yrendir ist nicht stark genug, die Verschmelzung zu erzwingen. Rhodans Sohn bleibt zunächst er selbst, obwohl er unvorstellbare seelische Qualen erleidet. Er täuscht seine Peiniger, indem er scheinbar in Raserei verfällt. Bei einem Verhör gibt er Informationen preis - aber auch hierbei führt er die Chaosdiener in die Irre. Man setzt Yrendir und Danton Laboratenkrallen ein, doch Dantons Parasit wird vom Zellaktivator abgetötet.

Derweil begibt sich Zerberoff zur Dienstburg CRULT, die immer noch von einem Rest Strangeness umgeben ist. Der Duale Kapitän rechtfertigt sich vor Antakur von Bitvelt für den schleppenden Verlauf der Eroberung der Milchstraße. Der Progress-Wahrer akzeptiert, dass die Schwierigkeiten hauptsächlich durch die von den Dunklen Ermittlern gelieferten falschen Informationen verursacht worden sind. Zerberoff wird ausdrücklich für seine Vorgehensweise gelobt und in seiner Position als Anführer der Terminalen Kolonne in der Milchstraße bestätigt. Nur seinen Wunsch, Dantyren anstelle des ungeliebten Malikadi als Assistenten zur Seite gestellt zu bekommen, erfüllt der Progress-Wahrer nicht. Antakur von Bitvelt ist noch zu geschwächt, um persönlich in den Kampf um die Milchstraße einzugreifen, aber er kann Zerberoff beruhigen: Eine aus mehreren Chaos-Geschwadern bestehende Verstärkung ist bereits auf dem Weg.

Zerberoff leidet nicht unerheblich unter der auf CRULT herrschenden Strangeness und irrt auf den gewaltigen Terrassen der Raumstation herum. So gelangt er in die unmittelbare Nähe des Dunklen Distrikts, der die Heimstatt der Dunklen Ermittler ist. Zur beiderseitigen Überraschung trifft er dort auf eine Gruppe Awour-Kopfjäger, die den Dunklen Distrikt gerade verlassen. Unvermittelt greifen die Humanoiden Zerberoff an - sie wollen ihn offensichtlich ermorden. Der Duale Kapitän schlägt den Angriff mit der Endogenen Qual zurück. Die Überlebenden entziehen sich dem Verhör, indem sie Giftkapseln zerbeißen. Zerberoff ist beunruhigt, erfährt jedoch nicht, wie und warum es zu diesem Anschlag auf sein Leben gekommen ist. Er ahnt nicht, dass die Dunklen Ermittler auch anderswo aktiv werden: Sie übermitteln einer terranischen Sonde eine Funkbotschaft, die in einem arkonidischen Flottencode aus der Zeit des Großen Imperiums abgefasst ist. Diese Botschaft besteht zu Reginald Bulls Entsetzen aus einem Holobild Dantyrens…

Dantyren wird auf die Dienstburg gebracht. Der Hoch-Medokogh der LUCRIFIR, Imarit Enkaraqon, begleitet ihn. Danton soll eine "frische" und besonders starke Laboratenkralle direkt von der Quelle erhalten, denn nur im Singulären Intellekt kann er die für ein Dualwesen typischen paranormalen Kräfte entwickeln. Jothadún erhält aufgrund seines Einfühlungsvermögens die Aufgabe, Dantyren zu beobachten und zu betreuen. Der Effremi erkennt, dass Dantons Gefühle der Hebel sein könnten, mit dem sein Geist zu brechen wäre. Er schlägt vor, man solle dem Terraner einige Artgenossen vorführen. Die Kolonnen-Anatome gehen allerdings noch weiter: Sie foltern und töten einige gefangene Terraner vor Dantons Augen. Dantons Zorn wächst ins Unermessliche - und durch diese psychische Belastung verschmilzt nun auch sein Geist mit dem Yrendirs zum Singulären Intellekt.

