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Perry Rhodan Nr. 2341: Die Ratten der JERSEY CITY

Autor: Frank Böhmert

Inhalt

Die Charon-Wolke ist der Terminalen Kolonne ein Dorn im Auge. Es wird deshalb ein Plan zur Infiltrierung dieses Rückzugsgebietes der Milchstraßenvölker entwickelt. Der Duale Vizekapitän Krotkav kapert im März 1345 NGZ das terranische Schlachtschiff JERSEY CITY, veranlasst die Ermordung der gesamten Besatzung und verwendet das Schiff, um unerkannt in die Charon-Wolke vorzudringen. Ihm ist bekannt, dass es auf Jonathon eine Forschungseinrichtung der Terraner und Arkoniden gibt. Er will diesen Stützpunkt mit 120 Mikro-Bestien und sechs Familien Koda Ariel infiltrieren. Krotkav nimmt über eine Holosimulation des Kapitäns der JERSEY CITY Kontakt mit einer Strukturdolbe auf und fliegt gemeinsam mit ihr am 7. April ins Strukturgestöber ein. Die Charonii werden durch Kolonnen-Motivatoren gefügig gemacht. Der Vorstoß nach Jonathon gelingt auf diese Weise problemlos, die Terraner schöpfen keinen Verdacht.

Allerdings sind zwei Besatzungsmitglieder der JERSEY CITY der Entdeckung entgangen: Die Terraner Cleo Yelvington und Vabian F. Baertling waren zum Zeitpunkt der Kaperung tief in den Versorgungsschächten des Schiffes mit der Beseitigung von Schädlingen beschäftigt. Die beiden waren einst von Gon-Orbhon beeinflusste Anhänger Carlosch Imberlocks und hatten seinerzeit eine Liebesbeziehung. Sie hatten zu den Technikgegnern gehört und in einem primitiven Hüttendorf gelebt. Cleo hatte dort ein Kind zur Welt gebracht, dieses war jedoch infolge der mangelhaften Versorgung gestorben. Vabian hatte sich selbst angezeigt und Cleo somit im Stich gelassen, was sie ihm noch immer vorwirft. Dieser Konflikt hat sich mehr als nur störend auf ihre Arbeit in der Flotte ausgewirkt und dazu geführt, dass ihnen die Schmutzarbeit in den Anlagen der Wasserversorgung der JERSEY CITY als disziplinarische Maßnahme aufgebrummt worden war. Diesem Umstand haben sie ihr Leben und ihre Handlungsfreiheit zu verdanken.

Nachdem sie sich einigermaßen zusammengerauft haben, entwickeln Cleo und Vabian einen Plan, um die Absichten Krotkavs zu durchkreuzen. Sie blockieren die Waffenkontrollen des Schlachtschiffes und präparieren die Funkanlage zweier Space-Jets so, dass sie die Terraner auf Jonathon im entscheidenden Augenblick warnen können. Der Plan geht nur teilweise auf, denn bevor Cleos Funkbotschaft vollständig übermittelt werden kann, aktiviert Krotkav die Schutzschirme der JERSEY CITY und schneidet so den Rest ab. Da er wegen der blockierten Waffenkontrollen nicht in der Lage ist, den Stützpunkt auf Jonathon zu beschießen, lenkt er die beiden gekaperten Schiffe zurück ins Strukturgestöber. Gleichzeitig hetzt er die Mikro-Bestien auf die Saboteure. Reginald Bull, der nicht weiß, was er von den seltsamen Manövern der Schiffe halten soll, verzichtet darauf, sie abzuschießen. Cleo und Vabian müssen also verhindern, dass Krotkav sie für einen zweiten Infiltrationsversuch verwenden kann. Während ihnen die Mikro-Bestien schon im Nacken sitzen, zünden sie innerhalb der Strukturdolbe einige Granaten. Beide Schiffe werden vollständig vernichtet…

Kommentar:

Well done! Dies ist ein Lückenfü… äh… Gastroman, wie ich ihn mir wünsche. Spannend, tragisch, mit ein paar ungewöhnlichen neuen Einblicken in terranische Alltagstechnik und auch gar nicht mal so irrelevant für den restlichen Zyklus. Denn Cleos Warnung ist ja nicht vollständig empfangen worden - niemand kann die Traitoristas also daran hindern, einen zweiten Infiltrationsversuch mit einem anderen gekaperten Schiff zu unternehmen. Habe mich bestens unterhalten gefühlt und konnte das Heft nicht aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, welches Ende Cleo wohl finden würde.

Cleo ist eine typische Frank-Böhmert-Figur: Frech und respektlos, mit Ecken und Kanten und mit einem bauchfreien Kampfanzug bekleidet. Bauchfrei? Genau: Zur Ausstattung terranischer Raumschiffe scheinen nämlich "personalisierbare" Kampfanzüge zu gehören, die man den eigenen Vorstellungen anpassen kann. Ich kann mir zwar den Sinn einer solchen Einrichtung nicht vorstellen (von der praktischen Umsetzung mal ganz zu schweigen), aber immerhin ist das noch eher akzeptabel als die Vorstellung, ganz normale Flottenuniformen seien auch in bauchfreier Ausführung erhältlich. Aber das nur nebenbei.

Ein bisschen ernstere Kritik muss ich auch anbringen, denn Frank Böhmert verschenkt die Chance, das Orbhonisten-Problem (wenn auch verspätet) ein wenig aufzuarbeiten. Ich habe beim Ende des Sternenozean-Zyklus nicht eingesehen, warum die Anhänger Gon-Orbhons und Carlosch Imberlocks ganz einfach wieder zur Normalität zurückkehren durften, als hätten sie niemals Selbstmordanschläge verübt, Menschen umgebracht, öffentliches und privates Eigentum zerstört, Hetzparolen verbreitet und so weiter. Insbesondere im Hinblick auf all die nicht beeinflussten Mitläufer, die diese Verbrechen aus freiem Willen mit geplant oder sogar selbst verübt haben, war mir unbegreiflich geblieben, dass von Seiten der LFT-Regierung nie irgendwelche Konsequenzen gezogen worden sind. Cleo und Vabian scheinen zu den Beeinflussten gehört zu haben, na gut. Ihre Wandlung, quasi von Saulus zu Paulus, kommt in diesem Roman aber zu kurz, d.h. irgendwie scheinen sie sogar den Weg in den Flottendienst gefunden zu haben - wie das bei ihrer Vergangenheit möglich gewesen sein soll, bleibt ein Geheimnis. Ein paar Zeilen über Schwierigkeiten bei der Integration ehemaliger Orbhonisten in die "normale" Gesellschaft und die innere Wandlung, die sie durchgemacht haben, wären schön gewesen.

J. Kreis, 30.06.2006


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