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Perry Rhodan Nr. 2326: Galaktische Dämmerung

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Am 01.11.1344 NGZ enttarnen sich alle Kolonnen-Forts. Die TRAITOR-Direktive wird überall in der Milchstraße verkündet. Ihre Durchsetzung bedeutet unter anderem auch, dass alle lokalen Konflikte von einem Tag auf den anderen beendet sind - aber anstelle eines galaxisweiten Friedens tritt eher eine Art Totenstille ein. Noch geschieht weiter nichts, denn die Ankunft der Progress-Wahrer der Terminalen Kolonne steht noch aus.

Nur die im Solsystem lebenden Terraner sind von dieser Entwicklung nicht unmittelbar betroffen, da sie hinter dem Kristallschirm in Sicherheit sind. Selbst die einst übermächtigen Arkoniden wurden in die Knie gezwungen: Imperator Bostich ist nach Zalit geflohen, verlegt seine Operationsbasis aber wenig später zu einem unbedeutenden Sektor, wo sich sämtliche arkonidischen Flotten sammeln. Nach der Verkündung der TRAITOR-Direktive im Arkon-System wagt Shallowain einen Bluff. Er behauptet, er besitze die Mittel, alle wichtigen Planeten des Systems zu vernichten, sollten Kräfte der Terminalen Kolonne es wagen, sie zu übernehmen. Vizekapitän Malikadi durchschaut Shallowains Spiel, so dass der Kralasene fliehen muss. Traitanks vernichten einige Zeit später die arkonidischen Situationstransmitter.

Am 03. November bricht Reginald Bull mit der LEIF ERIKSSON II auf, um die "Operation Bermuda" zu leiten. In der gesamten LFT werden alle wichtigen Forschungseinrichtungen, Produktionsstätten und sonstigen Anlagen demontiert. All diese Ressourcen werden in Raumsektoren versteckt, die in der galaktischen Geschichte bisher noch keine Rolle gespielt haben und der Terminalen Kolonne deshalb nicht bekannt sind. Auf die gleiche Weise werden alle bedeutenden Wissenschaftler und Spezialisten mitsamt ihren Familien evakuiert, damit sie TRAITOR nicht in die Hände fallen. Auch die Kristallbörse wird am 05. November geschlossen und geräumt, Roi Danton bringt die Hyperkristall-Vorräte in Sicherheit. Verbrecherische Meuterer bleiben zwar an Bord und führen den Betrieb einige Tage lang weiter, doch sie fallen bald aus Habgier übereinander her und finden den Tod, als am 30. November ein Traitank auftaucht und LE-Prachtvoll vernichtet.

Bostich erkennt, dass er mit all seiner Macht nichts gegen die Terminale Kolonne ausrichten kann, jedenfalls nicht allein. Er unterbreitet Perry Rhodan deshalb ein Angebot: Gegen die Lieferung 10 weiterer Kantor-Sextanten will er den Terranern die Erkenntnisse über das VRITRA-Geschütz zur Verfügung stellen. Reginald Bull leitet die Verhandlungen mit dem Imperator persönlich und hat sogar noch mehr anzubieten. Er schlägt die Errichtung eines gemeinsamen Forschungsstützpunkts in der Charon-Wolke vor, der von Aktakul geleitet werden soll. Bei so viel Entgegenkommen willigt Bostich gerne ein, zumal die Charon-Wolke einer der wenigen Orte ist, an denen man vor der Terminalen Kolonne sicher ist. Perry Rhodan deutet sogar an, dass Charon eventuell zu einem Rückzugsgebiet werden könnte wie seinerzeit die Provcon-Faust bei der Invasion der Laren.

Durch ein Ablenkungsmanöver, an dem sogar PRAETORIA teilnimmt, kann ein Raumschiffsverband durch den Kristallschirm ins Solsystem geschleust werden, der wichtige Fracht bringt: 50 Kilogramm Salkrit aus der Charon-Wolke. Am 01. Dezember unternimmt Malcolm S. Daellian ein gewagtes Experiment. Er macht einen Transmittersprung mit der BACKDOOR-Strecke ins Wega-System und nimmt dabei etwas Salkrit und HS-Howalgonium mit. Der Versuch gelingt: Weder dem Salkrit noch den Hyperkristallen hat die Versetzung geschadet.

