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Perry Rhodan Nr. 2340: Zum Tee bei Jonas Untergang

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Mit Zustimmung Kempo Doll'Aryms haben die Terraner auf dem Planeten Jonathon in der Charon-Wolke eine Forschungsstätte eingerichtet, in der hochkarätige Wissenschaftler unter der Leitung Aktakuls an verschiedenen ebenso wichtigen wie geheimen Projekten arbeiten. Zur Hauptstadt Jonathons ist Photon-City geworden, eine teilweise aus den Modulen einer LFT-BOX entstandene Stadt, die sich über vier Hochgebirgstäler erstreckt. Hier lebt auch der Hyperphysiker Delmar Shettle. Shettle hat zwei linke Hände, ist ziemlich schüchtern und züchtet in seiner Freizeit Schwertlilien, die er gern auf Jonathon ansiedeln möchte. Trotz dieser etwas merkwürdigen Charakterzüge ist er ein begabter Wissenschaftler und beschäftigt sich erfolgreich mit der Modifikation der VRITRA-Kanonen. Er steigert den Wirkungsgrad dieser arkonidischen Entwicklung so weit, dass es möglich sein sollte, die Schutzschirme eines Traitanks damit zu knacken.

Shettle wird von Radek Beibel kontaktiert, der immer noch die Spur eines Agenten verfolgt, auf dessen Aktivitäten er schon in den Whistler-Werken aufmerksam geworden ist. Der Unbekannte hat sich in Shettles Projektteam eingeschleust, Shettle soll Beibel nun dabei helfen, den feindlichen Agenten zu überführen. Shettle hat aber andere Sorgen, denn die von ihm verbesserte VRITRA-Kanone wird in der LEIF ERIKSSON II installiert, und Reginald Bull persönlich beauftragt ihn damit, die Waffe im Kampfeinsatz von der LEIF aus zu steuern. Bulls Plan sieht vor, einen einzelnen Traitank kurz vor der Charon-Grenze in eine Falle zu locken. Der Einsatz findet am 5. April 1345 NGZ statt, verläuft jedoch nicht wie geplant, denn das Schlachtschiff AUBERG gerät in Raumnot und benötigt die Hilfe des von der LEIF angeführten Geschwaders. Wie aufs Stichwort erscheint ein Traitank und schießt einige ENTDECKER aus Bulls Schiffsverband ab. Doch auch der Traitank kann vernichtet werden - Shettles Arbeit war ein voller Erfolg.

Radek Beibel, der es geschafft hat, in Shettles Team aufgenommen zu werden, stellt während der Schlacht den Mann zur Rede, den er als feindlichen Agenten identifiziert zu haben glaubt. Dieser ist ihm jedoch überlegen und schlägt ihn zu Boden - aber nicht, um ihn zu töten, sondern um ihm zu erklären, dass er es für seine Pflicht hält, die Terraner im Kampf gegen die Terminale Kolonne zu unterstützen. Er ist tatsächlich ein akonischer Agent, betrachtet Jonathon jedoch als seine neue Heimat und gibt in Shettles Team sein Bestes.

Zurück auf Jonathon wagt Shettle es nun endlich, die Frau anzusprechen, der er jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit begegnet, und die er bisher für unerreichbar gehalten hat. Sein beruflicher Erfolg hat ihm Selbstsicherheit verschafft, und so lädt er seine Angebetete zum Tee bei Jonas Untergang ein…

Kommentar:

Dieser Roman ist hauptsächlich dazu da, um a) dem Leser zu verdeutlichen, dass in Photon-City die besten Eierköpfe der Galaxis an einer Waffe arbeiten, mit der man den bösen Traitoristas endlich die Stirn bieten kann, und b) eben diese Waffe einzuführen. Der Text besteht deshalb aus ziemlich viel unverdaulichem Blabla über Hyperenergien und dergleichen. Es ist schon erstaunlich, wie die Terraner es immer wieder schaffen, früher oder später so ein waffentechnisches Allheilmittel gegen jede noch so große Bedrohung aus dem Hut hervorzuzaubern. Okay, diesmal ist es eine terranisch-arkonidische Co-Produktion, und die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen, dennoch ist zu erkennen, dass dieser Teil des TERRANOVA-Zyklus nicht wesentlich anders gestrickt ist als die Handlung der beiden vorherigen Zyklen, in denen die Lösung der schlimmsten Probleme in der Entwicklung der Paradim-Panzerbrecher und der Dissonanzgeschütze bestanden hat. Wenigstens dürfen jetzt alle Leser aufatmen, denen es nicht gefallen hat, dass die Terraner gegen TRAITOR so schlecht dastehen, denn jetzt ist allmählich wieder Land in Sicht.

Die Sache mit dem lieben akonischen Geheimagenten ist so ein typischer haarsträubender, in seiner Naivität aber fast schon wieder liebenswerter Unsinn, wie er wohl nur im Perryversum vorkommen kann. Terraner und Akonen haben gemeinsame Feinde, also konzentriert selbst besagter Agent (der neben seiner geheimdienstlichen Tätigkeit offenbar sogar noch die Zeit gefunden hat, Kybernetik und Hyperphysik zu studieren und zu einer Koryphäe auf seinem Gebiet zu werden) sich ganz auf seine "zivile" Tätigkeit. Und er scheint sogar zu glauben, die Terraner würden ihn nun, nachdem er enttarnt ist, ruhig weiterarbeiten lassen. Deshalb verschont er auch den Mann, der seine Tarnexistenz aufgedeckt hat. Zweifellos wird Bully von dieser rührenden Story so beeindruckt sein, dass der Agent tatsächlich weiter an diesem superwichtigen Projekt, von dessen Erfolg Wohl und Wehe der gesamten LFT abhängt, mitarbeiten darf. In der Realität würde man den guten Mann vermutlich zunächst ein paar Mal gründlich durch die Mangel drehen, danach würde man das, was von ihm noch übrig ist, hinter Gittern verschwinden lassen oder bei nächster Gelegenheit für einen Agentenaustausch verwenden…

Ebenso unsinnig sind die Simulationen, die Shettle für die Tests der VRITRA-Kanonen laufen lässt. Ebenso gut könnte er einfach alle Parameter in die Biopositronik einspeisen und sich das errechnete Ergebnis anzeigen lassen. Die aufwändigen virtuellen Gefechte, die viel zuviel Rechenzeit verschlingen, dürfen wohl als Effekthascherei bezeichnet werden.

Ansonsten enthält der Roman noch einige ziemlich lange und bemerkenswert uninteressante Ausführungen über Schwertlilien.

Ach so: Ich fand den Roman übrigens ganz unterhaltsam.

J. Kreis, 28.06.2006


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