Enkaraqon kann sich nicht lange über diesen Erfolg freuen, denn unerwarteterweise entwickelt Dantyren sofort extrem starke Psi-Kräfte (normalerweise dauert dieser Prozess Wochen oder Monate), möglicherweise ist er das stärkste Dualwesen, das die Kolonnen-Anatome je erschaffen haben. Und immer noch ist Roi Dantons Geist offenbar frei, denn er lindert die Leiden der noch lebenden Terraner durch den Endogenen Genuss, dann tötet er den Hoch-Medokogh und einige Mor'Daer mit der Endogenen Qual, bevor er versucht, Selbstmord zu begehen. Auch Jothadún erleidet schreckliche Qualen, kommt aber mit dem Leben davon. Dantyren schafft es lediglich, sich selbst zu schwächen. Möglicherweise zeigt nun auch die neue Laboratenkralle Wirkung. Jothadún glaubt zu erkennen, dass Dantyren nun endgültig entstanden ist - damit wäre Roi Dantons eigenständige Existenz beendet.

Für diese Annahme spricht, dass am 25. Mai 1345 NGZ ein Chaos-Geschwader dort erscheint, wo Quinto-Center sich bisher versteckt gehalten hat, denn diese Information kann TRAITOR nur von Danton erhalten haben. Allerdings hatte Reginald Bull Monkey bereits gewarnt - das Hauptquartier der Neuen USO ist längst an einen anderen Standort verlegt worden.

Kommentar:

Während der erste Teil dieses Doppelbandes hauptsächlich wegen der neuen Informationen über die Terminale Kolonne interessant war, besteht die Stärke dieses Romans in der eindringlichen Schilderung des Kampfes, den Roi Danton seinen Feinden trotz der unglaublichen Verstümmelung noch liefert. Obwohl der Roman nicht aus Dantons Blickwinkel geschrieben ist - seine Reaktionen, Gefühle und Qualen werden nur durch die Beobachtungen der Kolonnen-Anatome und Jothadúns deutlich, sind darum aber nicht weniger beeindruckend - kann man genau nachvollziehen, was wohl in ihm vorgehen muss. Tja, man muss die Leute wohl erst in extreme Situationen bringen, damit sie zu interessanten Figuren werden. Danton hat solche Extremsituationen jetzt aber wirklich schon recht oft durchleiden müssen… Es bleibt abzuwarten, ob Dantons Persönlichkeit wirklich untergegangen ist oder ob ein Rest von ihm überlebt hat.

Zeigt sich in den eigenartigen Aktionen der Dunklen Ermittler und der Awour möglicherweise ein erster Hinweis darauf, wie das Problem der übermächtigen Terminalen Kolonne am Ende dieses Zyklus doch noch beseitigt werden soll? Interne Machtkämpfe oder Verbündete der Galaktiker in den Reihen des Feindes? Dass die Dunklen Ermittler einen alten arkonidischen Flottencode verwenden, muss nichts weiter heißen. Sie wollten wohl nur vermeiden, dass irgendjemand aus der Terminalen Kolonne erfährt, was sie den Terranern verraten haben. Da man so gut wie nichts über die Dunklen Ermittler weiß (und dieses Unwissen teilen sogar hochrangige Traitoristas wie Zerberoff), bleiben ihre Absichten rätselhaft. Fest steht aber wohl: Hätten sie nicht von Anfang an falsche Informationen über die Milchstraße geliefert, dann wäre auch Terra schon längst gefallen.

Auch in diesem Heft wird am Beispiel Jothadúns wieder deutlich, dass die Traitoristas nicht einfach nur böse Feinde sind, die Tod und Verderben im Universum verbreiten wollen. Sie glauben an die Rechtmäßigkeit der Ziele, die TRAITOR verfolgt und hinterfragen sie nicht weiter - weil sie durch Propaganda falsch informiert wurden, weil sie es einfach nicht besser wissen, oder sogar deshalb, weil TRAITOR nicht ganz Unrecht hat: Würden die Kosmokraten endgültig siegen, d.h. hätten sie niemanden mehr, der sie in Schach hält, dann würde das Universum vermutlich wirklich in der totalen Ordnung erstarren. Jedenfalls ist Jothadún ein typischer Befehlsempfänger, wie es sie in einem besonders dunklen Abschnitt der Geschichte Deutschlands ja nun auch gegeben hat. Er will einfach nur seine Arbeit so gut wie möglich erledigen. Deshalb sucht er nach Lösungen für das Problem, ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen. Als er sieht, was mit den Terranern geschieht, bereut er seinen Vorschlag dann aber doch.

J. Kreis, 16.07.2006


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