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Perry Rhodan Nr. 2322: Die Schläfer von Terra

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Am 17.10.1344 NGZ erfolgt der erwartete Angriff der Terminalen Kolonne auf den TERRANOVA-Schirm. 64 Traitanks erscheinen, aber nur 6 der diskusförmigen Kampfschiffe TRAITORS beginnen mit einem Trommelfeuer auf den Schirm. Dieser bleibt stabil, aber Rhodan sagt sich, dass das nicht alles gewesen sein kann. Damit hat er zwar Recht, doch der nächste Angriff auf Terra erfolgt von anderer Seite. Die Traitanks ziehen sich zurück, ihr Befehlshaber, der Duale Vizekapitän Zarmaur, hatte nur den Auftrag, Messergebnisse über den systemumspannenden Schutzschirm zu erlangen. Es wäre ihm durchaus möglich gewesen, den Schirm zu knacken, doch dabei wäre das Solsystem mit ziemlicher Sicherheit vernichtet oder zumindest schwer verwüstet worden. Und genau das darf nicht geschehen: Die Ressource Terra muss geschont werden.

Für vorübergehendes Aufsehen auf Terra sorgen rund 500 Angehörige der im Nukleus aufgegangenen Monochrom-Mutanten. Sie glauben, ihre Kinder und Verwandten seien zu ihnen zurückgekehrt und wollen zur Isla Bartolomé vordringen. Rhodan kann das nicht zulassen, denn der Nukleus muss sich erholen und darf nicht gestört werden. Mondra Diamond wird damit beauftragt, sich um die aufgebrachten Menschen zu kümmern, die sich der Insel mit einem alten Passagierdampfer nähern. Doch erst als Rhodan persönlich eingreift und mit Hilfe von Gucky einige Agitatoren der Presse entlarvt, die die Stimmung angeheizt haben, können die Menschen zur Umkehr bewegt werden. Rhodan macht ihnen klar, welche Bedeutung der Nukleus für alle Menschen hat und dass die in ihm aufgegangenen Bewusstseine selbst entscheiden müssen, ob sie Kontakt mit ihren Verwandten aufnehmen wollen oder nicht.

Währenddessen werden Agenten TRAITORS auf Terra aktiv: Die Koda Ariel. Diese Wesen sind Gestaltwandler mit hypnosuggestiven Fähigkeiten. Sie haben die Gestalt harmloser Haustiere angenommen und beeinflussen ihre "Wirte" mit ihren Psi-Kräften. Da sie wegen des TERRANOVA-Schirms keinen Funkkontakt mit der Terminalen Kolonne aufnehmen können, wollen sie einige der LORETTA-Tender sabotieren, die den Schirm aufrechterhalten. Da dort noch keine Psi-Sensoren installiert sind, können sie sich tatsächlich einschleusen, doch ihre "Wirte" machen zu viele Fehler, so dass es ihnen nicht gelingt, eine Notabschaltung der Tender zu verursachen. Die Sabotageversuche werden entdeckt und vereitelt. Die an dieser Aktion beteiligten Koda Ariel sind nur "Ableger" eines Hauptwesens, das auf Terra verbleibt. Alle Ableger tragen eine Kralle des Laboraten und werden von dieser getötet, als ihr Versagen feststeht.

Kommentar:

Dieser Roman war ein reines Lesevergnügen - endlich mal, nach einer doch recht langen Durststrecke, fühlte ich mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten. Was für ein himmelweiter Unterschied zu Horst Hoffmanns letztem Roman (PR 2312)! Diesmal hat man wirklich das Gefühl, es mit realen Personen zu tun zu haben, die nachvollziehbare Gedanken und Gefühle haben. Die Koda Ariel sorgen mit ihren besonderen Fähigkeiten und ihren anfänglichen Erfolgen für einige Spannung und tragen sogar einen skurrilen Humor zum Roman bei. Auch sonst sind viele amüsante Seitenhiebe und interessante Details über das Alltagsleben auf Terra vorhanden. Selbst ganz kurze Szenen sind so gut geschrieben, dass sie mehr Aussagekraft haben als so mancher komplette Roman der letzten Zeit. Zum Beispiel eine kurze Begegnung zwischen Rhodan und Mondra, in denen ihre jetzige Beziehung nochmals beleuchtet wird oder Guckys Einsatz bei den Angehörigen der Monochrom-Mutanten.

Ein bisschen was zu meckern habe ich aber doch noch, aber das sind Kritikpunkte, die man nicht dem Autor anlasten kann. Einer vielleicht: Die Reaktion der Angehörigen auf die Absperrung der Isla Bartolomé kommt mir viel zu überspitzt vor. Sie scheinen wirklich zu denken, die Sicherheitskräfte würden mit tödlichen Waffen auf sie schießen - sollte diese Annahme etwa einen realen Hintergrund haben? Das würde aber ein ganz schlechtes Licht auf die LFT werfen! Okay, die Stimmung wurde von Agitatoren angeheizt, aber trotzdemů

Es scheint mir auch etwas unglaubwürdig zu sein, dass die LORETTA-Tender, von denen ja bekanntlich nicht weniger als die Existenz der Menschheit abhängt, nicht schärfer bewacht werden. Zum Beispiel von positronischen Sicherheitssystemen, die man nicht hypnotisieren kann. Also, bei mir hätten die Tender Top-Priorität und da würde niemand einfach so eine hässliche Eule einschleppen können ;-)

Wie wurde eigentlich die Technologie zur Nutzung des Salkrits optimiert? Das wurde in keinem der letzten Romane erklärt. Man muss wohl einfach akzeptieren, dass es so ist. Wahrscheinlich hat wieder irgend so ein Top-Wissenschaftler, von dem bisher noch nie die Rede war (kleine Anspielung auf Dr. Gregorian), eine Patentlösung aus dem Hut hervorgezaubert. Mir ging das zu einfach und zu schnell. Überhaupt: Das Salkrit. Vom Nachschub dieser Substanz hängen Wohl und Wehe für das Solsystem ab. Rhodan wäre gut beraten, schnellstmöglich weiteres Salkrit heranzuschaffen, denn wenn TRAITOR erst einmal auf den Gedanken kommen sollte, ganz einfach die Nachschubwege abzuschneiden, wäre der Fall Terras nur noch eine Frage der Zeit. Und es dürfte ja nicht schwer sein, die Charon-Wolke mit ein paar Chaos-Geschwadern abzuriegeln.

Ein Detail am Rande hat mich aufhorchen lassen. Es scheint so, als sei die junge Frau, in die eines der Opfer der Koda Ariel sich verliebt hat, ein Roboter gewesen. Es kam mir nicht so vor, als habe sie in irgendeiner Beziehung zu den Koda Ariel gestanden. Sie sprach davon, sie sei ein Beobachter - genau das gleiche hatte ein Unbekannter schon in PR 2306 von sich behauptet. Im Zusammenhang mit dem Namen Whistler, der ja in letzter Zeit schon mehrmals erwähnt wurde, wird die Sache noch interessanter. Das Spezialgebiet der Whistler-Company ist nämlich die Herstellung von täuschend menschenähnlichen Roboternů

J. Kreis 19.02.2006


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