Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2341
Weiter zu Nr. 2343


Perry Rhodan Nr. 2342: In der Kaverne des Laboraten

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die Terminale Kolonne ist nicht nur in "unserem" Standarduniversum aktiv, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Multiversums. In einem dieser fremden Universen besteht die wichtigste Aufgabe einer 300.000 Traitanks umfassenden Teilflotte TRAITORS in der Eroberung eines Raumsektors, in dem sich das Tor zum Kosmonukleotid TRYCLAU-3 befindet. Es kommt zu einer gewaltigen Schlacht gegen die mächtigen Kobaltblauen Walzenschiffe der Kosmokraten, bei der Massen von Traitanks vernichtet werden. TRAITOR bleibt jedoch siegreich, die Kosmokratenschiffe werden vertrieben.

Jothadún, der dem Mausbiber-ähnlichen Volk der Effremi angehört, nimmt als unbedeutendes Besatzungsmitglied eines Traitanks an dieser Schlacht teil. Die Effremi leben in Kolonien (die sie "Horste" nennen) auf vielen Einheiten der Terminalen Kolonne und werden aufgrund ihres perfekten Zahlengedächtnisses vorwiegend als Verwalter und in der Planung eingesetzt. Als sein Schiff vernichtet wird, rettet Jothadún sich mit einer Fluchtkapsel, mit der auch der Duale Kapitän Yügorensch entkommt. Das Dualwesen ist schwer verletzt, Jothadún leistet Erste Hilfe und rettet Yügorensch damit das Leben. Der Duale Kapitän erkennt, dass Jothadún eine besondere Gabe besitzt: Er ist weitgehend resistent gegen Strangeness-Effekte. Yügorensch veranlasst deshalb, dass der Effremi zur Dienstburg CRULT versetzt wird, nachdem seine Verletzungen in der Skapalm-Bark TERGOSA versorgt wurden. CRULT ist eines von mehreren Kommandozentren der Terminalen Kolonne, eine gewaltige Raumstation, die als Stätte des Progress-Wahrers Antakur von Bitvelt dient.

Hier muss Jothadún zunächst die Reparatur und Neuausrüstung jener Traitanks leiten, die in der Schlacht um TRYCLAU-3 beschädigt wurden. Er ist glücklich, in CRULT gleich mehrere Effremiten-Horste zu entdecken. Er findet sogar eine neue Partnerin, mit der er in den nächsten Jahren zusammenlebt. Als das von ihm verwaltete Chaos-Geschwader wiederhergestellt ist, wird Jothadún zur Arbeit im Chaosschacht und in der am Grund des Schachts liegenden Kaverne des Laboraten eingeteilt. Hier ist seine Strangeness-Resistenz von besonderem Nutzen, denn der Laborat, ein unsterbliches, monströses und mit geringer Intelligenz ausgestattetes Raubtier, das hier gehalten wird, kann nur überleben, wenn in seiner Kaverne eine künstlich erzeugte Strangeness herrscht.

Der Laborat gleicht einer gewaltigen, am vorderen Ende mit Tentakeln ausgestatteten Made. Er kann seine Opfer mental beeinflussen. Mit den Tentakeln "impft" er seinen Opfern Eier ein, die in den Wirten heranwachsen und sie ebenfalls mental beeinflussen. Diese Eier werden von den so genannten Schachtsteigern, zu denen nun auch Jothadún gehört, in einer gefährlichen Prozedur geerntet. Sie werden danach von den Kolonnen-Anatomen genetisch manipuliert, so dass sie innerhalb ihres Wirtskörpers nicht weiter wachsen, außerdem werden ihre mentalen Kräfte so verändert, dass sie ihren Wirten eine absolute Treue zur Terminalen Kolonne aufzwingen. Die so modifizierten Parasiten tragen den Namen "Kralle des Laboraten". Jothadún entdeckt, dass er den Laboraten mit den für sein Volk typischen Gesängen "betören" kann.

Nach einiger Zeit wird Jothadún ins Zentrum der Dienstburg berufen: In den Silberturm, der auch als Amt des Progress-Wahrers bezeichnet wird. Er wird zum Mitglied der Chaos-Phalanx ernannt. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe Strangeness-resistenter Individuen, die als einzige Besatzungsmitglieder der Dienstburg aktiv bleiben können, wenn diese von einem Universum in ein anderes wechselt. Alle anderen Besatzungsmitglieder werden dabei zu ihrem eigenen Schutz betäubt. Ein solcher Wechsel steht kurz bevor: CRULT hat die Signale eines RUFERS aus der Milchstraße erhalten. Während der Vorbereitungen zum Universenwechsel begegnet Jothadún auch Antakur von Bitvelt selbst. Der Progress-Wahrer wirkt auf ihn wie eine 26 Meter hohe und neun Meter breite, von innen erleuchtete Statue aus Kristall, denn er bewegt sich so langsam, dass Veränderungen in der Körperhaltung erst nach Tagen erkennbar werden. Der Progress-Wahrer hat zwei humanoid wirkende Köpfe, zwei Beine und vier Arme.

Als CRULT ins Einstein-Universum überwechselt, kommt es zu Wechselwirkungen mit der künstlich erzeugten Strangeness in der Kaverne des Laboraten. Der Laborat verfällt in Raserei, tötet einige Schachtsteiger und bringt sich selbst in Lebensgefahr. Jothadún wagt sich in seine Nähe und beruhigt ihn mit seinen Gesängen. Er wird persönlich vom Progress-Wahrer gelobt, der auf mentalem Wege mit anderen Wesen kommunizieren kann.

