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Perry Rhodan Nr. 2332: Die Psychial-Werber

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Am Abend des 1. Januar 1345 NGZ erscheint die von Fawn Suzuke und dem Nukleus angekündigte Unterstützung für die Terraner: Es ist ein kleines Schiff der Friedensfahrer. Perry Rhodan, der sich persönlich zum Landeplatz des Schiffs auf der Isla Bartolomé begibt, ist zwar etwas enttäuscht - er hatte auf starke militärische Hilfe gehofft - aber als er sieht, wer dem Schiff entsteigt, ist er doch erfreut: Es sind Alaska Saedelaere und Kantiran. Der Maskenträger beginnt umgehend damit, seine Erlebnisse der letzten 30 Jahre zu berichten.

Im Mai 1312 NGZ, kurz nach dem Zusammenbruch des Ersten Thoregon und dem Ende der gleichnamigen Superintelligenz, folgt Alaska Saedelaere dem Kosmokratenroboter Cairol III. durch einen Zeitbrunnen. Am Zielort bittet er Cairol um Hilfe bei der Suche nach Samburi Yura, von der er sein neues Cappin-Fragment erhalten hat. Alaska möchte den Gewebeklumpen wieder loswerden und als er ihn dem Kosmokratenroboter zeigt, richtet dieser den Zeitbrunnen so ein, dass Alaska zu einem Ort transportiert wird, an dem die geheimnisvolle Frau tätig ist.

Alaska materialisiert auf dem Planeten 2-Olthugos in der Galaxie Varratergir, also an einem ihm völlig unbekannten Ort. Er freundet sich mit einem der kleinen humanoiden Wesen an, die den Planeten bewohnen. Er nennt ihn "Gantenbein", weil sein wirklicher Name nicht so gut auszusprechen ist. Außerdem begegnet der Maskenträger einem anderen Wesen, das den Namen Xa-Va-Riin Qaar trägt. Xa-Va-Riin scheint ein besonderes Interesse an Alaska zu haben, verrät aber zunächst nichts mehr. Alaska nimmt an einem Ritual teil, bei dem Tausende von Olthugs - darunter auch Gantenbein - im wahrsten Sinne des Wortes freiwillig ihren Geist aufgeben. Energiewesen, so genannte Psychial-Werber, erscheinen auf dem Planeten und nehmen die Bewusstseine der sterbenden Olthugs in sich auf. Zu seinem Entsetzen erfährt Alaska, dass dieser Vorgang mehrmals wiederholt wird.

Gantenbein hat vor seinem Tod bestimmt, dass Alaska die Erlaubnis erhalten solle, mit an Bord eines Schiffs der Psychial-Werber zu gehen, was sonst nur den nächsten Angehörigen der Olthugs erlaubt ist, die sich geopfert haben. So gelangt Alaska zum Planeten Ch'anrangun, wo weitere Schiffe der Psychial-Werber aus allen Bereichen der Galaxie eintreffen. Alaska kann es nicht fassen: Offenbar haben Millionen von Lebewesen ihre Seelen den Psychial-Werbern zu einem unbekannten Zweck überlassen. Da erscheint Samburi Yuras Raumschiff LEUCHTKRAFT. Mit Hilfe des Lamuuni-Vogels, der Alaska noch immer folgt, kann der Maskenträger im letzten Moment Kontakt mit der Kosmokratendienerin aufnehmen, bevor diese den Planeten wieder verlässt. Von ihr erfährt er, was es mit dem Massenselbstmord auf sich hat. Die Bewusstseine sollen die lokale Superintelligenz CH'CEALO stärken, damit diese ihrer Mächtigkeitsballung beistehen kann, wenn demnächst die Hyperimpedanz erhöht wird.