Kommentar:

Daellians Experiment ist genauso effekthascherisch und sinnlos wie sein anschließender Beinahe-Tod. D.h. sinnlos ist das Experiment natürlich nicht, denn möglicherweise beabsichtigt Rhodan, eine Transmitterverbindung von Charon nach Terra einzurichten. Das wäre der einzig sichere Transportweg für das Salkrit - Raumschiffskonvois könnten leicht von Traitanks abgefangen werden. Sinnlos ist aber, dass Daellian sich selbst in Gefahr bringt. Es wäre nicht erforderlich gewesen, dass überhaupt jemand bei dem Transport dabei ist.

Ich hoffe, dass das VRITRA-Geschütz nicht zum dritten "Allheilmittel" in Folge nach dem Paradim-Panzerbrecher und dem Dissonanz-Geschütz wird. Wenn doch, dann wäre das nur ein weiterer Beweis dafür, dass den Expokraten wirklich nichts neues mehr einfällt und dass alle Perry Rhodan - Zyklen seit Heft Nr. 2000 im Grunde nach genau dem gleichen, inzwischen völlig vorhersehbaren Schema ablaufen. Ich will mich gern eines Besseren belehren lassen, habe aber wenig Hoffnung.

Die "Operation Bermuda" ist eine der größten Schnapsideen dieses Zyklus. Man stelle sich vor, etwas Ähnliches würde in der realen Welt versucht werden. Zum Beispiel: Das VW-Werk in Wolfsburg, das Opelwerk in Rüsselsheim, der Hamburger Hafen, der Frankfurter Flughafen oder irgend eine große Universität würden mal eben demontiert und abtransportiert werden. Welche Auswirkungen hätte das wohl auf die jeweiligen Bundesländer? Und wie sollten diese Einrichtungen wohl dort funktionieren, wo man sie "in Sicherheit bringt"? So ein Werk besteht nicht nur aus einer Fabrikhalle, sondern auch aus einem weit verzweigten infrastrukturellen Netz, ohne das es überhaupt nicht funktionieren kann. Auch Universitäten und Forschungslabors sind keine eingekapselten Enklaven, die man mal eben von A nach B bringen kann, wo sie ihren Betrieb dann ganz einfach fortsetzen können. So einfach ist das nicht - von der logistischen Unmöglichkeit, ein solches Unternehmen auf allen Planeten der LFT innerhalb kürzester Zeit und unter TRAITORS Augen durchzuziehen, mal ganz zu schweigen.

Ich würde sagen: Wird die "Operation Bermuda" wirklich in dem großen Stil durchgeführt, der in diesem Roman angedeutet wird, dann ist das der Todesstoß für die LFT. Da hätte man all die schönen Ressourcen auch TRAITOR überlassen können, denn entweder die Terminale Kolonne wird eines Tages besiegt: Dann könnte man alles wieder selbst übernehmen. Was aber nicht geht, wenn alles weggebracht wurde und erst wieder aufgebaut werden muss - wenn das nach der Demontage und einer ungewiss langen Zeit der Stilllegung überhaupt noch möglich ist. Oder die Terminale Kolonne wird nicht besiegt - dann ist es sowieso egal, denn dann wird es nicht lange dauern, bis deren Traitanks die versteckten Ressourcen finden.

Warum lässt die Terminale Kolonne die "Operation Bermuda" überhaupt zu? Sind Zerberoff und seine Leute blind? Sie sind doch offenbar gut über alle galaktischen Wertsachen informiert (Kristallbörse, Situationstransmitter), d.h. sie wissen, wo etwas zu holen ist, selbst wenn sie es gar nicht verwerten, sondern vernichten wollen. Also wissen sie auch, auf welchen Planeten der LFT etwas zu holen ist. Genau diese Wertsachen will Bully wegschaffen lassen. Und da greift TRAITOR nicht ein? Das ist unglaubwürdig.

Ich will zugestehen, dass der Roman auch seine guten Seiten hat. Zum Beispiel finde ich es nett, dass Bostl zur Zusammenarbeit mit Rhodan bereit ist. Vielleicht begraben Arkoniden und Terraner ja bald endgültig das Kriegsbeil?

J. Kreis, 19.03.2006


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