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Perry Rhodan Nr. 2329: Gestrandet in Hangay

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Ultrablau ist eine unwirtliche, kalte Welt mit einer langen Winter- und einer kurzen aber intensiven Sommer-Periode. Hier gibt es eine kleine Kolonie der Kartanin. Die Siedler nennen sich Graukartanin, da ihr Körperpelz wegen der auf Ultrablau herrschenden Lichtverhältnisse eine graue Färbung angenommen hat. Die meisten Kartanin leben in den Kuppelbauten der Hauptstadt U'Hartu, aber es gibt kleine Siedlungen und Gehöfte auf allen Kontinenten des Planeten. Oberhaupt der Graukartanin von Ultrablau ist der Hohe Mann Ron-Sha-R'itt, ein mutiger und charismatischer Anführer, der hart durchgreifen kann, wenn es darauf ankommt. Als jegliche hochwertige Technologie infolge des Hyperschocks ausfällt, glauben die Graukartanin zunächst an einen Angriff der Karaponiden. Das Kaiserreich beabsichtigt, Ultrablau zu einem Stützpunkt zu machen, und hat bereits vor geraumer Zeit einen Raumhafen in der Nähe von U'Hartu eingerichtet. Zu Auseinandersetzungen mit der dortigen Wachmannschaft ist es schon öfter gekommen. Doch dann landet die SOL etwas unsanft bei U'Hartu. Ron-Sha-R'itt erkennt das Schiff nicht, er hält es für eine karaponidische Einheit.

Die Besatzung der SOL begreift allmählich, dass das Generationenraumschiff nicht so bald wieder starten wird - wenn überhaupt. Sämtliche Antriebsaggregate und Energiezapfer sind ausgefallen, nur die frühzeitige Umrüstung mancher Bereiche auf Low-Tech hat das Schlimmste verhindert, und zum Glück ist der Bordrechner SENECA keine Syntronik, sondern eine Biopositronik, die auch jetzt noch uneingeschränkt funktioniert. Fürs Erste ist die SOL jedenfalls auf Ultrablau gestrandet. Dao-Lin-H'ay nimmt Kontakt mit den Graukartanin auf und verständigt sich schnell mit ihnen, insbesondere mit Ron-Sha-R'itt, von dem sie geradezu hingerissen ist. Sie sorgt dafür, dass den Not leidenden Kartanin dringend benötigte technische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden. Immerhin sind die Graukartanin und die Solaner jetzt Nachbarn für unbestimmte Zeit und müssen miteinander auskommen.

Ronald Tekener merkt schnell, dass Dao sich verändert. Allmählich begreift er, dass sie sich offenbar in ihren Artgenossen verliebt hat. Vorerst gibt es jedoch andere, dringendere Dinge, die seine Aufmerksamkeit beanspruchen: Ein unbekanntes Schiff ist auf Ultrablaus Mond abgestürzt, außerdem muss der Adressat der Botschaft, der man aus dem Duff-System gefolgt ist, ausfindig gemacht werden. Tatsächlich haben die Graukartanin auf dem Südkontinent eine fremde Station entdeckt, aber die soll angeblich verlassen sein.

Zunächst erkundet Tek mit einem flott gemachten Kreuzer der SOL den Mond Rothger. An der Absturzstelle des unbekannten Schiffs sind nur noch kleine Trümmerstücke zu finden - die Fremden sind bereits wieder verschwunden. Sie haben aber eine Leiche zurückgelassen, die später auf der SOL untersucht wird: Es ist ein humanoides, offenbar von Vögeln abstammendes Wesen.

Ron-Sha-R'itt hat derweil das Karaponiden-Problem endgültig gelöst, ohne dabei auf Daos Schlichtungsversuche zu hören. Die Karaponiden leiden stark unter den Folgen der erhöhten Hyperimpedanz und überfallen mehrmals die Stadt, um Vorräte zu rauben. Daraufhin stürmt Ron-Sha-R'itt den Raumhafen und tötet die gesamte Wachmannschaft. Er entdeckt riesige Waffenvorräte - ein weiterer Beweis für die Kriegsrüstung des Kaiserreichs.

Tek stellt Dao zur Rede. Sie gesteht ihm ihre Gefühle für Ron-Sha-R'itt und siedelt von der SOL nach U'Hartu über. Sie wird nicht zurückkommen…

Kommentar:

Tja, da muss Tek sich wohl ein neues Schmusekätzchen suchen. Ich könnte jetzt ein paar Absätze mit Bemerkungen darüber füllen, dass Daos Verhalten weder zu einer mehrere Jahrhunderte alten Person noch zu dem Charakter passt, der ihr in früheren Romanen verliehen worden ist. Wie logisch ist es, dass eine verantwortungsbewusste Zellaktivatorträgerin einfach der SOL den Rücken kehrt, obwohl man ihre Hilfe dort brauchen würde und obwohl sie eine der wichtigsten Personen für die Mission der SOL ist? Sie sagt ja, sie werde nicht zurückkommen. Was heißt das? Will sie die SOL endgültig im Stich lassen? Nur weil sie scharf drauf ist, sich endlich mal wieder ordentlich das Fell bürsten zu lassen? Public Relations mit den Graukartanin hätte sie auch von der SOL aus betreiben können. Ich könnte auch viel darüber schreiben, dass mir das Ende einer 150-jährigen Beziehung, die ach so innig gewesen sein soll, denn doch etwas gar zu schnell kommt. Aber das spare ich mir. Schließlich sagt man ja auch: "Liebe und Glas, wie leicht bricht das"… Außerdem soll niemand behaupten, er würde Frauen und Katzen wirklich verstehen. Dao ist beides - also will ich das, was mir in diesem Roman aufgetischt wird, einfach mal hinnehmen. Ist vielleicht auch besser so, denn Teks und Daos Liebe hatte doch immer den leichten Anschein von Sodomie…

Noch weniger einverstanden bin ich damit, wie die technischen Probleme auf der SOL beschrieben werden. Da scheint Hubert Haensel mehrmals nicht gewusst zu haben, welche Ausstattung das Riesenschiff eigentlich hat und wie viel Energie zum Beispiel für die Antigravs benötigt wird. Einerseits wird betont, es sei nicht genug Energie für die Waffensysteme vorhanden, aber andererseits hat Dao keine Probleme damit, den Graukartanin einige Aggregate zur Energieversorgung zu überlassen. Alte Kampfroboter, die per Pedes unterwegs sind, müssen reaktiviert werden und Tek schnallt sich Skier unter, aber zumindest Dao hat ein funktionierendes Flugaggregat. Und die Krönung: Innerhalb kürzester Zeit wird ein Kreuzer flott gemacht, mit dem man dann schon gleich zum Mond fliegen kann. Das passt irgendwie alles nicht zusammen. Man bedenke auch: Die SOL ist gut acht Kilometer lang und ist aufrecht gelandet. Wodurch wird sie in dieser Position gehalten? Was für Drücke müssen da wohl am Landeplatz herrschen?

Das fremde Schiff auf Ultrablaus Mond war sicherlich ein Traitank und bei der geborgenen Leiche handelt es sich bestimmt um einen Ganschkaren. Da stellt sich mir die Frage: Warum hatte der Traitank im Moment des Hyperschocks die gleichen Probleme wie zum Beispiel die SOL? Schließlich scheinen die Traitanks im Jahre 1344 NGZ in der Milchstraße völlig unbeeindruckt von der erhöhten Hyperimpedanz zu sein. Musste die Terminale Kolonne sich erst auf die neuen Gegebenheiten einstellen?

J. Kreis, 09.04.2006


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