Von all dem ahnen die Galaktiker noch nichts. Sie registrieren nur, dass ein gewaltiges Objekt am ehemaligen Standort des RUFERS materialisiert. Die ersten sechs neuen VRITRA-Geschütze werden in große terranische und arkonidische Kampfschiffe eingebaut, eines davon wird zum Einbau in die TRAJAN an die Neue USO überstellt. Reginald Bull plant am 10. Mai 1345 NGZ ein Kommandounternehmen zur Befreiung Roi Dantons, an dessen Tod niemand so recht glauben will.

Kommentar:

Die Handlung dieses Romans tritt gegenüber den neuen Informationen über TRAITOR zwar total in den Hintergrund, aber diese Informationen sind so interessant, dass mich das überhaupt nicht stört. Außerdem haben wir es endlich einmal nicht mit einer dieser allzu häufig vorkommenden "Lebensgeschichten" zu tun, in denen wichtige Informationen retrospektiv vermittelt werden, es handelt sich ganz einfach um die relativ aktuellen Erlebnisse eines Angehörigen der Terminalen Kolonne: Die Schlacht um das Kosmonukleotid dürfte maximal zwei Jahre vor Beginn der Handlung des TERRANOVA-Zyklus stattgefunden haben. Es wäre übrigens interessant zu wissen, ob es sich bei dem Universum, in dem diese Schlacht stattgefunden hat, um das so genannte Proto-Chaotische Universum handelt - und um wie viele weitere Kosmonukleotide wohl zur Zeit gekämpft wird! Übrigens könnte ich mir vorstellen, dass dieser verlustreiche Kampf der Grund dafür ist, warum die Kräfte der Ordnungsmächte, wie Fawn Suzuke sagte, "anderswo gebunden" sind, und warum die zweite Welle TRAITORS in der Milchstraße so lange auf sich warten lässt.

Ich wurde also schon allein durch die Neuigkeiten über TRAITOR gefesselt. Vor allem muss ich spätestens jetzt mein bisheriges Bild von der Terminalen Kolonne revidieren. Wegen des Vergleichs mit der Endlosen Armada, der zu Beginn des Zyklus herangezogen worden war, hatte ich immer angenommen, die Terminale Kolonne sei ein ebenso homogenes, von einer zentralen Stelle aus gelenktes Gebilde wie die EA, also ein (wenn auch unfassbar riesiger) Flottenverband. Man hatte den Eindruck, diese Flotte bewege sich von Galaxie zu Galaxie und werde von den Chaosmächten jeweils von einer Mission zur nächsten geschickt.

Dem ist wohl nicht so. Zunächst einmal ist TRAITOR noch weit größer und mächtiger, als wir bisher gedacht haben. Die wahren Ausmaße der Kolonne werden jetzt erstmals erkennbar. Es scheint es sich um eine unglaublich weit verzweigte Organisation zu handeln: Die Kolonne ist nicht nur in unserem Universum aktiv, sondern in mehreren Universen! Diese Organisation besteht aus vielen dezentralisiert handelnden Abteilungen, die jeweils für sich genommen schon gewaltig sind. TRAITOR arbeitet also an vielen Aufgaben gleichzeitig - die parallel verlaufenden Aktivitäten in Hangay, in der Milchstraße und bei TRYCLAU-3 sind vermutlich nur ein paar Beispiele von vielen.

Vergegenwärtigt man sich das Ausmaß dieser Organisation, d.h. ihre räumliche Ausbreitung und die unglaubliche Masse an Raumschiffen usw., dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass TRAITOR unmöglich zu besiegen ist. Selbst wenn sich alle Völker der Milchstraße zusammenschließen würden und die Unterstützung der Friedensfahrer hätten, könnten sie allenfalls die derzeit in der Milchstraße aktiven Kräfte TRAITORS stoppen. Aber diese Kräfte sind nur ein vergleichsweise winziger Teil der mehrere Universen umfassenden Macht, die die Terminale Kolonne aufbieten kann. Mit einer solchen Situation ist der arme Perry Rhodan noch niemals zuvor konfrontiert gewesen. Da stellt sich automatisch die Frage, wie die Autoren aus dieser Situation wieder herauskommen wollen...

Jothadún ist ein sympathisches Kerlchen, der mich, wie ich in der Handlungszusammenfassung schon schrieb, an einen Mausbiber erinnert. Ich würde gern erfahren, wie Gucky reagieren würde, sollte er mal mit einem Effremi zusammentreffen. Jothadún scheint nicht Träger einer Laboratenkralle zu sein (zumindest weiß er es nicht). Wäre dem so, dann wäre sein Beispiel ein weiterer Hinweis darauf, dass in der Terminalen Kolonne durchaus nicht nur versklavte Wesen wie die Mikrobestien oder die Charnaz Bakr tätig sind, sondern auch solche, die die Ziele TRAITORS und der Chaosmächte aus eigener Überzeugung für richtig halten. Für Jothadún sind die Kosmokraten die Verkörperung des Bösen, da er meint, das Universum würde erstarren, wenn die Ordnungsmächte über die Kräfte des Chaos siegen würden. Erst als er mitbekommt, wie rücksichtslos mit unschuldigen intelligenten Wesen umgegangen wird, die TRAITOR im Weg sind, bekommt er leise Zweifel. Er ist also kein dummer Bösewicht, sondern ein Wesen mit verständlichen Zielen.

J. Kreis, 07.07.2006


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Zurück zu Nr. 2341
Weiter zu Nr. 2343