Samburi Yura denkt allerdings nicht daran, Alaska vom Cappin-Fragment zu befreien, obwohl dieses seinen Zweck erfüllt hat: Es sollte dem Kosmokraten Hismoom quasi als "Leuchtfeuer" für den Weg ins Innere des Ersten Thoregon dienen. Samburi meint, die Maske sei Alaskas wahre Identität und gehöre zu ihm. Damit verlässt sie Alaska, der wenig später von Xa-Va-Riin angesprochen wird. Der alte Artuche ist Alaska gefolgt, denn er hofft, den Terraner zu seinem Nachfolger machen zu können. Er gehört einer Organisation an, die sich Friedensfahrer nennt…

Kommentar:

Einen Roman wie diesen konnte wohl nur Michael Marcus Thurner mit seinem Hang zu bizarren Situationen schreiben. Okay, sein Landsmann Leo Lukas hätte es vielleicht auch gekonnt, aber der hätte wahrscheinlich noch einen Holzhammer-Slapstick-Humor beigesteuert, der den Roman ins Unerträgliche hätte kippen lassen. Die Beschreibung der Olthugs mit ihren Riesenzinken, aus denen sie dauernd gewaltige Gillies überall hinrotzen und mit denen sie sich in spezielle Haltevorrichtungen einhaken können, die sie anstelle von Fahrstühlen oder Rolltreppen benutzen - das ist schon hart an der Grenze zum absoluten Humbug. MMT schafft es aber diesmal sehr gut, immer wieder die Kurve zu kriegen. So ist der Roman sehr unterhaltsam und amüsant geworden, ohne ins Lächerliche abzugleiten.

Die Tatsache, dass eine Beauftragte der Kosmokraten einer Superintelligenz dabei hilft, sich gegen die Auswirkungen der erhöhten Hyperimpedanz zu wappnen, wirft die Frage auf, welches Interesse die Ordnungsmächte wohl daran haben können - und warum sie in der Milchstraße nicht eingegriffen haben. Warum wollen die Kosmokraten die Galaxie Varratergir oder die dort existierende Superintelligenz schützen? Oder hat Samburi Yuras Aktion gar keinen tieferen Sinn außer dem einen, dass Alaska ihr noch einmal begegnen und in der genannten Galaxie auf einen Friedensfahrer treffen musste, der nur dort ist, um die Tätigkeit der Psychial-Werber zu observieren?

Der Roman enthält ein paar unnötige Ungereimtheiten. So ist zum Beispiel nicht einzusehen, warum der Nukleus erneut so ein Geheimnis um die Identität der Personen macht, die mit dem Friedensfahrer-Schiff auf Terra eintreffen. Es gibt einfach keinen Grund dafür. Oder halt! Natürlich gibt es einen. Hätte er es Rhodan gleich gesagt, dann hätte auch der Leser es gewusst. Das darf natürlich nicht sein. Es ist auch ein wenig unwahrscheinlich, dass derselbe alte Ablenkungstrick, mit dem die Terraner die vor dem TERRANOVA-Schirm lauernden Traitanks übertölpeln, zum x-ten Mal klappt. Dass die Traitanks größer sind als die größten Einheiten der terranischen Heimatflotte, wie MMT behauptet, stimmt natürlich auch nicht. Wahrscheinlich hat er sie mit TRAICAH-Fabriken verwechselt. Und zu guter Letzt hat Xa-Va-Riin nicht etwa, wie MMT schreibt, empathische Fähigkeiten. Er scheint viel eher ein Suggestor oder Hypno zu sein. Dann stören noch überdurchschnittlich viele Grammatikfehler und diverse Austriazismen das ansonsten positive Gesamtbild.

Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Es sind ja auch einige kleine Gimmicks enthalten, die die Fehler wieder ausgleichen. So wird zum Beispiel als kleiner Gag darauf hingewiesen, dass heute niemand mehr über Rhodans früheres Laster Bescheid weiß: In den ersten Romanen war er nämlich noch Raucher (und nicht etwa nur während seiner Ausbildung, wie MMT meint), was später aus Gründen des Jugendschutzes totgeschwiegen oder sogar redigiert worden ist. Rhodan wird in diesem Roman seit langer Zeit mal wieder als Mensch dargestellt. Für einen Satz liebe ich diesen Roman ganz besonders. Sinngemäß sagt Rhodan, dass die Arbeit immer dorthin geht, wo sie erledigt wird. Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur aus tiefstem Herzen beipflichten. Solche Kleinigkeiten verleihen Rhodans Charakter Tiefe und Menschlichkeit. Mehr davon, bitte!

Übrigens: Alaska Saedelaere scheint sich in der Literatur des 20. Jahrhunderts gut auszukennen. Den Namen "Gantenbein" hat er nämlich einem Roman von Max Frisch entnommen. Der Titel dieses Buchs lautet: "Mein Name sei Gantenbein"…

J. Kreis, 01.05.2006


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